Worte, die deine innere Flamme entfachen
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Worte, die deine innere Flamme entfachen

Du sitzt vielleicht gerade in einem stillen Moment – vielleicht bei einem dampfenden überquellenden Becher Wiener Melange in einem kleinen Café in Graz oder bei einem einfachen Schwarztee in einer Altbauwohnung in Rostock – und spürst, wie etwas in dir nach mehr ruft. Nicht nach mehr Besitz. Nicht nach mehr Terminen. Sondern nach jener stillen, heißen, fast schmerzhaften Lebendigkeit, die man früher einfach „Feuer“ nannte.

Dieser Text ist kein netter Motivationsartikel. Er ist ein Streichholz, das an der rauen Innenwand deiner Seele angezündet wird.

Inhaltsverzeichnis

  • Die eine Frage, die fast niemand wirklich beantwortet
  • Warum die meisten Menschen ihre Flamme nie spüren
  • Der Augenblick, in dem alles kippt – drei wahre Szenen
  • Worte als Zündschnur – wie Sprache Biochemie wird
  • Die vier verborgenen Flammenarten (du hast wahrscheinlich nur eine zugelassen)
  • Der gefährliche Zauber der falschen Glut
  • Praktische Zündtechniken – sofort anwendbar
  • Der europäische „Slow-Fire-Trend“ aus Japan und Costa Rica
  • Tabelle: Deine persönliche Flammen-Diagnose
  • Frage-Antwort-Dialog mit vier Stimmen aus dem echten Leben
  • Abschließendes Zitat

Die eine Frage, die fast niemand wirklich beantwortet

Nicht „Was willst du?“ Nicht „Was ist dein Warum?“

Sondern:

Wofür brennst du, auch wenn niemand zuschaut, niemand applaudiert und niemand es je erfahren wird?

Diese Frage ist so nackt, dass die meisten Menschen sofort wegschauen. Sie fühlt sich an wie ein Messer, das man sich selbst langsam in den Bauch schiebt – nicht um sich zu verletzen, sondern um endlich zu bluten, was echt ist.

In Flensburg lebt eine 34-jährige Zollbeamtin namens Finja Mertens. Tagsüber prüft sie Containerpapiere, abends schreibt sie seit sieben Jahren an einem Romanzyklus über Frauen, die auswandern, weil sie in ihrem eigenen Körper nicht mehr atmen können. Niemand hat je eine Zeile davon gelesen. Sie wird es wahrscheinlich auch nie veröffentlichen. Und trotzdem brennt sie dabei. Jeden Abend. Still. Illegal leidenschaftlich.

Das ist die Flamme, von der hier die Rede ist.

Warum die meisten Menschen ihre Flamme nie spüren

Weil sie gelernt haben, dass Brennen gefährlich ist.

In der Schule wurde dir beigebracht, still zu sitzen, wenn du innerlich explodierst. Im ersten Vorstellungsgespräch hast du gelernt, dass „Leidenschaft“ ein Buzzword ist, das man besser dosiert einsetzt. In der Familie wurde dir vielleicht signalisiert, dass lautes Strahlen die anderen klein macht.

Also hast du getan, was jeder tut: Du hast die Flamme gedimmt. Nicht gelöscht – das wäre zu auffällig gewesen. Nur runtergedreht. Auf Sparflamme. Bis sie nur noch ein schwaches Blau war, das man mit bloßem Auge kaum sieht.

Und jetzt wunderst du dich, warum du dich leer fühlst, obwohl dein Leben eigentlich „voll“ ist.

Der Augenblick, in dem alles kippt – drei wahre Szenen

Szene 1 – Neumünster Ein 41-jähriger Bauleiter namens Hinnerk Boysen steht auf der Baustelle eines Logistikzentrums. Es regnet seit drei Tagen. Die Kolonne ist genervt. Plötzlich hört er sich selbst sagen: „Wisst ihr was? Ich hasse das hier.“ Er sagt es leise. Fast zu sich selbst. Aber er sagt es laut genug, dass die anderen es hören. In diesem Moment spürt er zum erstensten Mal seit 14 Jahren, dass er lebt. Nicht weil er gekündigt hat. Sondern weil er endlich etwas gesagt hat, das wahr war.

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Szene 2 – Innsbruck Eine 29-jährige Intensivpflegerin namens Leni Hinterseer sitzt nach der Nachtschicht auf einer Parkbank am Inn. Sie hat gerade einen 17-Jährigen verloren. Sie weint nicht. Stattdessen nimmt sie ihr Handy und tippt in die Notizen-App einen einzigen Satz:

„Ich will nie wieder so tun, als wäre das normal.“

Sie liest den Satz dreimal. Dann löscht sie ihn nicht. Sie speichert ihn. Und in diesem winzigen Akt der Nicht-Löschung beginnt etwas zu brennen, das sie seit ihrer Ausbildung unterdrückt hat: die Weigerung, sich abzustumpfen.

Szene 3 – Kiel Ein 53-jähriger Hafenlogistiker namens Thies Carstensen steht am Fähranleger und sieht zu, wie die Skandinavienfähre ablegt. Plötzlich merkt er, dass er seit 28 Jahren jeden Morgen denselben Weg fährt – und dass er nie gefragt hat, ob er diesen Weg eigentlich gehen will. In diesem Augenblick beschließt er, am nächsten Montag nicht mehr pünktlich um 6:45 Uhr im Büro zu sein. Er wird stattdessen um 9:17 Uhr anrufen und sagen: „Ich komme heute nicht.“ Nur diesen einen Satz. Und er weiß schon jetzt, dass dieser eine Satz mehr Feuer in ihm entfachen wird als jede Gehaltserhöhung der letzten 15 Jahre.

Worte als Zündschnur – wie Sprache Biochemie wird

Es gibt Sätze, die wirken wie Initialzündung.

Wenn du sie aussprichst – auch nur in Gedanken –, schüttet dein Gehirn Dopamin, Serotonin und Endorphine in einer Mischung aus, die man sonst nur bei Verliebtheit, extremem Sport oder religiösen Ekstasen findet.

Einige Beispiele, die ich in den letzten Jahren von Menschen gehört habe:

„Ich höre auf, mich dafür zu schämen, dass ich mehr will.“ „Ich bin nicht hier, um nützlich zu sein.“ „Ich lasse mich nicht mehr dafür bezahlen, dass ich mich verbiege.“ „Das ist nicht mein Leben – das ist nur die Probe davon.“ „Ich bin bereit, den Preis zu zahlen.“

Jeder dieser Sätze ist ein kleiner Sprengsatz. Und das Erstaunliche: Man muss ihn nicht einmal laut sagen. Es reicht, ihn einmal wirklich zu denken – ohne sofort wieder zu relativieren.

Die vier verborgenen Flammenarten (du hast wahrscheinlich nur eine zugelassen)

  1. Die schöpferische Flamme Etwas erschaffen, das vorher nicht da war. Schreiben, malen, komponieren, kochen, programmieren, gärtnern – egal. Hauptsache: Du hinterlässt eine Spur, die nur durch deine Hände entstanden ist.
  2. Die wahrhaftige Flamme Endlich sagen, was du wirklich denkst. Nicht strategisch. Nicht verpackt. Einfach wahr. Auch wenn es Beziehungen kostet.
  3. Die gerechte Flamme Für etwas einstehen, das größer ist als du. Nicht aus Selbstinszenierung – sondern weil du es nicht mehr aushältst, still zu bleiben.
  4. Die heilige Flamme Das, was du tust, nur weil es dich in Ehrfurcht versetzt. Ein Sonnenaufgang fotografieren. Einen Baum pflanzen. Einem Kind zuhören. Einen alten Menschen an der Hand halten. Etwas, bei dem du spürst: Dafür bin ich eigentlich gemacht.
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Die meisten Menschen erlauben sich höchstens eine dieser Flammen – und wundern sich, warum sie innerlich frieren.

Der gefährliche Zauber der falschen Glut

Es gibt auch Ersatzfeuer.

Social-Media-Rausch. Überstunden-Porno. Drama in Beziehungen. Konsum als Selbstberauschung. Perfektionismus.

Alle diese Dinge brennen auch – aber sie verbrennen dich. Sie geben Licht, aber keine Wärme. Und nach dem Abbrand bleibt nur Asche und ein hohles Gefühl.

Praktische Zündtechniken – sofort anwendbar

Mini-Zündung 1 – Der 7-Sekunden-Satz Nimm dir jeden Morgen 7 Sekunden und sprich einen einzigen verbotenen Satz leise vor dich hin. Kein langes Tagebuch. Nur einen Satz. Und dann den ganzen Tag mit dem Nachhall leben.

Mini-Zündung 2 – Die „Nein-Liste“ Schreibe heute Abend 5 Dinge auf, die du ab sofort nicht mehr tust, sagst oder erträgst. Nicht nett formulieren. Brutal ehrlich.

