Die drei unsichtbaren Ketten, die dein Glück festhalten
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Die drei unsichtbaren Ketten, die dein Glück festhalten

In manchen Nächten, wenn der Wind gegen die Fenster drückt und der eigene Atem lauter wird als die Welt draußen, spürst du es plötzlich: Etwas hält dich fest. Nicht mit groben Händen, sondern mit hauchdünnen Fäden, die du kaum siehst. Du wachst auf, streckst dich nach etwas, das du dir wünschst – mehr Leichtigkeit, mehr Lachen, mehr echtes Leben – und doch bleibt ein Teil von dir sitzen. Bleibt schwer. Bleibt klein.

Du bist nicht allein damit. Viele Menschen in Hamburgs grauen Hinterhöfen, in Innsbrucks stillen Gassen oder in den klaren Höhen von Luzern tragen dieselben unsichtbaren Gewichte. Eine junge Frau in einem Berliner Co-Working-Space nippt an ihrem Flat White und scrollt durch Bilder von Stränden, die sie nie betreten wird. Ein Mann in Graz, Mechaniker mit ruhigen Händen, repariert Motoren den ganzen Tag und fragt sich abends, warum seine eigene Energie immer wieder versiegt. Ein Schweizer Lehrer in Basel starrt in den Rhein und merkt, dass er seit Jahren denselben Witz erzählt – denselben, der nie wirklich ankommt.

Inhaltsverzeichnis

Die erste Kette – Der unsichtbare Glaubenssatz „Ich verdiene es nicht“ Die zweite Kette – Die stille Angst vor dem Verlust der Vertrautheit Die dritte Kette – Das ewige Warten auf den perfekten Moment Wie die Ketten klingen, wenn sie reißen – echte Begegnungen Praktische Schritte – So beginnst du heute noch Eine kleine Tabelle: Deine Ketten im Alltag erkennen Fragen & Antworten – Was Leser wirklich wissen wollen Ein letzter Gedanke, bevor du weitergehst

Die erste Kette – Der unsichtbare Glaubenssatz „Ich verdiene es nicht“

Stell dir vor, du stehst vor einem Tisch voller Köstlichkeiten – frisch gebackenes Brot aus einer kleinen Bäckerei in Freiburg, ein dampfender Türkischer Kaffee, Honig aus den Bergen Südtirols – und deine Hand zögert. Nicht weil du keinen Hunger hast. Sondern weil tief drinnen eine Stimme flüstert: „Wer bist du schon, das zu nehmen?“

Dieser Satz sitzt oft seit der Kindheit in uns. Er wurde nicht laut gesagt, sondern durch Blicke, durch Schweigen, durch Vergleiche eingepflanzt. Viele Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz kennen ihn besonders gut – in Gesellschaften, in denen Bescheidenheit als Tugend gilt und lautes Eigenlob schnell als unangenehm empfunden wird.

In der Praxis zeigt sich das so: Eine Frau aus Dortmund, Krankenschwester mit Nachtdiensten, spart seit Jahren für eine Reise nach Island. Jedes Mal, wenn sie fast genug Geld hat, kommt eine unerwartete Rechnung, ein kaputter Kühlschrank, eine Spende für jemanden, „der es nötiger hat“. Sie selbst hat es nie „nötig“. Der Kern: Sie glaubt unbewusst, dass Glück etwas ist, das anderen zusteht – nicht ihr.

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Humorvoll betrachtet: Es ist, als würde dein innerer Buchhalter mit roter Tinte arbeiten. Jeder kleine Genuss wird sofort mit Schuld verrechnet. „Zu viel Freude? Das muss ausgeglichen werden – durch Arbeit, durch Verzicht, durch schlechtes Gewissen.“

Die zweite Kette – Die stille Angst vor dem Verlust der Vertrautheit

Glück fühlt sich manchmal gefährlich an. Nicht weil es wehtut – sondern weil es neu ist.

Ein Mann aus Linz, Lagerist in einer Möbelfabrik, erzählt in einem ruhigen Moment: „Ich habe eine Gehaltserhöhung abgelehnt. Mehr Verantwortung, mehr Stress. Ich kenne meinen alten Trott – der tut nicht weh.“ Er lacht kurz, bitter. Der Trott ist wie ein alter Mantel: löchrig, aber warm und vertraut.

Diese Kette zieht besonders stark in Ländern wie unseren, wo Stabilität hoch geschätzt wird. Veränderung riecht nach Risiko. Und Risiko riecht nach Verlust – Verlust von Sicherheit, von Zugehörigkeit, von dem Bild, das andere von dir haben.

Eine aktuelle Beobachtung aus der Praxis vieler Coaches und Therapeuten: Viele Menschen spüren einen inneren Ruck, sobald sie glücklicher werden. Plötzlich melden sich alte Freunde mit Neidkommentaren, die Familie fragt „Bist du jetzt zu fein für uns?“, der Partner fühlt sich bedroht. Das Gehirn lernt schnell: Glück = Gefahr. Also zieht es die Bremse.

