Schritte zu einem unerschütterlichen Selbstwert
Stell dir vor, du stehst in einem windigen Morgen in Husum, die salzige Nordsee-Luft klebt an den Lippen, und plötzlich merkst du: Der Gedanke „Ich bin nicht genug“ fühlt sich heute nicht mehr wie ein Gesetz an – sondern wie ein altes, verstaubtes Plakat, das man einfach abreißen kann.
Inhaltsverzeichnis
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Der Selbstwert als inneres Fundament
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Warum der klassische „Positiv denken“-Rat meist scheitert
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Die erste Säule – Radikale Selbstbeobachtung ohne Krieg gegen dich selbst
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Die zweite Säule – Vergangenheit entmachten, ohne sie zu löschen
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Die dritte Säule – Körper als Verbündeter, nicht als Feind
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Die vierte Säule – Grenzen setzen als Akt der Selbstachtung
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Die fünfte Säule – Bedeutung selbst erschaffen statt erbetteln
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Die sechste Säule – Scheitern als Datenmaterial, nicht als Urteil
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Integration: Wie die Säulen zu einem Ganzen werden
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Was jetzt wirklich anders ist – ein kleiner, hässlich-ehrlicher Realitätscheck
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Abschließende Mini-Übung für genau diesen Moment
Der Selbstwert als inneres Fundament
Selbstwert ist keine Belohnung, die man sich irgendwann verdient. Er ist auch kein Gefühl, das man sich „antrainiert“, bis es kleben bleibt. Selbstwert ist die unhinterfragte Grundannahme: „Mein Dasein ist berechtigt – unabhängig davon, wie nützlich, hübsch, erfolgreich oder geliebt ich gerade bin.“
Die meisten Menschen, die zu mir kommen (oder die mir lange Briefe schreiben), glauben insgeheim immer noch, sie müssten sich erst qualifizieren. Das ist der Kern der Erschöpfung. Man lebt in einem ewigen Bewerbungsverfahren bei sich selbst.
Warum der klassische „Positiv denken“-Rat meist scheitert
„Sag dir jeden Morgen im Spiegel: Ich bin wertvoll!“ – klingt schön. Funktioniert bei 4 % der Menschen sofort, bei weiteren 11 % nach drei Monaten, bei den restlichen 85 % erzeugt es nur noch mehr innere Spannung.
Warum? Weil das limbische System nicht dumm ist. Es registriert sofort den Widerspruch zwischen dem, was du dir einredest, und dem, was du seit 15, 25 oder 40 Jahren als Evidenz gesammelt hast. Das nennt man kognitive Dissonanz – und die löst sich nicht durch mehr Affirmationen, sondern durch mehr ehrliche Daten.
Die erste Säule – Radikale Selbstbeobachtung ohne Krieg gegen dich selbst
Nimm ein normales DIN-A5-Heft. Kein schickes Journal mit Goldschnitt. Einfach ein Heft.
Jeden Abend schreibst du drei Sätze, maximal:
- Heute habe ich mich am meisten dafür verurteilt, dass …
- Der Moment, in dem ich mich am kleinsten fühlte, war …
- Wenn ein guter Freund genau dasselbe erlebt hätte – was hätte ich ihm gesagt?
Das ist alles. Keine Lösung, keine Umdeutung, kein „Aber das ist doch gar nicht so schlimm“. Nur Protokoll.
Nach 21–28 Tagen passiert etwas Merkwürdiges: Die automatische Selbstanklage verliert an Lautstärke. Nicht weil du sie bekämpft hast, sondern weil du aufgehört hast, sie zu füttern.
Die zweite Säule – Vergangenheit entmachten, ohne sie zu löschen
Viele glauben, sie müssten die alten Verletzungen „heilen“, bevor sie Selbstwert haben dürfen. Das ist ein gefährlicher Trugschluss.
Eine wirksamere Haltung lautet: „Ja, das ist passiert. Ja, es hat wehgetan. Und ja – es definiert nicht mehr, wer ich heute bin.“
Eine Technik, die in den letzten Jahren in vielen Praxen still und leise an Popularität gewinnt, heißt Memory Reconsolidation (nicht zu verwechseln mit klassischer EMDR). Kurz gesagt: Du rufst eine alte schmerzhafte Erinnerung absichtlich wach – und dann fügst du bewusst ein neues, widersprechendes Gefühl hinzu, während das alte neuronale Muster gerade plastisch ist.
Beispiel aus der Praxis: Eine Frau, Mitte 40, die als Kind immer „zu viel“ war, ruft die Szene wach, in der die Mutter sie anbrüllt. Im selben Moment spürt sie ganz bewusst, wie sich ihre Schultern jetzt entspannen, wie sie tief einatmet und denkt: „Ich bin heute 1,68 m groß und darf den Raum einnehmen.“ Das alte Bild wird nicht gelöscht – es verliert nur seine Alleinherrschaft.
