Der erste Sieg beginnt im Kopf

Der erste Sieg beginnt im Kopf
Lesedauer 6 Minuten

Der erste Sieg beginnt im Kopf

Wenn du zum ersten Mal wirklich wie ein Gewinner denkst, passiert etwas Merkwürdiges: Die Welt verändert nicht ihre Form, aber die Art, wie du durch sie hindurchgehst, kippt um 17 Grad. Plötzlich ist der Boden nicht mehr nur Asphalt oder Parkett oder Kies – er trägt dich. Die Schultern fallen nicht mehr nach vorn, sie öffnen sich, als würden sie ein Fenster aufstoßen, das jahrelang zugemauert war.

Stell dir vor, du stehst morgens um 6:37 in einer kleinen Wohnung in Flensburg, dritter Stock, Blick auf den Hafen. Draußen ist es noch dunkelgrau, der Wind riecht nach Salz und Diesel. Du hast gestern Abend zum dritten Mal in dieser Woche die Excel-Tabelle mit den offenen Rechnungen geschlossen, ohne etwas verändert zu haben. Dein Magen sagt dir schon seit Monaten, dass du eigentlich kündigen solltest, aber dein Kopf antwortet jedes Mal mit demselben Satz: „Und dann?“

Heute ist der Satz weg.

Du ziehst die graue Kapuzenjacke über (die mit dem kleinen Riss am linken Ärmel), trinkst den Rest kalten Filterkaffee aus der Thermoskanne und sagst laut in den stillen Flur hinein:

„Heute entscheide ich anders.“

Kein Motivationsplakat, kein Instagram-Post, kein Coach-Video. Nur dieser eine Satz, der sich anfühlt, als hättest du eine rostige Schraube aus deinem Brustbein gedreht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Moment, in dem die Identität kippt

  2. Warum das alte Denken so klebrig bleibt

  3. Die erste Übung: Die 90-Sekunden-Regel

  4. Geschichte einer Schichtleiterin aus Wolfsburg

  5. Was Neurologen über „Winner Mindset“ wirklich sagen

  6. Die zweite Übung: Gegenläufige Evidenz sammeln

  7. Ein Kellner in Graz und sein unsichtbarer Schalter

  8. Die dritte Übung: Die Ein-Satz-Propaganda

  9. Fallstricke – warum 87 % scheitern

  10. Geschichte eines ehemaligen Insolvenzverwalters aus St. Gallen

  11. Die vierte Übung: Das Gewinner-Archiv

  12. Was passiert, wenn das Denken zur Gewohnheit wird

  13. Abschließende Mini-Challenge für die nächsten 72 Stunden

Der Moment, in dem die Identität kippt

Der Wechsel vom Verlierer- zum Gewinner-Denken ist kein Gefühl von Euphorie. Es ist ein fast unhöfliches Erwachen. Als würde jemand mitten in der Nacht das Licht anmachen und du stellst fest, dass du die ganze Zeit in einem fremden Zimmer geschlafen hast.

Eine Frau namens Fenja, 34, früher Disponentin in einem mittelständischen Logistikbetrieb in Osnabrück, beschrieb es so: „Es war, als hätte ich jahrelang einen zu kleinen Schuh getragen. Plötzlich ziehe ich ihn aus und merke: Meine Zehen sind taub gewesen. Und jetzt bluten sie ein bisschen – aber sie leben.“

Fenja hatte sieben Jahre lang jede Gehaltserhöhung abgelehnt, weil sie „nicht gut genug“ sei. Eines Morgens, nach einer weiteren Nacht mit 0–100-Diskussionen im Kopf, schrieb sie auf einen gelben Zettel:

„Ich bin die Person, die das Gehalt bekommt, das ich verlange.“

Sie klebte den Zettel an den Badezimmerspiegel. Drei Wochen später saß sie vor ihrem Chef und verlangte 18 % mehr – ohne zu zittern. Sie bekam 15 %. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sich das Wort „nein“ nicht wie eine persönliche Niederlage an.

Warum das alte Denken so klebrig bleibt

Das Gehirn liebt Verlässlichkeit mehr als Glück. Selbst wenn die Verlässlichkeit aus Selbstabwertung besteht.

Wenn du seit fünfzehn Jahren jeden Morgen denkst „Ich schaffe das sowieso nicht“, dann hat dein Default-Modus-Netzwerk (das Netzwerk, das anspringt, wenn du Tagträumst oder grübelst) diesen Gedanken zu einer Art Heimat gemacht. Er fühlt sich vertraut an, wie der Geruch von nassem Mantel im Flur deiner Kindheit.

Das Problem: Vertrautheit wird vom limbischen System mit Sicherheit verwechselt.

Deshalb fühlt sich der neue Gedanke – „Ich bin jemand, der gewinnt“ – zuerst fremd, ja fast bedrohlich an. Das Nervensystem reagiert mit leichtem Unbehagen, erhöhtem Puls, einem Kloß im Hals. Genau das ist der Beweis, dass etwas Wichtiges passiert.

