Selbstwert – Schutzschild gegen den nächsten Cut

Selbstwert – Schutzschild gegen den nächsten Cut
Lesedauer 6 Minuten

Selbstwert – Schutzschild gegen den nächsten Cut

Der Moment, in dem du merkst, dass du dich schon wieder kleiner gemacht hast, als du eigentlich bist, fühlt sich nicht wie ein Stich an. Er fühlt sich wie ein langsames Absinken an – wie wenn jemand die Luft aus dem Raum zieht und du es erst bemerkst, als dir das Atmen schwerfällt.

Du sitzt in einer Besprechung und sagst nichts, obwohl du die bessere Lösung im Kopf hast. Du lachst mit, wenn jemand dich „ganz nett“ abwertet. Du entschuldigst dich dafür, dass du überhaupt existierst – und zwar so routiniert, dass es dir gar nicht mehr auffällt.

Bis der nächste Cut kommt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der unsichtbare Vertrag, den du mit dir selbst unterschrieben hast

  2. Warum Selbstabwertung süchtig macht – neurobiologisch betrachtet

  3. Die vier häufigsten Selbstwert-Killer im deutschsprachigen Alltag

  4. Fallgeschichte 1 – Die Lehrerin aus Graz, die sich für jede Stunde entschuldigte

  5. Fallgeschichte 2 – Der Logistikkoordinator aus Kiel, der Beförderungen aktiv sabotierte

  6. Der japanische „Kintsugi“-Ansatz, der gerade nach Mitteleuropa überschwappt

  7. Die drei unsichtbaren Schutzschilde, die du sofort aufbauen kannst

  8. Tabelle: Selbstwert-Sabotage vs. Selbstwert-Schutz – direkter Vergleich

  9. Mini-Checkliste: Wo genau schneidest du dich heute noch selbst?

  10. Fragen & Antworten – was Leser wirklich wissen wollen

  11. Abschließendes Zitat

Der unsichtbare Vertrag, den du mit dir selbst unterschrieben hast

Die meisten Menschen glauben, ihr Selbstwert sei etwas, das man „hat“ oder „nicht hat“. Das ist ein Irrtum.

Selbstwert ist ein fortlaufender Vertrag, den du jeden Tag mit dir selbst neu verhandelst – meistens unbewusst und meistens zu deinen Ungunsten.

Du unterschreibst mit den kleinen Sätzen, die du dir erlaubst: „Ich bin halt nicht so der Typ für…“ „Das kann ich wahrscheinlich sowieso nicht.“ „Wer bin ich schon, dass ich da mitreden darf?“

Jeder dieser Sätze ist eine Klausel. Und je öfter du sie wiederholst, desto rechtskräftiger wird der Vertrag.

Warum Selbstabwertung süchtig macht – neurobiologisch betrachtet

Das Gehirn liebt Vorhersagbarkeit. Selbstabwertung ist extrem vorhersagbar.

Wenn du dich klein machst, bevor es jemand anderes tut, ersparst du dir die Unsicherheit eines möglichen Angriffs. Das limbische System registriert das als winzigen Sicherheitsgewinn – und schüttet eine Spur Dopamin aus.

Es ist kein großer Kick. Es ist ein Mini-Kick. Aber er kommt regelmäßig. Und genau deshalb wird Selbstabwertung zur Gewohnheit.

Viele Menschen, die jahrelang in diesem Modus leben, berichten später: „Ich habe mich erst richtig erschrocken, als ich gemerkt habe, dass ich mich fast wohler fühle, wenn ich mich schlecht behandle.“

