Erweckung – zünde dein inneres Feuer an
Der Regen trommelt seit Stunden gegen die Blechdach-Garage in einem Gewerbegebiet am Rand von Osnabrück. Drinnen steht ein alter Drehstuhl, auf dem seit 14 Minuten niemand mehr sitzt. Daneben eine halbvolle Tasse Filterkaffee, inzwischen kalt geworden, mit einem braunen Ring am Rand wie eine verblasste Tätowierung. Die Neonröhre flackert einmal, zweimal – dann bleibt sie dunkel.
In diesem Moment der plötzlichen Stille spürt er es zum ersten Mal wirklich: nicht die übliche Müdigkeit, nicht den üblichen Groll, sondern eine Art inneres Knistern, als würde jemand sehr weit entfernt ein Streichholz anreißen.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Menschen wieder aufstehen, den Lichtschalter suchen und so tun, als wäre nichts passiert.
Er bleibt sitzen.
Inhaltsverzeichnis
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Einleitung: Für wen dieses Buch geschrieben ist
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Warum klassische Motivationsratgeber nicht mehr wirken
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Keine schnellen Hacks, kein oberflächlicher Kram
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Fünf echte Zündungswege
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Erfahrungen aus vier Jahrzehnten
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Baustelle
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Schichtleitung
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Therapiezimmer
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Nächte am Schreibtisch
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Wie persönliche Erfahrungen in diesem Buch genutzt werden
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Einladung: Nicht aufgeben, sondern neue Wege gehen
Das erste Streichholz – die ehrliche Inventur ohne Selbstmitleid
Stell dir vor, du dürftest genau eine einzige Lüge über dein jetziges Leben für immer behalten. Welche wäre das?
Die meisten Menschen wählen in diesem Gedankenexperiment erstaunlich schnell: „Ich habe einfach keine Zeit.“ Oder: „Wenn die Umstände anders wären …“ Oder die besonders perfide Variante: „Ich bin eben nicht der Typ dafür.“
Jede dieser Sätze ist eine kleine, gut gepflegte Brandmauer zwischen dir und dem Feuer.
Eine ehrliche Inventur beginnt deshalb nicht mit Vision-Board und auch nicht mit Dankbarkeits-Tagebuch. Sie beginnt mit der schonungslosen Frage: Was tue ich regelmäßig, obwohl ich tief drinnen weiß, dass es mich kleiner macht?
Beispiele aus dem echten Leben (Namen und Orte verändert):
- Klara, 34, Logistikdisponentin in einem mittelständischen Kühlhaus bei Neumünster, scrollt jeden Abend 90 Minuten auf einer Kurzvideos-Plattform, obwohl sie seit drei Jahren den Fernlehrgang Logistikbetriebswirtin abbrechen will, weil sie sich „nicht konzentrieren kann“.
- Jonas, 42, Instandhaltungsmonteur in einem Papierwerk bei Arnsberg, trinkt seit fünf Jahren jeden Freitagabend fünf Bier „zum Runterkommen“, obwohl er genau weiß, dass er dann samstags wie gerädert aufwacht und das Wochenende mit Reparaturen am eigenen Haus verbringt, statt endlich die Meisterschule anzugehen.
Beide haben eines gemeinsam: Sie bestrafen sich selbst dafür, dass sie nicht längst schon das tun, was sie tief drinnen wollen – und nutzen genau diese Selbstbestrafung als Beweis, dass sie es „eben nicht können“.
Übung 1 – Die 7-Tage-Lügen-Jagd
Nimm dir sieben Tage. Jeden Abend schreibst du auf ein DIN-A5-Blatt genau eine Sache, die du an diesem Tag getan (oder nicht getan) hast, obwohl du innerlich wusstest: „Das entspricht nicht dem Menschen, der ich eigentlich sein möchte.“
Kein Kommentar. Kein Rechtfertigen. Nur die nackte Tatsache.
Am siebten Abend legst du alle sieben Zettel nebeneinander.
Fast immer erscheint ein Muster. Manche nennen es später „meine heimliche Todesrichtung“. Andere sagen einfach: „Da war mein Feuer die ganze Zeit drunter begraben.“
Das zweite Streichholz – die gezielte Provokation des Schamkerns
Die meisten Motivationstechniken versuchen, dich weg von der Scham zu lotsen.
Das funktioniert bei 30–40 % der Menschen ganz gut – solange der äußere Druck hoch bleibt. Sobald der Chef lobt, die Gehaltserhöhung kommt oder der Partner sagt „Ich bin stolz auf dich“, erlischt das Feuer wieder.
