Mut, für Träume einzustehen, finden
Du stehst manchmal vor deinem eigenen Leben wie vor einer verschlossenen Tür, deren Schlüssel du längst in der Hosentasche trägst – und doch traust du dich nicht, ihn herauszunehmen. Der Mut, wirklich für das einzustehen, was du tief in dir als deinen Traum erkennst, entsteht selten durch große dramatische Gesten. Meistens kommt er leise, fast unscheinbar, in Momenten, in denen du dich entscheidest, nicht länger wegzuschauen.
Stell dir vor, du sitzt in einer kleinen Wohnung in Flensburg, der Wind drückt vom Hafen her salzige Luft gegen die Scheiben, und du hältst einen dampfenden Pharisäer in den Händen – Rum, Kaffee, Sahnehaube, die Wärme steigt dir ins Gesicht. Vor dir liegt ein Zettel mit einem einzigen Satz, den du seit Jahren nicht mehr laut ausgesprochen hast: „Ich will endlich meine eigene kleine Buchhandlung eröffnen.“ Und genau in diesem Augenblick spürst du zum ersten Mal seit Langem, dass der Gedanke nicht mehr nur wehtut – er beginnt, dich lebendig zu machen.
Wie der Mut eigentlich entsteht – jenseits von Motivationstrainern
Mut entsteht nicht dadurch, dass du dir einredest „Ich bin mutig“. Er entsteht dadurch, dass du anfängst, die Diskrepanz zwischen deinem jetzigen Leben und deinem inneren Kompass schmerzhaft deutlich zu spüren – und diesen Schmerz dann nicht mehr weglügst.
Viele Menschen glauben, Mut sei die Abwesenheit von Angst. Das ist ein Irrtum. Mut ist die Entscheidung, trotz der anwesenden Angst weiterzugehen. Eine neuropsychologische Beobachtung der letzten Jahre zeigt: Der präfrontale Cortex kann die Amygdala (das Angstzentrum) nur dann regulieren, wenn er durch wiederholte kleine Handlungen trainiert wird, die Angst auszuhalten, statt sie zu vermeiden. Mit anderen Worten: Mut ist ein Muskel, den du durch mikroskopisch kleine Akte des Ungehorsams gegenüber deiner eigenen Bequemlichkeit aufbaust.
Die Geschichte von Fenja und wie sie ihren Mut fand
Fenja Petersen arbeitete als Verwaltungsfachangestellte in einer Kreisverwaltung in Husum. Jeden Morgen fuhr sie mit dem Fahrrad durch den Nebel, der über den Halligen lag, und spürte, wie sich mit jedem Tritt in die Pedale ein Stück Lebensfreude verabschiedete. Sie hatte einmal davon geträumt, Keramikerin zu werden – nicht die hippe Instagram-Keramikerin, sondern die, die stundenlang mit tonnenschwerem Lehm ringt, bis das Gefäß endlich atmet.
Eines Abends, nach einem besonders langen Tag voller Akten und Stempel, setzte sie sich in ihre winzige Küche, kochte sich einen starken Ostfriesentee mit Kandis und Sahne und schrieb auf einen Zettel: „Wenn ich in fünf Jahren noch hier sitze und nichts verändert habe, werde ich mich selbst nie wieder ernst nehmen können.“ Dieser eine Satz wurde ihr Kompass. Nicht ein Motivationsseminar. Nicht ein Vision-Board. Ein einziger, ehrlicher Satz, der wehtat.
Sie begann, montags und donnerstags abends in einer alten Scheune am Deich zu töpfern – erst heimlich, dann mit wachsendem Stolz. Heute verkauft sie ihre Gefäße auf kleinen Märkten zwischen Niebüll und Westerland. Nicht viel Geld. Aber sie atmet wieder.
Was passiert, wenn du den Mut immer wieder verschiebst
Der Körper merkt sich das Verschieben. Chronischer Aufschub erzeugt eine Art innere Entzündung – du fühlst dich dauerhaft müde, gereizt, leer. Viele Menschen, die ich in den letzten Jahren begleitet habe, berichteten von genau diesem Muster: Solange der Traum nur gedacht, aber nicht angefasst wird, entsteht eine unterschwellige Scham, die sich wie Blei in die Knochen legt.