Die dritte Kette – Das ewige Warten auf den perfekten Moment

„Ich warte, bis die Kinder aus dem Haus sind.“ „Ich warte, bis ich abgenommen habe.“ „Ich warte, bis die Wirtschaft wieder besser läuft.“

Das Warten ist die höflichste Form der Selbstsabotage. Es fühlt sich vernünftig an – und hält dich doch jahrelang im Wartezimmer des eigenen Lebens fest.

In einer kleinen Stadt in Vorarlberg sitzt eine Grafikdesignerin namens Hanna vor ihrem Laptop. Sie träumt von einem eigenen Atelier. Jeden Tag schiebt sie den Start auf: „Wenn ich erst die perfekte Website habe… wenn ich erst den perfekten Businessplan habe…“ Der perfekte Moment ist wie ein ferner Berggipfel – je näher man kommt, desto weiter scheint er wegzurücken.

Ein leiser Trend, der gerade aus den USA und Skandinavien langsam nach Mitteleuropa sickert: „Good enough“ statt „perfekt“. Menschen beginnen, mit 70-Prozent-Lösungen zu starten – und entdecken, dass Glück nicht im perfekten Plan liegt, sondern im Machen selbst.

Wie die Ketten klingen, wenn sie reißen – echte Begegnungen

Stell dir Lena vor, 34, Altenpflegerin aus Rostock. Sie trug jahrelang die erste Kette: „Ich verdiene keine Pause.“ Eines Morgens, nach einer besonders harten Schicht, setzte sie sich mit einem Café au Lait ans Fenster und fragte sich: „Und wenn ich es einfach mal verdiene?“ Sie buchte zwei Tage frei. Keine Weltreise. Nur Spaziergänge, ein Buch, Schweigen. Die Welt brach nicht zusammen. Im Gegenteil: Sie fühlte sich lebendiger als seit Jahren.

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Oder Markus, 42, Projektleiter aus Bern. Er hatte die zweite Kette so fest um sich gewickelt, dass jede Beförderung wie Verrat an seinem alten Ich wirkte. Dann sprach er mit einem Kollegen, der sagte: „Weißt du, was ich gelernt habe? Die Leute, die dich wirklich lieben, freuen sich mit dir – auch wenn du wächst.“ Markus nahm die Beförderung an. Die Freundschaften, die wirklich zählten, blieben. Die anderen… verschwanden leise.

Praktische Schritte – So beginnst du heute noch

  1. Schreibe den Satz auf, der dich am stärksten zurückhält. Lies ihn laut vor. Lach darüber. Dann schreibe daneben: „Und wenn das gar nicht stimmt?“
  2. Mache eine winzige, absurde Handlung gegen die Perfektion. Schicke eine E-Mail mit drei Rechtschreibfehlern. Starte ein Projekt mit 40 statt 100 Prozent. Spüre, wie die Welt nicht untergeht.
  3. Frage dich einmal am Tag: „Was würde die mutigste Version von mir jetzt tun?“ Und tue wenigstens einen Bruchteil davon.

Eine kleine Tabelle: Deine Ketten im Alltag erkennen

Situation im Alltag Mögliche Kette Erstes kleines Gegengift
Du sagst „nein“ zu einer Einladung „Ich verdiene keine Freude“ Sage einmal „ja“ – nur für 30 Minuten
Du verschiebst ein Vorhaben Warten auf Perfektion Starte mit einer 5-Minuten-Version
Du fühlst Schuld bei Erfolg Angst vor Verlust der Vertrautheit Schreibe drei Menschen, die sich freuen würden
Du vergleichst dich ständig „Andere verdienen es mehr“ Liste drei Dinge, die nur du kannst

Fragen & Antworten – Was Leser wirklich wissen wollen

Warum fühlt sich Glück manchmal bedrohlich an? Weil dein Nervensystem Veränderung erst einmal als Gefahr scannt. Je vertrauter das Leid, desto sicherer fühlt es sich an.

Kann man diese Blockaden wirklich lösen – oder sind sie für immer da? Sie sind nicht in Stein gemeißelt. Sie sind Gewohnheiten des Denkens. Mit Wiederholung neuer Gedanken werden sie schwächer.

Was mache ich, wenn ich gar nicht weiß, welche Kette ich trage? Beobachte, wovor du am meisten zurückschreckst. Dort sitzt meist die stärkste.

Ist das alles nur Kopfsache oder steckt mehr dahinter? Es ist Kopf und Körper zugleich. Der Körper speichert die alten Geschichten als Spannung. Bewegung, Atmung und kleine Risiken helfen, sie zu lösen.

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Wie lange dauert es, bis man sich freier fühlt? Bei manchen reichen zwei Wochen konsequenter kleiner Schritte. Bei anderen Monate. Wichtig ist: Jeder Tag zählt.

Ein letzter Gedanke, bevor du weitergehst

Glück ist kein Ort, an dem du ankommst. Es ist das, was passiert, wenn du aufhörst, dich selbst festzuhalten.

„Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ – Albert Schweitzer

Hat dir der Text heute einen kleinen Riss in eine deiner Ketten gebracht? Schreib mir in den Kommentaren: Welche der drei Ketten spürst du am stärksten – und was wäre dein winziger erster Schritt dagegen? Teile den Text mit jemandem, der gerade feststeckt. Manchmal braucht es nur einen Satz von außen, um alles zu verändern.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

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