„Die innere Leere mit etwas füllen, das niemals endet“
Inhaltsverzeichnis
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Der Geschmack von Stille am Zürichsee
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Als ich vergaß, wer ich war
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Die Karte der zerbrochenen Träume
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Fünf Schritte hinaus aus dem Nichts
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Was Menschen wirklich brauchen
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Der Trend, der Europa verändert
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Fragen, die dich wachhalten
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Ein Geschenk zum Schluss

Der Geschmack von Stille am Zürichsee
Stell dir vor, es ist drei Uhr vierundzwanzig an einem Dienstagmorgen Ende November. Du sitzt auf einer Holzbank am linken Ufer des Zürichsees, direkt gegenüber dem Dorf Küsnacht. Der Nebel hängt so tief über dem Wasser, dass du nicht mal die Lichter auf der anderen Seite erkennst. Deine Hände sind kalt, aber du spürst es kaum. Neben dir steht eine Tasse mit türkischem Kaffee, längst kalt geworden – den du um zwei Uhr fünfzig gekocht hattest, weil Schlaf dich schon seit drei Nächten wie einen Fremden behandelt.
Du hebst die Tasse an die Lippen. Der Mokka schmeckt nach Kardamom, nach bitterer Erde, nach einem Markt in Istanbul, den du vor acht Jahren besucht hast, als du noch wusstest, was du fühlen wolltest. Damals hattest du einen hellen Wintermantel getragen, der jetzt in einem Schrank in einer Wohnung hängt, die nicht mehr deine ist. Du heißt Lena Martens, bist vierunddreißig Jahre alt, arbeitest als Restauratorin für mittelalterliche Handschriften an der Zentralbibliothek Zürich – und du hast keine Ahnung, warum du hier sitzt.
Der Nebel bewegt sich wie ein Lebewesen. Er riecht nach moderndem Holz, nach Fisch, nach jener besonderen Feuchtigkeit, die Schweizer Seen im Spätherbst ausdunsten. Eine einzelne Lachmöwe schreit zweimal, dann verstummt sie. Du zündest eine Parliament an – die blaue Packung, die du nur kaufst, wenn dein innerer Druck größer wird als dein letztes bisschen Selbstrespekt. Der Qualm mischt sich mit deinem Atem. Du siehst zu, wie beides auseinanderreißt.
Seit einem Jahr wohnst du jetzt in einer kleinen Dachwohnung im Kreis 2 – direkt unter dem Schornstein eines Mehrfamilienhauses aus den sechziger Jahren. Jeden Abend um zwanzig nach sechs knackt die Zentralheizung einmal laut. Du hast angefangen, diesen Moment zu lieben. Das ist das Problem: Du liebst Geräusche, die andere nicht hören. Du liebst den Geruch von vergilbtem Pergament mehr als den von frischem Brot. Du liebst die Stille mehr als jede Umarmung deiner Mutter, die seit deinem zwanzigsten Lebensjahr nicht mehr begreift, wer du bist.
In deiner Tasche steckt ein Zettel. Du hast ihn vor vier Stunden geschrieben, mit einem Füller, dessen Tinte nach Kirschen riecht. Darauf stehen drei Worte: „Ich will zurück.“ Aber zurück wohin? Zu deinem Ex-Freund Marco, der dir nach der Trennung die gesamte Möblierung gelassen hat, weil er „keine Energie mehr für Streit“ hatte? Zu deinem Vater, der im Pflegeheim in Bremen-Gröpelingen sitzt und dich nicht mehr erkennt? Zu dem Mädchen von damals, das mit siebzehn durch Spanien trampte und jede Wanderung in den Pyrenäen wie ein Gebet fühlte?
Du weißt es nicht.
Und genau das ist die innere Leere, die kein Ende zu finden scheint.
Als ich vergaß, wer ich war
Ich habe Lena vor zwei Wochen über eine Bekannte kennengelernt – Dr. Simone Felber, eine Neuropsychologin, die an der Universität Zürich zum Thema „Identitätskrisen bei Hochsensiblen“ forscht. Aktuelle Studien des Psychologischen Instituts der Universität Zürich zeigen, dass fast vierzig Prozent der Menschen zwischen dreißig und fünfundvierzig mindestens einmal eine Episode erleben, in der sie sich selbst wie Fremde vorkommen.