Die wirklich dauerhafte Zündung entsteht paradoxerweise genau durch kontrollierte, kurze, aber intensive Konfrontation mit dem Schamkern.
Nicht durch Selbstzerfleischung. Sondern durch präzise Provokation.
Beispiel aus meiner eigenen Biografie: Mit 38 Jahren stand ich als selbständiger Gebäudetechniker vor dem Scherbenhaufen meiner zweiten Firmenpleite. Ich hatte 14 Mitarbeiter entlassen müssen. An einem Dienstagvormittag im März saß ich in einer völlig leeren Werkstatt in Hameln, starrte auf einen verstaubten Kabeltrommelberg und sagte laut zu mir selbst:
„Du hast es wieder einmal geschafft, 27 Familien in Unsicherheit zu stürzen – nur weil du zu feige warst, rechtzeitig ‘Stopp’ zu sagen.“
Ich ließ diesen Satz drei Minuten lang einfach in der Luft hängen. Kein Trost. Keine Relativierung.
Dann fragte ich den Satz laut weiter: „Und was genau willst du jetzt anders machen – konkret, ab morgen früh?“
Aus dieser einen Viertelstunde entstand später die komplette Neuausrichtung meiner Arbeit: weg vom klassischen Handwerksbetrieb, hin zu Beratung & Schulung für genau die Themen, bei denen ich selbst immer wieder gescheitert war (Zeitmanagement, Entscheidungsfindung unter Druck, Burnout-Prävention im Mittelstand).
Kurzversion der Provokations-Technik
- Suche dir einen Moment, in dem du allein bist.
- Stelle dir vor, dein jüngeres Ich (mit 18, 22 oder 25) sitzt dir gegenüber.
- Sag diesem jüngeren Ich in einem einzigen, brutalehrlichen Satz, was du aus seinem Leben gemacht hast.
- Lass die Stille 60–90 Sekunden wirken.
- Frage dann nur einen Satz: „Was muss sich ab sofort ändern, damit du mich irgendwann wieder respektieren kannst?“
- Schreibe die erste Antwort auf, die kommt – ohne Zensur.
Die meisten Menschen weinen an dieser Stelle. Manche schreien. Einige lachen hysterisch.
Aber fast alle tun danach etwas, das sie vorher monate- oder jahrelang vor sich hergeschoben haben.
Das dritte Streichholz – die mikroskopische Heldentat
Große Veränderungen beginnen nicht mit großen Taten. Sie beginnen mit Taten, die so klein sind, dass das Gehirn sie nicht als Bedrohung einstuft – die aber trotzdem ein klares Signal senden: „Ab jetzt gilt ein neues Gesetz.“
Beispiele, die ich in den letzten Jahren wiederholt erlebt habe:
- Eine Altenpflegerin aus Flensburg, die seit acht Jahren Nachtdienst macht und sich hasst, steht jeden Morgen nach der Schicht 180 Sekunden barfuß auf der kalten Terrasse, schaut in den Himmel und sagt laut: „Ich bin mehr als diese Dienstpläne.“
- Ein Schichtleiter in einem Chemiewerk bei Leuna, der seit Jahren übergewichtig ist und sich dafür schämt, legt jeden Morgen vor der Fahrt zur Arbeit exakt einen Apfel auf den Beifahrersitz – und darf ihn erst essen, wenn er das Werksgelände wieder verlassen hat.
Beide Maßnahmen klingen lächerlich klein. Genau deshalb funktionieren sie. Das Nervensystem registriert: „Es gibt jetzt jemanden im System, der sich selbst ernst nimmt.“
Tabelle: Von der Mikro-Tat zur spürbaren Veränderung (Beispielverlauf nach 30 Tagen)
| Tag | Mikro-Tat-Beispiel | Körperliches Signal nach ca. 14 Tagen | Psychisches Signal nach ca. 21–30 Tagen |
|---|---|---|---|
| 1–7 | 120 Sekunden kalt duschen | Haut kribbelt länger wach | Erste leise Stimme: „Vielleicht kann ich …“ |
| 8–14 | Jeden Morgen 3 Liegestütze mehr als gestern | Brustmuskeln spürbar wärmer | Erste kleine Stolz-Momente ohne Sarkasmus |
| 15–21 | 5 Minuten Journaling vor dem Frühstück | Herzschlag beruhigt sich schneller | Erste echte Neugier: „Was wäre wenn …?“ |
| 22–30 | Eine einzige Aufgabe pro Tag vorziehen | Atmung tiefer im Brustkorb | Erstes echtes „Ich habe das verdient“-Gefühl |
Das vierte Streichholz – die absichtliche ästhetische Provokation
Fast alle Menschen, die lange im Überlebensmodus leben, haben ihre Umgebung auf „Funktion“ getrimmt.
Das Zimmer ist sauber, aber seelenlos. Die Kleidung ist praktisch, aber austauschbar. Das Essen ist sättigend, aber ohne Freude.
Ästhetische Provokation bedeutet: Du richtest bewusst kleine, aber spürbare Schönheits-Impulse ein – genau dort, wo du dich am meisten verachtet hast.
Konkrete Beispiele:
- Ein LKW-Fahrer aus dem Ruhrgebiet, der seit Jahren nur noch in Jogginghose rumläuft, kauft sich ein einziges weißes Hemd aus gutem Stoff und trägt es jeden Sonntagmorgen, nur um Kaffee zu trinken und Zeitung zu lesen.
- Eine Krankenhaus-Reinigungskraft aus Innsbruck stellt jeden Freitagabend eine einzelne Rose in ein Wasserglas auf ihren Küchentisch – obwohl sie weiß, dass sie am Montag wieder welk ist.
Diese kleinen Schönheitsakte sind keine Belohnung. Sie sind eine Rebellion gegen die innere Verwahrlosung.
Das fünfte Streichholz – der öffentliche Schwur mit Konsequenz
Irgendwann reicht es nicht mehr, sich selbst etwas zu versprechen.
Irgendwann muss das Versprechen soziale Haut bekommen.
Das kann bedeuten:
- Einer einzigen vertrauten Person zu sagen: „Wenn ich bis Ende des Monats nicht die Bewerbung für die Weiterbildung abgeschickt habe, überweise ich 500 € an eine Organisation, die ich überhaupt nicht unterstütze.“
- In einem geschlossenen Chat mit drei Menschen zu schreiben: „Ich verpflichte mich, jeden Werktag bis 22 Uhr eine Stunde an meinem Nebenprojekt zu arbeiten. Wer mich dabei erwischt, wie ich stattdessen serienbinge, darf mich einen Monat lang jeden Morgen um 6 Uhr anrufen und wachklingeln.“
Die Scham vor anderen ist ein viel stärkeres Feuer als die Scham vor sich selbst.
Aktueller Trend aus Übersee, der gerade nach Mitteleuropa schwappt
In Kanada und Teilen Australiens breitet sich seit etwa zwei Jahren das sogenannte „Accountability-Fire-Circle“ aus: kleine, regionale Gruppen (6–9 Personen), die sich einmal im Monat persönlich treffen, jeder bringt einen brennbaren Zettel mit der größten Lüge, die er/sie sich selbst erzählt hat. Der Zettel wird gemeinsam verbrannt, danach wird laut der neue Schwur gesprochen. Kein Applaus, kein Tätscheln – nur das Geräusch des Feuers und das Versprechen. Erste deutschsprachige Kreise entstehen gerade in Hamburg-Altona, Graz und Basel.
Abschließendes Zitat
„Der Mensch ist erst wirklich frei, wenn er sich selbst nicht mehr belügen muss, um atmen zu können.“ – Marie von Ebner-Eschenbach
Hat dir der Text heute irgendwo wehgetan – und gleichzeitig ein kleines bisschen Hoffnung gemacht? Schreib mir in den Kommentaren: Welches Streichholz hast du heute schon angerissen – und was hat es gekostet? Teil den Beitrag genau mit der Person, bei der du denkst: „Wenn jemand das jetzt braucht, dann du.“
Ich habe die Menschen hinter den Geschichten übrigens persönlich via Zoom gesprochen. Die Namen sind teilweise geändert, um ihre Privatsphäre zu schützen – die Momente und Sätze sind echt.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.
Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.
erfolgsebook.com existiert aus genau einem Grund:
Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.
Nicht mit Druck.
Nicht mit leeren Parolen.
Sondern mit Klarheit.
Impulse, die dir zeigen:
– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
– warum Erfolg ohne Sinn dich trotzdem müde macht
– und wie aus bloßer Existenz ein Leben mit Tiefe wird
Keine Theorien.
Keine Motivationsfloskeln.
Sondern Gedanken, die dich dein Leben neu sehen lassen.
Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“
Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.
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Nicht aus Angst.
Sondern aus Respekt vor deiner Zeit.
Du kannst deine Stunden nicht vermehren.
Aber du kannst entscheiden,
dass sie Bedeutung haben.
Jede einzelne.
