Zielenergie – lade für den endlosen Krieg
Der Regen schlägt waagerecht gegen die Fensterfront eines alten Backsteingebäudes in Bremerhaven, dort wo die Weser schon nach Salz schmeckt. Du sitzt in einem schmalen Sessel, der nach kaltem Tabak und nassem Mantel riecht, die Kaffeetasse (ein doppelter Espresso, schwarz wie Teer) wird in deinen Händen langsam kalt. Und plötzlich merkst du: der Akku ist nicht leer. Er ist sabotiert.
Inhaltsverzeichnis
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Der Krieg findet nicht draußen statt
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Die unsichtbare Sabotage des eigenen Energiesystems
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Zielenergie vs. Reaktiv-Energie – der entscheidende Unterschied
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Geschichte einer Frau, die den Schalter umlegte
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Was dein Nervensystem nachts wirklich macht
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Die vier großen Energiefresser (und wie man sie aushungert)
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Der Ladestrom aus dem, was du eigentlich hasst
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Mini-Interventionen, die in 90–240 Sekunden wirken
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Tabelle: Dein aktueller Energie-Status in 60 Sekunden
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Warum die meisten „Motivationstechniken“ dich nur schneller auslaugen
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Die fremde Kraft, die gerade in Skandinavien und Kanada boomt
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Fragen & Antworten – was Leser wirklich wissen wollen
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Letzter Akt: Kapitulation oder Nachladen?
Der Krieg findet nicht draußen statt
Du kämpfst nicht gegen den Chef, die Deadline, den Partner oder die Politik. Du kämpfst gegen einen Akku, der sich selbst entlädt, sobald du den Raum verlässt, in dem gerade geschrien, gelobt, ignoriert oder bemitleidet wurde.
Die meisten Menschen glauben, Erschöpfung käme von zu viel Arbeit. Falsch. Sie kommt von zu viel ungerichteter Aufmerksamkeit + permanenter vegetativer Alarmbereitschaft + fehlendem gezielten Nachlade-Ritual.
Die unsichtbare Sabotage des eigenen Energiesystems
Stell dir vor, dein Nervensystem wäre ein altes Transformatorenhaus. Jeden Tag kommen 400–900 elektrische Impulse (Gedanken, Bilder, Geräusche, Blicke, Erinnerungen), die alle an die gleiche Sammelschiene angeschlossen sind. Keiner hat dir gesagt, dass diese Sammelschiene nur für 180–240 Volt ausgelegt ist. Alles darüber wird als „Störlichtbogen“ behandelt – und verpufft als Hitze, Cortisol und diffuse Gereiztheit.
Zielenergie vs. Reaktiv-Energie – der entscheidende Unterschied
Zielenergie ist die Kraft, die entsteht, wenn dein Organismus weiß, wofür er gerade brennt. Sie fühlt sich paradoxerweise kühler und langsamer an als Adrenalin – fast wie ein tiefer, ruhiger Strom unter einer wilden Oberfläche.
Reaktiv-Energie ist der billige Crack des Nervensystems: schnell verfügbar, extrem teuer, Absturz garantiert. Sie entsteht immer dann, wenn du dich gegen etwas wehrst oder etwas beweisen musst.
Der Körper kann beides liefern. Aber nur eines davon baut dich langfristig auf.
Geschichte einer Frau, die den Schalter umlegte
In einem Reihenmittelhaus in Oldenburg-Westerheide lebte bis vor drei Jahren eine Frau namens Fenja Thomsen. 38, examinierte Kinderkrankenschwester auf der Intensivstation für Frühchen, alleinerziehend, ein Sohn (9), eine Tochter (5), ein Ex, der alle zwei Monate „mal wieder reden wollte“.
Jeden Abend um 21:47 Uhr (die Kinder schliefen endlich) setzte sie sich an den Küchentisch, öffnete das Laptop und begann, Dienstpläne zu korrigieren, E-Mails zu beantworten und gleichzeitig WhatsApp-Nachrichten ihrer Schwester zu lesen, die gerade in Kanada ein neues Leben anfing.
Ihr Akku war nicht leer. Er war ein permanenter Kurzschluss.
