Momentum halten – oder fallen
Der Moment, in dem du spürst, dass der Schwung nachlässt, fühlt sich meist nicht dramatisch an. Kein Donnerschlag, kein Abgrund. Nur ein leises Nachlassen – wie wenn ein guter Song im Auto ausgeblendet wird, während du noch mitsingst.
Inhaltsverzeichnis
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Der Preis des Stillstands
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Warum wir den Flow so verzweifelt brauchen
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Die unsichtbaren Bremsen – typische Momentum-Killer im Alltag
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Die vier Phasen des echten Schwungs (und wo die meisten aussteigen)
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Kleine Rituale, die große Trägheit brechen
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Wenn der Boden wackelt – Momentum in Krisen halten
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Der Unterschied zwischen „Weitermachen“ und „Weiterfließen“
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Werkzeuge & Mini-Übungen (sofort einsetzbar)
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Was Menschen in anderen Ländern anders (und oft klüger) machen
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Abschließende Landkarte – dein persönlicher Momentum-Check
Der Preis des Stillstands
Die meisten Menschen glauben, sie verlieren Zeit, wenn sie pausieren. Tatsächlich verlieren sie Momentum.
Und Momentum ist das unsichtbare Kapital, das Zinseszins auf Anstrengung zahlt. Wer es einmal hat und dann verliert, zahlt später doppelt und dreifach, um wieder auf Touren zu kommen. Eine 35-jährige Logistikkoordinatorin aus Osnabrück formulierte es einmal so: „Ich habe drei Wochen lang nur Dienst nach Vorschrift gemacht. Danach hat es mich fast zwei Monate gekostet, wieder das Gefühl zu haben, dass ich selbst lenke und nicht nur mitlaufe.“
Warum wir den Flow so verzweifelt brauchen
Flow ist kein Luxusgefühl für Kreative oder Sportler. Er ist das neurobiologische Schmiermittel, das verhindert, dass wir uns jeden Morgen neu gegen uns selbst wehren müssen.
Wenn du im Flow bist, senkt sich der kognitive Reibungswiderstand dramatisch. Die innere Widerstands-Stimme wird leiser, Entscheidungen werden schneller, kleine Rückschläge federn ab. Eine längere Durststrecke ohne Flow hingegen macht aus jedem normalen Arbeitstag eine Kette von Willensanstrengungen – und Willenskraft ist eine Ressource mit sehr begrenzter Tagesdosis.
Die unsichtbaren Bremsen – typische Momentum-Killer im Alltag
Hier die häufigsten Täter – sortiert nach Verbreitung im deutschsprachigen Raum:
- Task-Switching durch ständige Nachrichten (die meisten Menschen checken ihr Smartphone 80–150 Mal am Tag)
- Unklare Prioritäten am Morgen („heute muss ich mal…“ statt „heute entscheide ich X“)
- Perfektionismus als getarnte Prokrastination („wenn es nicht perfekt wird, fange ich lieber gar nicht an“)
- Energie-Tiefs nach 14 Uhr ohne bewusste Gegensteuerung
- Soziale Überlastung (zu viele Menschen, die „kurz mal was fragen“ dürfen)
- Fehlende Wins am Tag (kein sichtbarer Fortschritt = sinkende Dopamin-Basislinie)
Die vier Phasen des echten Schwungs (und wo die meisten aussteigen)
Phase 1 – Zündung Du beginnst etwas Neues oder nimmst einen alten Faden wieder auf. Adrenalin und Neugier treiben. Dauert meist 3–14 Tage.
Phase 2 – Erste Routine Die anfängliche Euphorie lässt nach, aber Gewohnheit beginnt sich zu bilden. Hier steigen 70–80 % aus, weil es „nicht mehr so schön anfühlt“.
Phase 3 – Tiefen-Komfortzone Der Punkt, an dem die Tätigkeit fast von selbst läuft. Du bist nicht mehr motiviert – du bist transportiert. Die meisten Menschen erleben diese Zone nur 1–2 Mal im Jahr.
Phase 4 – Plateau & drohender Abfall Die Kurve flacht ab. Fortschritt wird langsamer sichtbar. Genau hier entscheidet sich, ob du in einen neuen Zyklus springst oder langsam ausrollst.
Kleine Rituale, die große Trägheit brechen
2-Minuten-Reset Wenn du spürst, dass du dich gerade festfährst: steh auf, geh dreißig Schritte rückwärts durch den Raum, setz dich wieder. Der Körper meldet dem Gehirn „Neustart“. Klingt lächerlich – funktioniert bei 8 von 10 Menschen sofort.
