Motivation ist ein Feuer, das im Sturm tanzt

Motivation ist ein Feuer, das im Sturm tanzt
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Motivation ist ein Feuer, das im Sturm tanzt

In manchen Momenten sitzt du da, die Tasse schon kalt geworden, und fragst dich, warum der innere Antrieb gestern noch wie ein heller Scheinwerfer war und heute nur noch ein flackerndes Streichholz ist. Es fühlt sich nicht wie Faulheit an. Es fühlt sich an wie ein leises, beharrliches Flüstern: „Wozu eigentlich?“

Und genau in diesem leisen Zweifel liegt der Stoff, aus dem die stärksten Metaphern gemacht werden.

Stell dir vor, Motivation wäre kein stetig brennendes Lagerfeuer, das man nur mit genügend Holz am Leben hält. Stell dir stattdessen vor, sie wäre ein Feuer, das im Sturm tanzt.

Kein kontrolliertes Kaminfeuer. Kein gemütliches Teelicht. Sondern eine züngelnde, unberechenbare Flamme, die sich in Böen dreht, sich duckt, fast erlischt, plötzlich wieder hochschießt, Funken nach allen Seiten schleudert und dabei trotzdem weiterbrennt – nicht weil sie geschützt ist, sondern genau weil sie dem Wind ausgesetzt bleibt.

Dieses Bild ist keine schöne Redensart. Es ist eine ziemlich genaue Beschreibung dessen, was in Menschen passiert, die über Jahre hinweg immer wieder aufstehen, obwohl sie schon oft genug am Boden lagen.

Der Wind ist real Der Sturm kommt in vielen Gestalten:

  • ein Vorgesetzter, der seit achtzehn Monaten jedes dritte Projekt mit „strategischer Neupriorisierung“ killt
  • ein Kind, das nachts um halb drei Fieber hat und man selbst muss um 6:45 Uhr in einer Videokonferenz sitzen
  • der Moment, in dem man die Kontobewegung sieht und merkt, dass die Reserve für genau zwei Monate reicht
  • der Bekannte, der in drei Sätzen erklärt, warum das, woran du gerade mit ganzem Herzen arbeitest, sowieso nie funktionieren wird
  • der eigene Kopf um 3:17 Uhr, der dir in Endlosschleife die fünf schlimmsten Fehler der letzten sieben Jahre vorspielt

All das ist Wind. Starker, kalter, böiger Wind.

Und dennoch brennt das Feuer weiter – nicht weil es keinen Wind gäbe, sondern weil es gelernt hat, mit dem Wind zu brennen.

Wie tanzt eine Flamme im Sturm?

  1. Sie wird kleiner, bevor sie stirbt Wenn der Wind plötzlich auffrischt, zieht sich die Flamme instinktiv zusammen. Sie duckt sich. Der Schein wird schmaler, fast unsichtbar. Aber genau diese kompakte Form schützt die Hitze im Kern. Viele Menschen interpretieren genau diesen Moment als „Ich habe keine Motivation mehr“. In Wirklichkeit ist es der Augenblick, in dem das innere Feuer am klügsten handelt: Es konserviert Energie.

Wer in dieser Phase sofort versucht, wieder laut und groß zu lodern, verbraucht meist die letzten Reserven und erlischt wirklich. Wer hingegen akzeptiert, dass er jetzt klein brennen darf, gewinnt oft überraschend schnell an Substanz zurück.

  1. Sie ändert ständig ihre Form Eine Flamme im Sturm hat keine feste Gestalt. Sie biegt sich, ringelt sich, schießt seitlich heraus, sinkt wieder in sich zusammen. Sie ist in ständiger Bewegung – und genau dadurch bleibt sie stabil. Menschen, die langfristig motiviert bleiben, haben meist aufgehört, nach der einen „richtigen“ Form ihres Lebens zu suchen. Sie haben akzeptiert, dass Motivation mal sprintet, mal kriecht, mal tagelang nur glimmt. Sie identifizieren sich nicht mehr mit der jeweiligen Form – sie identifizieren sich mit dem Brennen selbst.
  2. Sie nutzt den Wind als Sauerstoff Physikalisch gesehen ist starker Wind für eine Flamme eigentlich ein Segen. Mehr Sauerstoff = intensivere Verbrennung. Nur die Richtung stimmt nicht immer. Genau deshalb drehen Menschen, die über lange Zeit kreativ und energiegeladen bleiben, ihre Projekte immer wieder so, dass der aktuelle Lebenswind von der Seite oder von vorn kommt – nicht direkt von hinten als Gegenwind. Beispiel: Jemand, der seit zwei Jahren in einer Firma leidet, die ihn nicht wertschätzt, wird nicht plötzlich „motivierter“, wenn er sich noch mehr anstrengt. Er wird motivierter, sobald er anfängt, abends zwei Stunden an einem eigenen Projekt zu arbeiten, das ihm Sauerstoff zuführt.
  3. Sie hinterlässt Glut Selbst wenn die sichtbare Flamme für einen Moment fast verschwindet – die Glut bleibt. Und Glut braucht sehr viel weniger Sauerstoff und Schutz als offenes Feuer. Viele Menschen unterschätzen, wie lange diese Glut nachwirkt. Man hat drei Wochen lang nichts Produktives zustande gebracht, fühlt sich wie ein Versager – und plötzlich, an einem ganz gewöhnlichen Dienstagmorgen, steht man auf und macht in 90 Minuten mehr als in den letzten drei Wochen zusammen. Woher kam das? Aus der Glut, die die ganze Zeit da war.
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Eine kleine Geschichte aus dem echten Leben

Vor einigen Jahren lernte ich eine Frau kennen, Ende dreißig, Mutter von zwei Kindern, angestellte Steuerberaterin in einer mittelgroßen Kanzlei in Hannover. Sie erzählte mir, dass sie seit ihrem 14. Lebensjahr Tagebuch führe – immer dieselbe Sorte, schwarzer Leineneinband, liniertes Papier. Inzwischen waren es 24 Hefte.

