Innere Blockaden sanft und nachhaltig lösen
Der Moment, in dem du merkst, dass du wieder einmal vor derselben unsichtbaren Wand stehst, fühlt sich meist nicht dramatisch an. Kein Donnerschlag, kein Erdbeben. Nur dieses leise, hartnäckige „Nein, heute nicht“, das sich wie kalter Kaffee in den Adern ausbreitet. Du willst loslegen – und bleibst doch sitzen. Du weißt genau, was du eigentlich tun solltest – und tust stattdessen alles andere. Das ist keine Faulheit. Das ist eine Blockade, die sich als Schutzmechanismus getarnt hat.
Inhaltsverzeichnis
- Was innere Blockaden wirklich sind (und was sie nicht sind)
- Die fünf häufigsten Masken, hinter denen sie sich verstecken
- Der Körper spricht zuerst – was Muskeln und Atmung verraten
- Die unerwartete Kraft der winzigen Vor-Schritte
- Gefühl statt Analyse – wie man den inneren Widerstand fühlt, ohne ihn zu bekämpfen
- Die Kunst des „Und jetzt?“ – mit dem Widerstand sprechen
- Wenn alte Geschichten die Gegenwart kapern
- Drei konkrete Werkzeuge, die in 90 % der Fälle sofort etwas bewegen
- Was passiert, wenn man die Blockade nicht mehr weghaben will
- Abschließende Orientierung für hartnäckige Fälle
Was innere Blockaden wirklich sind (und was sie nicht sind)
Innere Blockaden sind keine Charakterschwäche und auch kein Mangel an Disziplin. Sie sind in den meisten Fällen ein uraltes, extrem gut eingelerntes Sicherheitsprogramm. Dein Nervensystem hat irgendwann einmal gelernt: „Wenn ich das tue / jenes sage / diese Richtung einschlage → dann wird etwas sehr Unangenehmes / Gefährliches / Beschämendes passieren.“
Das „Etwas“ kann real gewesen sein (z. B. Demütigung durch einen Lehrer, Zurückweisung durch die erste große Liebe, Kündigung nach einem mutigen Vorschlag) oder es war „nur“ die hoch sensible Antenne eines Kindes, das die Stimmungsschwankungen der Eltern als Existenzbedrohung wahrgenommen hat.
Heute ist die reale Gefahr meistens weg. Das Alarmsystem ist aber noch aktiv – und zwar auf Hochtouren. Es feuert Cortisol und Adrenalin ab, verengt die Brust, macht die Schultern hart, lässt die Gedanken in Endlosschleifen kreisen. Das Ziel ist immer dasselbe: dich davon abhalten, die alte Verletzung noch einmal zu durchleben.
Die fünf häufigsten Masken, hinter denen sie sich verstecken
- Prokrastination mit Perfektionismus-Story „Ich muss erst noch … recherchieren / den perfekten Plan haben / mich besser fühlen.“ Klassischer Schutz: Wenn ich es nie anfange, kann ich auch nicht scheitern.
- Plötzliche Erschöpfung Du warst gerade noch voller Energie – und nach dem Gedanken „Jetzt mache ich es wirklich“ fällst du in einen bleiernen Zustand. Das Nervensystem schaltet auf Not-Akku.
- Ablenkungs-Lawine Social Media, Putzen, Serien-Marathon, plötzlich ist der Kühlschrank leer und muss sofort aufgefüllt werden. Der Geist erzeugt künstliche Dringlichkeiten.
- Zynismus und innere Kritik „Sowieso bringt das nichts“, „Ich bin zu alt/jung/dick/dünn/doof/dafür“, „Andere können das besser“. Sarkasmus ist oft nur verletzte Hoffnung in Stacheldraht verpackt.
- Emotionale Taubheit „Mir ist das eigentlich egal.“ Das ist selten echt. Meistens hat das System die Gefühle abgeschaltet, weil sie zu bedrohlich waren.
Der Körper spricht zuerst – was Muskeln und Atmung verraten
Bevor du überhaupt weißt, dass eine Blockade da ist, weiß dein Körper es schon. Typische Muster:
- Schultern hochgezogen bis zu den Ohren
- Unterkiefer vorgeschoben oder fest zusammengebissen
- Flache, hohe Brustatmung (fast nur Schlüsselbein bewegt sich)
- Magen-Diaphragma-Bereich wie zugeschnürt
- Hände kalt oder feucht
- Leichte Übelkeit oder Kloß im Hals
Eine der wirksamsten Sofort-Interventionen besteht deshalb darin, nicht weiter zu analysieren, sondern den Körper erst einmal zu beruhigen.
Mini-Intervention (30–60 Sekunden)
- Stelle dich hin oder setze dich aufrecht.
- Atme 4 Sekunden ein, 6 Sekunden lang aus – und zwar so, dass sich der Bauch wölbt (kein Hochziehen der Schultern).
- Lege eine Hand auf den Brustbereich unter dem Schlüsselbein, die andere auf den Bauch.
- Sage innerlich oder leise: „Ich sehe dich. Du willst mich beschützen. Danke.“
Das klingt esoterisch – ist es aber nicht. Du sprichst direkt mit dem Teil des Nervensystems, der die Blockade gerade fährt.
