Der Funke – zünde ihn. Jetzt

Der Funke – zünde ihn. Jetzt
Lesedauer 6 Minuten

Der Funke – zünde ihn. Jetzt

In manchen Nächten sitzt man nicht mehr nur wach – man sitzt in Flammen, ohne dass irgendjemand es sieht. Die Wohnung ist still, der Kühlschrank atmet kalt, auf dem Tisch steht ein halb ausgetrunkener Becher Schwarztee, der längst bitter geworden ist. Draußen fährt ein Auto vorbei, Scheinwerfer streifen kurz die Wand wie ein flüchtiger Gedanke. Und in dir brennt etwas, das nicht aufhören will zu brennen, auch wenn du seit Jahren tust, als wäre es nur ein kleiner Funke, den man ignorieren kann.

Das ist der Moment, in dem die meisten Menschen sich umdrehen, die Decke höher ziehen und weiterschlafen. Die wenigsten stehen auf.

Inhaltsverzeichnis Der Moment, in dem der Körper lügt Warum der innere Widerstand eigentlich ein Kompliment ist Die erste Zündung – 90 Sekunden rohe Ehrlichkeit Funkenfänger Nr. 1 – Die 4-Uhr-Frage Funkenfänger Nr. 2 – Der öffentliche Mini-Todesstoß Funkenfänger Nr. 3 – Rückwärts leben (die japanische Umkehrtechnik, die gerade nach Europa schwappt) Funkenfänger Nr. 4 – Der 72-Stunden-Reset ohne Entzug Funkenfänger Nr. 5 – Das Geständnis vor dem Spiegel (und warum es peinlicher ist, es nicht zu tun) Was passiert, wenn der Funke wirklich zündet (und was, wenn nicht) Die häufigsten Todesarten des Funkens – und wie man sie überlebt Abschließende Notiz an den, der gerade den Text liest und spürt, dass er gemeint ist

Der Moment, in dem der Körper lügt

Du kennst das Gefühl: Der Wecker klingelt um 5:12 Uhr. Du hast dir vorgenommen, heute endlich die eine Sache anzupacken – den Brief schreiben, das Gespräch führen, den Account löschen, den Antrag stellen, die Laufschuhe anziehen.

Und dann sagt dein Körper sehr überzeugend: „Heute nicht. Heute bist du zu müde. Das hat keinen Sinn.“

Das Erstaunliche daran: Derselbe Körper, der dir um 23:47 Uhr noch stundenlang Scroll-Energie gegeben hat, ist plötzlich bleischwer und von einer existenziellen Erschöpfung befallen, die jede Religion erklären könnte.

Das ist keine Faulheit. Das ist ein Schutzmechanismus, der so alt ist wie das Feuer. Dein Nervensystem hat gelernt, dass Veränderung = Gefahr = möglicher Tod bedeutet. Und es ist sehr gut darin geworden, dich vor dir selbst zu retten.

Warum der innere Widerstand eigentlich ein Kompliment ist

Jedes Mal, wenn du kurz davor bist, etwas wirklich Bedeutendes zu tun – etwas, das dein altes Ich bedroht – kommt der Widerstand nicht zufällig. Er kommt proportional zur Größe des Schrittes.

Eine Meta-Analyse aus der Verhaltensökonomie (Stand 2023, aktualisierte Replikationen 2024/25) zeigt: Je höher die emotionale Investition und je größer die potenzielle Identitätsveränderung, desto stärker die präfrontale Amygdala-Aktivierung und desto absurder die Ausreden, die das Gehirn in Millisekunden erfindet.

Mit anderen Worten: Wenn du gerade denkst „Ich bin einfach nicht der Typ dafür“, dann bist du wahrscheinlich genau der Typ dafür – sonst würde dein System nicht so laut schreien.

Die erste Zündung – 90 Sekunden rohe Ehrlichkeit

Bevor du irgendeine Methode ausprobierst, mach erst einmal das:

Nimm ein Blatt Papier (oder die Notizen-App, ist egal). Stell einen Timer auf 90 Sekunden. Schreibe ohne Punkt und Komma einfach auf, was du wirklich willst – ohne Rücksicht auf Machbarkeit, Moral, was die Eltern sagen würden, was realistisch ist.

