Die Leere, die trotz Erfolg bleibt.
In einer kleinen Dachwohnung in Innsbruck, wo der Geruch von frisch gebrühtem Tiroler Kräutertee durch die schrägen Balken zieht, sitzt du manchmal um drei Uhr nachts am Küchentisch und starrst auf die leuchtenden Zahlen deines Kontostands. Alles, was du dir vorgenommen hast, ist eingetreten. Und doch fühlt sich der Brustkorb an, als hätte jemand das Licht darin ausgeschaltet.
Du kennst dieses Gefühl. Die meisten nennen es „post-success depression“. Du nennst es einfach die Leere.
Inhaltsverzeichnis
- Was genau ist diese Leere eigentlich
- Der Moment, in dem der Berg erklommen ist
- Warum das Gehirn nach dem Gipfel abstürzt
- Drei echte Geschichten aus dem echten Leben
- Der gefährliche Kreislauf der Ersatzbefriedigungen
- Der aktuelle Trend: „Post-Achievement Recalibration“ (kommt gerade aus Kalifornien und Australien nach Mitteleuropa)
- Wie du die Leere bewusst als Signal nutzt
- Praktische Tabelle: Deine persönliche Leere-Checkliste
- Die eine Frage, die alles verändert
- Frage-Antwort-Tabelle: Schnelle Orientierung in der Leere
- Abschließendes Zitat
Was genau ist diese Leere eigentlich
Sie kommt nicht mit Pauken und Trompeten. Sie schleicht sich ein wie Nebel in ein Tal. Plötzlich merkst du, dass du seit Wochen keine richtige Freude mehr gespürt hast – obwohl objektiv alles „perfekt“ läuft.
Es ist kein klassisches Burnout. Beim Burnout bist du leer, weil du ausgebrannt bist. Bei dieser Leere bist du leer, weil du angekommen bist – und nichts mehr zu jagen hast.
Das limbische System, das Belohnungszentrum, das dich jahrelang mit Dopamin-Dosen durch 80-Stunden-Wochen, Prüfungen, Gründungen, Beförderungen, sechsstellige Umsätze gepeitscht hat, schaltet plötzlich in den Standby-Modus. Es wartet auf den nächsten Gipfel. Aber es gibt keinen mehr. Oder zumindest keinen, der groß genug aussieht.
Der Moment, in dem der Berg erklommen ist
Stell dir vor: Du stehst auf dem Gipfel des Watzmann. Der Wind riecht nach Stein und Freiheit. Unter dir liegt halb Oberbayern. Du hast es geschafft. Fünf Jahre Vorbereitung, Verzicht, Zweifel, schlaflose Nächte.
Und dann – Stille. Keine Fanfare. Kein Feuerwerk im Kopf. Nur du, der Wind und ein seltsames Vakuum hinter dem Brustbein.
Genau diesen Moment erleben sehr viele Menschen, die lange auf ein einziges großes Ziel hingearbeitet haben: Unternehmer nach dem Exit, Sportler nach Olympia, Musiker nach dem Nummer-1-Album, Akademiker nach der Professur, Influencer nach der ersten Million Follower.
Warum das Gehirn nach dem Gipfel abstürzt
Das Belohnungssystem ist nicht darauf ausgelegt, Stillstand zu feiern. Es ist ein Jagd-System. Solange es eine Beute gibt, pumpt es Dopamin. Sobald die Beute erlegt ist, fährt es herunter – und zwar drastisch.
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass besonders zielstrebige, ehrgeizige Menschen diesen Abfall besonders stark spüren. Je höher der Berg war, desto tiefer das Tal danach.
Ein sehr aktueller Trend, der gerade von der US-Westküste und aus Teilen Australiens nach Mitteleuropa überschwappt, heißt „Post-Achievement Recalibration“. Menschen, die das durchgemacht haben, richten ihr Leben danach neu aus – nicht mehr auf ein einziges Monsterziel, sondern auf ein Portfolio aus mehreren kleinen, sich überlappenden Sinnquellen.
Drei echte Geschichten aus dem echten Leben
1. Die Bäckermeisterin aus Villach Klara Wieser übernahm mit 29 die kleine Konditorei ihrer Großmutter. Innerhalb von acht Jahren machte sie daraus eine Kette mit fünf Filialen, zwei Fernsehauftritten und einem Jahresumsatz, von dem die meisten nur träumen.
Am Tag nach der Eröffnung der fünften Filiale setzte sie sich in die Backstube, roch den warmen Germ und weinte – ohne zu wissen warum. „Ich habe alles erreicht, was ich wollte“, sagte sie später in einem langen Gespräch via Zoom, „und plötzlich fragte ich mich, wofür ich morgens noch aufstehe.“
Heute backt sie wieder selbst – nur noch eine Filiale, dafür mit einem kleinen angeschlossenen Backkurs für Kinder aus schwierigen Familien. Die Leere hat sie in eine neue Richtung gedreht.
2. Der Windkrafttechniker aus Flensburg Jonas Matthiesen kletterte jahrelang in 120 Meter Höhe, um Offshore-Windräder zu warten. Mit 37 hatte er genug verdient, um sich mit 40 zur Ruhe zu setzen. Er kaufte ein kleines Haus an der Förde, einen Oldtimer und einen Hund.
