Kapitel 60: Der Ursprung des Wellenreichs

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Kapitel 60: Der Ursprung des Wellenreichs

Der Ätherische Strand war nicht mehr derselbe. Die Wellen, die sanft und rhythmisch an den silbernen Sand rollten, schienen sich in eine endlose Spirale zu verwandeln, die in das Herz des Kosmos selbst führte. Kai, Lyra, Solan und ihre Gefährten standen am Rande dieser geheimnisvollen Grenze zwischen den Welten, der ungewissen Zukunft und der vergangenen Ewigkeit. Die Dunkelheit war zwar gebrochen, doch die Wellen der Zeit schienen noch immer unaufhaltsam durch den Raum zu tanzen.

„Seht, was ihr angerichtet habt“, flüsterte eine gespenstische Stimme hinter ihnen. Es war Mephos, der dunkle Regent, dessen Schatten nun die Welt umhüllte. Seine Stimme war wie das Rauschen von fernem, verdorbenem Wind, der durch die Ätherischen Wellen schnitt.

Kai hob das Schwert, seine Augen fest auf den Schatten gerichtet. „Die Dunkelheit ist nicht mehr unsere Fessel. Wir sind frei. Aber wir wissen, dass unsere Reise noch nicht zu Ende ist.“ Die Energie in der Luft war elektrisierend, und jeder Atemzug schien in der Atmosphäre zu zersplittern.

„Eure Reise hat gerade erst begonnen“, sagte Mephos, und aus seinem Körper trat eine Erscheinung, die wie der Schleier selbst aussah, in dessen Schatten das Unendliche wohnte. „Ihr habt das Band zerrissen, aber nicht verstanden, was ihr tatsächlich freigesetzt habt. Ihr habt die Schleifen der Zeit geöffnet, aber ohne das richtige Wissen, ohne die Weisheit, den Ursprung der Dunkelheit zu begreifen.“

Solan, der Historiker, trat einen Schritt nach vorn und nahm einen tiefen Atemzug. „Die Dunkelheit ist der Ursprung der Geschichte“, murmelte er, seine Augen auf den schimmernden Horizont gerichtet. „Doch die Geschichte ist nicht das Ende. Sie ist der Anfang, die Quelle von allem. Wir müssen die Wahrheit finden, bevor der Schleier wieder dicht wird.“

In diesem Moment flimmerte die Zeit um sie herum, als würde ein unendlicher Strom an Erinnerungen, Visionen und Realitäten auf einmal hereinbrechen. Der Strand schien sich aufzulösen, als die Luft um sie herum in eine Vortex-ähnliche Spirale geriet.

Om 25

„Bereitet euch vor“, sagte Myria, die Herrin der Nebel, und ihre Augen flackerten vor einer unheimlichen Vorahnung. „Die Zeit hat uns zu einem neuen Ort gebracht, zu einer neuen Ära, und wir müssen uns anpassen. Was vor uns liegt, wird alles verändern.“

Plötzlich war alles dunkel, und als das Licht wieder zurückkehrte, standen sie nicht mehr am Ätherischen Strand. Der Raum um sie herum war von majestätischen Steinsäulen durchzogen, und der Boden war mit goldenen Inschriften bedeckt. Der mächtige Tempel vor ihnen war noch größer, als er es je in den Schriften gewesen war. Doch etwas war anders. Der Himmel darüber war von einem intensiven Rot, als ob er von einer gigantischen Flamme durchzogen wurde.

„Wo sind wir?“, fragte Lyra, deren Armband nun in einen funkelnden goldenen Anhänger übergegangen war, der um ihren Hals hing. Die Schmuckstücke, die sie trugen, passten sich nahtlos der Zeit an. Ihre Kleidung war nun prächtig und aus edelsten Stoffen gefertigt. Kai trug eine robuste, doch feine Rüstung, die zu seiner kämpferischen Haltung passte.