Siehe auch  Wenn dein Traum die Welt bezwingt

Nur 90 Sekunden. Danach darfst du alles sofort wieder löschen oder zerreißen.

Die meisten Menschen erleben in diesen 90 Sekunden zum ersten Mal seit Jahren, wie sich ein Gedanke anfühlt, der nicht sofort zensiert wird. Und genau diese 90 Sekunden sind der Funke.

Funkenfänger Nr. 1 – Die 4-Uhr-Frage

Setze deinen Wecker auf 4:00 Uhr morgens (einmalig, nicht als neue Gewohnheit).

Wenn er klingelt, stellst du dir nur eine Frage:

„Wenn ich heute sterben würde – was wäre das Eine, das ich am meisten bereuen würde, nicht getan zu haben?“

Und dann tust du 7 Minuten lang irgendetwas in Richtung dieser Antwort.

Nur 7 Minuten. Kein Heldentum. Kein Marathon. Nur eine winzige, lächerlich kleine Handlung.

Eine Frau namens Hanna aus Flensburg, gelernte Zerspanungsmechanikerin in der Werft, hat das gemacht. Sie wollte seit acht Jahren ihren Meister machen, traute sich aber nicht, den Antrag zu stellen. Nach drei solcher 4-Uhr-Morgen schickte sie die Unterlagen ab. Heute leitet sie eine kleine Abteilung mit fünf Leuten. Sie sagt: „Der größte Mut war nicht der Meisterbrief. Der größte Mut war, um 4:03 Uhr den Laptop aufzuklappen.“

Funkenfänger Nr. 2 – Der öffentliche Mini-Todesstoß

Sag einer Person, die du respektierst (nicht liebst – respektierst), laut und deutlich einen winzigen Teil deines Traums.

Kein großes Coming-out. Nur einen Halbsatz.

„Ich schreibe gerade an einem Roman.“ „Ich überlege, mich selbstständig zu machen.“ „Ich will nach drei Jahren wieder mit dem Cello anfangen.“

Der Körper reagiert, als würdest du dich nackt auf den Marktplatz stellen. Das ist der Punkt.

Der Mini-Tod ist der Preis für den Mini-Funken. Danach fühlt sich fast alles andere wie ein Spaziergang an.

Funkenfänger Nr. 3 – Rückwärts leben (die japanische Umkehrtechnik, die gerade nach Europa schwappt)

In einigen Tokioter Coaching-Kreisen und neuerdings auch in Berliner und Wiener Kreativ-Bubbles nennt man das „逆算思考“ (gyakusan shikō) – rückwärts rechnen.

Du stellst dir vor, du bist 82 Jahre alt, sitzt auf einer Bank in einem Park in Innsbruck oder in Husum oder in Freiburg im Breisgau, und schaust auf dein Leben zurück.

Was sagst du dir selbst in diesem Moment?

Schreibe diesen einen Absatz aus der Ich-Perspektive des 82-Jährigen.

Und dann fragst du den alten Menschen: „Was hätte der 42-Jährige (oder wie alt du gerade bist) heute tun müssen, damit du nicht diesen Satz sagen musst?“

Die Antwort ist meistens erschreckend konkret.

Funkenfänger Nr. 4 – Der 72-Stunden-Reset ohne Entzug

72 Stunden lang machst du genau das Gegenteil von dem, was du normalerweise tust, wenn du ausweichst.

Scrollst du abends? → Handy in den Safe. Trinkst du jeden Abend Bier, um runterzukommen? → 72 Stunden null Alkohol. Sagst du immer Ja, obwohl du Nein meinst? → 72 Stunden bewusst Nein sagen.

Es geht nicht um Askese. Es geht darum, dem Autopiloten für drei Tage das Steuer wegzunehmen. Danach siehst du plötzlich wieder, wo die Bremse ist.

