Momentumflux – halte den Schwung. Um jeden Preis.
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Momentumflux – halte den Schwung. Um jeden Preis.

Stell dir vor, du stehst in einem leeren Bahnhof um 3:47 Uhr nachts. Der letzte Zug ist vor einer Stunde gefahren. Dein Handy zeigt 3 % Akku. Und trotzdem spürst du dieses leise, fast unverschämte Summen in den Handflächen – als wollte etwas in dir weiterlaufen, obwohl alles längst stehen geblieben ist.

Genau das ist Momentumflux.

Es ist der Unterschied zwischen einem Leben, das rollt, und einem, das nur noch schiebt.

Inhaltsverzeichnis

  • Was Momentumflux wirklich bedeutet
  • Der unsichtbare Kipppunkt: Flow oder Stillstand
  • Wie Menschen in Hamburg, Graz und Basel den Schwung verlieren
  • Die vier heimlichen Momentum-Killer (und wie man sie enttarnt)
  • Der 7-Tage-Momentum-Reset – brutal ehrlich
  • Internationale Strömungen: Was gerade aus Südostasien und Nordamerika herüberschwappt
  • Tabelle: Dein Momentum-Status-Check
  • Häufige Fragen & direkte Antworten
  • Abschließendes Manöver: Der Preis des Stillstands

Was Momentumflux wirklich bedeutet

Momentumflux ist keine nette Selbsthilfe-Vokabel. Es ist Physik auf der Seele angewendet.

Ein Körper bleibt in Ruhe oder gleichförmiger Bewegung, solange keine äußere Kraft einwirkt – das kennt jeder aus der Schule. Die Seele macht genau dasselbe. Nur dass die „äußere Kraft“ meistens aus dir selbst kommt – oder eben nicht kommt.

Wenn du einmal richtig Fahrt aufgenommen hast, kostet es weniger Energie, 80 Stunden pro Woche zu arbeiten, als danach wieder anzufangen. Das ist kein Witz. Das ist der Grund, warum manche Menschen scheinbar mühelos durchstarten, während andere schon beim ersten Montagmorgen kapitulieren.

Der unsichtbare Kipppunkt: Flow oder Stillstand

Es gibt einen exakten Moment, in dem der Schwung kippt.

Nicht beim großen Burnout. Nicht nach der Kündigung. Sondern meistens 72 bis 96 Stunden nachdem du das letzte Mal wirklich tief geatmet und gesagt hast: „Jetzt geht’s.“

Danach beginnt die Gegenkraft – unsichtbar, höflich, vernünftig. Sie heißt Gewohnheitstod, Schamvermeidung, mikroskopische Rechtfertigungen („heute ist eh nichts mehr passiert“) und der berüchtigte „Ich fang Montag neu an“-Fluch.

Wer diesen Kipppunkt übersieht, verliert Monate. Wer ihn bewusst jagt, gewinnt Jahre.

Wie Menschen in Hamburg, Graz und Basel den Schwung verlieren

In Hamburg sitzt Jonas, 34, Logistikdisponent in einem großen Hafenbetrieb. Er hat vor acht Monaten angefangen, nebenbei eine eigene kleine Speditions-App zu bauen. Drei Wochen lang hat er jede Nacht bis 2 Uhr gesessen, Code geschrieben, mit Investoren gemailt. Dann kam der erste richtig schlechte Kundenanruf um 6:12 Uhr morgens, dazu eine Erkältung und der Satz seiner Freundin: „Du bist ja gar nicht mehr da.“

Seitdem liegt das Projekt auf Eis. Nicht tot. Nur… stillgelegt. Jonas spürt den Flux-Verlust jeden Morgen, wenn er den Laptop aufklappt und sofort wieder zuklappt.

In Graz lebt Lena, 29, Physiotherapeutin mit eigener kleiner Praxis. Sie wollte eigentlich ein Online-Programm für chronische Rückenschmerzen entwickeln. Hat zwei Module gedreht, eine simple Landingpage gebaut. Dann kam die Steuernachzahlung, die sie nicht erwartet hatte, und der Kommentar einer Patientin: „Das ist doch eh alles nur Eso-Kram.“

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Seitdem steht die Kamera im Schrank. Lena sagt sich: „Wenn ich das jetzt mache, muss es perfekt sein.“ Das ist die elegante Art zu sagen: Ich habe Angst vor dem nächsten Kipppunkt.

