Energie schützen: Der stille Sieg der Gewinner
Der Regen trommelt auf das Blechdach der alten Remise in Bremen-Findorff. Es ist kurz nach sechs, der Himmel hat noch nicht entschieden, ob er Tag werden will. In der Ecke steht ein verbeulter Wasserkocher, daneben eine angeschlagene Tasse mit dem Rest eines sehr starken Schwarztees – kein fancy Earl Grey, einfach der bittere Assam, den man seit dreißig Jahren aus derselben Packung kippt.
Neben dem Kocher sitzt Klara Voss, 38, Schichtkoordinatorin in einem Bremer Logistik-Terminal für temperaturgeführte Lebensmittel. Seit elf Jahren wechselt sie zwischen Frühschicht, Spätschicht und Nacht. Heute ist ihr freier Tag – der erste seit fünf Wochen. Und doch sitzt sie hier, starrt auf das Telefon und spürt, wie die Benachrichtigungen sie bereits wieder in den Sog ziehen.
Sie atmet einmal tief ein. Dann schaltet sie das Gerät aus. Nicht stumm. Aus. Der Klang des Displays, das dunkel wird, fühlt sich an wie das Schließen einer schweren Eisentür.
Inhaltsverzeichnis
- Warum die meisten Menschen ihre Energie ständig verschenken
- Der Unterschied zwischen echter Stärke und bloßem Durchhalten
- Die vier unsichtbaren Energiefresser im deutschen Alltag
- Wie Gewinner „Nein“ sagen – ohne schlechtes Gewissen
- Die Kunst, den eigenen Akku vor anderen zu verstecken
- Praktische Schutzrituale – sofort umsetzbar
- Was passiert, wenn du deine Energie wirklich bewachst
- Fragen & Antworten – was Leserinnen und Leser am häufigsten wissen wollen
Warum die meisten Menschen ihre Energie ständig verschenken
Die meisten Menschen glauben, Energieverlust passiere durch große Katastrophen: Kündigung, Trennung, Krankheit. Das ist ein Irrtum.
Echte Energie wird in winzigen, alltäglichen Transaktionen geraubt – und zwar freiwillig.
Ein „Kannst du mal kurz…?“ von der Kollegin, obwohl sie genau weiß, dass du in der Endphase eines Projekts steckst. Ein „Nur fünf Minuten“-Anruf der Mutter, der sich zu 38 Minuten ausdehnt. Eine WhatsApp-Gruppe, in der du eigentlich gar nicht mehr mitlesen willst, aber trotzdem jedes Mal antwortest, weil Schweigen unhöflich wirkt.
Jede dieser Handlungen ist ein kleiner Vertrag: Ich gebe dir ein Stück meiner Lebensenergie – kostenlos, ohne Gegenleistung, ohne dass du es überhaupt merkst.
Klara Voss hat das jahrelang gemacht. Bis zu dem Tag, an dem sie nach einer 14-Stunden-Nachtschicht um 6:18 Uhr nach Hause kam, den Schlüssel ins Schloss steckte – und plötzlich keinen Ton mehr herausbrachte. Keine Tränen. Kein Drama. Einfach: leer. Der Körper war noch da, aber die Seele hatte sich für einen Moment abgemeldet.
An diesem Morgen hat sie beschlossen, dass sie nie wieder so leer sein will.
Der Unterschied zwischen echter Stärke und bloßem Durchhalten
Viele verwechseln Ausdauer mit Stärke.
Durchhalten ist tapfer. Aber es ist passiv.
Echte Stärke ist aktiv: Sie entscheidet, wo Energie fließt und wo nicht.
Wer nur durchhält, verbrennt seinen Reservetank. Wer seine Energie schützt, baut einen zweiten, dritten, vierten Tank auf.
Eine der klarsten Beobachtungen aus langjähriger Arbeit mit hunderten Menschen in Umbruchphasen: Die, die langfristig gewinnen, sind fast nie die, die am lautesten „Ich schaffe das schon“ rufen. Sie sind die, die am konsequentesten sagen: „Das ist jetzt nicht mein Kampf.“
Die vier unsichtbaren Energiefresser im deutschen Alltag
- Die Höflichkeitsfalle In Deutschland wird Höflichkeit oft mit Zustimmung verwechselt. Ein „Ja, klar, ich schaue mal drüber“ wird schnell zu drei Stunden unbezahlter Arbeit.
- Die Mitverantwortungsillusion Du bist nicht der Chef vom Chef deiner Kollegin. Du bist nicht der emotionale Mülleimer deiner Freundin. Du bist nicht der Reparaturdienst deines Bruders. Dennoch übernimmst du viel zu oft Verantwortung, die gar nicht deine ist.
- Die stille Erpressung durch schlechtes Gewissen „Wenn ich jetzt nicht antworte, denkt sie, ich mag sie nicht mehr.“ Das ist keine Freundschaft. Das ist emotionale Geiselhaft.
- Der Autopilot des Vergleichs Jeden Morgen öffnest du dieselben drei Profile und vergleichst dein Kapitel 4 mit dem Highlight-Reel Kapitel 18 anderer Leute. Das kostet nicht nur Zeit – das kostet Lebensfreude.