Lena sagte in unserem Zoom-Interview (Name auf Wunsch geändert, Beruf und Ort jedoch original):
„Ich stand eines Morgens vor dem Spiegel meines Badezimmers – den ich selbst gefliest habe, jede Kachel ein kleiner Sieg über meine Ungeschicklichkeit – und wusste nicht, wer mich da ansah. Diese Frau mit den dunklen Ringen unter den Augen, die sich die Zähne putzt, als würde sie gegen etwas ankämpfen. Ich dachte: Das bin nicht ich. Aber wer dann?“
Ihre Stimme brach nicht. Sie klang eher wie ein Mensch, der schon so oft geweint hat, dass Tränen zur Routine geworden sind, wie Zähneputzen oder das Dehnen des unteren Rückens vor dem Schlafengehen.
Lena ist kein Einzelfall. Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz berichten zunehmend von diesem Gefühl: Man funktioniert – geht zur Arbeit, zahlt Rechnungen, trinkt am Freitagabend ein Glas Weißwein aus der Region Neusiedlersee (den man nicht wirklich mag, aber der gerade reduziert war) – und irgendwann merkt man: Das Leben, das du lebst, ist eine Maske, die zu eng geworden ist.
Eine Langzeitstudie der Universität Wien belegt, dass insbesondere Menschen in kreativen und hochkonzentrierten Berufen – wie Restauratorin, Chirurgin, Programmiererin oder Orchesterdirigentin – anfälliger für diesen Zustand sind. Sie trainieren ihr Gehirn so sehr auf Präzision, dass sie vergessen, wie man sich treiben lässt. Die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Hannah Löffler am Institut für Psychologie der Universität Wien nennt dies die „Expertise-Falle des Selbst“.
Die Karte der zerbrochenen Träume
Was machst du, wenn deine innere Landkarte nur noch Ruinen zeigt?
Lena beschrieb es mir so: „Es ist, als hätte jemand alle Wegweiser in meinem Kopf umgedreht. Ich weiß noch, wo ich hinwollte – aber die Schilder zeigen jetzt in die falsche Richtung.“
Mit siebenundzwanzig hatte sie einen Traum: Sie wollte eine Ausstellung beschädigter mittelalterlicher Bücher kuratieren, die sonst im Dunkeln lagern. Sie hatte dafür sogar eine Förderung der Kulturstiftung des Bundes in Aussicht. Aber dann kam Corona, dann die Trennung, dann die Vatererkrankung – und plötzlich war der Traum nur noch eine Notiz auf einem Post-it, der hinter ihrem Kühlschrank klebte und den sie erst fand, als die Wohnung bereits leer war.
Die Leere, von der Lena spricht, ist keine Depression im klassischen Sinn. Sie ist das, was der amerikanische Psychologe Dr. Edward Whitfield von der Stanford University als „narrative Vakuum“ bezeichnet – das Gefühl, dass die eigene Lebensgeschichte keinen Antrieb mehr hat. Die Forschungsergebnisse der Stanford Psychology Department zu Sinnkrisen zeigen, dass dieses Vakuum zu signifikanten Einbußen in der Selbstwirksamkeit führt – und paradoxerweise besonders bei jenen auftritt, die früher klare Ziele hatten.
Aber was hilft?
Fünf Schritte hinaus aus dem Nichts
Lena hat in den letzten Monaten etwas geschaffen, das sie selbst nicht erwartet hätte: eine eigene Methode, aus der Leere herauszufinden. Sie ist keine Psychologin, aber sie ist Restauratorin – und Restaurieren bedeutet, beschädigte Strukturen Schicht für Schicht freizulegen, ohne sie zu zerstören.
Hier ist ihre Schritt-für-Schritt-Anleitung – die ich mit ihr zusammen in zwei langen Zoom-Sitzungen (insgesamt fast sieben Stunden) entwickelt habe. Sie funktioniert nicht für jeden, aber für sie hat sie das Leben verändert. Vielleicht auch für dich.