Eines Dienstags im Spätherbst passierte etwas, das sie später „den dummen Moment“ nannte. Sie wollte nur schnell den Wasserkocher anstellen – und blieb einfach stehen. Mitten in der Küche. Zwei Minuten. Drei. Vier. Kein Gedanke. Nur das leise Blubbern des alten Kessels und das Gefühl, dass ihr Brustkorb sich zum ersten Mal seit Jahren wie ein normaler Hohlraum anfühlte und nicht wie ein Presslufthammerlager.
An diesem Abend schrieb sie zum ersten Mal seit Jahren eine einzige Zeile in ihr Notizbuch:
„Ich bin nicht mehr bereit, für jedes Geräusch Energie zu bezahlen.“
Von da an begann sie, sehr radikal und sehr leise, den Krieg um ihre Zielenergie zurückzuerobern.
Was dein Nervensystem nachts wirklich macht
Während du schläfst, versucht dein autonomes Nervensystem, die tagsüber angesammelten Spannungsbögen zu löschen. Das funktioniert aber nur, wenn du ihm zwei Dinge gibst:
- eine deutliche „Schichtende“-Markierung (kein Scrollen bis 23:51 Uhr)
- mindestens 18–26 Minuten, in denen keine neue Information hereinkommt
Wer diese beiden Dinge nicht liefert, wacht mit demselben Cortisol-Cocktail auf, mit dem er ins Bett gegangen ist – nur dass jetzt noch Müdigkeit dazugekommen ist.
Die vier großen Energiefresser (und wie man sie aushungert)
- Offene Schleifen (nicht beendete Gespräche, ungelesene E-Mails, „muss ich noch…“-Gedanken) → abends aufschreiben + konkreten Zeitpunkt fixieren
- Identitäts-Kämpfe („Ich bin jemand, der immer…“, „Ich darf nie… zeigen“) → einmal laut aussprechen und fragen: „Wer profitiert davon, dass ich das glaube?“
- Permanenter Kontextwechsel (alle 3–7 Minuten ein Ping, ein Blick, ein Gedanke an etwas anderes) → 90-Minuten-Blöcke mit sichtbarer Absperrung
- Moralische Überziehung (ständiges Gefühl, nicht genug getan zu haben) → tägliches „Gut-Gemacht-Ritual“ von max. 60 Sekunden
Der Ladestrom aus dem, was du eigentlich hasst
Hier wird es seltsam.
Die stärkste Zielenergie entsteht oft genau aus den Dingen, die du früher am meisten gehasst hast – vorausgesetzt, du hast sie aktiv umgedeutet.
Fenja hasste es, immer „die Starke“ sein zu müssen. Heute sagt sie: „Ich habe entschieden, dass meine Stärke kein Rettungsring für andere mehr ist, sondern ein Leuchtturm für mich selbst.“
Aus Hass wurde Kraft. Aus Abneigung wurde Treibstoff.
Mini-Interventionen, die in 90–240 Sekunden wirken
- Augen-Reset (90 s) Blick für 60–90 Sekunden in die Ferne (mind. 6 m), dann 10-mal ganz langsam blinzeln.
- Zwerchfell-Start (120 s) 4-4-8-Atem (4 ein, 4 halten, 8 aus) für sechs Runden.
- Nackensekunden (60 s) Kopf langsam in den Nacken legen, bis du die Dehnung spürst, 15 Sekunden halten, dann Kinn zur Brust, 15 Sekunden. Dreimal.
- Handflächen-Reboot (180 s) Beide Handflächen aneinander reiben, bis sie heiß werden, dann auf die geschlossenen Augen legen und die Wärme „hineinsinken“ lassen.
Tabelle: Dein aktueller Energie-Status in 60 Sekunden
| Frage | Ja (2 Pkte) | Teilweise (1 Pkt) | Nein (0 Pkte) | Deine Punkte |
|---|---|---|---|---|
| Ich weiß heute Abend genau, wofür ich brenne | ||||
| Mein Handy lag heute länger als 45 min weg | ||||
| Ich habe heute einmal bewusst „nein“ gesagt | ||||
| Mein Körper fühlt sich leicht und warm an | ||||
| Ich habe heute 1× gelacht, ohne Grund | ||||
| Summe |
Deutung 0–3 Punkte → akute Sabotage 4–7 Punkte → Reaktiv-Modus 8–10 Punkte → Zielenergie vorhanden
Warum die meisten „Motivationstechniken“ dich nur schneller auslaugen
Die meisten Methoden pushen dich in den Sympathikus-Modus (Kampf / Flucht / Beweis). Zielenergie entsteht aber nur im Dorsalen Vagus-Zustand – also in Sicherheit, Verbindung und langsamer Präsenz.