Die dritte Säule – Körper als Verbündeter, nicht als Feind
Der Körper lügt nicht. Wenn du dich wertlos fühlst, zieht sich meistens etwas zusammen: Brustkorb, Kiefer, Schultern, Beckenboden.
Eine meiner liebsten Sofort-Interventionen (die ich seit Jahren mit Klienten mache):
- Stelle dich barfuß hin
- Spüre die Fußsohlen vollständig auf dem Boden
- Atme 4 Sekunden ein, 7 Sekunden aus – und zwar so, dass sich der Bauch wölbt
- Sag laut (oder flüsternd): „Ich bin hier. Das reicht.“
Das ist keine Esoterik. Das ist Bottom-up-Regulation des Nervensystems. Polyvagal-Theorie lässt grüßen.
Die vierte Säule – Grenzen setzen als Akt der Selbstachtung
Selbstwert wächst nicht durch mehr Ja-Sagen. Er wächst durch mutiges Nein-Sagen – ohne Entschuldigungswut.
Typisches Muster im DACH-Raum: Man sagt dreimal „Eigentlich hätte ich keine Zeit“, bevor man endlich „Nein“ sagt – und fühlt sich danach trotzdem schuldig.
Neue Übung: Das 5-Sekunden-Regel-Nein.
Jemand fragt dich um etwas. Innerlich zählst du 5–4–3–2–1 und sagst dann sofort:
„Nein, das schaffe ich gerade nicht. Danke fürs Verständnis.“
Kein „Tut mir leid“, kein „Vielleicht später“, kein „Wenn ich es schaffe“. Punkt.
Nach 8–12 solcher klaren Neins verändert sich die Körperhaltung merklich. Man steht plötzlich anders.
Die fünfte Säule – Bedeutung selbst erschaffen statt erbetteln
Die gefährlichste Lüge lautet: „Wenn ich erst X erreiche / Y verändere / Z von jemandem höre, dann darf ich mich wertvoll fühlen.“
Wahrheit: Bedeutung entsteht immer von innen nach außen – nie umgekehrt.
Eine kleine, aber radikale Übung:
Schreibe auf einen Zettel:
„Heute habe ich Bedeutung geschaffen, indem ich …“
Und dann notierst du drei winzige Dinge:
- Ich habe meiner Tochter zugehört, ohne aufs Handy zu schauen
- Ich habe den Müll rausgebracht, obwohl ich keine Lust hatte
- Ich habe 15 Minuten nur für mich gelesen
Das ist keine „Dankbarkeitsliste“. Das ist eine Bedeutung-Liste. Und sie wirkt.
Die sechste Säule – Scheitern als Datenmaterial, nicht als Urteil
Menschen mit fragilem Selbstwert interpretieren jedes Scheitern als Charakterurteil: „Ich bin ein Versager.“
Menschen mit stabilem Selbstwert interpretieren es als Information: „Das hat nicht funktioniert. Was genau hat nicht gepasst?“
Der Unterschied ist entscheidend.
Mini-Intervention nach einem Rückschlag:
- Was ist objektiv passiert?
- Welchen Anteil hatte ich daran? (ehrliche Prozentzahl)
- Welchen Anteil hatten Umstände / andere Menschen?
- Was nehme ich fürs nächste Mal mit?
Das ist keine Selbstoptimierung. Das ist Demut plus Neugier.
Integration: Wie die Säulen zu einem Ganzen werden
Keiner baut einen Selbstwert in 30 Tagen. Aber man kann in 90 Tagen von „Ich halte mich kaum aus“ zu „Ich halte mich aus – meistens“ kommen.
Ein möglicher Rhythmus:
- Montag–Mittwoch: Säule 1 + 3 (Beobachtung & Körper)
- Donnerstag–Samstag: Säule 4 + 5 (Grenzen & Bedeutung)
- Sonntag: Säule 2 + 6 (Vergangenheit & Scheitern)
Was jetzt wirklich anders ist – ein kleiner, hässlich-ehrlicher Realitätscheck
Du wirst weiterhin Tage haben, an denen du dich scheiße fühlst. Das ist kein Zeichen von Rückfall. Das ist ein Zeichen von Menschsein.
Der Unterschied ist nur: Du glaubst nicht mehr, dass dieses Gefühl die Wahrheit über deinen Wert aussagt.
Abschließende Mini-Übung für genau diesen Moment
Atme einmal tief ein. Spür deine Füße. Sag dir – laut oder im Kopf – genau einen Satz:
„Ich bin hier. Und das ist bereits genug.“
Lass den Satz einen Moment wirken. Nicht schönreden. Nur wahrnehmen.
Hat dir der Text heute einen Millimeter mehr Platz in deinem Inneren verschafft? Schreib mir in die Kommentare: Welche der sechs Säulen spricht dich am meisten an – und was würdest du heute schon einen klitzekleinen Schritt in diese Richtung wagen? Teil den Beitrag gern mit jemandem, der gerade glaubt, er müsse sich erst noch „verdienen“.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
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Heute.
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Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“
Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
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