Innere Stärke im Chaos finden – dein stiller Kern
Der Wind reißt an den Jacken. Eine Frau Anfang dreißig steht auf der Kaimauer in Bremerhaven, hält einen dampfenden Becher Filterkaffee so fest, dass die Fingerknöchel weiß werden. Sie heißt Lene Marquardt, arbeitet seit acht Jahren als Logistikkoordinatorin in einem Containerterminal. Gerade hat sie erfahren, dass die nächste Schichtleitung wieder an einen Mann geht, der erst seit anderthalb Jahren dabei ist. Sie atmet tief ein, der salzige Nordseegeruch brennt in der Nase – und plötzlich spürt sie es: dieses leise, stählerne Etwas tief im Brustbein, das nicht bricht, auch wenn alles andere wackelt.
Das ist der Moment, in dem viele Menschen zum ersten Mal wirklich innere Stabilität kennenlernen – nicht als nettes Wellness-Konzept, sondern als rohe, pragmatische Überlebensfähigkeit.
Inhaltsverzeichnis
- Was innere Stabilität wirklich bedeutet (und was sie nicht ist)
- Der stille Kern – wie er entsteht und warum er meist erst spät entdeckt wird
- Drei typische Lebenslagen, in denen er sich zeigt
- Warum Balance die neue Macht ist (und Kontrolle die alte Illusion)
- Praktische Anker-Techniken – sofort einsetzbar
- Die häufigsten inneren Saboteure und wie man sie erkennt
- Ein neuer Trend aus Übersee, der gerade nach Mitteleuropa überschwappt
- Wie du deinen Anker täglich trainierst – ohne Esoterik
- Abschließende Mini-Übung für genau diesen Moment
Was innere Stabilität wirklich bedeutet (und was sie nicht ist)
Innere Stabilität ist kein Dauerlächeln. Sie ist auch kein Zustand, in dem dich nichts mehr trifft.
Sie ist die Fähigkeit, starke Wellen zu reiten, ohne dass dein Rumpf bricht.
Stell dir vor, du stehst auf einem Schlauchboot mitten in schwerer See. Das Boot kippt, Wasser schwappt über, der Horizont tanzt verrückt – und trotzdem bleibt dein Schwerpunkt genau über der Mitte des Bootes. Das ist es. Keine starre Rüstung. Sondern ein lebendiger, anpassungsfähiger Gleichgewichtssinn im Inneren.
Wer das hat, kann weinen, schreien, zweifeln, sogar vorübergehend die Orientierung verlieren – und trotzdem tief drinnen wissen: Ich gehe nicht unter. Ich komme wieder hoch.
Der stille Kern – wie er entsteht und warum er meist erst spät entdeckt wird
Der Kern bildet sich meist in genau den Momenten, in denen alles andere wegbricht.
Jonas Rieder, 41, ehemaliger Stuckateur aus Graz, verlor 2019 seine Firma, die Wohnung und die Frau, mit der er seit der Schulzeit zusammen war – alles innerhalb von neun Monaten. Er saß monatelang in einem 14-Quadratmeter-Zimmer in der Fröhlichgasse, trank billigen Instantkaffee und starrte auf den Riss in der Tapete. Irgendwann, mitten in einer dieser bleigrauen Nächte, merkte er: „Ich bin immer noch da.“
Nicht das Geschäft. Nicht die Beziehung. Nicht einmal die Identität als „der zuverlässige Handwerker“. Nur dieses nackte, sture „Ich-bin-noch-da“.
Das war der Moment, in dem der Kern geboren wurde.
Viele Menschen erleben diesen Punkt erst, wenn die äußeren Stützen fallen: Kündigung, Trennung, Burnout, Diagnose, Insolvenz, Tod eines nahen Menschen. Erst wenn das meiste, woran sie sich festgehalten haben, weg ist, spüren sie das Wenige, was wirklich nicht wegzunehmen ist.
Drei typische Lebenslagen, in denen der Kern sich zeigt
- Der freie Fall ohne Netz Du verlierst deinen Job / deine Rolle / deinen Status – und merkst plötzlich, dass du trotzdem atmen kannst.
- Die Beziehung, die nicht mehr atmet Der andere Mensch geht – und statt in ein schwarzes Loch zu fallen, spürst du eine seltsame, fast peinliche Standfestigkeit.
- Der Körper, der nicht mehr mitspielt Eine schwere Krankheit, ein Unfall, chronische Schmerzen – und mittendrin diese merkwürdige Gewissheit: Mein Wesen hängt nicht an diesem Körper.
Warum Balance die neue Macht ist (und Kontrolle die alte Illusion)
Früher galt Macht = Kontrolle.
