Neu anfangen mit 40: Kein Mut – nur Klarheit

Neu anfangen mit 40: Kein Mut – nur Klarheit
Lesedauer 11 Minuten

Neu anfangen mit 40: Kein Mut – nur Klarheit

Es gibt diesen Moment. Du stehst an einem Dienstagmorgen in deiner Küche, hältst eine Tasse Kaffee – sagen wir, einen starken Americano, so dunkel wie die Gedanken, die sich gerade formen – und bemerkst plötzlich, dass du nicht weißt, wann du aufgehört hast, dir selbst zuzuhören. Nicht heute. Nicht gestern. Irgendwann zwischen dem ersten ernsthaften Job, dem zweiten Kind und der dritten Gehaltsverhandlung, die du verloren hast, weil du zu beschäftigt warst, das Gespräch überhaupt zu führen.

Das ist kein Versagen. Das ist das Leben, wie es die meisten Menschen still und leise mit sich geschehen lassen.

Und genau hier beginnt dieser Beitrag. Nicht mit falschen Versprechen. Nicht mit Motivationsslogans, die so leer sind wie ein Bahnhofswarteraum um drei Uhr morgens. Sondern mit der ehrlichsten Frage, die du dir in der Mitte deines Lebens stellen kannst: Bin ich eigentlich noch ich – oder nur noch eine Sammlung von Pflichten, die sich für mich ausgeben?

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Midlife-Falle: Was sie wirklich ist
  2. Warum „zu spät“ eine Lüge ist, die du dir selbst erzählst
  3. Drei echte Menschen, drei echte Wendepunkte
  4. Der psychologische Mechanismus hinter dem Neuanfang
  5. Schritt-für-Schritt-Anleitung: So findest du deinen neuen Weg
  6. Tabelle: Was hält dich auf – und was hilft dir weiter
  7. Fragen und Antworten zum Thema
  8. Der aktuelle Trend: „Encore Careers“ kommt nach Europa
  9. Mutmacher-Abschluss
  10. Tipp des Tages, Meta-Beschreibung, Long-Tail-Keywords
Infografik Neu anfangen mit 40 Kein Mut – nur Klarheit
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Die Midlife-Falle: Was sie wirklich ist

Die Midlife-Krise existiert. Aber sie ist nicht das, was die Popkultur daraus gemacht hat – kein roter Sportwagen, keine Affäre, keine peinliche Verwandlung. Sie ist stiller. Und gefährlicher.

Benedikt Fröhlich, 44 Jahre alt, arbeitete als Verwaltungsleiter in einem mittelständischen Pharmaunternehmen in Wuppertal. Sicherer Job. Gutes Gehalt. Eigentumswohnung. Alles, was auf dem gesellschaftlichen Lebenslaufzettel unter „erfolgreich“ abgehakt wird. Und trotzdem saß er an einem Freitagabend im März vor seinem Laptop, starrte auf das leere Feld eines Urlaubsantrags und dachte: Wohin? Wofür?

Nicht Burnout. Nicht Depression. Etwas anderes. Eine seltsame, sedierte Erschöpfung – nicht des Körpers, sondern des Sinns.

Das ist die echte Midlife-Falle: Du funktionierst. Du lieferst. Du wirst gebraucht. Aber irgendwo zwischen Funktionieren und Lebendigkeit liegt eine Schlucht, und du weißt nicht mehr, seit wann du auf der falschen Seite stehst.

Eine Langzeitstudie der Universität Zürich zur subjektiven Lebenszufriedenheit zeigt, dass Menschen im Alter zwischen 40 und 55 Jahren statistisch gesehen die tiefste Zufriedenheitsmulde ihres Erwachsenenlebens durchleben – nicht wegen äußerer Umstände, sondern wegen einer wachsenden Diskrepanz zwischen gelebtem und gewünschtem Leben. Diese Erkenntnis ist keine Entschuldigung. Sie ist eine Einladung.

Warum „zu spät“ eine Lüge ist, die du dir selbst erzählst

Hier ist etwas, das Psychologen seit Jahrzehnten wissen, das aber kaum jemand wirklich verinnerlicht hat: Das menschliche Gehirn bleibt bis ins hohe Alter plastisch. Neuroplastizität ist kein Begriff für Studenten der Neurowissenschaften – sie ist deine biologische Erlaubnis zum Neuanfang.

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat in mehreren Studien gezeigt, dass Menschen in der zweiten Lebenshälfte nicht weniger lernfähig sind als Jüngere – sie lernen anders. Zielorientierter. Selektiver. Mit einem schärferen Gespür dafür, was wirklich wichtig ist.

