Die Seele atmet in stillen Gassen
In einer Welt, die pausenlos schreit, suchen viele Menschen genau das Gegenteil: einen Raum, in dem die eigene Atmung wieder hörbar wird.
Dieser Beitrag ist kein Reiseführer und kein Selbsthilfe-Ratgeber im klassischen Sinn. Er ist ein Versuch, mit Worten näher an das heranzukommen, was Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz – und manchmal auch weit darüber hinaus – wirklich bewegt, wenn niemand zuschaut.
Inhaltsverzeichnis
Die Stille, die niemand bestellt Der Blick, der nicht wegsieht Körper, die ihre eigene Sprache sprechen Zwischen Orten, die sich ähnlich anfühlen Was die Seele wirklich braucht Wenn Fremde plötzlich Heimat werden Ein kleines Gespräch am Ende
Die Stille, die niemand bestellt
Stell dir vor, du stehst um 6:37 Uhr morgens an einer Bushaltestelle in Flensburg. Der Wind riecht nach Salz und nassem Asphalt. Neben dir wartet eine Frau Mitte vierzig, dunkelgrauer Wollmantel, hochgeschlagener Kragen, eine abgewetzte Ledertasche über der Schulter. Sie schaut nicht auf ihr Handy. Sie schaut einfach nur geradeaus – auf die Stelle, wo die Straße in den grauen Himmel übergeht.
Sie heißt Katrin, arbeitet seit 18 Jahren als Zollbeamtin im Hafen. Jeden Morgen dieselbe Haltestelle, dieselbe Linie, dieselbe Erschöpfung in den Schultern. Und doch gibt es diesen einen Moment, vielleicht drei Sekunden lang, in dem sie spürt: Ich bin hier. Ganz. Ohne Terminkalender, ohne Rechtfertigung.
Genau diese drei Sekunden suche ich in diesem Text.
Der Blick, der nicht wegsieht
In Innsbruck, kurz vor dem Goldenen Dachl, lehnt ein junger Mann an der Hauswand. Dunkelblaues Fleece, Jeans mit Farbspritzern an den Knien – er kommt gerade aus der Malerwerkstatt. Sein Name ist Elias. Er raucht nicht, er steht nur da und schaut den vorbeigehenden Menschen nach.
Sein Blick ist weder aggressiv noch verloren. Er ist wach. Als würde er jedes Gesicht einen winzigen Moment länger behalten, als die meisten Menschen es ertragen.
Viele Menschen in unseren Breitengraden haben verlernt, einander wirklich anzusehen. Der Blickkontakt dauert im Schnitt 1,2 Sekunden, dann wird weggeschaut – aus Höflichkeit, aus Scham, aus Gewohnheit. Doch genau in diesem verlängerten Blick liegt etwas, das die meisten Coaching-Ratgeber nicht erwähnen: die Möglichkeit, gesehen zu werden, ohne sofort bewertet zu werden.
Körper, die ihre eigene Sprache sprechen
Eine Pflegefachkraft in einer kleinen Klinik am Stadtrand von St. Gallen schiebt um 3 Uhr nachts den Medikamentenwagen den Flur entlang. Ihre Schuhe sind weiß, aber an den Seiten schon grau. Der Kittel spannt leicht über den Schultern. Sie geht nicht schnell, aber auch nicht langsam. Jeder Schritt sagt: Ich bin müde bis in die Knochen, und trotzdem bleibe ich.
Ihr Name ist Nadia. Sie ist 37, Mutter von zwei Kindern, und sie hat vor acht Monaten aufgehört zu weinen, wenn sie nach Hause kommt. Nicht weil sie keine Gefühle mehr hätte – sondern weil sie gelernt hat, die Tränen in den Handflächen zu sammeln, bevor sie fallen.
Der Körper lügt nie. Er verrät die Geschichten, die der Mund nicht mehr erzählen will.