Nach vier Monaten saß er jeden Abend auf der Terrasse und starrte aufs Wasser. „Ich war plötzlich unsichtbar“, erzählte er. „Kein Kranführer rief mehr nach mir, kein Fehlerprotokoll musste geschrieben werden.“
Er begann, in einer kleinen Bootswerft ehrenamtlich mitzuhelfen. Nicht wegen des Geldes – wegen des Geruchs nach Teer und Holz und weil wieder jemand seinen Namen rief, wenn etwas nicht passte.
3. Die Übersetzerin aus Lausanne Mira Dubois übersetzte jahrelang für internationale Organisationen. Mit 42 hatte sie ihren Traumjob: sie durfte Reden von Staatschefs live verdolmetschen.
Nach dem großen Klimagipfel 2024 in Baku kam sie nach Hause, öffnete eine Flasche Champagner – und fühlte nichts. „Ich habe die Worte der mächtigsten Menschen der Welt in drei Sprachen transportiert“, sagte sie, „und trotzdem fühlte ich mich wie ein leeres Gefäß.“
Sie begann, Gedichte von geflüchteten Autorinnen ins Französische zu übertragen – ehrenamtlich, ohne Honorar. „Zum ersten Mal seit Jahren habe ich wieder das Gefühl, dass die Worte durch mich hindurch fließen und nicht nur von mir transportiert werden.“
Der gefährliche Kreislauf der Ersatzbefriedigungen
Viele versuchen, die Leere mit neuen Zielen zu übertünchen: noch ein Haus, noch ein Auto, noch eine Firma, noch mehr Follower.
Das funktioniert – aber nur kurz. Dann wird das neue Ziel zum nächsten Gipfel, der nächste Gipfel zum nächsten Absturz. Der Zyklus beschleunigt sich. Manche Menschen rasen so durch fünf große Lebensziele in acht Jahren – und wundern sich, warum sie mit 38 ausgebrannt und innerlich hohl sind.
Praktische Tabelle: Deine persönliche Leere-Checkliste
| Symptom | Wie stark spürst du das gerade? (0–10) | Was könnte dahinter stecken? |
|---|---|---|
| Erfolge fühlen sich hohl an | Das alte Ziel hat keine Bedeutung mehr | |
| Du scrollst stundenlang ziellos | Das Dopaminsystem sucht verzweifelt nach Stimulation | |
| Du kannst dich über nichts mehr freuen | Belohnungssystem ist heruntergefahren | |
| Du planst schon das nächste „große Ding“ | Flucht nach vorne | |
| Du fragst dich „War es das jetzt?“ | Der Sinnvorrat ist aufgebraucht | |
| Du schläfst schlecht, obwohl du müde bist | Das Nervensystem spürt die Diskrepanz | |
| Du beneidest Menschen mit kleinen Zielen | Du spürst, dass sie noch „leben“ |
Nimm dir 10 Minuten und fülle die Tabelle ehrlich aus. Sie lügt nicht.
Die eine Frage, die alles verändert
Stell dir vor, du darfst nur noch eine Sache tun – jeden Tag, für den Rest deines Lebens –, die dir wirklich etwas bedeutet.
Was wäre das?
Nicht das, was Geld bringt. Nicht das, was Eindruck macht. Nicht das, was auf LinkedIn gut aussieht.
Sondern das, bei dem du abends denkst: „Wenn ich morgen sterben würde, wäre dieser Tag trotzdem gut gewesen.“
Frage-Antwort-Tabelle: Schnelle Orientierung in der Leere
Frage 1: Ist das normale Trägheit oder wirklich die Leere? Antwort: Wenn du trotz acht Stunden Schlaf erschöpft bist und selbst kleine Erfolge dich kalt lassen → Leere. Normale Trägheit verschwindet nach einem freien Wochenende.
Frage 2: Soll ich sofort ein neues Riesenziel setzen? Antwort: Nein. Gib dir mindestens 6–12 Wochen, um herauszufinden, was dich wirklich von innen bewegt. Sonst wiederholst du nur das alte Muster.
Frage 3: Ist Meditation oder Sport die Lösung? Antwort: Beides hilft – aber nur als Brücke. Die eigentliche Arbeit ist existenziell: Wofür schlägt dein Herz noch?
Frage 4: Wie lange dauert so eine Phase normalerweise? Antwort: Zwischen 3 Monaten und 2 Jahren – je nachdem, wie lange du das alte Ziel gejagt hast und wie ehrlich du mit dir bist.
Frage 5: Muss ich alles hinschmeißen? Antwort: Fast nie. Meist reicht es, das bestehende Leben um 15–25 % in Richtung Herz zu drehen.
Frage 6: Was ist der größte Fehler in dieser Phase? Antwort: So zu tun, als wäre alles in Ordnung. Die Leere ist ein Signal – kein Feind.
Abschließendes Zitat
„Der Mensch braucht nicht nur Brot, sondern auch einen Grund, morgens aufzustehen.“ — Antoine de Saint-Exupéry (sinngemäß aus Wind, Sand und Sterne)
Hat dich dieser Text berührt oder in dir etwas angestoßen? Dann schreib mir sehr gerne in die Kommentare, was gerade deine persönliche „Leere“ ausmacht oder was dir geholfen hat, wieder Sinn zu spüren – ich lese jedes Wort.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
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Nicht wenn du mehr Zeit hast.
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Heute.
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– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
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Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“
Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
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