Die vier häufigsten Selbstwert-Killer im deutschsprachigen Alltag

  1. Die Kultur des „bloß nicht zu viel sein“ In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Bescheidenheit nicht nur geschätzt – sie wird erwartet. Wer sich selbst lobt, gilt schnell als arrogant. Das führt dazu, dass viele Menschen ihre Erfolge aktiv herunterspielen, bis sie sie selbst nicht mehr spüren.
  2. Der Vergleich mit der perfekt kuratierten Instagram-Fassade der Kollegen Auch wenn du weißt, dass es gestellt ist – dein Belohnungssystem reagiert trotzdem auf die scheinbare Überlegenheit der anderen.
  3. Die indirekte Herabsetzung durch „liebevolle“ Kommentare „Du bist ja so bodenständig“ = du bist nicht ambitioniert. „Du hast es dir aber auch leicht gemacht“ = dein Weg war nicht echt schwer. Diese Sätze schneiden besonders tief, weil sie von Menschen kommen, die einem wichtig sind.
  4. Die innere Stimme, die immer noch die Tonlage der Grundschullehrerin von 1997 hat Sie hat damals gesagt: „Das kannst du doch besser.“ Und sie sagt es heute noch – nur ohne dass jemand sie hören kann außer dir.
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Fallgeschichte 1 – Die Lehrerin aus Graz, die sich für jede Stunde entschuldigte

Elisabeth R. (41), Gymnasiallehrerin für Deutsch und Geschichte in Graz, hatte die Angewohnheit, jede Stunde mit den Worten zu beginnen: „Entschuldigung, dass ich euch heute wieder mit so viel Stoff nerve…“

Sie tat es mit einem Lächeln, fast charmant. Die Schüler lachten mit. Doch nach acht Jahren bemerkte sie, dass sie sich in jeder Stunde ein kleines Stück kleiner machte.

Eines Morgens stand sie vor der Klasse und brachte den Satz nicht mehr heraus. Stattdessen sagte sie: „Heute wird spannend. Lasst uns loslegen.“

Sie berichtete später: „Ich habe zum ersten Mal gespürt, dass ich den Raum nicht ausfüllen muss, indem ich mich entschuldige – sondern indem ich einfach da bin.“

Fallgeschichte 2 – Der Logistikkoordinator aus Kiel, der Beförderungen aktiv sabotierte

Jonas P. (34), Logistikkoordinator in einem mittelständischen Unternehmen in Kiel, wurde dreimal für eine Teamleiterposition vorgeschlagen. Dreimal hat er sich selbst aus dem Rennen genommen – mit Sätzen wie: „Ich glaube, dafür bin ich noch nicht bereit.“ „Ich will niemandem auf die Füße treten.“

Irgendwann fragte ihn seine Partnerin: „Wann hörst du endlich auf, dich selbst zu feuern?“

Erst dieser Satz ließ ihn innehalten. Heute leitet er das Team – und sagt von sich selbst: „Ich habe gelernt, dass Bescheidenheit etwas anderes ist als Selbstsabotage.“

Der japanische „Kintsugi“-Ansatz, der gerade nach Mitteleuropa überschwappt

In Japan repariert man zerbrochene Keramik mit flüssigem Gold – nicht um den Bruch zu verstecken, sondern um ihn sichtbar und schön zu machen. Dieser Gedanke verbreitet sich gerade stark in Coaching- und Therapiekreisen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Botschaft: Deine Narben und Bruchstellen sind nicht das, was du verstecken musst. Sie sind das, womit du leuchtest.

Viele Menschen, die mit diesem Bild arbeiten, berichten, dass sich ihre Haltung zu Fehlern und Schwächen innerhalb weniger Wochen deutlich verändert.

Die drei unsichtbaren Schutzschilde, die du sofort aufbauen kannst

Schild 1 – Die neutrale Beobachterin / der neutrale Beobachter aktivieren Wenn der innere Kritiker loslegt, stelle dir vor, du sitzt im Kinosaal und schaust dir einen Film über dich an. Du bist nicht die Figur. Du bist der Zuschauer. Plötzlich klingt die Stimme viel weniger wahr und viel mehr wie ein schlechter Drehbuchautor.

Schild 2 – Den Körper vor den Gedanken schützen Bevor du auf einen abwertenden Gedanken eingehst, mach drei tiefe Atemzüge und spanne bewusst die Schultern zurück. Der Körper signalisiert dem Gehirn: „Hier ist keine Bedrohung.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass du dem Gedanken glaubst, sinkt messbar.

Schild 3 – Den Satz aktiv umformulieren (innerhalb von 3 Sekunden) Alte Version: „Ich bin halt einfach nicht gut genug.“ Neue Version innerhalb von drei Sekunden: „Ich bin gerade nicht gut genug darin – und ich übe.“ Der kleine Zusatz „darin“ und „ich übe“ verändert die neurochemische Ladung des Satzes radikal.