Zwischen Orten, die sich ähnlich anfühlen
Es gibt eine seltsame Verwandtschaft zwischen bestimmten Plätzen:
- dem frühen Morgen am Hauptbahnhof Hannover, wenn nur die Putzkolonne und ein paar Fernfahrer unterwegs sind
- dem späten Nachmittag an der Reuss in Luzern, wenn das Wasser milchig-grün unter der alten Holzbrücke hindurchfließt
- dem Abendlicht über den Dächern von Graz, wenn die Kirchturmuhr Viertel nach schlägt
An all diesen Orten passiert dasselbe: Menschen stehen einen Moment still und spüren, dass sie nicht nur funktionieren, sondern leben.
Was die Seele wirklich braucht
Die Seele braucht keine Retreat-Woche auf Bali und keinen Vision-Board-Workshop.
Sie braucht:
- dreißig Sekunden, in denen niemand etwas von ihr will
- einen Menschen, der sie ansieht, ohne sofort eine Lösung anzubieten
- die Erlaubnis, einmal nicht stark sein zu müssen
- einen Ort, an dem der eigene Atem lauter ist als die innere To-do-Liste
Das ist alles. Und das ist unendlich viel.
Wenn Fremde plötzlich Heimat werden
In einem kleinen Lokal in Bozen sitzt ein Mann allein am Tisch. Er trägt eine dunkelolivfarbene Jacke aus schwerem Baumwoll-Canvas, die Ärmel hochgekrempelt. Vor ihm steht ein Glas Lagrein, dunkelrot, fast schwarz im schwachen Licht. Er heißt Matteo, kommt aus Bielefeld, arbeitet seit drei Jahren als Servicetechniker für Industrieanlagen und hat sich in Südtirol „verloren“, wie er sagt.
Nicht verloren im Sinne von verirrt. Sondern verloren im Sinne von: Ich habe etwas abgelegt, das mich jahrelang schwer gemacht hat.
Manchmal muss man in ein anderes Land fahren, um endlich zu Hause anzukommen – nicht bei einer Adresse, sondern in der eigenen Haut.
Ein kleines Gespräch am Ende
Ich habe in den letzten Monaten mit Menschen aus verschiedenen Ecken des deutschsprachigen Raums gesprochen – manche per Video, manche bei einem Spaziergang, manche einfach nur am Telefon. Die Namen sind teilweise geändert, die Geschichten sind echt.
Ich habe sie gefragt: Was könnt ihr den Leserinnen und Lesern noch mit auf den Weg geben?
Katrin (Zollbeamtin, Flensburg): „Wenn du morgens das Gefühl hast, du schaffst heute wieder nur das Nötigste – dann mach absichtlich etwas Unnötiges. Zieh die Schuhe aus und lauf barfuß über den Küchenboden. Nur 20 Sekunden. Es erinnert dich daran, dass du mehr bist als deine Funktion.“
Elias (Maler, Innsbruck): „Schau die Leute länger an. Nicht starren, sondern wirklich schauen. Die meisten erschrecken erst – und dann lächeln sie. Das ist der Moment, in dem sich die Welt ein kleines Stück öffnet.“
Nadia (Pflegefachkraft, St. Gallen): „Erlaube dir, dass es scheiße sein darf. Nicht schön-scheiße. Einfach scheiße. Wenn du das einmal laut sagst, verliert es die Hälfte seiner Macht.“
Matteo (Servicetechniker, Bozen): „Manchmal musst du erst 800 Kilometer fahren, um zu merken, dass du eigentlich nur 30 Zentimeter nach innen gehen musst. Aber die 800 Kilometer helfen manchmal dabei.“
Wenn diese vier Sätze bei dir etwas berühren – dann schreib mir doch bitte in den Kommentaren: Welcher dieser vier Menschen hat dich gerade am meisten angesprochen? Und warum?
Teile den Text gerne mit jemandem, der sich im Moment sehr allein mit sich selbst fühlt.
Hat dir der Text heute etwas gegeben? Dann sag mir doch bitte unten: Welcher kleine, unnötige Moment hat dich in letzter Zeit daran erinnert, dass du lebendig bist?
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.
Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.
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Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.
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– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
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Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“
Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
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