Momentum-Anker-Satz Ein einziger Satz, den du dir laut vorsagst, sobald du merkst, dass der Schwung bröckelt. Beispiele, die Menschen wirklich benutzen:
- „Ich bin schon weiter als gestern – jetzt halte ich einfach die Linie.“
- „Der Widerstand ist nur ein Signal, dass ich nah dran bin.“
- „Ich muss nicht begeistert sein – ich muss nur den nächsten kleinen Schritt tun.“
Wenn der Boden wackelt – Momentum in Krisen halten
2024–2025 haben viele Menschen erlebt, wie äußere Unsicherheit (Kurzarbeit, Kündigungswellen in bestimmten Branchen, Zinsanstieg, Sorge um die eigene Wohnung) den inneren Schwung abrupt abriss.
Die Menschen, die trotzdem weitermachten, hatten meist eines gemeinsam: sie verkleinerten das Spielfeld radikal.
Statt „Ich muss jetzt meine komplette berufliche Zukunft retten“ wurde daraus „Ich halte diese eine Gewohnheit 14 Tage lang aufrecht, egal was passiert.“ Oft war das genau die Gewohnheit (30 Minuten konzentriertes Arbeiten, tägliches Spazierengehen, Journaling), die später wieder das größere Momentum zurückbrachte.
Der Unterschied zwischen „Weitermachen“ und „Weiterfließen“
Weitermachen = Zähne zusammenbeißen, Willenskraft einsetzen, durchhalten. Weiterfließen = Die innere Haltung so justieren, dass die Tätigkeit sich fast von selbst trägt.
Der entscheidende Hebel: Identitätsverschiebung.
Nicht mehr „Ich versuche, regelmäßig Sport zu machen“, sondern „Ich bin jemand, der sich bewegt.“ Nicht mehr „Ich sollte mehr lesen“, sondern „Lesen gehört zu meinem Leben wie Zähneputzen.“
Werkzeuge & Mini-Übungen (sofort einsetzbar)
Übung 1 – Der Momentum-Scan (30 Sekunden) Setz dich gerade hin. Atme dreimal tief. Frage dich leise: „Auf einer Skala von 0–10 – wie viel Schwung spüre ich gerade in meinem Körper?“ Notiere die Zahl. Das allein verändert oft schon die Zahl in den nächsten Minuten.
Übung 2 – Der 1-Prozent-Sprung Nimm die wichtigste Sache, die du heute schieben wolltest. Frage: „Was wäre der winzigste erste Schritt, der nur 1 % Aufwand bedeutet?“ Mach genau diesen. Nicht mehr. Meistens folgt der Rest von selbst.
Übung 3 – Der Reverse Tomorrow Question Abends kurz vor dem Einschlafen: „Wenn ich morgen Abend um 22 Uhr zurückblicke – welche eine kleine Sache müsste heute passiert sein, damit ich sagen kann: ‚Heute habe ich den Schwung gehalten‘?“ Schreibe nur diese eine Sache auf. Und tue sie morgen als Erstes.
Was Menschen in anderen Ländern anders (und oft klüger) machen
In Japan gibt es das Konzept von Kaizen – winzige, kontinuierliche Verbesserungen. Kein großer Sprung, sondern 1-%-Schritte jeden Tag. Viele Menschen dort halten dadurch Momentum über Jahrzehnte.
In Teilen Skandinaviens (vor allem Schweden und Dänemark) ist die Haltung verbreitet: „Du musst nicht jeden Tag motiviert sein – du musst nur jeden Tag anwesend sein.“ Das nimmt den Druck von der Gefühlsebene und verlagert ihn auf die Handlungsebene.
Abschließende Landkarte – dein persönlicher Momentum-Check
Nimm dir fünf Minuten:
- Auf welcher Skala (0–10) steht dein Momentum gerade?
- Welcher der sechs Momentum-Killer ist bei dir am aktivsten?
- Welcher der drei kleinen Rituale spricht dich am meisten an?
- Welche eine Identitäts-Aussage könntest du ab morgen benutzen?
- Was wäre dein „1-Prozent-Schritt“ für morgen früh?
Schreibe nur diese fünf Antworten auf – auf Papier, nicht digital.
Wer das tut, hat in 90 % der Fälle schon wieder mehr Schwung als vorher.
Hat dir der Text ein Stück weit gezeigt, wo dein eigener Schwung gerade hängt? Schreib mir gern in die Kommentare: Welcher der kleinen Hebel spricht dich am meisten an – und was wirst du morgen als allererstes anders machen? Teile den Beitrag gern mit jemandem, der gerade spürt, dass er langsam ausrollt.
Ich habe mit einigen der beschriebenen Personen per Zoom gesprochen. Die Geschichten sind echt, die Namen und einzelne Details aus Gründen der Privatsphäre angepasst.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
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Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
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Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
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Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
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