Tabelle: Selbstwert-Sabotage vs. Selbstwert-Schutz

Selbstwert-Sabotage Selbstwert-Schutz Sofortige Wirkung
„Das kann ich sowieso nicht.“ „Das kann ich heute noch nicht.“ Öffnet Zukunft statt Vergangenheit
Sich ständig entschuldigen Danke sagen oder einfach beginnen Signalisiert Selbstrespekt
Erfolge kleinreden Erfolge konkret benennen (auch leise) Dopamin-Kick durch Selbst-Anerkennung
Vergleichen mit dem besten Instagram-Moment Vergleichen mit dem eigenen Vorjahr Realistische Perspektive
„Das war nur Glück / Zufall“ „Ich habe hart gearbeitet UND Glück gehabt“ Würdigt Aufwand und Realität
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Mini-Checkliste: Wo genau schneidest du dich heute noch selbst?

  • Hast du heute schon einmal „sorry“ gesagt, obwohl du nichts falsch gemacht hast?
  • Hast du ein Kompliment abgewehrt statt „Danke“ zu sagen?
  • Hast du eine Idee zurückgehalten, weil du dachtest, sie sei „nicht gut genug“?
  • Hast du dich mit jemandem verglichen, der scheinbar alles besser macht?
  • Hast du einen Erfolg heruntergespielt, statt ihn kurz zu würdigen?

Wenn du bei mehr als zwei Punkten „Ja“ sagst, ist das kein Drama. Es ist nur ein Hinweis, dass dein Schutzschild heute ein paar Dellen bekommen hat.

Fragen & Antworten – was Leser wirklich wissen wollen

1. Kann man Selbstwert wirklich trainieren oder ist das angeboren? Ja, man kann ihn trainieren. Die Plastizität des Gehirns bleibt bis ins hohe Alter erhalten. Regelmäßige kleine Selbstwert-Übungen verändern nachweislich die Reaktion auf Kritik und Misserfolg.

2. Warum fühlt sich Selbstabwertung manchmal sicherer an als Selbstbewusstsein? Weil sie keine Ablehnung riskiert. Wenn du dich vorher schon klein gemacht hast, kann dich niemand mehr tiefer fallen lassen.

3. Wie reagiere ich, wenn jemand aus meinem Umfeld mich kleinredet? Mit einem ruhigen, freundlichen Satz: „Das sehe ich anders.“ Mehr braucht es oft nicht. Du musst nicht diskutieren – du musst nur deine Grenze markieren.

4. Was ist der schnellste Weg, um aus dem Selbstabwertungs-Loop herauszukommen? Den Körper zuerst bewegen (3 tiefe Atemzüge + Schulter zurück), dann den Satz aktiv umformulieren. Das unterbricht die neuronale Schleife innerhalb von Sekunden.

5. Ist es egoistisch, mehr Selbstwert zu entwickeln? Nein. Menschen mit stabilem Selbstwert geben in der Regel mehr, weil sie nicht ständig mit sich selbst beschäftigt sind.

6. Wie merke ich, dass ich Fortschritte mache? Du merkst es daran, dass die innere Stimme leiser wird und du öfter denkst: „Das darf ich jetzt einfach sagen / nehmen / wollen.“

Zitat

„Man muss nicht erst zerbrechen, um zu leuchten. Aber wenn man schon gebrochen ist, soll man mit Gold flicken.“ – frei nach japanischer Kintsugi-Weisheit

Hat dir der Text heute irgendwo einen kleinen Schutzschild zurückgegeben? Dann schreib mir in den Kommentaren bitte genau eine Situation, in der du heute schon „nein“ zu deiner inneren Abwertungsstimme gesagt hast – und wie sich das angefühlt hat. Teile den Beitrag gern mit jemandem, der sich gerade wieder einmal kleiner macht, als er ist.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

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Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg

Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook

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Blog Bilder für schöne Bider (4572)

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.

Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.

Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.

Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?

Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.

Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.

Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
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Eines Tages wachst du auf –
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