Selbstliebe rettet, wenn alles bricht
Der Wind reißt an den grauen Gardinen in einer kleinen Wohnung in Flensburg, während der Kessel pfeift und der Geruch von starkem Schwarztee mit Kardamom durch den Raum zieht. Es ist nicht vier Uhr morgens. Es ist kurz nach halb elf abends und du starrst auf dein Spiegelbild im dunklen Fenster – nicht weil du eitel wärst, sondern weil du dich fragst, wer diese erschöpfte Person eigentlich ist, die da zurückschaut.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Selbstliebe kein Wellness-Gefühl ist
- Der Moment, in dem man sich selbst verlässt
- Was passiert, wenn die innere Stimme zum Feind wird
- Die unsichtbare Ökonomie der Selbstaufgabe
- Drei echte Rettungsringe – keine Affirmations-Klebezettel
- Der Preis der Selbstliebe (und warum er sich lohnt)
- Wenn der Körper früher schreit als der Verstand
- Andere Länder, andere Arten sich selbst zu verraten
- Die leise Revolution im Alltag
- Abschließende Notiz aus der eigenen Praxis
Warum Selbstliebe kein Wellness-Gefühl ist
Selbstliebe klingt nach Duftkerzen, rosafarbenen Notizbüchern und sanfter Stimme auf Sprachnachrichten. In Wirklichkeit ist sie eher ein rostiger Rettungsanker, den man sich selbst in stürmischer See zuwirft, während das Schiff bereits Schlagseite hat.
Sie beginnt meistens nicht mit Wohlgefühl, sondern mit einem sehr nüchternen Satz: „So kann ich nicht weitermachen.“
Der Moment, in dem man sich selbst verlässt
Stell dir vor, es ist ein ganz normaler Dienstag. Eine 38-jährige Altenpflegerin namens Fenja aus Husum steht um 5:40 Uhr im Bad, wischt sich die Tränen weg, weil sie schon wieder die dritte Nachtschicht hintereinander hat und die Kollegin krank ist. Sie sagt sich: „Ist doch nur heute.“ Aber es ist nicht nur heute. Es ist seit 14 Monaten.
Ein 46-jähriger Logistikdisponent namens Thore aus Bremerhaven sitzt um 22:17 Uhr im Auto vor dem Haus, Motor läuft, Radio aus, und merkt plötzlich, dass er sich seit sieben Jahren nicht mehr gefragt hat, was er eigentlich will. Er hat nur noch funktioniert.
Beide haben eines gemeinsam: Irgendwann haben sie den stillen Vertrag mit sich selbst unterschrieben, dass sie selbst am wenigsten zählen.
Was passiert, wenn die innere Stimme zum Feind wird
Die meisten Menschen glauben, Selbsthass klinge nach lauten Beschimpfungen. Meistens ist es viel leiser.
Es ist die Stimme, die sagt: „Andere haben es viel schwerer.“ „Du bist ja selbst schuld.“ „Wenn du jetzt zusammenbrichst, fällt alles auseinander.“
Und weil diese Stimme so vernünftig klingt, hört man ihr länger zu als jedem anderen Menschen.
Die unsichtbare Ökonomie der Selbstaufgabe
Man zahlt mit Schlaf, mit Rückenschmerzen, mit der Fähigkeit, sich noch über kleine Dinge zu freuen, mit der Lust auf Sex, mit Humor, mit Träumen, die man irgendwann aufgibt, weil sie „nicht realistisch“ sind.
Man bekommt dafür:
- Anerkennung von Menschen, die einen gar nicht wirklich kennen
- Ein Gefühl von Sicherheit (das aber keines ist)
- Das Recht, sich als „anständig“ und „zuverlässig“ zu bezeichnen
Bis der Körper die Rechnung präsentiert.
Drei echte Rettungsringe – keine Affirmations-Klebezettel
1. Das 90-Sekunden-Regel-Experiment Wenn der Selbsthass hochkommt („Ich bin so ein Versager“), stell dir einen Timer auf exakt 90 Sekunden. In dieser Zeit darfst du alles fühlen – aber du darfst es nicht bewerten und nicht weiterspinnen. Danach sagst du laut: „Das war Runde eins.“ Und dann machst du etwas Körperliches: 12 Kniebeugen, kaltes Wasser ins Gesicht, 30 Sekunden Hampelmänner. Die meisten Menschen erleben, dass die Welle nach 90 Sekunden bereits deutlich kleiner ist. Der Körper hat das autonome Nervensystem umgelenkt.