In Basel arbeitet Karim, 41, Qualitätsmanager in der Pharma-Branche. Er hat sich vorgenommen, endlich das Buch über systemische Fehlerkultur zu schreiben, das in seinem Kopf seit Jahren brennt. Hat drei Kapitel in einem Rutsch geschrieben. Dann kam die neue Abteilungsleiterin, die „andere Prioritäten“ setzte.

Karim hat nicht aufgegeben. Er hat nur aufgehört, weiterzumachen.

Alle drei spüren dasselbe: Der Zug ist nicht entgleist. Er steht einfach nur noch.

Die vier heimlichen Momentum-Killer (und wie man sie enttarnt)

  1. Der Perfektionismus-Nebel Du sagst „noch nicht gut genug“, aber eigentlich meinst du „wenn es scheitert, war es nicht meine Schuld – es war zu früh“.

Enttarnung: Frag dich einmal laut: „Was ist das Schlimmste, das passieren kann, wenn ich es heute trotzdem veröffentliche?“ Meistens ist die Antwort lächerlich klein.

  1. Der Energie-Dieb „diffuse Entscheidungen Du entscheidest nicht bewusst gegen das Projekt – du entscheidest dich einfach nicht. Das kostet mehr Kraft als ein klares Nein.

Enttarnung: Schreib dir heute Abend auf: „Morgen um 19 Uhr entscheide ich endgültig, ob ich weitermache oder beerdige.“ Die Deadline allein erzeugt oft schon neuen Schub.

  1. Der soziale Sog nach unten Dein Umfeld merkt, dass du dich veränderst – und zieht unbewusst den Notfallhebel. Plötzlich gibt es Geburtstage, Krankheiten, „wir haben uns ja ewig nicht gesehen“.

Enttarnung: Plane die nächsten 14 Tage komplett ohne Erklärungen. Sag einfach: „Ich bin gerade in einer heißen Phase – ab Mitte nächsten Monat wieder.“

  1. Der innere Buchhalter Er führt Strichliste: „Ich hab diese Woche schon so viel geschafft, da darf ich heute mal faul sein.“ Das ist der gefährlichste Killer, weil er sich wie Selbstfürsorge anfühlt.

Enttarnung: Ersetze „Verdienst“ durch „Vertrag“. Du hast einen Vertrag mit dem Menschen, der du in 18 Monaten sein willst. Der Vertrag kennt keine Ferien.

Der 7-Tage-Momentum-Reset – brutal ehrlich

Tag 1 – Totalentzug Kein Social Media, kein News-Feed, keine Serien. Nur 90 Minuten fokussierte Arbeit an der einen Sache. Danach sofort Belohnung (Spaziergang, gutes Essen, Sex, was auch immer dich auflädt).

Tag 2 – Öffentliche Verpflichtung Sag einer Person, die dich nicht hassen wird, wenn du scheiterst: „Bis Sonntagabend poste ich X.“ Öffentliche Scham ist stärker als private Motivation.

Tag 3 – Körper reset 20 Minuten hochintensives Training + 3 Liter Wasser + 0 Zucker. Momentum ist auch Biochemie.

Tag 4 – Winnowing Streiche alles, was nicht die Hauptspur ist. Nur eine Sache. Alles andere ist Ballast.

Tag 5 – Mikro-Publikation Zeig irgendwas Kleines der Welt. Ein Screenshot. Ein 47-Sekunden-Video. Ein schlechter erster Entwurf. Hauptsache raus.

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Tag 6 – Momentum-Compound Verdopple die Zeit der gestrigen Aktion. Wenn du 20 Minuten geschrieben hast → 40. Wenn du 3 E-Mails geschickt hast → 6.

Tag 7 – Review & Ritual Setz dich mit einem richtig guten Getränk hin (vielleicht ein starker Espresso aus der alten Bialetti oder ein frisch aufgebrühter Darjeeling). Schreib auf: Was hat gezogen? Was hat gebremst? Dann mach ein winziges, aber symbolisches Ritual (neue Kerze anzünden, alter USB-Stick wegwerfen, whatever).

