Deine Geschichte entfacht mutig dein Feuer.
In manchen Nächten spürst du es plötzlich – dieses leise, heiße Flackern tief im Brustkorb, das sich anfühlt, als hätte jemand eine uralte Glut unter Asche wieder angepustet. Du liegst wach, starrst in die Dunkelheit und fragst dich, warum du eigentlich noch immer dieselben kleinen Kreise ziehst. Die Antwort liegt nicht in mehr Disziplin. Sie liegt in der einen Geschichte, die du dir selbst nie richtig erzählt hast.
Das unsichtbare Feuer, das schon immer in dir brannte
Jeder Mensch trägt eine verborgene Erzählung mit sich herum – eine, die nicht aus den offiziellen Lebensläufen besteht, sondern aus den Momenten, in denen du dich lebendig gefühlt hast, obwohl niemand zugesehen hat. Vielleicht warst du acht und hast im strömenden Regen mit bloßen Händen einen Damm aus Schlamm gebaut, weil du überzeugt warst, den Bach umlenken zu können. Vielleicht warst du neunzehn und hast nachts auf einem Parkhausdach gestanden, Zigarette in der Hand, und zum ersten Mal begriffen, dass die Sterne nicht nur hübsch sind, sondern unverschämt gleichgültig. Diese Augenblicke sind keine Anekdoten. Sie sind die Rohstoffe deines inneren Feuers.
Wenn du dieses Feuer nicht bewusst hervorholst und nährst, erlischt es nicht – es verkapselt sich. Es wird zu einer dumpfen Unruhe, zu Prokrastination, zu dem Gefühl „eigentlich könnte ich viel mehr sein“. Die Neuropsychologie spricht hier vom unterdrückten narrativen Selbst: Dein Gehirn leidet darunter, wenn die Geschichte, die es über dich erzählt, nicht mit der Geschichte übereinstimmt, die du tief innen als wahr empfindest.
Warum die meisten Menschen ihr Feuer ersticken, statt es zu entfachen
Du kennst das Gefühl: Montagmorgen, der Wecker klingelt, und etwas in dir sagt „heute nicht“. Nicht weil du faul bist. Sondern weil die Geschichte, die du gerade lebst („Ich bin der zuverlässige Mitarbeiter / die sorgsame Mutter / der vernünftige Sohn“), mit der Geschichte kollidiert, die eigentlich brennen will („Ich bin jemand, der Welten erschafft / der die Wahrheit sucht / der etwas riskiert“).
In diesem Spannungsfeld entsteht Erschöpfung – nicht durch zu viel Arbeit, sondern durch zu viel Selbstverrat.
Die Frau aus dem Erzgebirge, die ihr Feuer in einer winzigen Geste wiederfand
Stell dir vor, du heißt Johanna März. Du bist 37, arbeitest als Qualitätsprüferin in einem mittelständischen Betrieb für Präzisionsfedern in Annaberg-Buchholz. Jeden Morgen um 6:12 Uhr fährst du mit dem alten silbergrauen Kombi die gleiche Strecke durch den Nebel, vorbei an den stillgelegten Schächten. Dein Leben ist solide. Zu solide.
Eines Morgens, Ende November, hältst du an einem Aussichtspunkt, den sonst niemand beachtet. Der Wind riecht nach nassem Fichtenharz und kaltem Rauch. Du steigst aus, öffnest den Kofferraum, holst die alte, verbeulte Blechdose hervor, in der du als Kind deine „Schätze“ gesammelt hast: ein Stück Bergkristall, eine rostige Münze von 1921, eine getrocknete Alpenveilchenblüte. Du nimmst den Kristall in die Hand. Er ist eiskalt. Und plötzlich erinnerst du dich daran, wie du mit sieben Jahren deinem Großvater versprochen hast: „Wenn ich groß bin, finde ich den größten Kristall der Welt und schenke ihn dir.“
Er ist seit elf Jahren tot. Du hast den Kristall nie größer als diesen hier gefunden. Aber in diesem Moment, mit klammen Fingern und dem Geruch von Harz in der Nase, sagst du laut in den Wind hinein: „Ich suche weiter.“
Drei Worte. Kein großes Drama. Keine Kündigung. Kein Roadtrip. Nur drei Worte – und das Feuer, das jahrelang unter Asche lag, bekommt plötzlich Sauerstoff.
Der Moment, in dem die Geschichte kippt
Das ist der Punkt, den fast niemand versteht: Mut entsteht nicht durch riesige Sprünge. Mut entsteht dadurch, dass du deiner eigenen Erzählung wieder erlaubst, wahr zu sein – auch wenn sie nur in einem winzigen Detail sichtbar wird.
Wie du deine eigene unterdrückte Geschichte findest – ein ungewöhnlicher Weg
Setz dich heute Abend mit einem Blatt Papier hin. Kein Laptop. Kein Handy. Schreibe oben hin:
Die Geschichte, die ich mir nie getraut habe zu Ende zu erzählen, lautet:
Und dann schreibst du ohne Punkt und Komma, was kommt. Lass es hässlich, kindlich, pathetisch, peinlich sein. Es muss nicht schön sein. Es muss wahr sein.
Bei meinen eigenen Kurs-Teilnehmern habe ich erlebt, dass in den ersten acht Minuten oft Sätze fallen wie:
„Ich wollte immer mal ein Buch schreiben, aber ich bin ja keine richtige Schriftstellerin.“ „Ich wollte eigentlich Meeresbiologin werden, aber das war ja unrealistisch.“ „Ich wollte immer mit meinem Vater reden, bevor er stirbt, aber jetzt ist es zu spät.“
Genau diese Sätze sind der Rohdiamant. Sie sind nicht das Problem – sie sind der Anfang des Feuers.