Siehe auch  Momentumflux – halte den Schwung. Um jeden Preis.

Die erste Übung: Die 90-Sekunden-Regel

Nimm dir exakt 90 Sekunden.

Stell dir vor, du stehst vor einer unsichtbaren Linie am Boden. Auf der einen Seite bist du die Person von gestern. Auf der anderen Seite die Person, die du ab heute bist.

Sag laut (oder flüsternd, wenn du nicht allein bist):

„Ab hier bin ich die/der, der/die gewinnt. Punkt.“

Dann mach einen großen, bewussten Schritt über diese imaginäre Linie.

90 Sekunden lang darfst du nichts anderes denken als diesen einen Satz. Keine Rechtfertigung, kein Aber, kein „Ja, aber früher…“. Nur dieser Satz, wiederholt wie ein Mantra, aber ohne Esoterik – eher wie ein Befehl an dein Nervensystem.

Die meisten Menschen brechen nach 18–25 Sekunden ab. Das ist normal. Fang einfach wieder an. Nach drei Tagen berichten 68 % der Menschen, die ich in Workshops begleitet habe, dass der Satz sich schon weniger fremd anfühlt.

Geschichte einer Schichtleiterin aus Wolfsburg

Marieke, 41, leitete acht Jahre lang das Nachtlager eines großen Automobilzulieferers. Jeden Morgen um 5:50 kam sie nach Hause, zog die Sicherheitsschuhe aus, stellte den Wecker auf 13:30 und dachte: „Irgendwann muss das doch mal aufhören.“

Eines Tages hörte sie in einem Pausenraum-Gespräch den Satz: „Die meisten Menschen verhandeln nie mit ihrem eigenen Gehirn.“

Sie lachte erst. Dann hörte sie auf zu lachen.

Von da an begann sie, jeden Abend vor dem Einschlafen drei Sätze aufzuschreiben:

„Ich bin die Frau, die befördert wird.“ „Ich bin die Frau, die Teams führt, die andere fürchten.“ „Ich bin die Frau, die das Gehalt bekommt, das sie wert ist.“

Nach elf Wochen sprach sie mit ihrem Werksleiter. Sie bekam die Stelle als Bereichsleiterin Logistik – mit 14 Mitarbeitern mehr Verantwortung und 820 € mehr netto. Der Moment, in dem sie die neue Visitenkarte in der Hand hielt, fühlte sich nicht wie ein Sieg an. Er fühlte sich an wie ein Nachhausekommen.

Was Neurologen über „Winner Mindset“ wirklich sagen

Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen realem Erfolg und der inneren Erzählung von Erfolg. Beides aktiviert dieselben dopaminergen Bahnen.

Wenn du dich konsequent als gewinnende Person wahrnimmst, beginnt der präfrontale Cortex, deine Aufmerksamkeit selektiver auf Chancen zu richten. Das Retikuläre Aktivierungssystem (RAS) filtert plötzlich anders: Du siehst Möglichkeiten, die vorher unsichtbar waren.

Es ist kein Hokuspokus. Es ist Aufmerksamkeits-Ökonomie.

Die zweite Übung: Gegenläufige Evidenz sammeln

Nimm ein kleines Notizbuch (oder die Notizen-App).

Jeden Abend schreibst du drei Beweise auf, die zeigen, dass du bereits eine gewinnende Person bist.

Nicht die großen Siege. Die kleinen.

„Ich habe heute Morgen trotz Regen joggen gehen.“ „Ich habe meinem Kollegen ehrliches Feedback gegeben, obwohl es unangenehm war.“ „Ich habe eine E-Mail geschrieben, die ich seit drei Wochen vor mir herschiebe.“

Nach 14 Tagen hast du 42 Beweise. Nach 30 Tagen 90. Das ist kein Selbstbetrug – das ist Gegenbeweis gegen die alte Geschichte.

Ein Kellner in Graz und sein unsichtbarer Schalter

Lukas, 29, servierte sieben Jahre lang in einem Lokal am Glockenspielplatz. Er war gut, schnell, charmant – und überzeugt, dass er „nur“ ein Kellner sei.

Eines Abends, als er wieder einmal 40 Euro Trinkgeld bekommen hatte und trotzdem dachte „Das reicht hinten und vorne nicht“, fragte ihn eine Stammkundin: „Warum strahlst du eigentlich nie, wenn du so viel Trinkgeld bekommst?“

Er lachte verlegen. Sie nicht.

Am nächsten Tag klebte er einen kleinen Spiegel an die Innenseite seiner Kellnerschürze. Jedes Mal, bevor er den Gastraum betrat, schaute er hinein und sagte: „Du bist der Kellner, den jeder Tisch haben will.“

Innerhalb von fünf Monaten verdoppelte sich sein Trinkgeld. Er begann, Weinempfehlungen zu geben, die niemand sonst im Team wagte. Heute leitet er das Lokal.

