Motivation entfachen, wenn alles dunkel bleibt

Motivation entfachen, wenn alles dunkel bleibt
Lesedauer 5 Minuten

Motivation entfachen, wenn alles dunkel bleibt

Der Regen prasselt seit Stunden gegen die Scheibe. Nicht das dramatische Gewitter, das man in Filmen sieht – nur dieses monotone, graue Trommeln, das sich in den Kopf bohrt. Du sitzt da, Kaffee längst kalt, Bildschirm dunkel, und in dir ist es noch dunkler. Der Satz „Ich schaffe das morgen“ hat sich in eine Lüge verwandelt, die du dir selbst schon hundertmal erzählt hast. Und doch – genau in diesem Moment, in dem alles schreit „Gib auf“, liegt die unsichtbare Tür.

Inhaltsverzeichnis

  • Die Lüge von der ewigen Flamme
  • Wenn der Körper „Nein“ sagt, aber die Seele noch flüstert
  • Der Trick mit den 90 Sekunden
  • Fremde Feuer stehlen – ohne schlechtes Gewissen
  • Die Kunst, den kleinsten Sieg obszön zu feiern
  • Dunkelheit als Brennstoff
  • Drei Personen, drei Abgründe, ein Ausweg
  • Was jetzt wirklich hilft (und was nur Trostpflaster ist)
  • Die 7-Tage-Herausforderung „Dunkel-Modus umkehren“
  • Abschließendes Zitat

Die Lüge von der ewigen Flamme

Man erzählt uns, Motivation sei wie ein Lagerfeuer: einmal richtig entfacht, brennt es ewig, solange man nur genug Holz nachlegt. Das ist poetisch – und vollkommener Unsinn. Motivation ist eher ein Streichholz im Wind. Mal lodert es auf, mal erlischt es nach drei Sekunden. Die Kunst besteht nicht darin, das Feuer ewig brennen zu lassen. Die Kunst besteht darin, immer wieder ein neues Streichholz zu finden, auch wenn die Finger nass und taub sind.

Wenn der Körper „Nein“ sagt, aber die Seele noch flüstert

Du kennst das Gefühl: Der Wecker klingelt, du öffnest die Augen und spürst sofort dieses bleierne Gewicht in der Brust. Der Körper sagt: „Heute nicht. Heute gar nicht.“ Gleichzeitig ist da aber diese winzige, fast unhörbare Stimme, die fragt: „Und wenn doch?“

Viele geben an dieser Stelle auf – und das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Ehrlichkeit. Der Körper lügt selten. Die Seele hingegen spricht oft in Rätseln.

Eine neuropsychologische Beobachtung, die in den letzten Jahren immer mehr an Gewicht gewinnt: Der präfrontale Cortex (der Teil, der plant, entscheidet, durchhält) ist nach einer Nacht mit wenig Schlaf oder viel Grübeln messbar heruntergefahren. Gleichzeitig ist das limbische System (Angst, Scham, Hoffnung) hyperaktiv. Das Ergebnis: Du willst eigentlich, kannst aber gerade nicht.

Der entscheidende Shift passiert, wenn du aufhörst, gegen den Körper zu kämpfen, und stattdessen mit der leisen Stimme der Seele verhandelst.

Der Trick mit den 90 Sekunden

Die Neurobiologin Jill Bolte Taylor hat einmal beschrieben, dass eine Emotion – egal ob Wut, Scham oder Hoffnungslosigkeit – im Körper maximal 90 Sekunden chemisch aktiv bleibt, wenn man sie nicht durch neue Gedanken weiter füttert.

Das heißt: Wenn du es schaffst, 90 Sekunden lang weder die Geschichte „Ich bin ein Versager“ noch „Alles wird gut“ zu erzählen, sondern einfach nur zu spüren, was da gerade durch deinen Brustkorb rast – dann verliert die Welle ihre Kraft.

In der dunkelsten Phase deines Tages setzt du dich also hin, schließt die Augen und zählst innerlich: „Eine Mississippie, zwei Mississippi…“ bis 90. Keine Interpretation. Nur Beobachtung.

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Die meisten Menschen brechen nach 18–25 Sekunden ab. Wer es bis 90 schafft, erlebt oft etwas Erstaunliches: Die Emotion ebbt tatsächlich ab – und lässt einen winzigen Spalt offen, durch den man atmen kann.

Fremde Feuer stehlen – ohne schlechtes Gewissen

Manchmal ist das eigene Streichholz nass. Dann geht man zu anderen Menschen und wärmt sich an deren Feuer.

  • Hörst du seit Wochen denselben Song auf Repeat? Vielleicht brennt dort jemand anders gerade für dich.
  • Liest du seit Tagen denselben Absatz eines Buches? Jemand hat dort ein Feuer entzündet, das du gerade selbst nicht entzünden kannst.
  • Rufst du immer wieder dieselbe Freundin an, obwohl sie nichts Neues sagt? Ihr Lachen ist gerade dein Sauerstoff.

Das ist kein Zeichen von Abhängigkeit. Es ist biologisch sinnvoll. Spiegelneuronen wurden dafür erfunden.

Erlaube dir also, fremdes Feuer zu stehlen – bewusst, dankbar und ohne schlechtes Gewissen.

Die Kunst, den kleinsten Sieg obszön zu feiern

Die meisten Motivationsratgeber sagen: „Feiere deine Erfolge!“

Was sie nicht sagen: Feiere sie obszön.

