Deine Siege selbst bestimmen lernen
Stell dir vor, der Moment, in dem du merkst, dass der Applaus nicht von außen kommt. Kein Trommelwirbel, kein Schulterklopfen, keine Urkunde mit Goldrand. Nur du, allein mit dem leisen, fast unhörbaren Gefühl in der Brust, das sagt: Das habe ich geschafft. Und zwar genau so, wie es für mich zählt.
Viele Menschen warten ein Leben lang darauf, dass jemand anderes den Maßstab in die Hand nimmt und sagt: „Gut gemacht.“ Sie sammeln Likes, Gehaltserhöhungen, Sternebewertungen, Titel, Followerzahlen – und doch fühlt sich der Sieg jedes Mal ein bisschen fremd an. Als würde er jemand anderem gehören.
Du darfst aufhören, auf fremde Wertungen zu warten.
Der entscheidende Wendepunkt im Leben der meisten Menschen ist nicht der Tag, an dem sie befördert werden oder einen Marathon finishen. Es ist der Tag, an dem sie zum ersten Mal einen Sieg feiern, den sonst niemand als solchen anerkennen würde.
Nimm als Beispiel Hanna.
Hanna ist 34, wohnt in einer kleinen Wohnung in Rostock, arbeitet seit neun Jahren als Sachbearbeiterin in einer Kreisverwaltung. Morgens um 6:40 Uhr schließt sie die Tür hinter sich, atmet die salzige Ostseeluft ein und denkt oft: „So war das nicht geplant.“ Eines Dienstags im März, nach einem besonders zermürbenden Telefonmarathon mit Bürgerbeschwerden, setzt sie sich in der Mittagspause auf eine Bank am Stadthafen. Sie öffnet ihre Brotdose – immer dasselbe: Vollkornbrot, Hüttenkäse, Gurkenscheiben – und plötzlich fängt sie an zu weinen. Nicht laut. Nur diese stillen, heißen Tränen, die man vor anderen versteckt.
In diesem Moment passiert etwas Entscheidendes.
Sie nimmt ihr Handy, öffnet die Notizen-App und schreibt einen einzigen Satz:
„Heute habe ich 47 Menschen zugehört, obwohl ich selbst fast zerbrochen bin. Das war mutig.“
Sie liest den Satz noch einmal. Dann noch einmal. Und zum ersten Mal seit Jahren fühlt sich etwas in ihr aufrecht an. Nicht weil jemand gesagt hat „Das war gut“, sondern weil sie es selbst gesagt hat.
Das war der erste Sieg, den Hanna sich selbst zusprach.
Von da an änderte sich alles – nicht spektakulär, nicht von heute auf morgen, sondern wie ein Fluss, der langsam sein Bett tiefer gräbt.
Wie erkennt man eigentlich einen echten Sieg?
Ein echter Sieg ist immer subjektiv messbar. Er braucht keine Zeugen. Er braucht keine Medaille. Er braucht nur deine eigene, unbestechliche Stimme, die sagt: Das war schwer. Und ich habe es getan.
Hier eine kleine Orientierungshilfe – eine Tabelle, die dir hilft, deine eigenen Siege klarer zu sehen:
| Kategorie | Typischer fremder Maßstab | Dein eigener, intimer Maßstab | Beispiel aus Hannas Leben |
|---|---|---|---|
| Berufliches Durchhalten | Beförderung, Gehaltssprung, Lob vom Chef | Einen Tag lang freundlich geblieben, obwohl alles in dir schrie | 47 Gespräche ohne einmal laut zu werden |
| Körperliche Leistung | Marathon unter 4 Stunden, sichtbare Muskeln | Den inneren Schweinehund einmal überwunden und trotzdem hingegangen | 18 Minuten Joggen, obwohl es geregnet hat |
| Emotionale Stärke | „Ich lasse mich von nichts unterkriegen“ | Eine Grenze gesetzt, auch wenn die Stimme zitterte | „Nein“ gesagt, ohne sich danach schlecht zu fühlen |
| Beziehungen | Hochzeit, perfekte Familie, viele Freunde | Ehrlich gewesen, auch wenn es unangenehm war | Der Mutter gestanden, dass sie manchmal wütend auf sie ist |
| Alltagskampf | Alles perfekt organisiert | Den Müll runtergebracht, obwohl Depressionstage waren | Morgens aufgestanden, obwohl das Bett wie Blei wog |
Wenn du diese Tabelle einmal für dich selbst ausfüllst, wirst du sehen: Du hast schon viel mehr gewonnen, als dir bewusst ist.