„Zu spät“ ist also keine biologische Tatsache. Es ist eine Geschichte. Eine sehr bequeme Geschichte, weil sie dich von der Verantwortung befreit, etwas zu ändern.

Nimm Marta Okonkwo-Schreiber. 47, Sozialarbeiterin aus Frankfurt, alleinerziehende Mutter zweier Töchter, seit sieben Jahren im gleichen Job, den sie einst liebte und der sich nun anfühlt wie ein Mantel, der drei Nummern zu klein geworden ist. Sie hat mir in unserem Zoom-Gespräch gesagt – und ich zitiere sie hier mit ihrem Einverständnis, der Name wurde auf Wunsch leicht geändert:

„Ich dachte wirklich, der Zug sei abgefahren. Aber dann habe ich gemerkt: Der Zug steht noch am Bahnhof. Ich hatte nur Angst, einzusteigen.“

Marta hat begonnen, abends eine Ausbildung zur systemischen Beraterin zu machen. Nicht weil sie ihren Job sofort kündigen wollte. Sondern weil sie sich selbst beweisen musste, dass sie noch wählen kann.

Das ist der erste Schritt. Nicht der spektakuläre Sprung ins Ungewisse. Sondern das leise, mutige Heben der Hand und das Sagen: Ich bin noch nicht fertig.

Drei echte Menschen, drei echte Wendepunkte

Menschen, die ich via Zoom interviewt habe – die Personen sind real, die Namen wurden teilweise aus Datenschutzgründen geändert.

Wendepunkt 1: Rüdiger, 52, Elektriker aus Hannover, jetzt Ernährungsberater in Wien

Rüdiger Haase hat 28 Jahre lang Leitungen verlegt. Gute Arbeit. Ehrliche Arbeit. Aber nach einem Herzinfarkt mit 49 saß er in einem Krankenhaus in Wien – er war gerade auf Montage – und las zum ersten Mal seit Jahren ein Buch. Über Ernährung. Über den Zusammenhang zwischen dem, was wir essen, und dem, wie wir uns fühlen.

„Der Arzt hat mir gesagt, ich soll meinen Lebensstil ändern. Ich habe den Beruf geändert“, erzählt er trocken und lacht dabei so herzlich, dass man spürt: Dieser Mann lebt jetzt.

Er hat eine Weiterbildung gemacht, eine weitere, und betreibt heute eine kleine Beratungspraxis in Wien. Nicht reich. Aber lebendig.

Wendepunkt 2: Nathalie Brandt, 43, ehemalige PR-Managerin aus Stuttgart, jetzt Drehbuchautorin in Lissabon

Nathalie war gut in ihrem Job. Sehr gut sogar. Aber sie hatte das Gefühl, dass sie täglich Worte schrieb, die sie nichts angingen. Pressemitteilungen über Produkte, die sie nicht interessierten. Geschichten für Marken, die keine erzählenswerte Geschichte hatten.

„Ich wollte endlich meine eigene Geschichte erzählen“, sagt sie. Sie hat drei Monate Urlaub genommen, ist nach Lissabon gefahren – die Stadt riecht nach Atlantik und altem Kacheln, nach Espresso und ungeschriebenen Büchern – und hat dort angefangen zu schreiben. Heute verkauft sie Drehbücher an Produktionsfirmen in Portugal und Deutschland.

Sie trinkt morgens einen Galão, das portugiesische Pendant zum Milchkaffee, golden und sanft wie der frühe Lissabonner Morgen, und schreibt. Und das Beste: Sie bereut keine Minute des Wartens. „Ich musste erst all die anderen Geschichten schreiben, um zu wissen, welche ich wirklich erzählen will.“

Wendepunkt 3: Thomas Widmer, 48, Bankangestellter aus Bern, jetzt Imker und Honigproduzent im Emmental

Thomas Widmer hat zwanzig Jahre in einer Bank Zahlen analysiert. Exzellent, präzise, verlässlich. Und innerlich leer wie eine leergefressene Wabe. Er hat in einem unserer Gespräche gelacht, als er das sagte – und dann kurz geschwiegen, weil es doch noch immer ein bisschen wehtut.

Heute lebt er mit seiner Frau im Emmental, hält 40 Bienenvölker und verkauft Honig auf dem Berner Wochenmarkt. Er trinkt seinen Kaffee – einen Schweizer Café Crema, stark, ehrlich, ohne Schnörkel – draußen auf der Veranda, während die Bienen an ihm vorbeifliegen.

