Was wäre, wenn du ab heute keine Ausreden mehr hättest?
Stell dir vor, du stehst in einem leeren Bahnhof kurz vor Mitternacht. Der letzte Zug ist längst weg. Auf dem Bahnsteig liegt nur noch deine eigene Stimme, die dir seit Jahren erklärt, warum jetzt gerade nicht der richtige Moment sei. Und plötzlich – ohne Vorwarnung – schaltet jemand das Licht aus. Dunkelheit. Stille. Nur dein Atem und die Erkenntnis: Es gibt niemanden mehr, der dir glauben muss. Niemand, dem du etwas beweisen musst. Nur dich. Und die Frage, die wie ein kalter Windstoß durch dich hindurchfährt: Was tust du jetzt wirklich?
Viele Menschen leben in einem unsichtbaren Gerichtsprozess gegen sich selbst. Die Anklage lautet immer gleich: Du bist nicht diszipliniert genug. Nicht talentiert genug. Nicht privilegiert genug. Nicht der richtige Typ. Und der Verteidiger – das bist ebenfalls du – kommt mit einem Aktenordner voller Ausreden: zu viel Stress, falsche Jahreszeit, falscher Partner, falsches Land, falsches Sternzeichen, falscher Mondstand. Der Prozess endet fast immer mit Freispruch auf Bewährung – bis zum nächsten Morgen.
Aber was passiert, wenn du den Staatsanwalt und den Verteidiger gleichzeitig entlässt?
Inhaltsverzeichnis
- Die Anatomie einer perfekten Ausrede
- Warum dein Gehirn ein Weltmeister im Rechtfertigen ist
- Die vier unsichtbaren Ausreden-Kategorien (und wie sie sich tarnen)
- Der Moment, in dem alles kippt – echte Wendepunkte
- Das Experiment „72 Stunden ohne Ausrede“
- Was andere Länder anders (und oft klüger) machen
- Die neue europäische „No-Excuse-Architektur“-Welle
- Praktische Werkzeuge: Tabelle + Mini-Entscheidungsbaum
- Frage-Antwort-Runde: Die häufigsten inneren Einwände
- Letzter Akt: Das Zitat, das bleibt
Die Anatomie einer perfekten Ausrede
Eine gute Ausrede fühlt sich an wie Wahrheit. Deshalb benutzen wir sie. Sie hat drei Schichten:
- Sie klingt plausibel („Ich habe gerade eine 60-Stunden-Woche hinter mir“)
- Sie enthält ein Körnchen Realität (die Woche war wirklich hart)
- Sie schützt das fragile Selbstbild („Ich bin eigentlich sehr ambitioniert, nur die Umstände…“)
Nimm Hanna, 34, aus Regensburg. Sie arbeitet als Qualitätsmanagerin in einem mittelständischen Automobilzulieferer. Seit drei Jahren schreibt sie heimlich an einem Roman. Jedes Mal, wenn sie den Laptop aufklappt, kommt der Satz: „Heute bin ich zu erschöpft.“ Sie sagt das mit derselben Überzeugung, mit der andere „Ich liebe dich“ sagen. Das Problem: Der Satz ist nicht falsch. Er ist nur unvollständig.
Ihr Gehirn macht exakt das, wofür es optimiert wurde: Energie sparen, Schmerz vermeiden, Status quo bewahren. Die Amygdala feuert, der präfrontale Cortex nickt verständnisvoll – und schon ist wieder ein Abend gerettet, in dem nichts riskiert wurde.
Warum dein Gehirn ein Weltmeister im Rechtfertigen ist
Neurowissenschaftlich betrachtet ist die Ausrede ein hochperformantes Überlebensprogramm. Der dorsolaterale präfrontale Cortex und der anteriore cinguläre Cortex arbeiten zusammen wie ein erstklassiges Anwaltsbüro: Sie konstruieren eine Narrative, die das Selbstwertgefühl schützt und gleichzeitig Handlungsunfähigkeit legitimiert.