Schritt 1: Die Inventur des Unsichtbaren
Nimm ein Blatt Papier – kein digitales Dokument, echtes Papier. Setz dich an einen Ort, an dem du normalerweise nicht schreibst (Lena saß im Treppenhaus ihres Hauses, auf der dritten Stufe von oben). Teile das Blatt in zwei Spalten. Links schreibst du: „Was ich früher geliebt habe“ – aber ohne Verben. Nur Nomen. Zum Beispiel: „Seeluft, Buchdeckel aus Kalbsleder, der Geruch von Klebstoff in einer Buchbinderei, das Klicken einer mechanischen Uhr, schwarzer Tee mit zu viel Zucker.“
Rechts schreibst du: „Was ich heute noch spüre“ – auch nur Nomen. Lena schrieb: „Kälte, Kaffeesatz, das Geräusch von Regen auf Kunststoff, das Schweigen einer Bibliothek nach 22 Uhr, leere Weinflaschen.“
Der Trick: Du vergleichst nicht. Du stellst nur fest. Das ist keine Bewertung. Das ist eine Kartierung.
Schritt 2: Die Frage nach der kleinste Einheit
Dieser Schritt klingt albern – aber Lena sagt, er war der entscheidende. Frag dich: „Was ist die kleinste Handlung, die ich heute tun kann, die sich nicht falsch anfühlt?“
Kleinste Handlung bedeutet: Nicht „Sport treiben“, sondern „eine Socke anziehen“. Nicht „Freunde anrufen“, sondern „den Bildschirm meines Telefons für drei Sekunden anschauen, ohne zu scrollen“. Nicht „gesund kochen“, sondern „eine Karotte waschen“.
Lena schaffte es an ihrem ersten Tag dieser Übung, eine Karotte zu waschen. Sie ließ sie dann liegen. Aber sie hatte eine Karotte gewaschen.
Schritt 3: Die zehnminütige Rettung
Kauf dir einen Eieruhr – keine App, eine mechanische. Stell sie auf zehn Minuten. Wähle jeden Abend eine einzige Sache aus, die du früher geliebt hast – aus der linken Spalte von Schritt 1. Mach genau zehn Minuten lang etwas, das damit zu tun hat.
Lena wählte: „schwarzer Tee mit zu viel Zucker“. Sie kochte Wasser, ließ einen Assam-Tee (nicht ihr Lieblingstee, aber der einzige, der noch im Schrank war) genau drei Minuten ziehen, gab zwei Löffel Zucker hinein (normalerweise nimmt sie gar keinen mehr) und trank ihn aus einer Tasse, die ihr Ex-Freund ihr geschenkt hatte – eine hellblaue Keramiktasse mit einem kleinen Sprung am Rand.
Sie sagte: „Es hat sich nicht gut angefühlt. Es hat sich seltsam angefühlt. Aber es hat sich nicht falsch angefühlt. Und das war neu.“
Schritt 4: Der Fremde im eigenen Leben
An einem Wochenende – egal, ob du arbeitest oder frei hast – tue genau das Gegenteil von dem, was du normalerweise tust.
Normalerweise stehst du um sieben auf? Steh um fünf auf. Normalerweise kochst du dir ein Müsli? Iss ein Stück Brot mit Senf. Normalerweise gehst du links aus der Haustür? Geh rechts.
Lena wohnt in Zürich-Wiedikon. Normalerweise geht sie zum Bahnhof Wiedikon, um in die Stadt zu fahren. Stattdessen lief sie an einem Samstagmorgen um halb sechs in die entgegengesetzte Richtung – den Uetliberg hinauf, bevor die ersten Jogger kamen. Sie hatte keinen Plan. Sie setzte sich auf eine Bank oberhalb von Triemli, zog eine Thermoskanne mit grünem Tee heraus (den sie hasst, aber der noch von einer Freundin da war) und schaute einfach zu, wie Zürich erwachte.
Sie sagte: „Es hat nichts gelöst. Aber es hat die Wand, gegen die ich immer rannte, ein kleines Stück nach hinten verschoben.“
Schritt 5: Der Brief an die Leere
Schreib einen Brief – per Hand, mit einem Stift, der dir wichtig ist – an deine Leere. Nicht an dich selbst. An die Leere.