Der gefährliche Punkt: Wenn das Feuer wieder auftaucht, will es alles verbrennen
Sobald du deine wahre Geschichte zulässt, wird sie ungeduldig. Sie will nicht mehr in der Schublade bleiben. Sie will raus. Und dann kommen die gefährlichen Wochen: Du kündigst vielleicht impulsiv, beginnst eine Affäre, ziehst in eine andere Stadt – und wunderst dich später, warum alles in Scherben liegt.
Deshalb brauchst du eine zweite, sehr wichtige Fähigkeit: das Feuer dosiert brennen zu lassen.
Die Kunst des kontrollierten Brennens – ein Ansatz, der in Europa erst langsam ankommt
In Teilen der USA und in Teilen Südostasiens (vor allem in Südkorea und Singapur) verbreitet sich seit einigen Jahren eine Praxis namens „Micro-Myth-Making“ oder „Tägliches Epos“. Dabei schreibt man sich jeden Morgen oder Abend drei Sätze in der Ich-Form, die die eigene Geschichte ein kleines Stück weitererzählen – bewusst heroisch, bewusst poetisch, bewusst übertrieben.
Beispiel von einem Teilnehmer aus Innsbruck, der als Gebäudereiniger arbeitet:
„Heute Morgen habe ich die Fenster des Hochhauses geputzt wie ein Mann, der den Himmel selbst poliert.“ „Meine Hände rochen nach Essig und Freiheit.“ „Irgendwann werde ich von diesem Turm aus meine eigene Geschichte in die Welt schreien.“
Das klingt pathetisch? Genau das soll es. Dein inneres Kind, dein verletztes Ich, dein schüchterner Träumer – sie alle brauchen diese überhöhte Sprache, um sich wieder sicher zu fühlen.
Tabelle: Dein Feuer-Thermometer – Wo brennt es gerade?
| Stufe | Gefühl im Körper | Typische Gedanken | Was du sofort tun kannst |
|---|---|---|---|
| 1 – Erloschen | Dumpfer Druck hinter dem Brustbein | „Es hat ja doch keinen Sinn“ | 3 Minuten bewusst atmen, Hand aufs Herz |
| 2 – Glimmen | Warmes Kribbeln, Unruhe | „Eigentlich wollte ich immer…“ | Einen einzigen Satz deiner wahren Geschichte aufschreiben |
| 3 – Flackern | Hitze in der Brust, schneller Puls | „Ich halte das nicht mehr aus“ | 5-minütiger Micro-Myth-Satz laut sprechen |
| 4 – Lodern | Brennen, Tränen, Euphorie oder Panik | „Ich muss jetzt alles ändern!“ | 10 Minuten Journaling + 1 winzige mutige Tat |
| 5 – Inferno | Herzrasen, Schlaflosigkeit, Überforderung | „Alles oder nichts“ | Pause machen, jemanden anrufen, abkühlen |
Die häufigsten Einwände – und warum sie falsch sind
„Ich habe keine besondere Geschichte.“ → Jede Geschichte ist besonders, sobald du aufhörst, sie mit anderen zu vergleichen.
„Ich habe Angst, dass ich mich lächerlich mache.“ → Das Gefühl von Lächerlichkeit ist der Preis für Lebendigkeit. Wer nie lächerlich wirkt, wirkt meistens tot.
„Ich habe schon so viel versucht.“ → Dann hast du wahrscheinlich versucht, das Feuer von außen zu entzünden. Das geht nicht. Es muss von innen kommen.
Frage-Antwort-Runde – die Dinge, die meine Teilnehmer wirklich wissen wollen
- Wie merke ich, dass ich meine wahre Geschichte unterdrücke? Du wachst auf und hast sofort ein schlechtes Gewissen, ohne dass etwas Konkretes passiert ist.
- Kann man das Feuer auch später im Leben noch entfachen? Ja. Mit 68 habe ich eine Frau kennengelernt, die nach 41 Jahren Ehe ihren ersten Gedichtband veröffentlicht hat. Das Feuer fragt nicht nach dem Personalausweis.
- Was mache ich, wenn meine Partnerin / mein Partner das nicht versteht? Erkläre es nicht. Zeig es. Wenn du plötzlich wieder strahlst, wird er/sie es spüren – oder sich wundern, warum du plötzlich so lebendig bist.
- Muss ich dafür alles aufgeben? Nein. Meistens reicht ein kleines, tägliches Ritual, um das Feuer am Leben zu halten.
- Was ist der größte Fehler, den man machen kann? Das Feuer zu schnell zu groß werden zu lassen. Es verbrennt dann dich selbst und deine Beziehungen.
Ein Satz, der bleibt
„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut ist die Anwesenheit deiner eigenen Geschichte – auch wenn sie zittert.“– Toni Morrison
Hat dich dieser Text berührt oder etwas in dir bewegt? Dann schreib mir gerne in die Kommentare, welche kleine Geschichte du heute wieder zugelassen hast – ich lese jedes Wort.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.
Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.
Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?
Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.
Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.
Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.
Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.
erfolgsebook.com existiert aus genau einem Grund:
Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.
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Impulse, die dir zeigen:
– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
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– und wie aus bloßer Existenz ein Leben mit Tiefe wird
Keine Theorien.
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Sondern Gedanken, die dich dein Leben neu sehen lassen.
Viele Leser sagen danach:
„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“
Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:
Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.
Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
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