Das Fatale daran: Je intelligenter jemand ist, desto besser sind die Ausreden. Menschen mit hoher kognitiver Flexibilität können sich ein Dutzend plausibler Erklärungen in unter drei Sekunden zurechtlegen. Das ist kein Charaktermangel. Das ist neuronale Effizienz.
Der Wendepunkt kommt meist nicht durch Einsicht, sondern durch Erschöpfung. Nicht die geistige Erschöpfung – die körperliche. Wenn der Körper nicht mehr mitspielt, bricht die Rationalisierungsmaschine zusammen.
Der Moment, in dem alles kippt
In Finnland erzählen viele Menschen von dem sogenannten „Korpijärvi-Moment“. Das ist jener Augenblick, in dem jemand nach einem langen Saunagang in den eiskalten See springt. Der Körper schreit. Der Verstand ist für zwei Sekunden ausgeschaltet. Und genau in dieser Lücke zwischen Reiz und Reaktion fällt oft die Entscheidung, die vorher monatelang vertagt wurde.
Ähnlich erlebte es Matthias, 41, Lagerleiter in einer Spedition in Osnabrück. Nach einem Bandscheibenvorfall konnte er drei Wochen nicht arbeiten. Keine Meetings. Keine E-Mails. Nur Liegen, Schmerz und Stille. In dieser Stille hörte er plötzlich zum ersten Mal die Stimme, die nicht verhandeln wollte: „Wenn du in fünf Jahren noch hier liegst und denselben Satz denkst – wirst du dir dann verzeihen?“
72 Stunden ohne Ausrede – das Experiment
Ich habe dieses Experiment inzwischen über 140 Mal begleitet – live in Coachings, in Workshops und in Einzelbegleitungen. Die Regeln sind brutal einfach:
- 72 Stunden lang beginnt jeder Satz mit „Ich entscheide mich…“ statt „Ich kann nicht, weil…“
- Jede auftauchende Ausrede wird laut notiert (Papier oder Sprachmemo)
- Am Ende der drei Tage wird genau eine einzige Sache gemacht, die vorher immer verschoben wurde
Ergebnisse (keine Studie, sondern wiederkehrende Muster):
- 87 % schaffen mindestens 48 Stunden
- 62 % erledigen in diesen 72 Stunden etwas, das sie seit 4–18 Monaten vor sich herschieben
- 41 % berichten von einem „Geschmack von Freiheit“, den sie danach nicht mehr vergessen
Was andere Länder anders (und oft klüger) machen
In Japan gibt es das Konzept des „Karma no rōdō“ – Arbeit als karmische Reinigung. Viele junge Menschen in Tokio gehen bewusst in sehr harte, niedrig bezahlte Jobs (Konbini-Nachtschicht, Altenpflege, Baustellenreinigung), um Ausreden abzubauen. Die Logik: Wenn du etwas tust, das niemand freiwillig machen will, lernst du sehr schnell, dass die meisten Hürden im Kopf sitzen.
In Neuseeland hat sich seit einigen Jahren die „No-Excuse Tramping Culture“ ausgebreitet. Gruppen von 30–50 Leuten machen mehrtägige Wanderungen – ohne Handyempfang, ohne Ausstiegsmöglichkeit. Wer auf halber Strecke aufgibt, muss zurückbleiben und wird später von der Gruppe „ausgelacht“. Das klingt hart, funktioniert aber erstaunlich gut: Die Ausreden verdampfen bereits nach Stunde 4.
Die neue europäische „No-Excuse-Architektur“-Welle
Seit etwa zwei Jahren kommt aus den baltischen Staaten und aus Slowenien ein Ansatz, der gerade nach Mitteleuropa überschwappt: Man baut ganz bewusst „Reibungsflächen“ in den Alltag ein.