2. Die Fremdperspektiv-Übung mit vertauschten Rollen Nimm ein Blatt Papier. Schreibe oben: „Brief an meine beste Freundin / meinen besten Freund in genau meiner Situation.“ Und dann schreibst du alles, was du dir selbst nie zugestehen würdest: Verständnis, Milde, Erlaubnis zu weinen, Erlaubnis, Nein zu sagen. Danach liest du den Brief laut vor – möglichst vor dem Spiegel. Die meisten Menschen weinen an dieser Stelle. Nicht aus Trauer. Aus Erleichterung.
3. Der 48-Stunden-Kontrakt mit dir selbst Du verpflichtest dich für genau 48 Stunden zu drei Regeln:
- Keine großen Entscheidungen
- Keine Rechtfertigung gegenüber anderen
- Einmal täglich 20 Minuten nur für dich (ohne Handy, ohne Haushalt, ohne andere)
Nach 48 Stunden entscheidest du neu, ob du verlängerst. Die meisten verlängern.
Der Preis der Selbstliebe (und warum er sich lohnt)
Selbstliebe kostet Bequemlichkeit. Sie kostet die alte Identität als „der/die, auf die man sich immer verlassen kann“. Sie kostet Beziehungen, in denen man nur noch Funktion war. Sie kostet manchmal sogar den Job, wenn er krank macht.
Aber sie schenkt etwas, das man vorher gar nicht mehr kannte: Das Gefühl, auf der richtigen Seite des Lebens zu stehen.
Wenn der Körper früher schreit als der Verstand
Der Rücken, der sich nach 14 Jahren Schichtarbeit verabschiedet. Die Panikattacken im Supermarkt. Die Erschöpfung, die nicht mehr mit Urlaub weggeht. Der Moment, in dem man beim Zahnarzt sitzt und plötzlich weint, weil die Zahnarzthelferin so freundlich fragt, wie es einem geht.
Der Körper lügt nicht. Er ist der letzte ehrliche Zeuge.
Andere Länder, andere Arten sich selbst zu verraten
In Japan gibt es den Begriff „karoshi“ – Tod durch Überarbeitung. In Südkorea sprechen junge Menschen vom „Sampo-Generation“-Phänomen: Verzicht auf drei Dinge (Beziehung, Ehe, Kinder), weil alles andere bereits unmöglich scheint. In den Niederlanden und Dänemark ist die Rate von Burnout in kreativen und wissensintensiven Berufen besonders hoch – gerade weil dort die Arbeitsmoral so hoch ist, dass man sich selbst kaum noch Grenzen zugesteht.
Überall zahlen Menschen mit ihrer Gesundheit für ein Bild von sich, das sie irgendwann einmal für richtig gehalten haben.
Die leise Revolution im Alltag
Sie beginnt nicht mit großen Gesten. Sie beginnt damit, dass du beim nächsten Telefonat mit der Chefin sagst: „Ich schaffe das nicht bis Freitag, wir müssen realistisch bleiben.“ Dass du das dritte Bier stehen lässt und stattdessen um 22 Uhr ins Bett gehst. Dass du deiner Mutter erklärst: „Ich komme dieses Wochenende nicht, ich brauche die Zeit für mich.“ Dass du im Supermarkt plötzlich stehen bleibst, weil dir bewusst wird, dass du schon wieder nur Sachen für andere kaufst.
Abschließende Notiz aus der eigenen Praxis
Nach fast zwei Jahrzehnten Begleitung von Menschen in Umbruchphasen habe ich eines gelernt: Die Menschen, die am längsten durchgehalten haben, sind nicht die stärksten. Sie sind diejenigen, die am spätesten aufgegeben haben – sich selbst zu verlassen.
Und genau darin liegt die bittere Ironie: Wer sich selbst am längsten verrät, braucht am längsten, um zu merken, dass er es tut.
Zitat „Die größte Gefahr für die meisten von uns ist nicht, dass wir zu hohe Ziele anstreben und sie verfehlen – sondern dass wir zu niedrige Ziele anstreben und sie erreichen.“ – Michelangelo
Hat dir der Text etwas in Bewegung gesetzt? Schreib mir gerne in die Kommentare: Welchen kleinen Satz hast du dir heute selbst verboten – und wie hat sich das angefühlt, ihn trotzdem zu sagen oder zu denken? Teil den Beitrag mit jemandem, der gerade still vor sich hin leidet und glaubt, er dürfe nicht jammern.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
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Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
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was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
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