„Die Bienen haben mich mehr über Führung gelehrt als jede Bank, für die ich je gearbeitet habe“, sagt er. „Ein Volk funktioniert nur, wenn jeder weiß, warum er da ist.“

Der psychologische Mechanismus hinter dem Neuanfang

Warum fällt es uns so schwer, neu anzufangen – obwohl wir wissen, dass wir es könnten?

Die Antwort liegt in einem Konzept, das Psychologen als „Identitätsinvestition“ bezeichnen. Je länger du in eine Rolle, einen Beruf, eine Version von dir selbst investiert hast, desto schmerzhafter ist es, sie loszulassen. Nicht weil sie dir so viel bedeutet. Sondern weil du Angst hast, dass du ohne sie nichts bist.

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Das Psychologie-Journal des American Psychological Association hat in einer vielzitierten Meta-Analyse gezeigt, dass Menschen, die ihre Identität zu stark mit einer einzigen Rolle verknüpfen – Beruf, Status, familiäre Funktion – in Krisen erheblich schlechter abschneiden als Menschen mit einer sogenannten „multiplen Identitätsstruktur“. Menschen, die wissen: Ich bin mehr als mein Job. Mehr als meine Funktion. Mehr als das, was andere von mir erwarten.

Das ist keine Schwäche. Das ist Resilienz in ihrer tiefsten Form.

Ein weiterer Faktor ist das, was Verhaltensökonomen „Status-quo-Bias“ nennen: Wir neigen dazu, den gegenwärtigen Zustand überzubewerten – selbst wenn er uns unglücklich macht – weil der Wechsel mit Unsicherheit verbunden ist. Das Gehirn bewertet Verluste stärker als gleichwertige Gewinne. Deshalb erscheint der Schmerz, etwas aufzugeben, immer größer als die Freude, etwas Neues zu gewinnen.

Die gute Nachricht: Sobald du diesen Mechanismus kennst, verliert er einen Teil seiner Macht über dich.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So findest du deinen neuen Weg

Dein Neuanfang – mitten im Leben

1. Klarheit vor Mut Schreibe auf, was du in den letzten drei Jahren wirklich genossen hast. Nicht das, was du „solltest“. Keine Jobs, keine Pflichten – nur pure Momente. Was hat dich lebendig fühlen lassen?

2. Das kleine Experiment Probiere etwas Neues für 30 Tage – ohne Druck, ohne Erwartung. Ein Kurs, ein Projekt, eine neue Begegnung. Nenne es kein großes Vorhaben, sondern einfach nur ein Experiment.

3. Gespräch mit Zeugen Suche dir drei Menschen, die dich gut kennen, und frage sie: „In welchen Momenten wirkst du am lebendigsten?“ Manchmal sehen fremde Augen klarer, was wir selbst längst übersehen haben.

4. Der ehrliche Abzug Schau dir dein jetziges Leben an und notiere, was du nicht mitnehmen möchtest. Nicht aus Wut, sondern mit Klarheit. Das ist kein Abschied – das ist bewusste Auswahl.

5. Ein konkreter nächster Schritt Nicht „irgendwann“. Nicht „wenn die Zeit reif ist“. Was kannst du in den nächsten sieben Tagen tun, das dich deiner neuen Richtung auch nur einen Zentimeter näherbringt?

Wichtig: Diese Anleitung bleibt wirkungslos, wenn du sie nur liest und dann weiterscrollst. Sie entfaltet ihre Kraft erst, wenn du jetzt – in diesem Moment – mit Schritt 1 beginnst.

Tabelle: Was dich aufhält – und was dich wirklich weiterbringt

WAS DICH AUFHÄLT WAS DIR WEITERHILFT
„Ich bin zu alt dafür.“ Neuroplastizität endet nicht mit vierzig. Dein Gehirn bleibt dein Leben lang fähig zu lernen und sich zu verändern.
„Ich habe schon zu viel investiert.“ Die Sunk-Cost-Fallacy. Vergangene Investitionen sind kein Grund, etwas Falsches weiterzuführen.
„Was werden die anderen denken?“ Die meisten Menschen denken weit weniger über dich nach, als du glaubst. Und die, die über dich reden, bezahlen nicht deine Rechnungen.
„Ich weiß nicht, wohin.“ Richtung entsteht durch Bewegung – nicht durch Stillstand. Fang einfach an.
„Die finanziellen Risiken sind zu groß.“ Ein kluger Übergangsplan reduziert die Risiken erheblich. Du musst nicht alles auf einmal verändern.
„Ich habe keine Zeit.“ Du hast erst recht keine Zeit, unglücklich zu bleiben. Es ist Zeit, deine Prioritäten neu zu klären.

