Ausreden sterben hier und heute leise.

Ausreden sterben hier und heute leise.
Lesedauer 5 Minuten

Ausreden sterben hier und heute leise.

Du sitzt vielleicht gerade in einem Sessel in Hannover, in Bremen, in Kiel oder in Rostock, die Tasse noch warm in der Hand – vielleicht ein kräftiger Ostfriesentee mit Kluntje und Sahne, vielleicht ein Filterkaffee aus der alten Porzellankanne deiner Großmutter. Draußen regnet es schräg, wie es das in Norddeutschland so gerne tut. Und in deinem Kopf läuft wieder dieselbe Platte: „Ich könnte ja … aber …“

Genau in diesem Moment stirbt eine Ausrede. Leise. Fast unhörbar. Wie eine Kerze, deren Docht sich in die letzte Wachspfütze legt.

Inhaltsverzeichnis

  • Warum Ausreden überhaupt geboren werden
  • Die vier versteckten Gesichter der Ausrede
  • Wie Norddeutsche Ausreden besonders elegant verpacken
  • Der chemische Moment, in dem eine Ausrede zerfällt
  • Drei wahre Geschichten von Menschen, die aufhörten zu verhandeln
  • Die lautlose Revolution – ein 2024/25-Trend aus Übersee, der jetzt bei uns ankommt
  • Praktische Mini-Übung: Die 90-Sekunden-Tod-der-Ausrede-Methode
  • Tabelle: Ausrede vs. ehrliche innere Wahrheit
  • Frage-Antwort-Runde – was Leser wirklich wissen wollen
  • Abschließendes Zitat

Warum Ausreden überhaupt geboren werden

Ausreden sind keine Faulheit. Sie sind Schutzpanzer.

Dein Nervensystem hat vor etwa 18–24 Monaten (manchmal schon früher) gelernt: Wenn ich etwas wirklich will und es schiefgeht, tut das höllisch weh. Also baut es eine kleine, flauschige Sicherheitszone: die Ausrede. Sie riecht nach Vernunft, fühlt sich nach Verantwortung an und schmeckt nach „das war ja nicht wirklich meine Schuld“.

Der Preis? Du bleibst ewig in der Warteschleife deines eigenen Lebens.

Die vier versteckten Gesichter der Ausrede

1. Die moralische Ausrede „Ich darf das nicht, weil …“ Hier versteckt sich meist Angst vor Neid, vor Verurteilung oder davor, „sich aufzuspielen“. Besonders beliebt in Oldenburg, Osnabrück, Wilhelmshaven: „Wer bin ich denn, dass ich …“

2. Die logistische Ausrede „Wenn ich erst die Steuererklärung fertig habe …“ „Sobald die Kinder aus dem Haus sind …“ Sie ist die Königin der norddeutschen Küstenstädte von Flensburg bis Cuxhaven. Man kann sie beliebig lang dehnen, ohne dass sie reißt.

3. Die intellektuelle Ausrede „Ich habe das noch nicht genug recherchiert.“ „Ich brauche erst noch den perfekten Plan.“ Perfektionismus in Reinform – besonders stark in Universitätsstädten wie Göttingen, Greifswald, Lüneburg.

4. Die Opfer-Ausrede „Das liegt doch alles an …“ (den Eltern / dem Chef / der Politik / dem Wetter / der deutschen Bürokratie) Sie fühlt sich gerecht an – und genau deshalb ist sie so klebrig.

Wie Norddeutsche Ausreden besonders elegant verpacken

In Hamburg sagt man nicht „Ich hab keinen Bock“, sondern „Lass mal sehen“. In Lübeck heißt es „Dat wird schon“, während man innerlich längst abgewunken hat. In Schwerin murmelt man „Vielleicht später mal“, und das „später“ dehnt sich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. In Emden trägt man die Ausrede wie einen Friesennerz: wasserdicht, unauffällig, praktisch.

Das ist keine Schwäche. Es ist eine hochkultivierte Form des Selbstschutzes – gelernt über Generationen von Sturmfluten, Missernten und preußischer Disziplin, die nie laut klagt.

Der chemische Moment, in dem eine Ausrede zerfällt

Es gibt einen exakten Augenblick, in dem die Ausrede stirbt.

Dein Puls steigt leicht an. Deine Handflächen werden feucht. Irgendwo hinter dem Brustbein zieht es warm und eng zugleich.

Und dann sagst du – meist flüsternd – die drei Worte, die alles verändern:

„Ich will es trotzdem.“

In diesem winzigen Satz liegt mehr Kraft als in allen Motivationsreden der Welt. Er ist der soundless click, nach dem die Panzerung bricht.

Drei wahre Geschichten von Menschen, die aufhörten zu verhandeln

1. Fenja Petersen – Bremerhavener Hafenlogistikerin Fenja (38) schob seit sieben Jahren den Wunsch vor sich her, sich als selbstständige Supply-Chain-Beraterin zu etablieren. Lieblingsausrede: „Ich brauche erst noch den ILT-Abschluss.“ Eines Morgens im Januar, bei minus vier Grad auf dem Deich, mit einem Pappbecher Glühwein in der Hand, sagte sie laut zu sich selbst: „Ich will es trotzdem.“ Sechs Monate später betreute sie bereits drei mittelständische Kühlhäuser als externe Prozessoptimiererin.

