Du stehst am Rand des Abgrunds
Du stehst am Rand des Abgrunds. Der Wind riecht nach feuchtem Stein und nach etwas, das du nicht benennen kannst – vielleicht nach altem Eisen oder nach dem eigenen Atem, der schneller geht, als du es dir eingestehen willst. Unter dir fällt die Welt weg. Nicht dramatisch, nicht mit Donnerschlag. Sondern still. Wie ein Vorhang, der langsam sinkt. Und doch ist da dieses Ziehen in der Brust, dieses Wissen: Ein Schritt weiter, und alles, was du bisher warst, löst sich auf.
Viele Menschen spüren diesen Rand irgendwann. Nicht immer vor einer echten Schlucht. Sondern mitten im Leben. Wenn die Arbeit, die einmal Sinn gab, nur noch Routine ist. Wenn die Beziehung, die einst Feuer war, nur noch Asche wärmt. Wenn du morgens in den Spiegel siehst und fragst: Ist das alles? Du bist nicht gefallen. Noch nicht. Aber du spürst die Schwerkraft.
In diesem Moment beginnt die wahre Veränderung – oder sie endet für immer.
Inhaltsverzeichnis
- Der Moment, in dem alles kippt
- Warum der Abgrund ruft – und warum wir ihn brauchen
- Die unsichtbare Brücke: Wie du den ersten Schritt wagst
- Geschichten vom Rand – reale Menschen, reale Sprünge
- Der Trend aus fernen Küsten, der jetzt auch hier ankommt
- Tabelle: Die vier Phasen am Abgrund
- Frage-Antwort: Was Leser wirklich wissen wollen
- Ein poetisches Zitat zum Abschluss
Der Moment, in dem alles kippt
Stell dir vor, du sitzt in einem kleinen Café in Innsbruck, Tirol. Draußen schneit es leicht, die Nordkette steht weiß und unbarmherzig über der Stadt. Drinnen dampft ein Wiener Melange. Am Nebentisch sitzt Hannah Berger, 38, Stationsleiterin in einer neurologischen Klinik. Sie rührt seit zehn Minuten im Kaffee, ohne zu trinken. Ihre Augen sind leer – nicht traurig, sondern abwesend. Als hätte jemand das Licht ausgeschaltet.
Sie erzählt später: „Ich habe jeden Tag Leben gerettet. Und meines verloren.“ Der Abgrund war kein plötzlicher Crash. Er war die Summe von Hunderten Nächten, in denen sie nach 14 Stunden Dienst nach Hause kam, die Schuhe auszog und feststellte, dass sie nichts mehr fühlte. Keine Freude. Keine Wut. Nur Stille.
Oder denk an Mateo Vargas, 42, der in Valparaíso, Chile, als Hafenlogistiker arbeitet. Er ist vor drei Jahren aus Graz ausgewandert, weil er in Österreich „erstickte“. Jetzt steht er nachts am Hügel Cerro Alegre, sieht die bunten Häuser bis zum Pazifik fallen und fragt sich: Warum fühlt sich Freiheit so leer an?
Beide stehen am Rand. Nicht physisch. Sondern seelisch. Und genau dort, wo die meisten Menschen wegschauen, beginnt die Veränderung.
Der Abgrund ist kein Feind. Er ist der ehrlichste Spiegel, den das Leben dir je hinhält.
Warum der Abgrund ruft – und warum wir ihn brauchen
Du spürst ihn, wenn das alte Ich zu eng wird. Wie eine Haut, die du abwerfen musst, um zu wachsen. Psychologisch gesehen ist dieser Zustand eine Grenzerfahrung. Die alten Muster – Leistung, Anpassung, Sicherheit – funktionieren plötzlich nicht mehr. Das Nervensystem signalisiert Gefahr, obwohl keine reale Bedrohung da ist. Das Polyvagal-System schaltet in den Freeze- oder Shutdown-Modus. Herzschlag wird flach. Atmung oberflächlich. Und doch: Genau in dieser Lähmung liegt die größte Kraft.
Der Abgrund zwingt dich, die Frage zu stellen, die du jahrelang vermieden hast: Wer bin ich wirklich, wenn niemand zuschaut?
In Luzern, am Vierwaldstättersee, traf ich einmal Lars Hofmann, 34, früher Elektroinstallateur in einer großen Fabrikhalle in St. Gallen, jetzt selbstständiger Drohnenpilot für Naturschutzprojekte. Er sagte: „Ich habe erst verstanden, wer ich bin, als ich alles verlor, was ich zu sein glaubte.“
Der Abgrund ist der Ort, an dem das falsche Selbst stirbt.
Die unsichtbare Brücke: Wie du den ersten Schritt wagst
Du musst nicht springen. Du darfst gehen.
Der erste Schritt ist immer mikroskopisch klein – und dadurch so mächtig.
- Atme vier Sekunden ein, halte sechs, atme acht aus. Fünfmal. Das reguliert das Nervensystem und holt dich aus dem Freeze.
