Macht verschwindet still – so holst du sie zurück
Der Moment, in dem du merkst, dass die Autorität, die einmal von dir ausging, nicht mehr da ist, fühlt sich an wie ein plötzlicher Temperatursturz im Nacken – nicht dramatisch, sondern einfach falsch. Kein lauter Knall, kein Streit, nur diese leise, schmierige Erkenntnis: Die Leute hören dir nicht mehr richtig zu. Deine Worte treffen auf höfliches Nicken statt auf echte Reaktion. Der Raum gehört dir nicht mehr.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Präsenz heute mehr wiegt als jeder Titel
- Die vier unsichtbaren Diebe deiner Autorität
- Der Unterschied zwischen lauter Dominanz und stiller Macht
- Präsenz-Übung 1 – Der leere-Stuhl-Test
- Präsenz-Übung 2 – Die 7-Sekunden-Regel im echten Leben
- Präsenz-Übung 3 – Stimme als physische Präsenzwaffe
- Präsenz-Übung 4 – Körperhaltung ohne Pose
- Der gefährliche Mythos vom „sich kleiner machen, um sympathisch zu bleiben“
- Wie man Präsenz in flachen digitalen Meetings zurückholt
- Was Menschen in anderen Kulturen anders (und oft effektiver) machen
- Die eine Sache, die fast jeder falsch versteht: Blickkontakt
- Abschließende Mini-Checkliste: Dein Präsenz-Status in 90 Sekunden
Warum Präsenz heute mehr wiegt als jeder Titel
Titel sind auf Visitenkarten billig geworden. Jeder zweite LinkedIn-Kontakt nennt sich inzwischen Head of Something oder Chief Whatever Officer. Aber wenn du in einem Raum stehst – real oder virtuell – und nach dreißig Sekunden niemand mehr weiß, warum du eigentlich da bist, dann ist der Titel nur noch Schall und Rauch.
In mittelständischen Unternehmen im norddeutschen Raum (Oldenburg, Osnabrück, Lüneburg, Stade) höre ich seit Jahren dieselbe Klage von Geschäftsführern und Bereichsleitern: „Ich habe die Position, aber die Leute folgen mir nicht mehr.“ Meistens liegt es nicht an fehlender Fachkompetenz. Es liegt daran, dass die nonverbale, emotionale und energetische Präsenz abhandengekommen ist.
Die vier unsichtbaren Diebe deiner Autorität
- Chronische Selbstverkleinerung Du beginnst Sätze mit „vielleicht“, „eigentlich“, „könnte man vielleicht mal überlegen“. Das Gehirn des Gegenübers registriert sofort: unwichtig.
- Diffuse Körperenergie Schultern nach vorne, Kopf leicht gesenkt, Gewicht auf den Ballen statt mittig – der Körper signalisiert Rückzug, noch bevor du den Mund öffnest.
- Stimmliche Schwingungsarmut Monotone Sprechmelodie, zu schnelles Tempo, zu wenig Pausen. Die Stimme wird zur Hintergrundmusik.
- Blickvermeidung unter dem Deckmantel von „Bescheidenheit“ Viele Deutsche halten längeren Blickkontakt für unhöflich oder aggressiv. In Wahrheit liest das Gegenüber daraus: Unsicherheit oder Desinteresse.
Der Unterschied zwischen lauter Dominanz und stiller Macht
Lauter Typen schreien ihre Präsenz in den Raum. Stille Macht füllt ihn, ohne die Lautstärke zu erhöhen. Der Unterschied zeigt sich schon daran, wie Menschen reagieren, wenn du den Raum betrittst:
- Lauter Typ → Köpfe drehen sich ruckartig, Gespräch verstummt kurz, dann geht es weiter wie vorher.
- Stille Macht → Gespräch wird langsamer, Köpfe drehen sich weicher, die Aufmerksamkeit bleibt hängen, auch wenn du noch gar nichts gesagt hast.
Präsenz-Übung 1 – Der leere-Stuhl-Test
Stell dir vor, du betrittst einen Besprechungsraum. Auf dem Platz dir genau gegenüber sitzt niemand – aber du tust so, als säße dort die wichtigste Person deines Lebens: deine verstorbene Oma, dein erstes großes Vorbild, dein Kind in zwanzig Jahren, was auch immer bei dir starke Gefühle auslöst.
Setz dich hin. Atme. Und sprich jetzt deinen nächsten Satz – egal ob es eine Begrüßung, eine Ansage oder eine Rückmeldung ist – als würdest du genau zu dieser Person sprechen.
Die meisten Menschen kippen sofort in eine andere Körperhaltung, die Stimme wird tiefer, die Pausen länger, die Worte präziser. Genau das ist der Zustand, den du in echten Gesprächen brauchst.
Präsenz-Übung 2 – Die 7-Sekunden-Regel im echten Leben
Die ersten sieben Sekunden entscheiden darüber, ob du als relevant wahrgenommen wirst. Nicht die ersten sieben Wörter – die ersten sieben Sekunden.
Übung:
- Nächstes Meeting: Betritt den Raum (oder schalte die Kamera ein) und zähle innerlich langsam bis sieben, bevor du sprichst.
- In dieser Zeit: Schultern zurück, Brustbein leicht angehoben, Kinn parallel zum Boden, Blick über die Gruppe streichen lassen (nicht hektisch, sondern ruhig wie ein Leuchtturm).