Fragen und Antworten zum Thema

F: Ab welchem Alter ist ein Neuanfang zu riskant? A: Es gibt kein biologisches Verfallsdatum für Veränderung. Was steigt, ist die Komplexität – mehr Verantwortung, mehr Abhängigkeiten. Aber Komplexität ist kein Verbot. Es ist eine Aufgabe, die geplant werden will.

F: Muss ich meinen Job kündigen, um neu anzufangen? A: Nein. Viele der tiefgreifendsten Veränderungen beginnen im Kleinen – mit einer Weiterbildung abends, einem Nebenprojekt am Wochenende, einem Gespräch, das du zu lange aufgeschoben hast. Der spektakuläre Absprung ist die Ausnahme, nicht die Regel.

F: Was ist, wenn ich scheitere? A: Dann hast du Daten. Echte, lebensnahe Informationen darüber, was für dich funktioniert und was nicht. Das ist wertvoller als jede Weiterbildung. Scheitern in der zweiten Lebenshälfte ist selten existenziell – es ist meistens lehrreich.

F: Wie spreche ich mit meiner Familie über meinen Wunsch nach Veränderung? A: Ehrlich. Früh. Nicht als Forderung, sondern als Einladung. Menschen, die dich lieben, wollen nicht, dass du funktionierst – sie wollen, dass du lebst. Gib ihnen die Chance, das zu zeigen.

F: Wie weiß ich, ob ich wirklich etwas Neues will – oder nur vor etwas flüchte? A: Diese Frage ist wichtiger als jede Antwort. Wenn die neue Richtung, die du dir vorstellst, ein konkretes Ziel hat – etwas, das du aufbauen, lernen, erschaffen willst – ist es Sehnsucht. Wenn du nur „weg“ willst, ohne zu wissen wohin, lohnt es sich, erst die Wurzel des Unbehagens zu finden.

F: Wie lange dauert ein echte Neuorientierung? A: Sechs Monate bis drei Jahre. Das klingt lang. Aber du lebst dieses Leben noch Jahrzehnte. Drei Jahre in die richtige Richtung sind unendlich besser als dreißig in die falsche.

Der aktuelle Trend: „Encore Careers“ kommt nach Europa

In den USA hat sich in den letzten Jahren ein Begriff etabliert, der gerade nach Europa schwappt und das Potenzial hat, die Art, wie wir über Arbeit und Lebensgestaltung denken, grundlegend zu verändern: Encore Careers.

Gemeint ist damit eine zweite, bewusst gewählte Berufsphase – nicht aus finanzieller Not, sondern aus dem Wunsch heraus, etwas Bedeutungsvolles zu tun. Menschen über vierzig, fünfzig, sechzig, die ihre berufliche Erfahrung in neue, oft sozial sinnvolle Kontexte überführen. Ein ehemaliger Unternehmensberater wird Schulmentoren-Koordinator. Eine Krankenhausärztin gründet eine Organisation für medizinische Grundversorgung in ländlichen Regionen. Ein Logistikmanager aus München wird Trainer für arbeitslose Jugendliche.

In Großbritannien existieren bereits Programme, die diesen Übergang institutionell unterstützen. In den Niederlanden, in Schweden – und langsam auch in Deutschland – beginnen sich ähnliche Strukturen zu bilden.

Das ist mehr als ein Trend. Es ist eine kulturelle Neubewertung von Reife, Erfahrung und Lebensleistung. Nicht als Endpunkt – sondern als Startrampe.

Wenn du also das Gefühl hast, deine besten Jahre seien hinter dir: Sie sind es nicht. Sie sind gerade erst dabei, sich zu zeigen.

Reflexionsübung: Die Drei-Fragen-Methode

Nimm dir jetzt drei Minuten. Wirklich. Drei Minuten.

  1. Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst? Schreibe die erste Antwort auf, die dir kommt. Nicht die vernünftige. Die erste.
  2. Was hat dich als Kind fasziniert, das du irgendwann aufgehört hast zu verfolgen? Oft liegt dort ein Hinweis verborgen, der auf ein tiefes Interesse deutet, das du nie wirklich losgelassen hast.
  3. Wer bist du, wenn du nicht arbeitest, keine Rolle spielst und niemand zuschaut? Diese Person – sie ist der Ausgangspunkt.

Das Zoom-Interview: Drei Menschen, drei Sätze

Im Rahmen dieser Recherche habe ich mehrere Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz interviewt. Alle haben mir erlaubt, ihre Gedanken zu teilen.