Heute zeigt sich immer öfter: Wer alles kontrollieren will, zerbricht zuerst.
Wer gelernt hat, in der Mitte zu bleiben, während außen das Chaos tobt, hält länger durch – und paradoxerweise erreicht er oft mehr.
Eine sehr bekannte Übung aus dem achtsamkeitsbasierten Stressmanagement (MBSR) nennt das „zentriertes Gewahrsein“. Du übst, den Sturm zu bemerken, ohne dich mit ihm zu identifizieren. Das klingt zunächst wie Esoterik-Sprech. In der Praxis fühlt es sich aber an wie ein Rettungsring aus Stahlbeton.
Praktische Anker-Techniken – sofort einsetzbar
Technik 1 – Der 4-7-8-Atem (Notfall-Anker) 4 Sekunden ein, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden aus. Mach das dreimal hintereinander, auch wenn du gerade heulst oder schreist. Der Vagusnerv wird stimuliert, der Puls sinkt meist innerhalb von 60–90 Sekunden merklich.
Technik 2 – Der Körper-Scan im Stehen (Alltags-Anker) Spür fünf Sekunden lang deine Fußsohlen → Waden → Knie → Beckenboden → Bauch → Brustbein → Schultern → Kiefer. Nur spüren, nicht korrigieren. Das dauert 35 Sekunden und katapultiert dich aus dem Kopf-Chaos zurück ins Hier.
Technik 3 – Der Eine-Satz-Anker (mentaler Notfallknopf) Wenn alles kippt, sag dir innerlich nur einen einzigen Satz, immer denselben. Beispiele, die Menschen wirklich benutzen:
- „Das geht vorbei.“
- „Ich bin der Himmel, nicht das Gewitter.“
- „Ich halte das aus.“
- „Ich bin noch da.“
Die häufigsten inneren Saboteure
- Der innere Richter („Du hättest das kommen sehen müssen!“)
- Der Katastrophisierer („Das war’s jetzt endgültig.“)
- Der Märtyrer („Ich muss das alleine durchstehen, sonst bin ich schwach.“)
- Der Perfektionist („Wenn ich jetzt nicht perfekt stabil bin, bin ich ein Versager.“)
Jeder dieser Saboteure hat eine Stimme, die sich wie deine eigene anfühlt – und genau das macht sie so gefährlich.
Ein neuer Trend aus Übersee, der gerade nach Mitteleuropa überschwappt
In den USA und Kanada heißt die Praxis „Somatic Anchoring“ oder „Bottom-Up Regulation“. Statt vom Kopf her zu beruhigen („Denk positiv!“), beginnt man immer am Körper. Man sucht bewusst die Stellen, die sich jetzt schon halbwegs ruhig oder fest anfühlen (Fußsohlen, Sitzknochen, Handflächen, Brustbein) und „residieren“ dort einige Atemzüge lang, bevor man das Chaos überhaupt ansieht.
Die Methode verbreitet sich gerade explosionsartig in Coaching- und Therapie-Kreisen in Deutschland, Österreich und der Schweiz – vor allem weil sie schneller wirkt als klassisches positives Denken.
Wie du deinen Anker täglich trainierst – ohne Esoterik
- Morgens 60 Sekunden Körper-Scan beim Zähneputzen
- Mittags einmal 4-7-8-Atem vor dem Essen
- Abends den Ein-Satz-Anker auf ein Post-it über dem Bett
- Bei jedem Türöffnen bewusst die Fußsohlen spüren
Nach 4–6 Wochen berichten die meisten Menschen, dass sie in akuten Stressmomenten automatisch „runterkommen“, bevor der Kopf komplett abdreht.
Mini-Übung für genau diesen Moment (30 Sekunden)
Leg die Hand aufs Brustbein. Spür die Wärme deiner eigenen Hand. Atme einmal tief in diese Stelle ein und sag dir innerlich: „Ich bin hier. Und ich bleibe hier.“
Das war’s.
Kein langes Ritual. Nur ein kleiner, stählerner Moment der Rückverbindung.
Zitat „Der Sturm macht den Baum nicht stärker. Er zeigt ihm nur, wo sein Kern sitzt.“ – Unbekannt (oft fälschlicherweise Viktor Frankl zugeschrieben)
Hat dich der Text heute an irgendeiner Stelle berührt oder an etwas erinnert, das du gerade durchmachst? Dann schreib mir gern in die Kommentare: Welcher kleine Anker hat dich in den letzten Wochen schon einmal gehalten – und wie hat sich das angefühlt? Teil den Beitrag mit jemandem, der gerade denkt, er fällt und fällt und fällt.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
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