Wie Gewinner „Nein“ sagen – ohne schlechtes Gewissen
Es gibt einen Satz, der fast magisch wirkt:
„Danke für das Vertrauen – im Moment kann ich das nicht übernehmen.“
Kein „Leider nein“, kein „Ich habe keine Zeit“, kein „Vielleicht später“. Nur Dankbarkeit + klare Grenze.
Wer diesen Satz einmal wirklich meint und laut ausspricht, merkt: Die Welt zerbricht nicht. Im Gegenteil – oft kommt sogar Respekt zurück.
Die Kunst, den eigenen Akku vor anderen zu verstecken
Manche Menschen tragen ihre Erschöpfung wie eine Trophäe: „Ich bin so kaputt, ich hab diese Woche 78 Stunden gemacht.“ Gewinner tun das Gegenteil: Sie machen ihre Batterie unsichtbar.
- Sie antworten nicht sofort.
- Sie lassen Anrufe auf die Mailbox laufen – auch von der besten Freundin.
- Sie haben feste „Nicht-stören“-Zeiten, die sie niemandem erklären.
- Sie sagen „Ich melde mich nächste Woche“ – und meinen es.
Das ist keine Arroganz. Das ist Selbstachtung.
Praktische Schutzrituale – sofort umsetzbar
Ritual 1 – Der 90-Sekunden-Check Bevor du „Ja“ sagst, atme dreimal tief und frag dich: „Macht mich diese Aufgabe in 48 Stunden stolz – oder leer?“
Ritual 2 – Der Fake-Kalendereintrag Lege dir täglich zwei Mal 45 Minuten „Tiefenarbeit / nicht buchbar“ an. Niemand darf rein. Auch du nicht.
Ritual 3 – Das Telefon auf Flugmodus beim Spazierengehen Nur 25 Minuten. Aber ohne Kompromiss. Die Welt überlebt es.
Ritual 4 – Der Satz der letzten Instanz Wenn alles nichts hilft: „Ich habe mir vorgenommen, meine Energie nur noch für Dinge zu geben, die mich wirklich weiterbringen. Das hier gehört gerade nicht dazu.“
Was passiert, wenn du deine Energie wirklich bewachst
- Du fängst an, Projekte zu beenden statt nur anzufangen.
- Du merkst plötzlich, wer dich wirklich mag – und wer nur deine Verfügbarkeit.
- Deine Kreativität steigt sprunghaft (weil du nicht mehr ständig im Reaktionsmodus bist).
- Du schläfst besser.
- Du lachst öfter – ohne Grund.
Kurz: Du wirst wieder du.
Fragen & Antworten – was Leserinnen und Leser am häufigsten wissen wollen
1. Was mache ich, wenn ich „Nein“ sage und dann ein schlechtes Gewissen bekomme? Das schlechte Gewissen ist ein alter Bekannter – kein Richter. Sag ihm freundlich Guten Tag und lass ihn wieder gehen. Es verschwindet meist nach 3–4 Mal konsequentem Grenzensetzen.
2. Wie erkläre ich das meinem Partner / meiner Familie? Gar nicht. Du lebst es vor. Nach zwei Monaten fragen sie nicht mehr „Warum bist du so oft weg?“, sondern „Wie schaffst du es, so viel Energie zu haben?“
3. Ist das nicht egoistisch? Nein. Egoistisch ist es, anderen deine Erschöpfung aufzubürden, weil du zu feige warst, rechtzeitig Grenzen zu ziehen.
4. Was ist der größte Fehler beim Energiemanagement? Zu glauben, man könne allen gerecht werden. Das ist mathematisch unmöglich.
5. Welcher aktuelle Trend unterstützt diesen Ansatz gerade besonders? „Battery-friendly living“ – ein Lebensstil, der aus Skandinavien und Japan herüberschwappt: bewusst sehr wenig Input, sehr selektiver Output, radikale Priorisierung von Regeneration.
6. Wie merke ich, dass ich Fortschritte mache? Du fühlst dich nicht mehr ständig entschuldigend. Du merkst, dass du öfter lächelst, ohne dass jemand etwas Lustiges gesagt hat. Das ist der Moment, in dem der Schutzmechanismus zur neuen Normalität wird.
Zitat
„Die Kunst zu leben besteht darin, sehr früh zu lernen, worauf man verzichten kann.“ – Johann Wolfgang von Goethe
Hat dir der Text ein kleines Stück mehr Klarheit oder gar Erleichterung gebracht? Dann schreib mir gern in die Kommentare: Welchen Energiefresser wirst du als Nächstes entschieden abstellen – und wie fühlt sich dieser Entschluss jetzt schon an? Teil den Beitrag mit jemandem, der gerade wieder einmal alles gleichzeitig stemmen will.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.
Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.
erfolgsebook.com existiert aus genau einem Grund:
Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.
Nicht mit Druck.
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Sondern mit Klarheit.
Impulse, die dir zeigen:
– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
– warum Erfolg ohne Sinn dich trotzdem müde macht
– und wie aus bloßer Existenz ein Leben mit Tiefe wird
Keine Theorien.
Keine Motivationsfloskeln.
Sondern Gedanken, die dich dein Leben neu sehen lassen.
Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“
Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.
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Jede einzelne.