Wenn du es heute geschafft hast, die Zähne zu putzen, obwohl alles in dir schrie „Bleib liegen“ – dann tanze dafür durch die Wohnung. Mach einen Siegerfauststoß in den Spiegel. Sag laut „Ich bin ein verdammter Champion des Zähneputzens!“

Das Gehirn lernt nicht durch Vernunft. Es lernt durch Emotion + Wiederholung.

Je lächerlicher und übertriebener die Feier, desto stärker die Dopamin-Antwort. Und Dopamin ist der neurochemische Kleber, der aus einem winzigen Handgriff eine Gewohnheit macht.

Dunkelheit als Brennstoff

Hier wird es paradox.

Viele spirituelle Lehrer sagen: „In der Dunkelheit liegt die größte Transformation.“

Neurowissenschaftlich betrachtet stimmt das sogar teilweise.

Wenn der präfrontale Cortex erschöpft ist, übernimmt das Default Mode Network (das Tagträumen- und Sinnsuch-Netzwerk) das Kommando. Genau in diesen Phasen entstehen oft die tiefsten Einsichten, die wildesten Ideen, die radikalsten Entscheidungen.

Die Dunkelheit ist also kein Fehler im System – sie ist das System, das auf Standby schaltet und fragt: „Was willst du wirklich?“

Drei Personen, drei Abgründe, ein Ausweg

Lena, 34, Stationsleitung in einer kleinen psychiatrischen Klinik in Regensburg, sitzt um 3:17 Uhr nachts auf dem Balkon, dritter Stock, Regen tropft von der Markise auf ihre Socken. Sie hat seit 41 Stunden nicht geschlafen. Sie denkt: „Wenn ich jetzt aufstehe und ins Bett gehe, gebe ich zu, dass ich es nicht mehr kann.“ Gleichzeitig weiß sie: Wenn sie nicht bald schläft, wird sie jemanden anschreien, der es nicht verdient.

Sie nimmt ihr Handy, öffnet die Sprachnotizen und spricht drei Sätze hinein: „Ich bin müde. Ich darf müde sein. Ich gehe jetzt schlafen.“ Dann geht sie tatsächlich ins Bett. Am nächsten Morgen hört sie die Aufnahme ab – und weint vor Erleichterung.

Mateo, 28, selbstständiger 3D-Visualisierer aus Innsbruck, liegt seit sieben Wochen in einem Burnout-Loch. Er hat alle Aufträge abgesagt. Die Wohnung riecht nach kaltem Essen und abgestandenem Kaffee. Eines Morgens steht er auf, zieht die Schuhe an, geht in den Supermarkt und kauft genau eine Banane. Er setzt sich auf eine Bank vor dem Laden, isst die Banane langsam und denkt: „Das war’s für heute. Mehr muss nicht sein.“ Von diesem Moment an zählt er jeden Tag eine Banane als Erfolg.

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Aylin, 41, Grundschullehrerin in Winterthur, hat vor vier Monaten ihren Mann verloren. Sie steht jeden Morgen um 5:40 Uhr auf, weil sie es den Kindern schuldig ist. An einem Mittwoch bricht sie im Lehrerzimmer zusammen. Eine Kollegin bringt sie nach Hause. Dort sagt Aylin: „Ich kann das nicht mehr.“ Die Kollegin antwortet: „Dann lass es heute nicht können. Ich übernehme deine Klasse.“ Aylin schläft 14 Stunden am Stück. Am nächsten Tag geht sie wieder zur Arbeit – aber mit dem Wissen, dass sie nicht alles alleine tragen muss.

Was jetzt wirklich hilft (und was nur Trostpflaster ist)

Hilft fast immer:

  • 90-Sekunden-Regel anwenden
  • Körperlich kleinste Bewegung (5 Kniebeugen, ein Glas Wasser trinken, Fenster öffnen)
  • Fremdes Feuer bewusst suchen (Musik, Mensch, Text)
  • Lächerlich übertrieben feiern
  • Eine einzige, winzige Aufgabe definieren und sie obszön zelebrieren

Hilft fast nie:

  • Sich selbst gut zureden („Du schaffst das schon“)
  • Große Ziele setzen („Ab morgen 5 Uhr aufstehen und Sport machen“)
  • Sich mit anderen vergleichen
  • Warten, bis die Motivation von selbst kommt

Die 7-Tage-Herausforderung „Dunkel-Modus umkehren“

Tag 1 – Nur eine Banane (oder ein anderes winziges Symbol) essen und dabei laut „Ich hab’s geschafft“ sagen Tag 2 – 90 Sekunden Emotion beobachten, ohne zu bewerten Tag 3 – Ein Lied laut aufdrehen und dazu tanzen – egal wie schlecht Tag 4 – Eine Person anrufen und nur zuhören Tag 5 – Eine Sache, die du seit Wochen vor dir herschiebst, für genau 3 Minuten beginnen Tag 6 – Den kleinsten Sieg des Tages in einer Sprachnotiz festhalten Tag 7 – Rückblick: Welcher Moment fühlte sich am lebendigsten an?

Zitat

„Man muss nicht das ganze Feuer entfachen. Manchmal reicht es, eine einzige Glut zu bewahren – bis der Wind sich dreht.“ – Marie von Ebner-Eschenbach

Hat dir der Text heute irgendwo einen kleinen Spalt geöffnet? Schreib mir in die Kommentare: Welcher winzige Schritt hat sich heute – trotz allem – lebendig angefühlt? Teil ihn mit jemandem, der gerade glaubt, es gäbe keinen Ausweg mehr.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

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Blog Bilder für schöne Bider (4572)

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.

Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.

Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.

Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?

Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.

Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.

Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
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Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:

Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.

Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.

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