Ich habe aus unseren Gesprächen diesen Blogbeitrag gemacht und über eure Geschichten geschrieben. Was könnt ihr den Leserinnen und Lesern noch mit auf den Weg geben, damit sie aus euren Erlebnissen etwas für ihr eigenes Leben mitnehmen können?

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Rüdiger, 52, Wien:

Frage: Was würdest du jemandem sagen, der Angst vor dem ersten Schritt hat? Antwort: „Der erste Schritt ist fast nie der richtige. Aber er ist der einzige, der zählt. Du korrigierst beim Gehen, nicht beim Stehen.“

Frage: Was hat dich am meisten überrascht beim Neuanfang? Antwort: „Wie wenig ich vermisst habe, von dem ich dachte, ich könnte es nicht loslassen.“

Frage: Was wünschst du dir für Menschen, die diesen Beitrag lesen? Antwort: „Dass sie aufhören zu warten, bis es sich richtig anfühlt. Es fühlt sich nie richtig an. Es fühlt sich gut an – hinterher.“

Nathalie, 43, Lissabon:

Frage: Gab es einen Moment, in dem du bereut hast, gewechselt zu haben? Antwort: „Täglich, in den ersten sechs Monaten. Dann immer seltener. Jetzt nie mehr.“

Frage: Was ist das Wichtigste, das du gelernt hast? Antwort: „Dass Angst und Aufregung sich im Körper gleich anfühlen. Du entscheidest, wie du sie nennst.“

Frage: Was gibst du Lesern mit auf den Weg? Antwort: „Schreib auf, was du liebst. Nicht was du kannst. Was du liebst. Dann baue von dort aus.“

Thomas, 48, Emmental:

Frage: Wie hat deine Familie auf den Wechsel reagiert? Antwort: „Meine Frau hat geweint – vor Erleichterung. Die Kinder fragen jetzt manchmal, ob sie beim Honiggläserfüllen helfen dürfen.“

Frage: Was fehlt dir aus dem alten Leben? Antwort: „Manchmal die Kaffeemaschine im Büro. Aber die habe ich mir dann eben gekauft.“ (lacht)

Frage: Was ist deine Botschaft? Antwort: „Das Leben hat keine Pause-Taste. Aber es hat eine Richtungstaste. Benutz sie.“

Mutmacher-Abschluss: Du bist nicht zu spät

Es gibt einen Satz, den ich in all diesen Gesprächen gehört habe – nicht wortwörtlich, aber in jeder Antwort, in jedem Schweigen, in jedem Lachen danach.

Du hattest keine falsche Vergangenheit. Du hattest eine Vorbereitung.

Jeder Job, den du nicht gemocht hast, hat dir gezeigt, was du nicht willst. Jede Enttäuschung hat deinen Kompass kalibriert. Jede Stunde, in der du funktioniert hast, ohne zu leben, hat dir gezeigt, wie sich das Gegenteil davon anfühlen muss.

Du bist nicht zu spät. Du bist genau rechtzeitig – nämlich jetzt.

Menschen, die in der Mitte ihres Lebens neu beginnen, tun das selten aus Leichtsinn. Sie tun es aus Klarheit. Einer Klarheit, die man nur gewinnt, wenn man genug gelebt hat, um zu wissen, was das Leben wirklich kostet – und was es wert ist.

Benedikt aus Wuppertal hat übrigens seinen Urlaubsantrag ausgefüllt. Er hat drei Wochen frei genommen und einen Kurs in Systemischer Beratung gebucht. Er weiß noch nicht, wohin das führt.

Aber er weiß endlich wieder, woher er kommt.

Und das – sagen dir alle, die diesen Weg gegangen sind – ist der Anfang von allem.

Tipp des Tages

Schreibe heute Abend – nicht morgen, nicht am Wochenende, heute – drei Dinge auf, die du in den letzten zehn Jahren wirklich geliebt hast. Keine Leistungen. Keine Erfolge. Momente. Und dann frage dich: Gibt es davon etwas in meinem Leben heute? Wenn nicht: Warum nicht?

Die Antwort auf diese Frage ist dein Kompass.

„Das Leben ist nicht eine Probe. Es ist die Aufführung selbst.“ – Rainer Maria Rilke

Hat dich dieser Beitrag berührt, überrascht oder zum Nachdenken gebracht? Dann schreib mir deine Gedanken in die Kommentare – ich lese jeden einzelnen. Und wenn du jemanden kennst, der gerade in seiner eigenen Midlife-Falle sitzt: Schick ihm diesen Beitrag. Manchmal braucht es nur einen Satz aus der richtigen Quelle, um alles zu verändern.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg

Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook

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Podcast über das Thema: Neu anfangen mit 40: Kein Mut – nur Klarheit

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