Herzenergie – die stille Währung der Seele
Wenn du gerade die Augen schließt und einmal ganz ehrlich in dich hineinhorchst, spürst du es vielleicht: dieses leise, beharrliche Pochen, das nicht vom Herzen kommt, sondern tiefer liegt – als hätte jemand eine zweite, unsichtbare Kammer in dir eingebaut, die nie aufhört zu senden. Manche nennen es Intuition, andere nennen es innere Stimme, wieder andere schweigen einfach, weil Worte dafür zu grob sind. Ich nenne es heute Herzenergie. Nicht weil das Wort besonders schön klingt, sondern weil es das Einzige ist, was in zwanzig Jahren Begleitung von Menschen in Umbruchphasen nie entwertet wurde.
Inhaltsverzeichnis
- Was Herzenergie wirklich ist (und was sie niemals war)
- Der Moment, in dem die meisten sie verlieren
- Wie sie sich anfühlt, wenn sie wirklich fließt
- Die vier großen Diebe der Herzenergie
- Alltägliche Rituale, die sie leise wieder nähren
- Die unsichtbare Ökonomie: Geben ohne zu verarmen
- Wenn Herzenergie auf Widerstand trifft
- Abschied vom Leistungs-Konto – hin zur Fülle
- Eine kleine Übung für genau diesen Moment
- Was bleibt, wenn alles andere wegbricht
Es gibt einen unscheinbaren Nachmittag in einer kleinen norddeutschen Stadt – sagen wir, in Husum, kurz bevor der erste Herbststurm die Deiche peitscht. Eine Frau Ende dreißig, nennen wir sie Fenja, Finanzbuchhalterin in einem mittelständischen Logistikunternehmen, sitzt in ihrem grauen Kombi auf dem Parkplatz eines Discounters. Motor aus. Schlüssel noch in der Hand. Sie starrt auf die regennasse Windschutzscheibe, auf der sich die Neonbuchstaben des Werbeschilds spiegeln.
Sie hat gerade die vierteljährliche Bilanzpressekonferenz hinter sich, hat die PowerPoint-Folien mit den roten und grünen Balken kommentiert, hat genickt, als der Geschäftsführer „weiter so“ sagte, hat gelächelt, als die Kollegen in den Fahrstuhl drängten und „Schönes Wochenende“ wünschten. Und jetzt sitzt sie hier und merkt, dass sie nichts mehr fühlt. Nicht einmal Wut. Nur dieses taube Summen hinter dem Brustbein, als wäre dort ein kleiner Transformator durchgebrannt.
Fenja ist kein Einzelfall. Sie ist eine von Millionen, die in den letzten Jahren gelernt haben, dass das, was sie früher „Bauchgefühl“ nannten, im Meeting-Protokoll nicht vorkommt. Dass man besser schweigt, wenn das Herz schneller schlägt, nur weil der Chef den Namen einer Kollegin falsch ausspricht. Dass man sich lieber eine weitere Excel-Tabelle aufmacht, als sich zu fragen, warum man eigentlich jeden Morgen aufsteht.
Und genau hier beginnt der erste große Irrtum: Die meisten Menschen glauben, Herzenergie sei etwas Esoterisches, Weiches, etwas für Yoga-Retreats in der Toskana oder für Menschen, die ohnehin schon alles erreicht haben. Dabei ist sie das genaue Gegenteil. Sie ist die härteste Währung, die es gibt – weil sie nicht gedruckt, nicht geborgt und nicht inflationsgeschützt werden kann. Man kann sie nur verschenken oder verraten. Und beides merkt man erst, wenn es fast zu spät ist.
Was Herzenergie wirklich ist (und was sie niemals war)
Herzenergie ist keine Gefühlswolke. Sie ist auch kein Dauerlächeln und kein ständiges „positiv denken“. Sie ist die Kraft, die entsteht, wenn Denken, Fühlen und Handeln für einen winzigen Moment in eine Richtung zeigen. Wenn du etwas tust – egal wie klein –, nicht obwohl es dir schwerfällt, sondern gerade weil es sich stimmig anfühlt.
Sie ist das leise Ja, das du innerlich sagst, bevor du den Mund aufmachst. Sie ist die Entscheidung, fünf Minuten länger zuzuhören, obwohl du schon müde bist. Sie ist der Moment, in dem du die E-Mail nicht abschickst, obwohl sie dir Genugtuung verschaffen würde. Sie ist das, was übrig bleibt, wenn du alle Masken abgenommen hast und trotzdem noch atmen kannst.
Sie ist nicht
- blinde Selbstoptimierung
- ständiges Hochfahren der guten Laune
- das Ignorieren von Wut, Trauer oder Erschöpfung
- ein Dauerzustand von Leichtigkeit
Sie ist vielmehr die Fähigkeit, all das zu fühlen – und trotzdem weiterzugehen, ohne sich selbst zu verraten.
Der Moment, in dem die meisten sie verlieren
Für die meisten passiert es nicht mit einem Knall. Es passiert in winzigen Transaktionen.
Du sagst „Ja, ich übernehme das“, obwohl dein Körper schon „Nein“ schreit. Du lachst über einen Witz, der dich eigentlich verletzt. Du bleibst noch eine Stunde länger, weil „die anderen ja auch noch da sind“. Du schluckst die Bemerkung hinunter, die dir auf der Zunge liegt – nicht aus Klugheit, sondern aus Angst vor Konsequenzen.
Jedes Mal, wenn du dein inneres Ja gegen ein äußeres Ja eintauschst, ziehst du ein paar Tropfen aus diesem unsichtbaren Konto ab. Nach ein paar Jahren ist der Pegel so niedrig, dass du dich wunderst, warum du dich ständig leer fühlst, obwohl du doch „eigentlich alles hast“.
Ich habe das bei Hunderten Menschen gesehen: der Lehrer in Bremen, der seit fünfzehn Jahren jeden Morgen mit einem Druck auf der Brust in die Schule geht; die Pflegefachkraft in Graz, die nachts nicht mehr richtig schlafen kann, weil sie spürt, dass sie nur noch funktioniert; der Projektleiter in Basel, der mit 42 Jahren schon das Gefühl hat, dass das Leben an ihm vorbeigerauscht ist.
Sie alle hatten irgendwann einmal mehr Herzenergie, als sie brauchten. Und sie alle haben sie – meist ohne böse Absicht – in kleinen Raten weggegeben.
Wie sie sich anfühlt, wenn sie wirklich fließt
Wenn Herzenergie frei fließt, fühlt es sich nicht nach Euphorie an. Es fühlt sich nach Präsenz an.
Die Schultern sinken ein wenig. Der Atem wird tiefer, ohne dass du bewusst atmest. Farben wirken etwas gesättigter. Geräusche kommen klarer an. Und vor allem: Du spürst wieder, dass du in deinem Körper wohnst, nicht nur in deinem Kopf.
Eine Klientin – nennen wir sie Mara, Physiotherapeutin aus Linz – beschrieb es einmal so: „Es war, als hätte jemand das Licht in einem Raum angemacht, von dem ich gar nicht wusste, dass es einen Lichtschalter hat.“
Ein anderer Mann, ein Industriemechaniker aus Osnabrück, sagte: „Ich hab plötzlich gemerkt, dass ich beim Reden mit meinen Kindern nicht mehr nur nicke. Ich hab wirklich zugehört. Und das hat sich angefühlt wie… nach Hause kommen.“
Das ist kein Zufall. Herzenergie ist immer mit Kontakt verbunden – mit dir selbst, mit anderen, mit der Welt. Wo sie fließt, entsteht Verbindung. Wo sie blockiert ist, entsteht Isolation, auch wenn du von Menschen umgeben bist.
Die vier großen Diebe der Herzenergie
- Die stille Selbstverleugnung Du merkst, dass etwas nicht stimmt – und sagst nichts.
- Der Automatismus des Funktionierens Du tust Dinge, weil du sie immer schon getan hast, nicht weil sie heute noch Sinn machen.
- Die Angst vor dem Konflikt Du schluckst, um den Frieden zu bewahren – und verlierst deinen eigenen.
- Der Vergleich mit anderen Du misst deine innere Welt an der nach außen gekehrten Fassade von anderen – und verarmst dabei.
Jeder dieser Diebe arbeitet leise. Keiner kommt mit gezückter Waffe. Sie schleichen sich ein – und sie gehen erst wieder, wenn du sie aktiv hinauswirfst.
Alltägliche Rituale, die sie leise wieder nähren
Du brauchst keine Retreat-Woche auf Bali. Du brauchst fünf ehrliche Minuten am Tag.
- Bevor du morgens das Handy entsperrst: 60 Sekunden einfach nur atmen und fragen „Was brauche ich heute wirklich?“
- Beim Zähneputzen: bewusst lächeln – nicht fürs Selfie, sondern für dich.
- Einmal am Tag „Nein“ sagen – ohne Begründung, ohne schlechtes Gewissen.
- Jemandem eine ehrliche, kleine Freude machen, ohne etwas dafür zu erwarten.
- Abends drei Sätze aufschreiben, für die du heute dankbar bist – auch wenn es nur „der Kaffee war heiß“ ist.
Das sind keine Zauberformeln. Es sind Mikrotransaktionen in die andere Richtung. Kleine Einzahlungen auf das Konto, das nie überzogen werden kann.
Die unsichtbare Ökonomie: Geben ohne zu verarmen
Hier liegt das größte Missverständnis: Viele glauben, Herzenergie würde weniger, wenn man sie weitergibt. Das Gegenteil ist der Fall.
Wenn du sie bewusst weitergibst – in einem Blick, in einem ehrlichen Satz, in einer Berührung, in einem Moment echter Präsenz –, vermehrt sie sich. Nicht linear. Exponentiell.
Der Kellner in einem kleinen Café in Innsbruck, der dich wirklich ansieht und fragt „Wie geht’s Ihnen heute wirklich?“, gibt nicht nur Energie – er bekommt sie zurück, verstärkt.
Die Kollegin, die dir sagt „Ich hab gemerkt, dass du gerade nicht gut drauf bist – magst du reden?“, tauscht nicht nur Mitgefühl – sie lädt ihr eigenes Konto auf.
Herzenergie ist die einzige Währung, bei der das Geben und das Nehmen gleichzeitig stattfinden.
Wenn Herzenergie auf Widerstand trifft
Manche Menschen reagieren auf echte Präsenz mit Irritation, Rückzug oder sogar Aggression. Das ist normal. Wer lange im Überlebensmodus gelebt hat, empfindet Echtheit manchmal wie einen Angriff.
Dann darfst du wählen: Entweder du ziehst dich zurück – oder du bleibst weich und klar zugleich. Nicht verbissen. Nicht nachgiebig. Einfach anwesend.
Das ist einer der schwierigsten, aber auch mächtigsten Momente: Wenn du spürst, dass deine Herzenergie auf Granit trifft – und trotzdem nicht verhärtest.
Abschied vom Leistungs-Konto – hin zur Fülle
Irgendwann kommt der Moment, in dem du merkst: Das alte Konto – das aus Anerkennung, Status, Überstunden, Titeln – ist bankrott. Nicht weil du versagt hast. Sondern weil es von Anfang an die falsche Währung war.
Und dann beginnt die eigentliche Arbeit: Umzuschichten. Vom Haben ins Sein. Vom Beweisen ins Erleben. Vom Kontrollieren ins Vertrauen.
Das ist kein romantischer Prozess. Es tut weh. Es macht Angst. Es fühlt sich manchmal an wie Sterben.
Aber auf der anderen Seite wartet etwas, das größer ist als jedes Gehalt, jeder Titel, jede Bestätigung: die Erfahrung, dass du genug bist – genau jetzt, genau so.
Eine kleine Übung für genau diesen Moment
Leg die Hand auf dein Brustbein. Schließ die Augen. Atme dreimal tief in den Bauch. Frag leise: „Was ist gerade wahrer als meine Gedanken?“
Und dann warte. Ohne zu bewerten. Ohne zu erwarten.
Oft kommt die Antwort nicht als Satz. Sie kommt als Wärme. Als Bild. Als plötzliches Weinen. Als Atem, der plötzlich tiefer geht.
Das ist sie. Die Währung, die nie entwertet wird.
Wenn du magst, nimm dir heute genau diese 90 Sekunden. Nicht morgen. Nicht irgendwann. Genau jetzt.
Und dann sag mir in den Kommentaren: Was hast du gespürt?
Ich lese jede einzelne Antwort.
Hat dir der Text etwas berührt, bewegt oder auch nur für einen Moment die Luft leichter gemacht? Dann schreib mir bitte genau einen Satz in die Kommentare: Was war dein winziger, aber ehrlicher Impuls gerade eben? Ich bin wirklich neugierig – und ich lese alles. Teile den Text gern mit jemandem, der gerade spürt, dass sein innerer Akku auf Reserve läuft.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
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Eines Tages wachst du auf –
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Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
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Jede einzelne.