Siehe auch  So erschaffst du deine eigene Zukunft jetzt!

Funkenfänger Nr. 5 – Das Geständnis vor dem Spiegel (und warum es peinlicher ist, es nicht zu tun)

Stell dich nackt oder nur in Unterwäsche vor den Spiegel.

Schau dir 60 Sekunden lang in die Augen.

Dann sag laut (ja, laut):

„Ich will … und ich habe bisher nur so getan, als wäre es mir egal.“

Die meisten Menschen halten das keine 20 Sekunden aus. Wer es schafft, berichtet fast immer von einem körperlichen Kribbeln, das von der Brust bis in die Fingerspitzen läuft.

Das ist kein Esoterik-Kram. Das ist dein autonomes Nervensystem, das plötzlich merkt: Der da vorne meint es ernst.

Was passiert, wenn der Funke wirklich zündet (und was, wenn nicht)

Wenn er zündet, fühlt es sich zuerst nicht wie Triumph an. Es fühlt sich an wie Panik mit guter Aussicht.

Wenn er nicht zündet – und das passiert häufiger –, darfst du nicht aufgeben. Du darfst nur die Methode wechseln. Der Funke stirbt nicht daran, dass du scheiterst. Er stirbt daran, dass du aufhörst zu versuchen, ihn zu zünden.

Die häufigsten Todesarten des Funkens – und wie man sie überlebt

  • Ertrinken in Perfektionismus → Lösung: 10-Minuten-Version machen
  • Vergleichen mit Menschen, die schon 15 Jahre weiter sind → Lösung: Vergleichen nur mit dem Ich von vor 12 Monaten
  • Warten auf das „richtige Gefühl“ → Lösung: Handeln und dann fühlen
  • Zu viele Ziele gleichzeitig → Lösung: Nur eins für 90 Tage
  • Mangel an sichtbaren Ergebnissen in den ersten 14 Tagen → Lösung: Ergebnis = Handlung, nicht Outcome

Abschließende Notiz an den, der gerade den Text liest und spürt, dass er gemeint ist

Du bist nicht kaputt. Du bist nur sehr gut darin geworden, das Feuer klein zu halten.

Aber das Feuer ist noch da.

Es braucht nur einen einzigen Atemzug, der länger ist als alle Ausreden zusammen.

Zitat „Der Mensch ist erst wirklich frei in dem Augenblick, in dem er sich entscheidet, es zu sein.“ – Jean-Paul Sartre

Hat dir der Text heute einen kleinen, fiesen Stich versetzt – genau dorthin, wo es wehtut und gleichzeitig lebendig macht? Dann schreib mir bitte in die Kommentare: Welchen winzigen, lächerlich kleinen Schritt könntest du morgen um 4 Uhr früh machen, ohne dass irgendjemand es je erfahren muss?

Ich lese jede einzelne Antwort.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

Siehe auch  Führungskompetenz durch Selbstbewusstsein entwickeln

Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg

Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook

Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

„Wenn dir der Post gefällt, mach ihn sichtbar: Teile ihn mit deinen Freunden!“

Blog Bilder für schöne Bider (4572)

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.

Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.

Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.

Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?

Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.

Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.

Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.

Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.

erfolgsebook.com existiert aus genau einem Grund:
Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.

Nicht mit Druck.
Nicht mit leeren Parolen.
Sondern mit Klarheit.

Impulse, die dir zeigen:

– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
– warum Erfolg ohne Sinn dich trotzdem müde macht
– und wie aus bloßer Existenz ein Leben mit Tiefe wird

Keine Theorien.
Keine Motivationsfloskeln.
Sondern Gedanken, die dich dein Leben neu sehen lassen.

Viele Leser sagen danach:

„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“

Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:

Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.

Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.

👉 Abonniere den Newsletter.
Nicht aus Angst.
Sondern aus Respekt vor deiner Zeit.

Du kannst deine Stunden nicht vermehren.
Aber du kannst entscheiden,
dass sie Bedeutung haben.
Jede einzelne.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert