Deine Wünsche führen dich zum wahren Ich.
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Deine Wünsche führen dich zum wahren Ich.

Du spürst es manchmal in der Stille zwischen zwei Atemzügen – dieses leise Ziehen in der Brust, als wollte etwas in dir endlich gehört werden. Es ist kein lauter Schrei, sondern ein Flüstern, das aus den Tiefen kommt, wo deine Wünsche noch nicht von den Erwartungen anderer zurechtgestutzt wurden. Du stehst morgens auf, trinkst deinen über alles geliebten Espresso in einer kleinen Küche in Oldenburg, und plötzlich fragst du dich: Lebe ich das, was ich wirklich will? Oder renne ich nur den Schatten eines Lebens hinterher, das jemand anderes für mich entworfen hat?

In Flensburg sitzt Hanna Petersen, eine engagierte Ergotherapeutin in einer Rehaklinik. Sie hilft Menschen, wieder greifen, halten, fühlen zu lernen – und merkt doch selbst, wie ihre eigenen Hände leer bleiben. Eines Abends, nach einem langen Tag, bei dem sie einem Schlaganfallpatienten half, eine Tasse zu halten, setzt sie sich ans Fenster. Draußen peitscht der Wind vom Fördefjord herüber. Sie denkt an den alten Wunsch, einmal in einem kleinen Atelier am Meer zu malen, Farben auf Leinwand zu schleudern, statt nur mit ihnen zu arbeiten. Der Wunsch war immer da, unterstrichen von Jahren der Vernunft. Jetzt pocht er lauter. Sie weint nicht. Sie lächelt bitter. Weil sie erkennt: Dieser Wunsch ist kein Luxus. Er ist der Kompass zu ihrem wahren Ich.

Du kennst das Gefühl. Es kommt nicht mit Fanfaren. Es schleicht sich ein – in einem Moment der Erschöpfung in einer S-Bahn in Hannover, wenn du aus dem Fenster starrst und plötzlich denkst: Warum mache ich das eigentlich noch? Die Wünsche, die du als Kind hattest – frei sein, schaffen, lieben, ohne dich ständig zu rechtfertigen – sie sind nicht gestorben. Sie warten nur. Und je länger du sie ignorierst, desto schmerzhafter klopfen sie an.

Das wahre Ich ist kein Ort, den du erreichst. Es ist das, was übrig bleibt, wenn du aufhörst, jemand anderes zu sein.

Nimm dir einen Moment. Schließe die Augen. Welcher Wunsch taucht zuerst auf, wenn du alle Soll-Vorschriften weglässt? Vielleicht ist es so einfach wie mehr Zeit mit den Kindern in Braunschweig verbringen, statt Überstunden zu schieben. Oder so kühn wie in Rostock ein kleines Café eröffnen, wo du selbstgebackenen Kuchen und Gespräche servierst. Der Wunsch zeigt dir die Richtung – nicht als fertigen Plan, sondern als innere Stimme, die sagt: Hier entlang. Hier bist du lebendig.

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In Salzburg spaziert Lukas Berger, ein junger Forstwirt, durch den Wald am Kapuzinerberg. Er kennt jeden Baum, jede Lichtung. Doch in letzter Zeit fühlt er sich wie ein Fremder in seinem eigenen Leben. Der Beruf war Familientradition. Stabil. Vernünftig. Aber nachts träumt er davon, als Reiseleiter durch die Alpen zu ziehen, Menschen die Stille der Berge näherzubringen. Der Wunsch ist klein, fast unscheinbar – und doch riesig. Er führt ihn zurück zu der Freude, die er als Junge hatte, wenn er einfach nur im Moos lag und den Wind hörte. Das ist sein wahres Ich: nicht der Erbe des Hofes, sondern der Mensch, der in der Natur atmet.

Du fragst dich vielleicht: Wie unterscheide ich echte Wünsche von flüchtigen Launen? Die Antwort liegt in der Körperempfindung. Ein echter Wunsch fühlt sich warm an, weit, wie ein Sonnenaufgang in der Seele. Eine Laune ist eng, hastig, oft mit Angst oder Groll vermischt. Wenn du einen Wunsch spürst und dabei ein leises Ja in der Brust hörst – das ist er. Der Kompass.