„Wir sind in der Ära von Mesopotamien“, sagte Solan mit festem Blick. „Im Jahr 2500 v. Chr., zu einer Zeit, als der Himmel und die Erde noch von Göttern beherrscht wurden. Dies ist der Tempel von Enki, dem Gott des Wassers und der Weisheit. Hier wurde Wissen bewahrt, das die Grundlagen unserer Zivilisationen legte. Aber es ist auch ein Ort, an dem die Dunkelheit immer wieder versuchte, das Wissen zu zerstören.“

„Das bedeutet, wir sind Zeugen der Ursprünge der Zeit“, sagte Myria nachdenklich. „Vielleicht können wir hier Antworten finden. Antworten auf das, was uns weiterhin verfolgen wird.“

Der Tempel war von zwei massiven Statuen bewacht, die Götter darstellten, deren Namen in den Sternen verborgen lagen. Die Türen öffneten sich lautlos, als die Gruppe eintrat, und ein endloser Hall erfüllte die Räume. Im Inneren stand ein riesiger Altar, auf dem eine riesige Schriftrolle aus Stein lag, umgeben von Licht.

„Diese Schriftrolle enthält das Wissen der Götter. Sie ist der Schlüssel zu allem“, sagte Seraphine, ihre Visionen sie wieder führend, als sie vor der Schriftrolle stand. „Aber sie ist auch der Schlüssel zur Dunkelheit. Wir müssen uns entscheiden.“

„Es gibt keine Entscheidung zu treffen“, sagte Kai entschlossen und griff nach der Schriftrolle. „Wir müssen uns dem Wissen stellen, ohne Angst.“

Doch gerade als seine Finger die Oberfläche berührten, bebte der Boden. Ein gewaltiges grollendes Geräusch erfüllte die Luft, und die Wände des Tempels begannen zu erzittern. „Etwas kommt“, rief Lyra, als sie einen Funken aus der Dunkelheit herausblitzen sah. „Wir sind nicht allein.“

In diesem Moment brach die Decke des Tempels auf, und riesige, schattenhafte Kreaturen stürzten herab – riesige Monster, deren Augen in Dunkelheit gehüllt waren. Sie gehörten zu den Urwesen der Dunkelheit, die aus der Tiefe der Zeit aufgestiegen waren.

„Das sind die Wächter der Dunkelheit“, sagte Solan, „die Hüter des Wissens, das niemand erlangen darf. Doch wenn wir sie besiegen, könnten wir den Ursprung der Dunkelheit erreichen.“

„Dann lassen wir uns nicht aufhalten“, sagte Kai und zog sein Schwert, das nun eine schimmernde Klinge trug, die sich der antiken Zeit angepasst hatte. „Wenn wir nicht kämpfen, wird dieses Wissen für immer verloren sein.“

Ein gewaltiger Kampf entbrannte, als die Kreaturen sich auf sie stürzten. Myria rief Nebel herbei, der die Monster in einen dichten Schleier hüllte, während Selena Lichtblitze entlud, die die Dunkelheit zerschlugen. Solan sprach ein altes Wort aus, und die Wand der Dunkelheit begann zu wanken. Doch der wahre Kampf lag noch vor ihnen.

„Komm!“, rief Kai. „Wir haben keine Zeit zu verlieren. Der Ursprung der Dunkelheit wartet nicht.“

Sie kämpften weiter, bis die letzten Wächter besiegt waren und der Tempel in ein unheimliches Schweigen zurückkehrte. In der Stille fanden sie schließlich die wahre Bedeutung der Schriftrolle. Es war eine Karte, ein Hinweis auf die „Innere Welt“, ein verborgenes Reich, das tief unter der Erde existierte und mit den Geheimnissen der alten Zivilisationen und der Ursprung der Dunkelheit verbunden war.

„Das ist es“, sagte Solan, als er die Karte entzifferte. „Die Dunkelheit, von der wir sprechen, stammt aus einem Ort unter der Erde. Ein Ort, den nur wenige kennen.“

„Ein Ort, an dem sich die Welten vereinen“, fügte Seraphine hinzu. „Die Quelle aller Dinge. Der Ursprung der Zeit.“

„Dann ist es entschieden“, sagte Kai. „Wir müssen dorthin. Die innere Welt wartet auf uns.“

Die Reise in die Dunkelheit

Das Portal öffnete sich vor ihnen, und die Gruppe trat hindurch, bereit, die Dunkelheit endgültig zu besiegen. Doch sie wussten, dass der Weg dorthin nicht einfach sein würde. Die Innere Welt war ein Ort der uralten Götter und verschwundenen Zivilisationen, und ihre Reise würde sie nicht nur zu den dunklen Geheimnissen der Geschichte führen, sondern auch zu den verborgensten Ecken des Universums selbst.

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