Ich fragte sie, was sie denn so aufschreibe. Sie lächelte schief und sagte: „Meistens, warum ich heute wieder aufgegeben habe.“

Und dann zog sie eines der neueren Hefte aus der Tasche. Schlug es auf. Zeigte mir eine Doppelseite vom 19. Oktober zwei Jahre zuvor.

Dort stand nur ein Satz, mehrmals unterstrichen:

„Ich will nicht mehr nur durchhalten. Ich will endlich einmal richtig brennen.“

Darunter folgte eine Liste mit Dingen, die sie damals aufgeben wollte:

  • die Kanzlei
  • die 58-Stunden-Wochen
  • die ständige Angst, nicht gut genug zu sein
  • das Gefühl, dass ihre Kinder sie nur noch als gestresste Mama wahrnehmen

Ich fragte: „Und? Hast du es gemacht?“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein. Noch nicht.“ Dann zeigte sie auf eine Zeile ganz unten, viel später mit anderer Tinte geschrieben:

„Aber ich habe angefangen, jeden Abend 22 Minuten zu schreiben. Nicht Tagebuch. Sondern Geschichten. Kleine, fertige Geschichten. Und ich habe gemerkt: Wenn ich schreibe, brennt etwas, das die Kanzlei nicht auspusten kann.“

Heute – zwei Jahre später – hat sie immer noch denselben Job. Aber nebenbei sind inzwischen 87 Kurzgeschichten entstanden. Zwei davon wurden in Literaturzeitschriften gedruckt. Eine kleine Lesung in einem Buchcafé in der Südstadt war ausverkauft. Und vor allem: Sie sagt, dass sie seitdem anders atmet.

Der Sturm ist immer noch da. Die Böen kommen weiterhin. Aber sie hat gelernt, dass sie nicht gegen den Wind brennen muss. Sie muss nur lernen, mit ihm zu tanzen.

Was das für dich bedeuten kann

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Vielleicht erkennst du dich gerade wieder. Vielleicht sitzt du genau jetzt mit kalter Tasse da und denkst: „Mein Feuer ist fast aus.“

Dann hör genau hin.

Es ist nicht aus. Es ist nur kleiner geworden. Es duckt sich. Es wartet auf den nächsten Windstoß, der Sauerstoff bringt statt Löschwasser.

Und wenn du willst, kannst du schon heute Abend damit anfangen, die Glut zu pflegen.

Kein großer Sprung. Kein radikaler Lebenswechsel (vielleicht später – aber nicht heute). Sondern nur eine winzige, absichtliche Handlung, die sagt:

„Ich weiß, dass du noch da bist. Und ich werde dich nicht ersticken.“

Das kann 15 Minuten sein. Ein Spaziergang ohne Handy. Drei Seiten in ein Heft kritzeln. Ein Lied laut mitsingen, das dich mit 17 zum Heulen gebracht hat. Jemandem eine ehrliche Nachricht schreiben, die du schon seit Monaten vor dir herschiebst.

Irgendetwas, das die Flamme erinnert: „Ich werde gesehen.“

Am Ende bleibt nur eine Frage

Wenn dein inneres Feuer ein Feuer im Sturm ist – wie heißt dann der Tanz, den du gerade tanzt?

Und vor allem: Willst du ihn weiter so tanzen – oder willst du lernen, ihn eleganter, mutiger, freier zu tanzen?

Die Flamme weiß es schon. Sie wartet nur darauf, dass du mit ihr tanzt.

Hat dir das Bild vom Feuer im Sturm etwas in dir berührt oder bewegt? Dann schreib mir gerne in die Kommentare: Welcher Wind bläst dir gerade am stärksten ins Gesicht – und was wäre für dich heute der kleinste, aber echte Glut bewahrende Schritt?

Teil den Text mit jemandem, der gerade das Gefühl hat, seine Flamme würde langsam erlöschen.

Manchmal braucht es nur einen Menschen, der sagt: „Ich sehe es auch. Es ist noch da. Und es ist wunderschön.“

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg

Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook

Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Blog Bilder für schöne Bider (4572)

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.

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Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.

Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.

Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?

Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.

Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.

Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.

Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.

erfolgsebook.com existiert aus genau einem Grund:
Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.

Nicht mit Druck.
Nicht mit leeren Parolen.
Sondern mit Klarheit.

Impulse, die dir zeigen:

– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
– warum Erfolg ohne Sinn dich trotzdem müde macht
– und wie aus bloßer Existenz ein Leben mit Tiefe wird

Keine Theorien.
Keine Motivationsfloskeln.
Sondern Gedanken, die dich dein Leben neu sehen lassen.

Viele Leser sagen danach:

„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“

Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:

Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.

Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.

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