Der gefährliche Trugschluss der Außenorientierung
Solange du deine Siege von anderen bestätigen lässt, gibst du die Hoheit über dein Selbstwertgefühl ab. Das ist, als würdest du dein emotionales Konto bei einer Bank führen, deren Filiale jeden Tag um 17 Uhr schließt und deren Mitarbeiter dich nicht besonders mögen.
Ein zweites Beispiel – diesmal aus Innsbruck.
Julian, 41, Installateur für Heizungs- und Sanitärtechnik. Breite Schultern, ruhige Hände, redet wenig. Nach der Trennung von seiner Frau vor drei Jahren begann er, abends in der kleinen Werkstatt hinter dem Haus an einem alten Motorrad zu schrauben. Kein schickes Custom-Bike. Ein uraltes Modell aus den 80ern, das er auf dem Schrottplatz gefunden hatte.
Nach 14 Monaten Arbeit – unzählige Feierabende, Öl unter den Fingernägeln, Flüche, die niemand hörte – sprang der Motor zum ersten Mal an. Kein Jubel. Keine Zuschauer. Nur das tiefe, raue Brummen und Julians Atem, der schneller ging.
Er stieg nicht einmal auf. Er saß nur daneben, trank aus einer alten Blechtasse einen sehr starken Schwarztee mit einem Schuss Rum und dachte: „Das habe ich hingekriegt. Ganz allein.“
Dieser Moment war mächtiger als jede Meisterprüfung, die er je abgelegt hat.
Warum fällt es uns so schwer, uns selbst zu applaudieren?
Weil wir in einer Kultur groß geworden sind, die Sieg fast ausschließlich als Vergleich definiert. Du bist nur gut, wenn du besser bist als der Durchschnitt. Du hast nur gewonnen, wenn ein anderer verloren hat.
Aber die Neuropsychologie zeigt inzwischen sehr klar: Das Belohnungssystem im Gehirn reagiert am stärksten, wenn die Bestätigung intrinsisch ist – also von dir selbst kommt und nicht von außen eingespeist wird. Je mehr du deine eigenen Maßstäbe trainierst, desto stabiler wird dein innerer Anker.
Ein aktueller Trend, der gerade aus Nordamerika und Australien langsam nach Mitteleuropa kommt: „Micro-Win Journaling“
Man führt kein klassisches Dankbarkeitstagebuch mehr, sondern ein reines Sieges-Notizbuch – und zwar ausschließlich für die kleinen, unsichtbaren Triumphe. Menschen, die das drei Monate lang machen, berichten von deutlich geringerer Anfälligkeit für Burnout und einer spürbar höheren Resilienz. Es ist fast schon unheimlich, wie stark diese winzigen, selbst vergebenen Punkte das Selbstbild verändern.
Wie fängt man konkret an?
- Nimm dir jeden Abend genau drei Minuten.
- Schreibe einen einzigen Satz in der Ich-Form, der mit „Heute habe ich …“ beginnt und mit einem echten Erfolg endet – egal wie klein.
- Lies den Satz laut vor. Ja, wirklich laut. Deine eigene Stimme muss es hören.
- Lass das Blatt liegen, wo du es siehst – auf dem Nachttisch, am Kühlschrank, im Portemonnaie.
Frage-Antwort-Tabelle – die häufigsten inneren Einwände
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was, wenn ich wirklich nichts geschafft habe? | Dann schreibst du: „Heute habe ich durchgehalten.“ Das allein ist schon ein Sieg. |
| Fühlt sich das nicht künstlich an? | Am Anfang ja. Nach 9–14 Tagen fühlt es sich plötzlich wahr an. Der Körper holt die Überzeugung nach. |
| Kann ich auch mehrere Siege am Tag notieren? | Ja, aber maximal drei. Sonst verwässert die Bedeutung. Qualität vor Quantität. |
| Was mache ich mit Tagen, an denen ich mich hasse? | Schreibe: „Heute habe ich mich trotzdem nicht aufgegeben.“ Das ist der härteste Sieg von allen. |
| Muss ich das ewig machen? | Nein. Irgendwann brauchst du das Notizbuch nicht mehr – weil die Stimme in dir dann automatisch lobt. |
Und plötzlich verändert sich die Perspektive.
Du gehst durch dieselben Straßen, sitzt in derselben Bahn, hörst dieselben Gespräche – und doch ist alles anders. Weil du nicht mehr wartest, dass jemand dich sieht. Du siehst dich selbst.
Zitat
„Der Mensch, der sich selbst besiegt hat, braucht keine Krone mehr.“ – Konfuzius
Hat dich der Gedanke berührt, endlich deine eigenen Maßstäbe anzulegen? Dann schreib mir in die Kommentare: Welchen kleinen Sieg hast du dir heute selbst zugesprochen? Ich lese jede Zeile.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
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Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
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Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
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willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
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