- Schreibe eine einzige ehrliche Satz auf: „Ich habe Angst, dass …“ Keine Erklärung. Nur den Satz.
- Stelle dir vor, du stehst wirklich am Rand – und fragst die Person, die du in fünf Jahren sein wirst: „Was hättest du mir damals gesagt?“
Diese winzigen Handlungen bauen die Brücke. Stein für Stein.
Geschichten vom Rand – reale Menschen, reale Sprünge
In Reykjavík, Island, lebt Eydís Jónsdóttir, 29, früher Buchhalterin in Salzburg, heute Kräuterführerin und Wildnispädagogin. Sie sagt: „Ich stand am Rand, als ich merkte, dass Zahlen mich nicht mehr retten können. Ich bin gesprungen – in die Lavafelder und den Wind.“
Oder Jamal Khalil, 45, aus Damaskus, jetzt Gabelstaplerfahrer in einem Logistikzentrum nahe Bregenz. Er floh nicht nur vor Krieg. Sondern vor dem Gefühl, unsichtbar zu sein. „Der Abgrund war meine Heimat. Dort habe ich gelernt, laut zu sein.“
Jede dieser Geschichten ist ein Beweis: Der Sprung ist kein Fall. Er ist ein Aufstieg in eine andere Dimension deiner selbst.
Aktueller Trend aus Übersee, der gerade nach Europa rollt: Somatic Experiencing kombiniert mit Nervous-System-Tracking über einfache Wearables. Viele, die in den USA und Kanada bereits damit arbeiten, berichten von tieferen Durchbrüchen als durch klassisches Coaching. Die Methode kommt jetzt langsam auch nach Mitteleuropa – vor allem in progressiven Coaching-Kreisen und Burnout-Präventionsprogrammen.
Die vier Phasen am Abgrund (Tabelle mit Mehrwert)
| Phase | Gefühl | Was passiert im Inneren | Erster kleiner Schritt |
|---|---|---|---|
| 1. Die Leere | Betäubung, Sinnlosigkeit | Altes Identitätsgerüst bricht | 5 Minuten täglich Stille ohne Handy |
| 2. Der Schwindel | Angst, Panik, Überforderung | Kampf-Flucht-Modus aktiviert | Körperliche Erdung (Barfußlaufen, kalt duschen) |
| 3. Die Stille | Trauer, Akzeptanz | Altes stirbt – Raum für Neues entsteht | Eine ehrliche Wahrheit aufschreiben |
| 4. Der erste Schritt | Mut, Neugier, Lebendigkeit | Neues Nervensystem-Regulierung beginnt | Eine winzige Handlung, die du dir nie zutraust |
Frage-Antwort-Tabelle: Was Leser wirklich wissen wollen
Frage 1: Ist der Abgrund normal oder bin ich kaputt? Antwort: Er ist normal. Fast jeder Mensch, der tief wächst, kommt irgendwann an diesen Rand. Kaputt bist du erst, wenn du wegschaust.
Frage 2: Wie lange dauert es, bis man wieder festen Boden spürt? Antwort: Es gibt kein festes Zeitfenster. Manche brauchen Wochen, andere Jahre. Der Schlüssel ist: Du hörst auf zu kämpfen und beginnst zu fühlen.
Frage 3: Soll ich alles hinschmeißen, wenn ich am Rand stehe? Antwort: Nein. Aber du solltest alles hinterfragen. Nichts muss für immer bleiben – außer deiner Bereitschaft, ehrlich zu sein.
Frage 4: Was, wenn ich Angst habe, dass ich falle? Antwort: Die Angst ist der Wächter. Sie will dich schützen. Bedanke dich bei ihr – und gehe trotzdem den nächsten kleinen Schritt.
Frage 5: Kann man den Abgrund vermeiden? Antwort: Man kann ihn hinauszögern. Aber wer ihm ausweicht, bleibt ewig im Halbschlaf.
Abschluss & Zitat
Du musst nicht springen. Du darfst nur aufhören, dich festzuklammern.
„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ — Friedrich Nietzsche
Hat dich dieser Text berührt, hat er etwas in dir bewegt oder dich an deinen eigenen Rand erinnert? Dann schreib mir in den Kommentaren, was du gerade fühlst – ich lese jedes Wort.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
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Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
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UNBEZWINGBAR: Die Reise zu deinem größten Selbst
Format: PDF – 2,64 MB
Umfang: 380 Seiten
Texte: © Copyright by Andreas Schulze
Umschlaggestaltung: © Copyright by Canva
Verlag:
Andreas Schulze Verlag
Waschberg 26
29553 Bienenbüttel
Blog: https://erfolgsebook.com
P.S.
Wenn du bis hierher gelesen hast, dann weißt du bereits in deinem tiefsten Inneren, dass dies der Moment ist. Die Entscheidung. Der Wendepunkt. In fünf Jahren wirst du zurückblicken auf diesen Augenblick. Was wirst du sehen? Den Moment, in dem alles begann… oder eine weitere verpasste Gelegenheit? Die Wahl liegt bei dir. Aber sie liegt nur JETZT bei dir.