- Dann erst den ersten Satz sagen.
Die meisten Menschen beginnen sofort zu reden, um die Stille nicht aushalten zu müssen. Wer die Stille aushält, besitzt sie.
Präsenz-Übung 3 – Stimme als physische Präsenzwaffe
Nimm dein Smartphone, nimm einen normalen Satz („Guten Morgen zusammen, heute geht es um die neue Lieferkette…“) und sprich ihn fünfmal hintereinander – jedes Mal mit einer anderen Grundstimmung:
- Wie jemand, der sich entschuldigt, überhaupt da zu sein
- Wie jemand, der weiß, dass alle auf ihn gewartet haben
- Wie jemand, der gleich wieder gehen will
- Wie jemand, der diesen Raum besitzt
- Wie jemand, der gleich etwas sehr Wichtiges sagen wird
Hör dir die Aufnahmen hintereinander an. Bei Variante 4 und 5 verändert sich fast immer automatisch:
- Tonlage tiefer
- Sprechgeschwindigkeit langsamer
- Pausen länger
- Lautstärke nicht höher, aber tragender
Das ist der Zustand, den du anstrebst.
Präsenz-Übung 4 – Körperhaltung ohne Pose
Vergiss alles, was nach Power-Posing klingt. Die wirksamste Haltung ist die, die du einnimmst, wenn du allein zu Hause bist und dich wirklich wohl fühlst.
Übung:
- Stell dich barfuß hin.
- Füße hüftbreit, Gewicht gleichmäßig verteilt.
- Knie ganz leicht gebeugt (nicht durchgedrückt).
- Becken neutral (weder nach vorne gekippt noch nach hinten gezogen).
- Brustbein leicht angehoben, als würde eine unsichtbare Schnur dich am Scheitel nach oben ziehen.
- Schultern entspannt nach hinten und unten.
- Kinn parallel zum Boden, nicht vorgeschoben.
Jetzt sag einen Satz. Die meisten Menschen spüren sofort, dass die Stimme voller wird, ohne dass sie lauter sprechen.
Der gefährliche Mythos vom „sich kleiner machen, um sympathisch zu bleiben“
In vielen deutschen und österreichischen Unternehmen herrscht die unausgesprochene Regel: Wer zu selbstbewusst auftritt, gilt als arrogant. Das führt dazu, dass viele Menschen ihre Präsenz aktiv drosseln – und dann wundern, warum sie nicht ernst genommen werden.
Sympathie entsteht nicht durch Kleinmachen. Sympathie entsteht durch Klarheit + Wärme. Wenn du klar deine Position vertrittst und gleichzeitig signalisierst „ich respektiere dich“, bist du sympathisch und autoritär.
Wie man Präsenz in flachen digitalen Meetings zurückholt
Zoom & Co. saugen Präsenz ab wie ein schlechter Staubsauger. Was hilft:
- Kamera auf Augenhöhe (nicht von unten filmen)
- Hintergrund neutral bis dunkel (keine Bücherregal-Show)
- Licht von vorne, nicht von hinten
- Mikrofon nah am Mund (kein blechernes Echo)
- Immer voll im Bild (keine halben Köpfe)
- Wenn du sprichst: leicht nach vorne lehnen (ca. 10–15°), nicht zurücklehnen
- Andere aussprechen lassen und dann 1–2 Sekunden warten, bevor du antwortest
Was Menschen in anderen Kulturen anders (und oft effektiver) machen
In Japan wird Präsenz oft durch extreme Höflichkeit und gleichzeitig unerschütterliche Ruhe erzeugt. In den USA wird sie durch große Gesten und laute Stimme transportiert. In Skandinavien durch radikale Kürze und sachliche Klarheit.
Was fast überall funktioniert: Weniger Worte, mehr Gewicht pro Wort.
Die eine Sache, die fast jeder falsch versteht: Blickkontakt
Die meisten glauben, Blickkontakt bedeutet „die andere Person permanent anstarren“. Falsch.
Richtiger Rhythmus:
- 50–70 % der Zeit den anderen ansehen, wenn du sprichst
- 70–90 % der Zeit den anderen ansehen, wenn er spricht
- Dreieck-Technik: linkes Auge – rechtes Auge – Nasenwurzel abwechseln (das wirkt natürlicher als fixiertes Starren)
Abschließende Mini-Checkliste: Dein Präsenz-Status in 90 Sekunden
Beantworte spontan mit Ja/Nein:
- Betrittst du Räume mit angehobener Brust?
- Sprichst du langsamer, als du denkst?
- Hältst du Pausen länger als eine Sekunde?
- Kannst du 7 Sekunden Stille aushalten, ohne zu reden?
- Ist deine Stimme am Satzende tiefer als am Anfang?
- Siehst du Menschen an, während sie sprechen?
- Lehnst du dich beim Zuhören leicht nach vorne?
Je mehr „Ja“, desto stärker deine aktuelle Präsenz.
Hat dir der Text heute einen kleinen Schalter umgelegt? Schreib mir in die Kommentare: Welchen der vier Diebe spürst du bei dir am stärksten – und welchen ersten winzigen Schritt wirst du morgen ausprobieren? Teile den Beitrag gern mit jemandem, der gerade merkt, dass der Raum ihm nicht mehr gehört.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.
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Heute.
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Keine Theorien.
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Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“
Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.
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Aber du kannst entscheiden,
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