Selbstsouveränität – der innere Thron bleibt dein 

Selbstsouveränität – der innere Thron bleibt dein 
Lesedauer 5 Minuten

Selbstsouveränität – der innere Thron bleibt dein

Stell dir vor, jemand nimmt dir das Mikrofon aus der Hand, während du gerade sprichst – und du merkst plötzlich, dass es dir nichts ausmacht. Du sprichst einfach weiter, leiser, klarer, ohne Verstärkung. Die Stimme trägt trotzdem. Genau in diesem winzigen, fast unsichtbaren Moment beginnt echte Souveränität.

Inhaltsverzeichnis

  • Der Unterschied zwischen Kontrolle und Herrschaft
  • Warum der innere Thron meist leer bleibt
  • Die drei unsichtbaren Ketten, die fast jeder trägt
  • Der Architekt deiner eigenen Wirklichkeit
  • Wenn das Außen plötzlich unwichtig wird
  • Praktische Wege – wie man den Thron tatsächlich besteigt
  • Die stillen Revolutionen anderer Menschen
  • Häufige Irrtümer und was sie wirklich kosten
  • Eine kleine Tabelle: Souverän vs. reaktiv
  • Fragen & kurze Antworten, die ich oft höre
  • Abschließendes Bild

Der Unterschied zwischen Kontrolle und Herrschaft

Die meisten Menschen versuchen, das Leben zu kontrollieren. Sie bauen Dämme gegen Kritik, sammeln Argumente wie Munition, üben Mimik vor dem Spiegel, planen Gespräche durch. Das ist Kontrolle – und sie ist unendlich anstrengend.

Herrschaft dagegen ist das Gegenteil von Anstrengung. Sie entsteht, wenn du aufhörst zu kämpfen, weil du weißt: Der Raum, in dem die eigentliche Entscheidung fällt, liegt sowieso nicht draußen. Er liegt in dir. Und diesen Raum hat noch nie jemand betreten, den du nicht selbst hereingelassen hast.

Warum der innere Thron meist leer bleibt

Der Thron bleibt leer, weil die meisten Menschen glauben, Souveränität müsse erkämpft, verteidigt, bewiesen werden. Dabei ist sie das Gegenteil: ein Zustand, der entsteht, sobald du aufhörst, irgendetwas beweisen zu müssen.

Ein Beispiel aus dem echten Leben: Eine Frau Mitte dreißig, Finanzbuchhalterin in einer mittelgroßen Kanzlei in Graz, wurde jahrelang von einem narzisstischen Vorgesetzten kleingehalten. Eines Morgens – sie hatte gerade einen Cappuccino verschüttet und sich dafür entschuldigt – hörte sie sich plötzlich sagen: „Entschuldigung, das war dumm von mir.“ Und dann, ganz leise in sich hinein: „Nein. Das war ein Unfall. Ich muss mich dafür nicht kleiner machen.“

In diesem einen Satz hörte sie zum ersten Mal ihre eigene Stimme ohne Fremdfilter. Der Thron war plötzlich besetzt – nicht durch Kampf, sondern durch schlichte Verweigerung der alten Rolle.

Die drei unsichtbaren Ketten, die fast jeder trägt

  1. Die Kette der Zustimmungssucht Du spürst sofort, wenn jemand den Mund verzieht. Dein Magen zieht sich zusammen. Du korrigierst dich automatisch. Die Kette ist hauchdünn – aber sie zieht.
  2. Die Kette der Identifikation mit der Rolle „Ich bin die Zuverlässige.“ „Ich bin der Ruhige.“ „Ich bin diejenige, die immer lächelt.“ Solange du dich mit dieser Rolle gleichsetzt, kannst du sie nicht ablegen – selbst wenn sie dich erdrückt.
  3. Die Kette der Vergangenheitsprojektion Du reagierst nicht auf das, was jetzt passiert – du reagierst auf das, was früher einmal passiert ist und sich jetzt wiederholt anzufühlen scheint. Das Gehirn spart Energie, indem es alte Muster recycelt. Souveränität beginnt erst, wenn du das Muster erkennst und sagst: „Das war damals. Jetzt ist jetzt.“
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Der Architekt deiner eigenen Wirklichkeit

Sobald du begreifst, dass du nicht die Gefühle bist, die in dir aufsteigen, sondern der Raum, in dem sie auftauchen – änderst du die Perspektive komplett. Du bist nicht mehr das Schiff im Sturm. Du bist der Ozean, auf dem das Schiff fährt.

Eine sehr interessante Entwicklung, die derzeit langsam auch nach Mitteleuropa kommt (vor allem aus Teilen Nordamerikas und Australiens): die bewusste Trennung von „Content“ und „Context“. Man fragt sich nicht mehr „Warum fühle ich mich angegriffen?“, sondern „In welchem Kontext entscheide ich gerade, dass diese Worte mich treffen dürfen?“ Das klingt zunächst esoterisch, ist aber hochgradig praktisch. Es ist eine Art mentale Immunität.

Wenn das Außen plötzlich unwichtig wird

Es gibt diesen Punkt, an dem du merkst: Die Meinung des anderen ist nur Lärm, solange ich sie nicht in mein Steuerhaus lasse. Das ist kein arrogantes „Mir egal, was du denkst“. Es ist ein ruhiges „Das, was du denkst, verändert nicht die Tatsache, wer ich bin und was ich tue.“

Ein Mann aus einer kleinen Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, gelernter Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, erzählte mir einmal: „Früher habe ich mich vor jedem Kunden zusammengerissen, damit er mich mag. Heute sage ich klar, was machbar ist und was nicht – und die Leute respektieren mich mehr, nicht weniger.“

Praktische Wege – wie man den Thron tatsächlich besteigt

Hier kommen keine 17-Schritte-Listen. Nur drei Bewegungen, die du heute noch machen kannst:

  • Satz 1: „Das ist deine Meinung. Meine ist anders.“ (laut oder still gesagt)
  • Satz 2: „Ich entscheide, was für mich jetzt wichtig ist.“ (wenn du merkst, dass du dich verbiegst)
  • Satz 3: „Danke für die Information.“ (wenn jemand dich kleinmachen will – und dann weitermachen)

Jeder dieser Sätze ist ein kleiner Hammer, der eine Kette sprengt.

Die stillen Revolutionen anderer Menschen

  • Eine alleinerziehende Mutter aus Innsbruck, die als Stationsleitung in der Pflege arbeitet, hat aufgehört, sich für jede Schicht, die sie nicht übernehmen konnte, zu rechtfertigen. Sie sagt jetzt einfach: „An diesem Tag geht es nicht.“ Punkt. Die Welt ist nicht untergegangen.
  • Ein junger Mann aus Basel, Logistikdisponent, hat sich von der ständigen Erreichbarkeit verabschiedet. Sein Chef schrieb um 22:17 Uhr. Er antwortete um 08:04 Uhr. Ohne schlechtes Gewissen. Der Himmel fiel nicht ein.
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Häufige Irrtümer und was sie wirklich kosten

Irrtum 1: Souveränität = Gefühllosigkeit Nein. Souveränität = du fühlst alles, lässt dich aber nicht davon steuern.

Irrtum 2: Man muss erst „heilen“, bevor man souverän sein kann Falsch. Souveränität ist der schnellste Heilungsweg. Je länger du wartest, desto tiefer graben sich die alten Muster ein.

Irrtum 3: Souveränität macht einsam Im Gegenteil. Menschen, die klar Position beziehen, ziehen andere klare Menschen an. Die diffusen fallen weg – und das ist meistens ein Gewinn.

Eine kleine Tabelle: Souverän vs. reaktiv

Situation Reaktiver Mensch Souveräner Mensch
Jemand kritisiert dich scharf Verteidigt, erklärt, wird laut oder klein Hört zu. Nickt. Entscheidet dann in Ruhe
Deadline unmenschlich Übernimmt, opfert Wochenende, wird krank Sagt klar, was realistisch ist – und steht dazu
Partner droht mit Konsequenz Passt sich panisch an Prüft: Stimmt das mit meinen Werten überein?
Chef lobt andere, ignoriert dich Fühlt sich wertlos Freut sich für den Kollegen. Weiß den eigenen Wert

Fragen & kurze Antworten, die ich oft höre

1. Wie bleibt man souverän, wenn man innerlich kocht? Atme vier Sekunden ein, sechs aus. Das ist keine Esoterik – es senkt nachweislich den Puls und gibt dem präfrontalen Cortex wieder die Oberhand.

2. Was, wenn ich mich dann als Arschloch fühle? Das Gefühl kommt meistens aus der alten Konditionierung „Sei nett, dann wirst du geliebt“. Es vergeht, sobald du merkst, dass echte Nähe nicht von Nettigkeit, sondern von Ehrlichkeit lebt.

3. Kann man Souveränität verlernen? Ja, wenn du lange genug wieder kuscht. Aber sie kommt schneller zurück, als du denkst, sobald du einmal weißt, wie sie sich anfühlt.

4. Was ist der größte Feind der Selbstsouveränität? Die Angst vor dem Alleinsein. Die meisten Ketten sind gar nicht aus Eisen – sie sind aus der Befürchtung gemacht, dass niemand mehr da ist, wenn man aufhört zu gefallen.

5. Wie merkt man, dass man Fortschritte macht? Du lachst plötzlich über Dinge, die dich früher verletzt haben. Nicht aus Abwehr – sondern weil sie wirklich klein geworden sind.

Abschließendes Bild

Stell dir vor, du stehst auf einem Berg. Unten tobt ein Sturm. Menschen rennen, schreien, halten Schilder hoch. Du hörst sie. Du siehst sie. Aber der Wind berührt dich nicht mehr. Du bist nicht weggetreten. Du bist einfach nur oben. Und der Thron, auf dem du sitzt, war immer schon deiner.

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Eine ruhige Stimme in dir sagt: „Das da unten ist Theater. Ich bin das Publikum – und der Regisseur zugleich.“

Willkommen zurück.

Hat dir der Text etwas in Bewegung gesetzt? Schreib mir gern in die Kommentare: Welche der drei unsichtbaren Ketten spürst du bei dir am stärksten – und was wäre der erste winzige Satz, den du dir heute erlauben könntest, um sie zu lockern? Ich lese jede Antwort.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

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