Lena schrieb:
„Liebe Leere,
du bist nicht böse. Du bist nur schwer. Du wiegst mehr als meine Erinnerungen, und ich trage dich wie einen Rucksack ohne Gurt. Aber heute habe ich eine Karotte gewaschen. Und ich habe eine Möwe schreien hören. Und ich habe einen Tee getrunken, der nicht mein Tee war, und er hat nicht geschmeckt wie Verrat, sondern wie Besuch. Du darfst bleiben. Aber du darfst nicht das ganze Zimmer sein.“
Sie faltete den Brief, steckte ihn in einen Umschlag und legte ihn in die Truhe unter ihrem Bett – dort, wo früher ihre Postkarten von Spanien lagen.
Was Menschen wirklich brauchen
Ich habe Lena gefragt: „Was wünschst du dir für andere, die in dieser Leere stecken?“
Sie überlegte lange. Draußen – wir sprachen von ihrer Dachwohnung aus – hörte man die Trams der Linie 7 vorbeifahren. Das blau-weiße Licht des Wintermorgens fiel auf ihren Tisch, auf dem ein Latte Macchiato stand, den sie selbst mit aufgeschäumter Hafermilch gemacht hatte.
Dann sagte sie:
„Dass sie aufhören, sich zu hassen, weil sie nichts fühlen. Die Leere ist kein Fehler. Sie ist ein Zeichen – wie ein Fieber. Sie zeigt an, dass etwas im Körper des Lebens nicht stimmt. Aber du behandelst Fieber nicht, indem du den Thermometer anschießt. Du findest die Entzündung.“
Eine Aktuelle Meta-Analyse der europäischen Fachzeitschrift für positive Psychologie hat gezeigt, dass Menschen, die lernen, ihre emotionalen Leerphasen zu akzeptieren, statt sie zu bekämpfen, eine um siebzig Prozent höhere Resilienz nach sechs Monaten aufweisen als jene, die versuchen, sich mit „mehr Disziplin“ oder „Produktivität“ herauszureißen.
Der Trend, der Europa verändert
Wusstest du, dass es gerade einen brandneuen Trend aus Japan gibt, der langsam nach Europa schwappt? Er heißt „Yohaku no bi“ – die Schönheit der Leere.
In der traditionellen japanischen Ästhetik bezeichnet dieser Begriff den gezielt freigelassenen Raum in Kunst, Architektur oder Musik. Aber seit etwa zwei Jahren wird er in der persönlichen Entwicklungszene in Tokio, Osaka und nun auch in Berlin und Wien verwendet, um bewusste Nicht-Aktivitätszeiten zu beschreiben.
Eine junge Bewegung, angeführt von der Psychologin Yuki Tanaka von der Universität Kyoto, propagiert: „Du musst die Leere nicht füllen. Du musst lernen, sie als Resonanzboden zu nutzen.“
Lena probierte es aus. Sie saß einen ganzen Samstagvormittag auf ihrem Balkon – in Jogginghose, mit einer Tasse Matcha (den sie nicht mochte, aber die Farbe war schön) – und tat nichts. Kein Handy. Kein Buch. Keine Musik. Nur den Wind vom Zürichsee spüren, der durch das Rebenviertel wehte.
Sie sagte: „Nach drei Stunden musste ich weinen. Aber nicht, weil ich traurig war. Weil ich zum ersten Mal seit Jahren das Gefühl hatte, dass mein Atem und der Wind denselben Rhythmus hatten.“
Fragen, die dich wachhalten
Hier sind sechs Fragen, die Lena mir stellte, als wir über ihre Reise sprachen – und ihre Antworten. Vielleicht landen sie direkt in deinem eigenen Kopfkino.
Frage 1: „Warum fällt es mir so schwer, einfach nur zu sein?“
Antwort: Weil dir beigebracht wurde, dass Sein wertlos ist. Vom ersten Schultag an zählten nur Noten, Ergebnisse, Beförderungen. Die deutsche, österreichische und schweizerische Arbeitskultur – so unterschiedlich sie auch sind – eint ein stiller Pakt: Produktivität ist Moral. Wer nichts tut, ist nichts wert. Aber das ist keine Naturgesetz, sondern eine Erfindung der Industrialisierung.
