Nur funktionstüchtig geliebt? Dein wahrer Wert

Nur funktionstüchtig geliebt? Dein wahrer Wert

Nur funktionstüchtig geliebt? Dein wahrer Wert

Die SMS kam um 22:47 Uhr. „Projekt ist gerettet. Danke.“ Drei Worte. Kein Smiley. Kein „Wie geht’s dir?“. Dein Daumen schwebte über dem Display, während du im Bett lagst. Die Decke war warm, aber deine Finger waren kalt.

Du hast den Text dreimal gelesen. Viertes Mal. Fünftes Mal.

Und plötzlich wusstest du es: Wenn du morgen nicht mehr funktionieren würdest – wer würde dann noch schreiben?

Das unsichtbare Messer

Es ist ein Gefühl, das sich selten laut ausspricht.

Es sitzt in den Momenten, in denen du deine Arbeitsergebnisse präsentierst und die Blicke der anderen heller werden. Es zeigt sich, wenn dein Partner dich nach einem stressigen Tag umarmt – und du plötzlich denkst: Würde er das auch tun, wenn ich heute nichts geleistet hätte?

Die Angst, nur funktionstüchtig geliebt zu werden, ist kein lauter Schrei. Sie ist ein Flüstern. Ein Flüstern, das immer dann lauter wird, wenn du erschöpft bist. Wenn du dich schwach fühlst. Wenn du nicht mehr kannst.

Und dann fragst du dich:
„Würden sie mich überhaupt noch mögen?“

Bens stille Erkenntnis

Ben, 34, arbeitet als Softwareentwickler in München. Er hat ein kleines Büro in einer WG, zwei Katzen und einen Job, der ihn fordert. Die letzten Monate waren intensiv: neue Plattform, enge Deadlines, nächtliche Calls mit dem Team in Singapur.

Seine Freundin Laura sagte oft: „Du schaffst das.“ Nicht: „Ich vermisse dich.“ Nicht: „Bist du okay?“

Eines Abends saßen sie auf der Couch. Ben war so müde, dass er den Film nicht mehr verstand. Laura fragte: „Alles gut auf der Arbeit?“

Er nickte.

Sie lächelte, stand auf und machte sich Tee. Ben blieb sitzen. Seine Finger lagen auf der Tischkante und bewegten sich im gleichen Rhythmus – immer wieder. Erst nach einer Minute merkte er es.

Er dachte:
„Wenn ich nicht mehr funktioniere – würde sie dann den Tee für mich machen? Oder nur, weil ich der bin, der die Probleme löst?“

Diese Frage blieb. Sie war nicht dramatisch, nicht laut – sie war wie ein Stein im Schuh.

Warum wir diese Angst entwickeln

Die Antwort ist einfach: Weil wir es gelernt haben.

Als Kinder wurden wir für gute Noten gelobt. Für Fleiß. Für Ordnung. Für Anpassung. Nicht für Tränen. Nicht für Wut. Nicht für das, was wir eigentlich fühlten.

Und dann kam das Smartphone dazu.

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Jetzt sind wir immer erreichbar. Immer verfügbar. Immer bereit, eine Aufgabe zu erledigen. Wir haben gelernt, dass unser Wert an unserer Produktivität hängt. An unserer Zuverlässigkeit. An unserem Nutzen für andere.

Doch was passiert, wenn du krank wirst?
Wenn du eine schlechte Phase hast?
Wenn du nicht mehr lieferst?

Dann wird es plötzlich still.

Und in dieser Stille spürst du, dass du dein Selbstwertgefühl auf eine Bühne gebaut hast, die jeden Moment einstürzen kann.

Drei kleine Schritte zu dir selbst

Das Gute: Du kannst etwas ändern. Nicht über Nacht. Nicht mit einem großen Plan. Sondern mit drei kleinen Schritten.

1. Beobachte, wann du dich „gebraucht“ fühlst
Gibt es Momente, in denen du dich besonders wertvoll fühlst? Nach einem Lob im Meeting? Wenn du jemandem hilfst? Schreib diese Momente auf. Nicht, um sie zu vermeiden. Sondern um sie zu erkennen.

2. Teile eine Schwäche mit
Das klingt einfacher, als es ist. Fang klein an. Sag einer vertrauten Person: „Ich fühle mich heute nicht stark.“ Oder: „Ich weiß nicht weiter.“ Beobachte, wie sie reagiert. Meistens ändert sich nichts – außer deinem Gefühl.

3. Frage dich: „Mag ich mich selbst?“
Nicht, weil du etwas geleistet hast. Sondern einfach so. Wenn die Antwort „Nein“ ist – dann ist das okay. Aber dann weißt du, wo du anfangen kannst. Bei dir.

Die ultimative Hilfestellung

Die wichtigste Erkenntnis:
Deine Leistung ist nicht dein Wert. Sie ist ein Teil von dir – aber nicht alles.

Was kannst du verändern?
Du kannst anfangen, deine Schwächen nicht mehr zu verstecken. Du kannst lernen, dass Liebe keine Punktzahl ist.

Was ist dein erster Schritt?
Sag heute Abend einem Menschen, den du magst: „Mir geht es nicht gut.“ Ohne Erklärung. Ohne Lösung. Einfach so.

Was solltest du vermeiden?
Vergleiche. Vergleiche mit anderen. Vergleiche mit deinem früheren Ich. Vergleiche mit dem, was du „sein solltest“.

Wie kannst du weitermachen?
Jeden Tag eine Minute. Eine Minute, in der du nichts tust. Nichts leistest. Einfach da bist. Das ist Übung. Das ist Heilung.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

„Warum fühle ich mich trotz aller Erfolge oft leer?“
Weil Erfolge keine Liebe ersetzen. Sie sind wie Zucker – sie schmecken kurz gut, aber satt machen sie nicht. Leere entsteht, wenn du das Gefühl hast, dass du selbst nicht gesehen wirst.

„Was mache ich, wenn ich wieder in alte Muster verfalle?“
Das ist normal. Dann atmest du einmal tief durch. Und erinnerst dich: Du bist kein Roboter. Du darfst Pausen machen. Du darfst scheitern. Und du darfst trotzdem geliebt werden.

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„Wie merke ich, ob mich jemand wirklich liebt?“
Indem du aufhörst zu liefern. Nicht für immer. Aber für einen Moment. Und dann schaust du: Bleibt die Person? Oder verschwindet sie?

Ein Satz zum Mitnehmen

Du wirst nicht geliebt, weil du etwas gibst.
Du wirst geliebt, weil du da bist.

Probier es aus. Heute. Ohne Leistung. Einfach so.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg

Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook

Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

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