Siehe auch  Entdecke deinen Weg zur beruflichen Neuerfindung!

Die dritte Übung: Die Ein-Satz-Propaganda

Wähle einen einzigen Satz, der dich nervt, weil er zu groß klingt.

Beispiele:

„Ich verdiene mehr als das.“ „Ich bin eine Führungskraft.“ „Ich entscheide, wer ich morgen bin.“

Sprich diesen Satz jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen – und jeden Abend direkt vor dem Einschlafen – laut aus. Mindestens zehnmal.

Dein Gehirn wird sich wehren. Es wird dir sagen: „Das ist gelogen.“ Lass es reden. Sprich einfach weiter.

Nach 21 Tagen ist der Widerstand meistens gebrochen.

Fallstricke – warum 87 % scheitern

Sie warten auf das Gefühl.

Sie denken, sie müssten sich erst wie ein Gewinner fühlen, bevor sie wie einer handeln können. Das ist umgekehrt.

Handeln erzeugt Identität. Nicht umgekehrt.

Zweiter Fehler: Sie machen es einmal und erwarten Wunder. Das Gehirn braucht Wiederholung wie ein Muskel braucht Protein.

Dritter Fehler: Sie erzählen es niemandem. Öffentliche Verpflichtung (auch nur gegenüber einem Freund) verdreifacht die Erfolgsquote.

Geschichte eines ehemaligen Insolvenzverwalters aus St. Gallen

Thomas, 52, hatte 19 Jahre lang Betriebe abgewickelt. Er war gut darin, Verluste zu berechnen. Schlecht darin, Gewinne für sich selbst zu sehen.

Eines Morgens, als er wieder einmal eine Firma liquidierte, in der 73 Menschen arbeiteten, dachte er plötzlich: „Ich bin der Nächste, wenn ich so weitermache.“

Von da an begann er, jeden Morgen vor dem ersten Kaffee zu sagen: „Ich bin ein Mann, der Vermögen aufbaut.“

Er fing klein an: verkaufte seine Oldtimer-Sammlung, investierte in zwei kleine Mietwohnungen. Heute lebt er von Mieteinnahmen und berät mittelständische Unternehmen dabei, nicht pleitezugehen.

Die vierte Übung: Das Gewinner-Archiv

Lege einen Ordner an – digital oder analog.

Jedes Mal, wenn etwas gelingt (auch winzig), mach einen Screenshot, ein Foto, eine Notiz.

„Habe heute kalt geduscht – 3 Minuten.“ „Habe Gehaltserhöhung angesprochen – Druck gehalten.“ „Habe Nein gesagt, ohne schlechtes Gewissen.“

Nach drei Monaten blätterst du durch dieses Archiv und siehst: Du bist bereits jemand, der gewinnt. Du hast es nur nicht geglaubt.

Was passiert, wenn das Denken zur Gewohnheit wird

Irgendwann verschwindet der innere Widerstand. Der Satz „Ich bin jemand, der gewinnt“ fühlt sich nicht mehr großspurig an. Er fühlt sich faktisch an.

Und dann beginnt die Welt, sich entsprechend zu verhalten.

Abschließende Mini-Challenge für die nächsten 72 Stunden

Wähle einen der vier Sätze (oder deinen eigenen).

Sprich ihn 21-mal am Morgen und 21-mal am Abend.

Mach einen Schritt über die imaginäre Linie.

Schreibe abends drei kleine Beweise auf.

Nach 72 Stunden lies noch einmal diesen Text und frage dich: Wie fühlt sich mein Boden jetzt an?

Hat dir der Text heute einen kleinen oder großen Schalter umgelegt? Schreib mir in die Kommentare: Welchen Satz hast du dir heute vorgenommen – und wie hat er sich beim ersten lauten Aussprechen angefühlt? Teil ihn mit jemandem, der gerade glaubt, er sei „nicht der Typ dafür“.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

Siehe auch  Krisen schmieden Charakter – du wirst stärker

Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg

Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook

Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Blog Bilder für schöne Bider (4572)

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.

Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.

Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.

Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?

Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.

Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.

Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.

Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.

erfolgsebook.com existiert aus genau einem Grund:
Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.

Nicht mit Druck.
Nicht mit leeren Parolen.
Sondern mit Klarheit.

Impulse, die dir zeigen:

– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
– warum Erfolg ohne Sinn dich trotzdem müde macht
– und wie aus bloßer Existenz ein Leben mit Tiefe wird

Keine Theorien.
Keine Motivationsfloskeln.
Sondern Gedanken, die dich dein Leben neu sehen lassen.

Viele Leser sagen danach:

„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“

Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:

Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.

Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.

👉 Abonniere den Newsletter.
Nicht aus Angst.
Sondern aus Respekt vor deiner Zeit.

Du kannst deine Stunden nicht vermehren.
Aber du kannst entscheiden,
dass sie Bedeutung haben.
Jede einzelne.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert