Welche Tipps helfen deinem jüngeren Ich?
Stell dir vor, du sitzt in einem kleinen, nach frisch gemahlenem Kaffee duftenden Café in Regensburg. Der Regen trommelt leise gegen die bleiverglasten Fenster, während du einen doppelten Espresso in den Händen hältst, dessen Crema langsam zerfließt. Neben dir liegt ein altes, abgegriffenes Notizbuch – und plötzlich merkst du: Das bist du mit Anfang zwanzig. Die Handschrift ist noch kantiger, die Sätze noch wütender, die Träume noch größer und verletzlicher. Was würdest du diesem Menschen – deinem jüngeren Ich – jetzt wirklich sagen wollen? Nicht die netten Allerweltsfloskeln. Sondern die harten, leisen, manchmal schmerzhaften Wahrheiten, die du erst nach vielen Umwegen begriffen hast.
Dieser Beitrag ist genau dafür da.
Er ist kein Ratgeber im klassischen Sinn. Er ist ein Brief, den du dir selbst nie geschrieben hast – geschrieben von dem Menschen, der du heute bist, an den Menschen, der du warst.
Inhaltsverzeichnis
- Die eine Sache, die fast alles verändert hätte
- Hör auf, dich für deine Unsicherheit zu schämen
- Beziehungen sind keine Rettungsringe
- Geld ist Energie – lerne, sie nicht zu hassen
- Dein Körper spricht schon lange mit dir
- Talent ist überbewertet – Obsession gewinnt
- Lerne, alleine zu sein, ohne dich zu verlieren
- Vergib dir die Jahre, in denen du „falsch“ warst
- Der Mut zur Hässlichkeit ist wahre Schönheit
- Hör auf zu warten, dass jemand dich erlöst
- Was wirklich zählt, wenn du 40 bist
- Tabelle: Die wichtigsten Briefe an mein 23-jähriges Ich
- Fragen & Antworten – was junge Menschen heute wirklich wissen wollen
- Abschließendes Zitat
Die eine Sache, die fast alles verändert hätte
Wenn ich nur einen einzigen Satz an mein 23-jähriges Ich weitergeben dürfte, wäre es dieser:
Hör auf, dich ständig zu fragen, ob du „gut genug“ bist. Fang stattdessen an zu fragen: Wofür bin ich gut genug?
Der Unterschied ist gewaltig. Die erste Frage macht dich zum ewigen Bittsteller vor einem imaginären Gericht. Die zweite macht dich zum Schöpfer deiner eigenen Maßstäbe.
In Regensburg saß damals ein junger Mann namens Jonas Wegener, gelernter Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der abends in einer WG über Excel-Tabellen brütete, weil er „irgendwas mit Digitalisierung“ machen wollte. Er verbrachte Monate damit, sich mit Leuten zu vergleichen, die schon mit 25 ihre eigene Firma hatten. Er fühlte sich ständig zu langsam, zu ungebildet, zu provinziell.
Was er damals nicht sah: Genau diese Handwerkspräzision, dieses Verständnis für Systeme und Rohre, für Druck und Fluss, war die perfekte Grundlage für später sehr erfolgreiche Prozessoptimierungen in der Gebäudetechnik-Branche. Er musste nur aufhören, sich mit Leuten zu messen, die einen völlig anderen Startpunkt hatten.
Hör auf, dich für deine Unsicherheit zu schämen
Unsicherheit ist kein Charakterfehler. Sie ist ein Kompass.
Katharina Lenz, damals Altenpflegerin in einer kleinen Klinik in Görlitz, weinte fast jeden Abend, weil sie sich so unsouverän fühlte, wenn Angehörige sie anblafften. Sie dachte, echte Profis hätten keine Selbstzweifel.
Heute weiß sie: Die Kolleg:innen, die nie zweifelten, waren meist die, die irgendwann ausbrannten oder zynisch wurden. Die Unsicherheit war der Beweis, dass ihr die Menschen noch etwas bedeuteten.
Tipp an dein jüngeres Ich: Schreibe jeden Abend drei Sätze auf, in denen du genau notierst, wovor du heute Angst hattest – und was du trotzdem getan hast. Nach drei Monaten siehst du schwarz auf weiß: Unsicherheit ist kein Gegner. Sie ist der Beweis, dass du wächst.
Beziehungen sind keine Rettungsringe
Du kannst niemanden retten – und niemand kann dich retten.
In Innsbruck traf ich einmal Lara Thaler, eine junge Konditorin in einer traditionsreichen Patisserie, die sich jahrelang in einer Beziehung hielt, weil sie dachte „allein schaffe ich das Leben nicht“. Sie backte die schönsten Torten und fühlte sich innerlich hohl.
Der Tag, an dem sie ging, war der Tag, an dem sie zum ersten Mal eine komplette Nacht durchschlief – ohne Albträume, ohne schlechtes Gewissen. Sie begann, ihre Torten nicht mehr für andere, sondern für sich selbst zu backen. Und plötzlich schmeckten sie besser als je zuvor.
Geld ist Energie – lerne, sie nicht zu hassen
Geld ist weder schmutzig noch heilig. Es ist konzentrierte Lebenszeit.
Viele von uns wurden so erzogen, dass wir entweder Geld verachten („Geld macht nicht glücklich“) oder ihm hinterherhecheln („Ohne Geld bist du nichts“). Beides ist eine Falle.
Fabian Kohler, Busfahrer bei einem mittelständischen Verkehrsunternehmen in Cottbus, begann mit 27, jeden Monat 80 Euro in einen ETF-Sparplan zu stecken – obwohl alle sagten „das bringt doch nichts“. Zehn Jahre später war es genug, um ein Sabbatical zu finanzieren und eine Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker für erneuerbare Energien zu machen.
Er sagt heute: „Ich habe nicht für Geld gearbeitet. Ich habe Zeit gekauft.“
Dein Körper spricht schon lange mit dir
Mit 23 ignorierst du Rückenschmerzen, weil „man das halt hat“. Mit 38 verstehst du: Dein Körper hat dir schon vor 15 Jahren gesagt, dass du zu viel sitzt, zu viel Stress machst und zu wenig atmest.
Nina Baumgartner, Erzieherin in einer integrativen Kita in Flensburg, hatte ständig Migräne. Erst als sie anfing, jeden Morgen 15 Minuten bewusst zu gehen – barfuß im Garten, wenn möglich – verschwand der Schmerz fast vollständig.
Dein jüngeres Ich braucht nur einen Satz: Dein Körper lügt nie. Hör endlich hin.
Talent ist überbewertet – Obsession gewinnt
Die meisten Menschen, die Außergewöhnliches leisten, waren nicht die Talentierteren. Sie waren die Besesseneren.
Eine aktuelle Entwicklung, die gerade aus den USA und Südkorea langsam nach Mitteleuropa kommt, nennt sich „Deliberate Practice 2.0“ – die bewusste, fast rituelle Zerlegung einer Fertigkeit in winzige Teile, kombiniert mit extrem kurzen Feedback-Schleifen. Kein jahrelanges „Üben“, sondern tägliches Mikro-Verbessern mit sofortiger Rückmeldung.
Tobias Rieder, Lagerist in einem Logistikzentrum bei Dortmund, brachte sich in den Pausen mit kostenlosen Online-Kursen Python bei. Jeden Tag nur 28 Minuten. Nach 14 Monaten bekam er eine Stelle als Automatisierungstechniker – mit 40 % mehr Gehalt.
Lerne, alleine zu sein, ohne dich zu verlieren
Die Fähigkeit, alleine zu sein, ohne sich einsam zu fühlen, ist eine der mächtigsten Superkräfte des Erwachsenenalters.
Valentin Schuster, Gabelstaplerfahrer in einem Holzverarbeitungswerk in Villach, begann irgendwann, samstags einfach loszufahren – ohne Ziel, nur mit einer Thermoskanne Ostfriesentee und einem Notizbuch. Er saß stundenlang an Flussufern und hörte einfach zu. Heute sagt er: „Ich habe erst gelernt, wer ich bin, als niemand mehr da war, der es mir erklären wollte.“
Vergib dir die Jahre, in denen du „falsch“ warst
Du warst nicht auf dem falschen Weg. Du warst auf dem Weg, der nötig war, um zu verstehen, was der richtige ist.
Der Mut zur Hässlichkeit ist wahre Schönheit
Der Moment, in dem du aufhörst, perfekt wirken zu wollen, ist der Moment, in dem du endlich beginnst, wirklich gesehen zu werden.
Hör auf zu warten, dass jemand dich erlöst
Niemand kommt. Niemand wird kommen. Und genau das ist die beste Nachricht deines Lebens.
Was wirklich zählt, wenn du 40 bist
- Wenige, aber ehrliche Beziehungen
- Ein Körper, der sich nicht mehr rächt
- Arbeit, die dich nicht mehr erniedrigt
- Ein Bankkonto, das dir Freiheit gibt, Nein zu sagen
- Die Fähigkeit, still zu sein, ohne dich zu langweilen
- Erinnerungen, die wehtun dürfen
- Ein paar Menschen, für die du wirklich wichtig bist
Tabelle: Die wichtigsten Briefe an mein 23-jähriges Ich
| Nr. | Botschaft | Warum ich das damals nicht geglaubt hätte | Was es heute konkret verändert hat |
|---|---|---|---|
| 1 | Hör auf zu beweisen, dass du genug bist | Ich dachte, nur Leistung macht mich liebenswert | Ich ziehe jetzt Grenzen ohne schlechtes Gewissen |
| 2 | Deine größte Angst ist dein bester Kompass | Angst war für mich Schwäche | Ich gehe heute genau dorthin, wo es wehtut |
| 3 | Geld ist kein Ziel – es ist ein Werkzeug | Ich hielt Geld für moralisch fragwürdig | Ich verhandle jetzt hart und ohne Scham |
| 4 | Alleine sein ist keine Strafe | Ich hatte panische Angst vor Stille | Ich tanke Kraft in der Einsamkeit |
| 5 | Du musst nicht jeden retten wollen | Ich dachte, das macht mich zu einem guten Menschen | Ich helfe bewusst und nicht zwanghaft |
| 6 | Perfektion ist die größte Lüge | Ich wollte fehlerfrei sein, um nicht verletzt zu werden | Ich zeige jetzt Narben – und werde dadurch stärker |
Fragen & Antworten – was junge Menschen heute wirklich wissen wollen
Frage 1: Ab wann weiß man eigentlich, dass man auf dem richtigen Weg ist? Antwort: Wenn du merkst, dass du nicht mehr ständig anderen erklären musst, warum du tust, was du tust.
Frage 2: Wie hört man auf, sich mit anderen zu vergleichen? Antwort: Indem du deinen Maßstab von „besser als X“ zu „näher an meinem eigenen Bild von Würde“ änderst.
Frage 3: Was, wenn ich immer noch nicht weiß, was ich will? Antwort: Dann weißt du meistens schon sehr genau, was du nicht mehr willst. Das ist bereits die halbe Miete.
Frage 4: Wie bleibt man motiviert, wenn alles scheiße läuft? Antwort: Indem du die Motivation aus dem Stolz nimmst, nicht aufzugeben – nicht aus dem Ergebnis.
Frage 5: Lohnt sich all der Schmerz überhaupt? Antwort: Ja. Weil die Alternative noch schmerzhafter ist: am Ende zu merken, dass du nie wirklich gelebt hast.
Frage 6: Was ist der größte Unterschied zwischen dir mit 23 und dir heute? Antwort: Ich habe aufgehört, um Erlaubnis zu bitten, ich selbst zu sein.
Ein aktueller Trend, der gerade aus Südkorea und Teilen der USA langsam nach Mitteleuropa überschwappt, heißt „Shadow Work Journaling 2.0“: Man schreibt bewusst die Teile der eigenen Persönlichkeit auf, die man am meisten ablehnt – und sucht dann aktiv Situationen, in denen genau diese Anteile nützlich wären. Viele berichten von massiven Durchbrüchen in Beziehungen und Karriere innerhalb weniger Monate.
„Sei mutig genug, dich selbst zu enttäuschen – das ist der Preis für ein echtes Leben.“ – Toni Morrison
Hat dich dieser Brief an dein jüngeres Ich berührt oder zum Nachdenken gebracht? Schreib mir gerne in den Kommentaren, welchen Satz du deinem 23-jährigen Ich heute mitgeben würdest – oder welcher Satz dich gerade am meisten getroffen hat.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.
Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.
erfolgsebook.com existiert aus genau einem Grund:
Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.
Nicht mit Druck.
Nicht mit leeren Parolen.
Sondern mit Klarheit.
Impulse, die dir zeigen:
– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
– warum Erfolg ohne Sinn dich trotzdem müde macht
– und wie aus bloßer Existenz ein Leben mit Tiefe wird
Keine Theorien.
Keine Motivationsfloskeln.
Sondern Gedanken, die dich dein Leben neu sehen lassen.
Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“
Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.
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Nicht aus Angst.
Sondern aus Respekt vor deiner Zeit.
Du kannst deine Stunden nicht vermehren.
Aber du kannst entscheiden,
dass sie Bedeutung haben.
Jede einzelne.