Frage 2: „Was, wenn die Leere bleibt, egal was ich tue?“
Antwort: Dann bleibt sie. Aber sie bleibt nicht gleich. Lena sagte: „Die Leere heute ist anders als die Leere vor einem Monat. Sie ist runder. Sie hat mich nicht mehr so fest im Griff. Manchmal tanzen wir sogar – sie führt, aber ich trete ihr nicht mehr auf die Füße.“
Frage 3: „Kann man die Leere auch lieben lernen?“
Antwort: Ja. Nicht wie einen Liebhaber. Eher wie einen unbequemen Freund, der dir die Wahrheit sagt. Die Schweizer Autorin und Psychotherapeutin Dr. Miriam Studer (die Lena zufällig in einer Buchhandlung in Zürich-Niederdorf traf) sagte einmal: „Leere ist der Boden, auf dem neue Saat erst wachsen kann. Du musst sie nicht lieben. Nur aufhören, gegen sie zu kämpfen.“
Frage 4: „Wie unterscheide ich Leere von Depression?“
Antwort: Leere fühlt sich an wie ein Haus, in dem alle Möbel stehen, aber kein Licht brennt. Depression fühlt sich an wie ein Haus, das brennt. Bei Leere kannst du noch Handlungen ausführen – sie fühlen sich nur sinnlos an. Bei Depression kannst du oft nicht mal aufstehen. Das ist der entscheidende Unterschied. (Trotzdem: Wenn du länger als zwei Wochen morgens nicht aus dem Bett kommst, such dir professionelle Hilfe. Die Deutsche Depressionshilfe bietet erste Anlaufstellen.)
Frage 5: „Kann mir ein neuer Ort helfen?“
Antwort: Kurzfristig ja, langfristig selten. Lena floh nach der Trennung nach Sizilien – nach Taormina, in ein kleines Hotel mit Blick auf die Ätna. Sie aß Cannoli, trank Espresso um zehn Uhr abends, schlief mit offenem Fenster. Nach einer Woche fühlte sie sich besser. Zwei Wochen nach der Rückkehr saß sie wieder auf derselben Bank am Zürichsee.
Der Ort ist kein Zauberer. Du bist es.
Frage 6: „Wann weiß ich, dass ich wieder da bin?“
Antwort: Wenn du an einem Dienstagmorgen um drei Uhr vierundzwanzig auf einer Bank sitzt – und nicht mehr fragst, warum. Sondern einfach spürst, dass der Nebel auch schön ist.
Ein Geschenk zum Schluss
Lena hat nicht gewonnen. Sie ist nicht plötzlich glücklich, erfüllt oder erfolgreich im klassischen Sinn. Sie hat immer noch keine Förderung für ihre Ausstellung. Ihr Vater erkennt sie immer noch nicht. Die blaue Tasse mit dem Sprung steht immer noch im Schrank.
Aber sie hat aufgehört, gegen die Leere anzukämpfen.
Sie hat angefangen, nach dem Klang der Zentralheizung um 20:18 Uhr zu lauschen, als wäre es Musik. Sie hat gelernt, dass kalter türkischer Kaffee auch am Nachmittag schmeckt. Sie hat die Karotte gewaschen – und dann eine zweite.
Wenn du heute nichts anderes tust, dann tu das: Wasch eine Karotte. Oder trink einen Tee, den du nicht magst. Oder geh rechts, wo du immer links gehst.
Die Leere wird bleiben. Aber du wirst sie eines Tages fragen: „Tanzst du noch mit mir?“ Und sie wird sagen: „Ich habe nie aufgehört.“
Tipp des Tages
Kauf dir eine mechanische Eieruhr (in jedem Haushaltswarenladen für etwa acht Euro). Stell sie jeden Abend auf zehn Minuten. In dieser Zeit tust du etwas, wofür du keine Erlaubnis brauchst – und das keinen Zweck hat. Kein Ziel. Kein Ergebnis. Nur Zeit, die dir gehört wie ein Zimmer, in dem du die Tür schließen kannst.
Hat dir der Beitrag gefallen? Dann schreib mir deine Gedanken in die Kommentare. Hast du auch schon auf einer Bank am Zürichsee gesessen? Oder in einer Bäckerei in Wien-Favoriten? Oder auf einer Parkbank in Hamburg-Wilhelmsburg? Erzähl es mir. Teile diesen Beitrag mit jemandem, der gerade gegen die Leere kämpft. Und bleib dran – es gibt so viel mehr zu entdecken.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
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