Eine kleine Tabelle mit realistischen Preisschildern des Aufschiebens
| Aufschub-Dauer | Typische innere Kosten | Häufigste körperliche Begleiterscheinung |
|---|---|---|
| 3–6 Monate | Leichte innere Unruhe, erste Rechtfertigungen | Schlafstörungen, flacher Atem |
| 1–2 Jahre | Chronisches „Eigentlich wollte ich…“-Gefühl | Verspannte Schultern, wiederkehrende Kopfschmerzen |
| 5+ Jahre | Tief sitzende Lebenslüge, Identitätsdiffusion | Erschöpfungszustände, diffuse Schmerzen |
| 10+ Jahre | Verbitterung oder völlige Abspaltung des Traums | Depressionstendenzen, Autoimmunreaktionen |
Der europäische „Permission-Trend“ – was gerade aus Kanada und Neuseeland zu uns kommt
Seit etwa zwei Jahren breitet sich in Online-Communitys in Vancouver und Wellington eine Haltung aus, die man „Permission Practice“ nennt: Menschen geben sich selbst bewusst und rituell die Erlaubnis, etwas zu wollen, bevor sie es tun. Das klingt banal – ist es aber nicht. Es ist ein radikaler Bruch mit der norddeutschen „Man-muss-doch-mal-…“-Kultur.
Ein typisches Permission-Ritual sieht so aus: Du setzt dich mit einem Getränk deiner Wahl (viele nehmen übrigens bewusst einen einfachen Schwarztee oder einen Filterkaffee) hin, sprichst laut oder schreibst auf: „Ich erlaube mir heute, ernsthaft zu wollen, dass …“ und lässt den Satz eine Minute lang wirken. Klingt esoterisch? Mag sein. Funktioniert es? In meiner eigenen Praxis und bei sehr vielen Menschen, die ich begleite, ja – und zwar erstaunlich schnell.
Frage-Antwort-Runde – die häufigsten Einwände und was wirklich dahintersteckt
- „Aber ich weiß doch gar nicht genau, was mein Traum ist.“ Meistens weißt du es schon. Du weißt nur nicht, ob du es dir erlauben darfst, es ernst zu nehmen. Fang damit an, alles aufzuschreiben, was dich in den letzten drei Jahren neidisch gemacht hat – das ist oft der klarste Kompass.
- „Ich habe Familie / Kredite / Verantwortung – da kann ich doch nicht einfach…“ Richtig. Deshalb fängt man nicht mit dem großen Sprung an, sondern mit dem ersten kleinen, ehrlichen Schritt. 45 Minuten pro Woche, die nur dir und deinem Traum gehören, sind fast immer möglich.
- „Was, wenn ich scheitere und dann noch unglücklicher bin?“ Die meisten Menschen, die wirklich scheitern, sind nicht unglücklicher – sie sind erleichtert, weil sie endlich wissen, dass dieser Weg nicht ihrer war. Das Nicht-Ausprobieren hinterlässt die tiefere Narbe.
- „Ich bin schon zu alt dafür.“ Unsinn. Eine Frau aus Bremerhaven hat mit 58 ihre erste Ausbildung zur Ergotherapeutin gemacht. Heute leitet sie eine kleine Praxis für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen. Alter ist kein Stoppschild – es ist manchmal sogar ein Turbo.
- „Ich habe Angst, was die anderen denken.“ Sie werden reden. Egal, was du tust. Die Frage ist nur, ob du dein Leben nach dem Geräuschpegel ihrer Kommentare ausrichten willst.
Der entscheidende Wendepunkt – wenn der Körper „Ja“ sagt
Irgendwann passiert etwas Merkwürdiges: Du tust den ersten kleinen Schritt – und plötzlich fühlt sich dein Brustkorb weiter an. Dein Atem geht tiefer. Deine Schultern sinken. Der Körper sagt „endlich“ früher als der Verstand.
Das ist der Moment, in dem Mut nicht mehr etwas ist, das du dir abringen musst. Es ist etwas, das durch dich hindurchfließt.
Ein Satz, der alles verändern kann
„Ich erlaube mir, dass es mir wichtig ist.“
Sag ihn leise. Sag ihn oft. Und dann tu den nächsten winzigen, konkreten Schritt.
Zitat zum Schluss
„Der Mut kommt nicht vorher. Er kommt dadurch, dass man anfängt.“ – Astrid Lindgren
Hat dir der Text einen kleinen, spürbaren Impuls gegeben? Dann schreib mir gerne in die Kommentare: Welcher eine Satz oder welcher winzige Schritt fühlt sich für dich gerade am lebendigsten an? Ich lese jede Zeile und freue mich sehr über deinen Mut, es auszusprechen.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
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