Die unerwartete Kraft der winzigen Vor-Schritte
Die meisten Menschen versuchen, die Blockade mit Willenskraft zu durchbrechen. Das funktioniert etwa so gut wie mit einem Vorschlaghammer ein rohes Ei zu öffnen.
Stattdessen: mach den ersten Schritt so lächerlich klein, dass das Alarmsystem gar nicht anspringt.
Beispiele:
- Willst du ein Buch schreiben? → Öffne nur das Dokument.
- Willst du Sport machen? → Ziehe nur die Sportschuhe an.
- Willst du das schwierige Telefonat führen? → Schreibe nur die erste Satz-Hälfte auf.
In 70–80 % der Fälle reicht dieser Mikro-Schritt, damit das System merkt: „Es passiert nichts Schlimmes.“ Danach kommt oft erstaunlich viel Bewegung ins System.
Gefühl statt Analyse – wie man den inneren Widerstand fühlt, ohne ihn zu bekämpfen
Die meisten Coaching-Techniken versuchen, die Blockade zu „überschreiben“ oder „aufzulösen“. Das ist oft kontraproduktiv. Der Widerstand will gesehen werden – nicht weggebügelt.
Setze dich stattdessen hin und frage:
„Wenn dieser Widerstand eine Farbe hätte – welche wäre es?“ „Wenn er eine Temperatur hätte?“ „Wenn er einen Ort im Körper hätte – wo sitzt er am stärksten?“ „Wenn er sprechen könnte – was wäre sein erster Satz?“
Und dann: einfach zuhören. Oft löst sich ein Teil der Anspannung schon dadurch, dass der Widerstand nicht mehr bekämpft wird.
Die Kunst des „Und jetzt?“ – mit dem Widerstand sprechen
Eine meiner liebsten Fragen, wenn jemand feststeckt:
„Okay, der Teil in dir sagt gerade ganz klar Nein. Und jetzt?“
Dahinter steckt die Erkenntnis: Der Widerstand hat ein Veto-Recht – aber kein alleiniges Entscheidungsrecht. Wenn du ihm das Veto zugestehst („Ja, ich höre dich, du darfst Nein sagen“), entspannt sich das System oft genug, dass ein zweiter Teil plötzlich „Ja, aber vielleicht doch …“ sagen kann.
Wenn alte Geschichten die Gegenwart kapern
Sehr häufig steckt hinter einer Blockade eine Szene aus der Kindheit oder Jugend, die sich in Endlosschleife wiederholt.
Typische Muster:
- „Wenn ich sichtbar werde / erfolgreich bin / Geld verlange → verliere ich Liebe / Zugehörigkeit / Sicherheit.“
- „Wenn ich scheitere → bin ich wertlos.“
- „Wenn ich glänze → werde ich beneidet / angegriffen / allein gelassen.“
Die Aufgabe ist nicht, diese alten Sätze zu widerlegen. Sondern sie zu bezeugen: „Ja, damals hast du das geglaubt – und es hat wehgetan. Heute darf ein anderer Teil von dir auch eine andere Erfahrung machen.“
Drei konkrete Werkzeuge, die in 90 % der Fälle sofort etwas bewegen
Werkzeug 1 – Die 17-Sekunden-Regel Stelle dir vor, du darfst die unangenehme Tätigkeit nur 17 Sekunden lang machen. Danach darfst du sofort aufhören. Meistens machst du weiter – weil der Einstiegswiderstand gebrochen ist.
Werkzeug 2 – Die „Andere-Person-Technik“ Frage dich: „Was würde ich meiner besten Freundin / meinem besten Freund jetzt raten, wenn er/sie genau da stecken würde, wo ich gerade stecke?“ Dann befolge diesen Rat dir selbst gegenüber.
Werkzeug 3 – Der Körper-Scan mit „Danke“-Schleife Gehe langsam von den Zehen bis zum Scheitel durch den Körper. Bei jeder Stelle, die sich verspannt oder schwer anfühlt, sage innerlich: „Danke, dass du mich beschützt.“ Kein Versuch, etwas zu verändern. Nur Anerkennung.
Was passiert, wenn man die Blockade nicht mehr weghaben will
Paradoxerweise löst sich ein großer Teil der Kraft, die in der Blockade steckt, erst dann, wenn man aufhört, sie zu bekämpfen. Wenn man sie stattdessen als alten, treuen (wenn auch überfürsorglichen) Wächter betrachtet.
Manche Blockaden verschwinden erst, wenn man sie nicht mehr loswerden muss.
Abschließende Orientierung für hartnäckige Fälle
Wenn du seit Jahren mit derselben Blockade kämpfst, lohnt es sich oft, professionelle Begleitung zu suchen (Körperpsychotherapie, traumasensible Verfahren wie NARM, Somatic Experiencing, Ego-State-Arbeit). Man muss das Rad nicht alleine neu erfinden.
Und vor allem: Sei freundlich zu dir. Die Blockade ist kein Feind. Sie ist ein sehr alter Briefträger, der immer noch dieselbe schlechte Nachricht aus den 90ern zustellt.
Hat dir der Text heute irgendwo einen kleinen Spalt geöffnet? Dann schreib mir gerne in die Kommentare: Welcher der drei kleinen Schritte fühlt sich für dich am machbarsten an – und was genau hält dich davon ab, ihn heute noch zu probieren? Teile den Beitrag gern mit jemandem, der gerade auch vor dieser unsichtbaren Wand steht.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
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Es geht einfach aus.
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