Wer das durchzieht, hat den Flux fast immer wieder.

Internationale Strömungen: Was gerade aus Südostasien und Nordamerika herüberschwappt

In Singapur und Teilen Malaysias breitet sich seit etwa zwei Jahren die „3-Hour Daily Rule“ aus: Jeden Tag exakt drei Stunden an der einen großen Sache arbeiten – keine Minute mehr, keine weniger. Danach wird radikal abgeschaltet. Die Methode kommt aus der Tech-Szene und wird gerade über TikTok und private Telegram-Gruppen nach Europa getragen.

In den USA experimentieren viele Creator und Solopreneure mit dem „Momentum Sabbath“: Einmal pro Woche 24 Stunden komplett offline und ohne jede produktive Absicht. Nicht als Strafe – sondern als bewusster Reset, damit der Schwung nächste Woche noch stärker zurückkommt.

Beides klingt erstmal simpel. Beides wirkt in der Praxis wie Magie.

Tabelle: Dein Momentum-Status-Check

Indikator Grün (Momentum) Gelb (Kippbereich) Rot (Stillstand)
Letzte echte Tieffokus-Einheit < 36 Stunden her 36–96 Stunden her > 96 Stunden her
Körperenergie beim Aufwachen 7–10 4–6 1–3
Lust, die Sache anzufassen Zieht fast von selbst Muss ich mich überwinden Ekel oder Leere
Öffentliche Sichtbarkeit In den letzten 5 Tagen etwas gezeigt Vor 6–14 Tagen etwas gezeigt > 14 Tage nichts
Innere Erzählung „Ich bin dran“ „Ich sollte mal wieder…“ „Vielleicht später“

Zähle deine Rots. Drei oder mehr? Dann Reset starten. Heute.

Häufige Fragen & direkte Antworten

1. Was mache ich, wenn ich den ganzen Tag nur Mist gebaut habe? Feier den Tag trotzdem als Sieg, weil du überhaupt versucht hast. Dann legst du sofort die erste 15-Minuten-Einheit für morgen fest. Schwung entsteht durch Wiederaufnahme, nicht durch Perfektion.

2. Wie halte ich den Flux, wenn ich einen richtigen Job habe? Indem du die 90–120 Minuten vor oder nach der Arbeit wie einen heiligen Termin behandelst. Keine Verhandlung. Viele Menschen, die neben 40–50 Stunden Job etwas Großes aufbauen, blocken diese Zeit als erstes.

3. Ist Momentumflux nicht nur für Leute ohne Kinder realistisch? Nein. Eltern haben oft sogar stärkeren Flux, weil sie weniger Zeit haben und deshalb kompromissloser priorisieren müssen.

4. Was, wenn ich seit Jahren im Stillstand bin? Dann beginnst du mit 5 Minuten pro Tag. Ernsthaft. Fünf. Aber jeden Tag. Nach 21 Tagen hast du meistens schon neuen Zug.

5. Wie merke ich, dass ich wieder drin bin? Wenn du morgens aufwachst und der erste Gedanke nicht „Scheiße, schon wieder Montag“ ist, sondern „Was kann ich heute weitertreiben?“

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Abschließendes Manöver: Der Preis des Stillstands

Stillstand kostet nicht nur Zeit. Er frisst Vertrauen. In dich selbst. In die Welt. In die Möglichkeit, dass du zu den Menschen gehörst, die es wirklich schaffen.

Jedes Mal, wenn du den Zug stehen lässt, sagst du dir unbewusst: „Ich bin jemand, der aufgibt.“

Und das ist der eigentliche Preis.

Nicht das verpasste Geld. Nicht die verpasste Gelegenheit. Sondern das Bild von dir selbst, das du dir jeden Tag ein kleines Stück mehr zerstörst.

Also steig ein. Heute. Nicht Montag. Nicht wenn alles perfekt ist. Jetzt.

Hat dich der Text an einer Stelle wirklich gepackt? Schreib mir in den Kommentaren: Welchen kleinen, aber konkreten Schritt wirst du heute noch setzen – und warum genau diesen? Teil den Beitrag mit jemandem, der gerade spürt, dass der Zug steht. Manchmal braucht es nur einen Satz von außen, damit jemand wieder einsteigt.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

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