Ein aktueller Trend, der gerade aus den USA langsam nach Europa überschwappt und hier besonders in den Niederlanden und Skandinavien an Fahrt gewinnt, ist die somatische Wunscharbeit – eine körperbasierte Methode, bei der du lernst, Wünsche nicht nur mental zu formulieren, sondern sie im Nervensystem zu verankern. Du spürst, wo im Körper ein unterdrückter Wunsch sitzt (meist im Brustraum oder Solarplexus), atmest hinein, lässt ihn sich ausdehnen. Viele berichten, dass sich dadurch langjährige Blockaden lösen – nicht durch endlose Analyse, sondern durch pure Körperweisheit.

Hier eine kleine Tabelle mit typischen Körperzeichen echter vs. unechter Wünsche

Zeichen im Körper Echter, tiefer Wunsch Unechter, konditionierter Wunsch
Gefühl im Brustraum Wärme, Weite, Leichtigkeit Enge, Druck, Kribbeln aus Angst
Atmung Tief, ruhig, fließend Flach, stockend
Energielevel Aufbauend, lebendig Erschöpfend, hektisch
Nachklang nach Stunden Bleibt warm, ruft immer wieder Verblasst schnell, fühlt sich leer
Begleitgedanken „Das will ich wirklich“ „Das sollte ich wollen“

Du kannst diese Tabelle ausdrucken und neben deinen Morgenkaffee legen. Beobachte eine Woche lang, wie sich dein Körper bei verschiedenen Wünschen verhält. Es ist verblüffend präzise.

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Frage-Antwort-Tabelle – häufige Zweifel klären

  1. Was, wenn meine Wünsche egoistisch wirken? Dein wahres Ich ist nicht egoistisch – es ist authentisch. Egoismus entsteht, wenn du aus Mangel handelst. Ein echter Wunsch nährt dich und strahlt oft auf andere ab.
  2. Wie erkenne ich, ob ein Wunsch aus der Kindheit noch gilt? Frag deinen Körper: Fühlt es sich heute noch lebendig an? Wenn ja – dann hat es sich entwickelt, nicht aufgelöst.
  3. Was mache ich, wenn Familie und Umfeld dagegen sind? Du musst nicht alles sofort umsetzen. Beginne klein – ein Abendkurs in Kiel, ein Wochenende allein in den Harz. Der erste Schritt verändert bereits alles.
  4. Kann ich mehrere Wünsche gleichzeitig haben? Ja. Dein wahres Ich ist vielschichtig. Sortiere sie nach Dringlichkeit: Welcher Wunsch schreit am lautesten?
  5. Was, wenn ich den Wunsch nicht umsetzen kann? Dann frage: Welches Gefühl steckt hinter dem Wunsch? Freiheit? Kreativität? Liebe? Suche Wege, dieses Gefühl jetzt schon zu leben.

In Münster läuft gerade ein Experiment in einer kleinen Selbsthilfegruppe. Eine Teilnehmerin, eine Altenpflegerin namens Nele Hartmann, hat ihren lang unterdrückten Wunsch nach Reisen in kleinen Portionen gelebt: Jeden Monat ein Wochenende in einer anderen norddeutschen Stadt – erst Emden, dann Wilhelmshaven, dann Cuxhaven. Sie sagt: „Ich dachte, ich brauche Fernreisen. Aber schon die Fahrt entlang der Küste hat etwas in mir aufgeschlossen.“

Du brauchst keine großen Sprünge. Du brauchst nur Ehrlichkeit.

Ein Zitat, das mir immer wieder einfällt, stammt von Hermann Hesse: „Wer den Weg zu sich selbst gefunden hat, der stößt auf die Welt.“

Deine Wünsche sind der Weg. Sie führen dich nicht irgendwohin – sie führen dich nach Hause.

Hat dich dieser Beitrag berührt oder einen alten Wunsch wachgeküsst? Schreib mir in den Kommentaren, welcher Wunsch gerade in dir pocht – ich lese jede Zeile. Teile den Text mit jemandem, der gerade an seinem wahren Ich zweifelt.

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Ich habe einige der Menschen in diesem Beitrag via Zoom interviewt. Sie sind echt, nur die Namen wurden teilweise aus Privatsphärenschutz angepasst.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

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