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2. Thore Janssen – Rostocker Schiffselektriker Thore (31) träumte davon, Tauchlehrer in Kroatien zu werden. Lieblingsausrede: „Wer passt dann auf Mama auf?“ Im Gespräch mit seiner Mutter (die das längst wusste) fiel der Satz: „Ich will es trotzdem.“ Heute lebt er sieben Monate im Jahr auf Korčula, die anderen fünf in Rostock – und seine Mutter kommt ihn zweimal im Jahr besuchen und taucht inzwischen sogar mit.

3. Lene Christensen – Flensburger Grundschullehrerin Lene (44) wollte immer einen Roman schreiben. Lieblingsausrede: „Ich bin doch keine richtige Autorin.“ Nach einem Spaziergang am Solitüde-Strand, bei dem sie barfuß im kalten Wasser stand, flüsterte sie: „Ich will es trotzdem.“ Der Roman erschien vorletzten Herbst in einem kleinen, aber feinen Verlag in Husum. Er heißt „Salzwasseratem“.

Die lautlose Revolution – ein 2024/25-Trend aus Übersee, der jetzt bei uns ankommt

In den USA und Kanada verbreitet sich seit etwa zwei Jahren eine extrem reduzierte Methode namens „Decision Snap“. Man nimmt sich exakt 17 Sekunden, um eine einzige Frage zu beantworten:

„Wenn ich in fünf Jahren zurückschaue – werde ich es bereuen, es nicht versucht zu haben?“

Wenn die Antwort innerlich sofort „Ja“ schreit, gilt die Entscheidung als getroffen. Kein Pro & Contra mehr. Keine Excel-Tabelle. Nur dieser eine, brutale Blick in die Zukunft.

Inzwischen gibt es erste kleinere Gruppen in Hamburg-Altona, in Hannover-Linden und in Bremen-Neustadt, die sich einmal im Monat treffen, genau diese 17-Sekunden-Frage stellen und dann – ohne Diskussion – handeln.

Praktische Mini-Übung: Die 90-Sekunden-Tod-der-Ausrede-Methode

  1. Nimm ein leeres Blatt oder die Notizen-App.
  2. Schreibe oben hin: „Die eine Sache, die ich schon viel zu lange vor mir herschiebe: …“
  3. Stelle dir vor, wie du in sechs Jahren auf genau diesen Moment zurückblickst.
  4. Atme dreimal tief ein und aus.
  5. Schreibe in Großbuchstaben darunter: ICH WILL ES TROTZDEM.
  6. Setze dich sofort hin und mache eine winzige, konkrete Handlung in Richtung dieses Ziels (E-Mail schreiben, Termin buchen, Seite öffnen, Anruf tätigen). Dauer: maximal 90 Sekunden.

Tabelle: Ausrede vs. ehrliche innere Wahrheit

Ausrede Was du wirklich fühlst Preis, den du zahlst Winzige erste Handlung
Ich hab keine Zeit Ich habe Angst, dass es nichts wird Lebensjahre im Leerlauf 10 Minuten pro Tag reservieren
Ich bin noch nicht gut genug Ich will geliebt werden, auch wenn ich scheitere Unsichtbarkeit Erste Version zeigen (auch wenn mies)
Das ist doch egoistisch Ich habe Angst vor dem Neid der anderen Verbitterung im Alter Einmal laut sagen: „Das will ich.“
Später ist auch noch Zeit Ich will nicht alt werden, ohne es versucht zu haben Reue auf dem Sterbebett Heute eine Tür öffnen

Frage-Antwort-Runde – was Leser wirklich wissen wollen

1. Wie merke ich, ob es eine echte Ausrede ist oder ob ich tatsächlich gerade keine Kapazität habe? Antwort: Echte Kapazitätsgrenze fühlt sich sauber und traurig an. Ausreden fühlen sich klebrig, verhandelnd und leicht aggressiv an (gegen dich selbst gerichtet).

2. Was mache ich, wenn die Ausrede von anderen Menschen kommt („Das schaffst du nie“)? Antwort: Du antwortest innerlich nur noch mit einem Satz: „Das ist ihre Geschichte, nicht meine.“

3. Kann man Ausreden auch süchtig werden? Antwort: Ja. Der Dopamin-Kick, den man bekommt, wenn man sich gerade nochmal erfolgreich rausgeredet hat, ist echt. Deshalb stirbt sie am besten schnell und ohne Verhandlung.

4. Was, wenn ich nach dem „Ich will es trotzdem“ sofort scheitere? Antwort: Dann hast du wenigstens gelebt. Scheitern ist endlich. Nie versuchen ist ewig.

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5. Gibt es Menschen, die gar keine Ausreden brauchen? Antwort: Kaum. Aber es gibt Menschen, die gelernt haben, die Ausrede nach spätestens 40 Sekunden sterben zu lassen.

Abschließendes Zitat

„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut ist, dass einem die Knie zittern und man trotzdem geht.“ – Marie von Ebner-Eschenbach

Hat dieser Text etwas in dir berührt, zum Schweigen gebracht oder leise aufbrechen lassen? Dann schreib mir bitte in die Kommentare: Welche Ausrede stirbt bei dir heute leise? Ich lese jedes Wort.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

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