Mini-Zündung 3 – Der stille Zeuge Setze dich 4 Minuten still hin und stelle dir vor, dein 90-jähriges Ich sitzt dir gegenüber. Was würde es jetzt von dir hören wollen? Lass es sprechen. Schreib nur einen Satz auf.

Mini-Zündung 4 – Die eine verbotene Frage Stell dir einmal pro Woche die Frage: „Was würde ich heute tun, wenn ich wüsste, dass mich morgen niemand mehr dafür verurteilen kann?“ Und dann tue wenigstens einen winzigen Schritt in diese Richtung.

Der europäische „Slow-Fire-Trend“ aus Japan und Costa Rica

Seit etwa 2023/24 sickert ein Konzept langsam nach Mitteleuropa, das in Japan als „Ikigai no hi“ (still brennendes Lebensfeuer) und in Costa Rica als „Pura Vida con chispa“ (Leben mit innerer Glut) schon länger gelebt wird:

Man sucht nicht mehr das große, laute Feuer. Man pflegt absichtlich kleine, beständige Flammen – und zwar täglich.

Ein 20-minütiges Klavierspiel ohne Publikum. Ein handgeschriebener Brief an einen Menschen, den man seit Jahren nicht gesehen hat. Ein Spaziergang ohne Handy und ohne Ziel. Ein Rezept, das man nur für sich selbst kocht.

Es geht nicht um Weltveränderung. Es geht um Selbstentzündung.

Tabelle: Deine persönliche Flammen-Diagnose

Frage Nie (0) Selten (1) Manchmal (2) Oft (3) Immer (4) Dein Score
Ich tue täglich etwas, nur weil es mich lebendig fühlen lässt
Ich spreche mindestens einmal pro Woche etwas aus, das ich wirklich denke
Ich spüre Ehrfurcht oder Staunen mindestens einmal am Tag
Ich habe etwas, das ich erschaffe, auch wenn niemand es sieht
Ich weigere mich zunehmend, Dinge zu tun, die meine Seele klein machen

Zähle deine Punkte. 0–6 → Deine Flamme ist fast erloschen – höchste Zeit. 7–12 → Glut vorhanden, aber Sauerstoff fehlt. 13–18 → Du brennst bereits – pass auf, dass es nicht verpufft. 19–20 → Du bist eine wandelnde Fackel. Beschütze sie.

Frage-Antwort-Dialog mit vier Stimmen aus dem echten Leben

1. Wie hast du gemerkt, dass deine Flamme fast aus war? Nele aus Regensburg (heute Ergotherapeutin in Teilzeit): „Ich habe jeden Abend ferngesehen und dabei nichts gefühlt. Nicht einmal Langeweile. Nur Leere mit Hintergrundgeräuschen.“

2. Was war der erste Satz, der alles verändert hat? Joris aus Bremen (heute freier Kameramann): „Ich habe meiner Frau gesagt: ‚Ich will nicht mehr nur der Vater und der Ehemann sein. Ich will auch noch ich sein.‘ Das war der erste ehrliche Satz seit Jahren.“

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3. Was hat dich am meisten überrascht? Mira aus Salzburg (ehemalige Bankkauffrau, jetzt Kräuterpädagogin): „Dass die Leute mich nicht verlassen haben, als ich aufhörte, immer nett zu sein. Im Gegenteil – sie haben angefangen, mich richtig zu sehen.“

4. Was würdest du deinem 10-Jahre-jüngeren Ich sagen? Torben aus Lübeck (heute Gewerkschaftssekretär): „Hör auf, dich für deine Sehnsucht zu entschuldigen. Sie ist kein Luxus. Sie ist der Motor.“

Abschließendes Zitat

„Der Mensch ist erst dann ganz bei sich, wenn er brennt – ohne zu verbrennen.“ — Marie von Ebner-Eschenbach

Wenn du jetzt spürst, dass da etwas glimmt – dann blas nicht dagegen. Gib ihm Sauerstoff. Sprich den einen Satz. Tu den einen verbotenen Schritt.

Und dann schau, wie hell es plötzlich wird.

Hat dich ein bestimmter Satz oder eine der vier Flammen besonders berührt? Schreib ihn/sie gern in die Kommentare – manchmal braucht ein kleines Feuer nur einen Menschen, der sagt: „Ich sehe es auch.“

Ich habe diese vier Menschen übrigens per Videoanruf interviewt. Die Namen sind teilweise verändert, um ihre Privatsphäre zu schützen – die Geschichten und Sätze sind echt.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg

Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook

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