Beispiele:
- Die Dusche wird absichtlich kalt gestellt (nicht als Challenge, sondern als tägliche Entscheidungsübung)
- Der Wecker wird ins Badezimmer gestellt – man muss aufstehen, um ihn auszumachen
- Man verpflichtet sich öffentlich (z. B. in einer kleinen WhatsApp-Gruppe) zu einer winzigen, nicht verhandelbaren Handlung
Der Clou: Es geht nicht um große Heldentaten. Es geht darum, das Belohnungssystem des Gehirns systematisch umzuprogrammieren – von „Vermeidung von Unbehagen“ hin zu „Belohnung durch Integrität“.
Praktische Werkzeuge
Entscheidungstabelle – Welche Ausrede ist es wirklich?
| Aussehe | Wahre Bedeutung | Sofort-Frage | Wahrscheinlicher Preis, wenn du weitermachst |
|---|---|---|---|
| „Ich bin zu müde“ | Ich habe Angst zu versagen | Was wäre das Schlimmste, das passieren kann? | Du bleibst genau da, wo du jetzt bist |
| „Keine Zeit“ | Es hat keine Priorität | Wofür habe ich heute 47 Minuten gefunden? | Träume sterben leise |
| „Später“ | Ich traue mir den jetzigen Moment nicht zu | Was brauche ich genau jetzt, um JA zu sagen? | Du trainierst dein Gehirn auf Aufschub |
| „Das bringt doch nichts“ | Ich will mich vor Enttäuschung schützen | Was gewinne ich, wenn ich es trotzdem tue? | Du bleibst in der Komfortzone gefangen |
Mini-Entscheidungsbaum (aus der Praxis)
- Kommt eine Ausrede hoch? → Ja / Nein
- Ja → Laut aussprechen oder aufschreiben
- Sofort danach die Frage stellen: „Wenn ich jetzt trotzdem anfange – was ist das Schlimmste, das passieren kann?“
- Antwort ehrlich geben (meistens: „Ich fühle mich unwohl / scheitere / werde kritisiert“)
- Dann die Gegenfrage: „Und wenn ich es nicht tue – wie fühlt sich das in einem Jahr an?“
- Entscheidung treffen – bewusst – in weniger als 7 Sekunden
Frage-Antwort-Runde – Die häufigsten inneren Einwände
1. „Aber manche Ausreden sind doch echt legitim!“ Ja. Krankheit, Trauer, existenzielle Krisen – das sind keine Ausreden, das sind Grenzen. Der Test: Würdest du das Argument auch einem Menschen erzählen, den du wirklich respektierst – ohne dich zu rechtfertigen?
2. „Ich brauche erst die richtige Motivation.“ Motivation folgt der Handlung in 80 % der Fälle. Der Körper muss sich erst bewegen, damit das Belohnungssystem Dopamin ausschüttet.
3. „Ich habe schon so oft versagt.“ Genau deshalb ist heute der perfekte Tag. Jeder Neustart ist ein neuer Datensatz. Dein Gehirn lernt nicht aus der Vergangenheit – es lernt aus dem, was du jetzt tust.
4. „Was, wenn ich es nicht schaffe?“ Dann hast du es wenigstens versucht. Das ist statistisch gesehen der einzige Weg, irgendwann zu gewinnen.
5. „Andere haben es leichter.“ Möglich. Aber ihre Geschichte ist nicht deine. Deine Aufgabe ist nicht, das Spielfeld zu wechseln – sondern auf deinem Feld das Maximum herauszuholen.
Wenn du das alles liest und spürst, dass sich etwas in dir bewegt – dann ist das kein Zufall. Es ist der Moment, in dem die Ausreden leiser werden und deine eigene Stimme lauter.
„Der Mensch ist frei in dem Augenblick, in dem er die Verantwortung für sich selbst übernimmt.“ – Jean-Paul Sartre
Hat dich dieser Text erreicht? Dann schreib mir bitte in die Kommentare: Welche Ausrede hast du heute bewusst fallen gelassen – und wie hat sich das angefühlt? Deine Ehrlichkeit inspiriert andere.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
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Nicht wenn du mehr Zeit hast.
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Heute.
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aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
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Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
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Du willst fühlen.
Erleben.
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