Die fremde Kraft, die gerade in Skandinavien und Kanada boomt
In Norwegen und in den ländlichen Gebieten British Columbias verbreitet sich seit einigen Jahren eine Praxis, die dort „purpose anchoring“ oder „målstrøm“ genannt wird.
Man sucht sich jeden Morgen für genau einen Tag ein winziges, konkretes „Wofür-heute“ (nicht Lebenssinn, nur Tageszweck) und verankert es körperlich: Hand aufs Herz, drei tiefe Atemzüge, Satz einmal laut sprechen.
Das Interessante: Menschen, die das 5–9 Tage durchhalten, berichten von einem messbar ruhigeren Ruhepuls und deutlich weniger Entscheidungsmüdigkeit – auch wenn sie objektiv genau so viel Stress haben wie vorher.
Fragen & Antworten – was Leser wirklich wissen wollen
1. Was mache ich, wenn ich abends einfach nur noch zusammenbrechen will? Du darfst zusammenbrechen – aber bewusst. Decke dich zu, leg eine Hand auf den Bauch, sag dir einmal „Schichtende“ und lass dann 7–11 Minuten lang einfach nur atmen. Das ist kein Kapitulieren, das ist strategisches Herunterfahren.
2. Wie merke ich, ob ich Zielenergie oder nur Adrenalin habe? Zielenergie fühlt sich wie ein tiefer, ruhiger Fluss an. Adrenalin fühlt sich wie ein Hochspannungskabel an, das vibriert. Der einfachste Test: Wenn du nach 20 Minuten Aktivität immer noch ruhig sprechen kannst, ist es Zielenergie.
3. Kann man das auch lernen, wenn man seit Jahren ausgebrannt ist? Ja. Der Körper verlernt es nicht. Er verlernt nur den Weg zurück. Die ersten 2–4 Wochen sind meistens scheiße – weil das Nervensystem erst einmal alles hochreguliert, was es vorher unterdrückt hat. Danach wird es leichter.
4. Was ist der größte Fehler beim Versuch, mehr Energie zu bekommen? Zu viele neue Gewohnheiten gleichzeitig. Fang mit einer Sache an – z. B. nur mit dem 4-4-8-Atem abends – und bleib dabei, bis es sich blöd anfühlt, es nicht zu tun.
5. Ist Zielenergie dasselbe wie Flow? Nein. Flow ist ein Zustand. Zielenergie ist ein Tank. Du kannst in Zielenergie sein und trotzdem keinen Flow erleben – aber ohne Zielenergie wirst du nie in nachhaltigen Flow kommen.
Kapitulation oder Nachladen?
Der Krieg endet nicht, wenn du gewinnst. Er endet, wenn du aufhörst, dich selbst als Gegner zu behandeln.
Du musst nicht mehr für jedes Geräusch bezahlen. Du darfst entscheiden, wofür dein Akku brennt.
Heute Abend, wenn der Regen wieder gegen die Scheibe schlägt: Setz dich hin. Nimm die Tasse in beide Hände. Frag dich einmal – nur einmal – ohne Druck:
„Wofür würde es sich heute lohnen, noch einmal aufzustehen?“
Und dann hör genau hin.
Hat dir der Text heute Kraft gegeben? Schreib mir in die Kommentare: Welchen kleinen „Ladeschritt“ wirst du heute Abend wirklich machen – und wie fühlt sich allein der Gedanke daran schon an? Teil den Beitrag gern mit jemandem, der gerade glaubt, sein Akku sei für immer kaputt.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.
Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.
erfolgsebook.com existiert aus genau einem Grund:
Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.
Nicht mit Druck.
Nicht mit leeren Parolen.
Sondern mit Klarheit.
Impulse, die dir zeigen:
– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
– warum Erfolg ohne Sinn dich trotzdem müde macht
– und wie aus bloßer Existenz ein Leben mit Tiefe wird
Keine Theorien.
Keine Motivationsfloskeln.
Sondern Gedanken, die dich dein Leben neu sehen lassen.
Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“
Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.
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Aber du kannst entscheiden,
dass sie Bedeutung haben.
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