Deine Ausreden halten dich zurück!
In stillen Momenten, wenn der Alltag kurz innehält und die eigene Stimme lauter wird als der Lärm draußen, spürst du es plötzlich ganz deutlich: Etwas in dir weiß genau, was du eigentlich tun solltest – und doch tust du es nicht. Stattdessen kommt die vertraute, fast gemütliche Ausrede. Sie klingt vernünftig, sie fühlt sich sogar tröstlich an. Aber sie lügt. Und das Schlimmste: Du glaubst ihr jedes Mal wieder.
Dieser Beitrag ist kein sanfter Trost. Er ist ein Weckruf. Er zeigt dir, wie Ausreden funktionieren, warum sie so mächtig sind und vor allem: wie du sie endlich durchbrichst – konkret, ehrlich und ohne Selbstbetrug.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Ausreden so verführerisch wirken
- Die unsichtbare Architektur deiner Lieblings-Ausreden
- Wie Ausreden dein Gehirn austricksen
- Die vier gefährlichsten Ausreden-Typen (mit echten Beispielen)
- Der Moment, in dem alles kippt – Wendepunkte aus dem echten Leben
- Praktische Gegenstrategien, die sofort wirken
- Der heimliche Preis, den du zahlst
- Wie du Ausreden in Treibstoff verwandelst
- Ein aktueller Trend aus Übersee, der gerade Europa erreicht
- Tabelle: Deine persönliche Ausreden-Checkliste
- Frage-Antwort-Runde: Die häufigsten Stolpersteine
- Abschließendes Zitat
Du sitzt vielleicht gerade in einer kleinen Wohnung in Leipzig-Plagwitz, hörst den Regen gegen die Scheibe klatschen und denkst: „Wenn das Wetter besser wäre, würde ich endlich mit dem Sport anfangen.“ Oder du bist in einem verrauchten Café in Graz, nipst an einem Melange und flüsterst dir selbst zu: „Sobald die Kinder aus dem Haus sind, schreibe ich das Buch.“ Oder du stehst in einem grauen Büro in Winterthur, starrst auf den Bildschirm und sagst innerlich: „Wenn mein Chef mir mehr Verantwortung gibt, dann zeige ich, was ich wirklich kann.“
Das sind keine harmlosen Sätze. Das sind Ketten.
Warum Ausreden so verführerisch wirken
Ausreden fühlen sich nicht wie Lügen an. Sie fühlen sich wie Schutz an. Dein Nervensystem liebt sie, weil sie kurzfristig Cortisol senken und das unangenehme Gefühl von Scham oder Angst dämpfen. Das Gehirn belohnt Vermeidung mit einem kleinen Dopamin-Kick – genau wie beim Scrollen oder Naschen. Deshalb wiederholst du sie so gern.
Aber der Preis ist hoch: Jede Ausrede zieht eine winzige Linie mehr zwischen dem, der du bist, und dem, der du werden könntest.
Die unsichtbare Architektur deiner Lieblings-Ausreden
Jeder Mensch hat 2–4 Lieblings-Ausreden, die er in Variationen immer wieder benutzt. Sie sind so persönlich wie dein Fingerabdruck.
- „Ich habe keine Zeit“ (die Allzweckwaffe)
- „Ich bin noch nicht bereit“ (die perfekte Verzögerungstaktik)
- „Das ist bei mir anders“ (die Identitäts-Ausrede)
- „Wenn erst … dann …“ (die magische Bedingung)
Erkennst du deine?
Wie Ausreden dein Gehirn austricksen
Neurowissenschaftlich gesehen aktivieren Ausreden dieselben Areale wie Suchtverhalten: Der präfrontale Kortex (verantwortlich für Selbstkontrolle) wird heruntergefahren, während das Belohnungszentrum kurz jubelt. Es ist ein uralter Überlebensmechanismus – Energie sparen, Gefahr meiden. Nur dass die „Gefahr“ heute meistens Wachstum, Sichtbarkeit oder Scheitern ist.
Die vier gefährlichsten Ausreden-Typen
- Die Opfer-Ausrede „Ich kann nicht, weil … meine Kindheit / mein Chef / die Wirtschaft / meine Stadt / mein Land.“ Beispiel: Eine 34-jährige Logopädin aus Kiel sagt seit sieben Jahren: „In Norddeutschland ist es doch viel schwerer, sich als Selbstständige durchzusetzen.“ Sie hat recht – und bleibt genau deshalb stehen.
- Die Perfektionismus-Ausrede „Wenn es nicht perfekt wird, lasse ich es lieber.“ Ein 41-jähriger Grafikdesigner aus Luzern hat seit vier Jahren eine grandiose App-Idee. Aber „die Technik ist noch nicht reif“ und „die Konkurrenz ist schon zu stark“. Perfektion ist sein eleganter Sarg.
- Die Vergleichs-Ausrede „Die anderen haben es leichter / mehr Geld / bessere Gene / mehr Glück.“ Eine junge Krankenpflegerin aus Innsbruck scrollt abends durch Instagram und denkt: „Bei denen sieht alles so mühelos aus.“ Sie merkt nicht, dass sie sich mit den Highlights anderer foltert – und sich selbst die Erlaubnis verweigert, anzufangen.
- Die Moral-Ausrede „Ich will niemandem auf die Füße treten / egoistisch sein / jemanden enttäuschen.“ Ein 52-jähriger Finanzbeamter aus Bregenz bleibt in einem Job, den er hasst, weil „die Kollegen mich brauchen“. In Wirklichkeit braucht er die Sicherheit mehr als sie ihn.
Der Moment, in dem alles kippt – Wendepunkte aus dem echten Leben
Eine Frau namens Hanna Wegener, Zollbeamtin in Hamburg, hatte jahrelang die Ausrede: „Mit 43 ist man zu alt, um nochmal neu anzufangen.“ Eines Morgens stand sie vor dem Spiegel, sah die Müdigkeit in ihren Augen und sagte laut: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Sie kündigte, machte eine Ausbildung zur systemischen Beraterin und verdient heute doppelt so viel – bei deutlich weniger Stress.
Ein Mann namens Nils Berger, Lagerist in Basel, sagte sich immer: „Ohne Matura schaffe ich das nie.“ Bis er in einer Nachtschicht bemerkte, dass er der Einzige war, der die neuen Regalsysteme sofort verstand. Er meldete sich zu Abendkursen an, machte seinen Fachwirt und leitet heute ein mittelständisches Logistikzentrum.
Diese Wendepunkte kommen nicht durch Motivation. Sie kommen durch Erschöpfung – oder durch eine winzige, aber ehrliche Frage: „Was, wenn das hier die beste Version meines Lebens ist?“
Praktische Gegenstrategien, die sofort wirken
- Die 3-Sekunden-Regel Sobald die Ausrede auftaucht, zähle rückwärts: 3-2-1 – und mache den ersten winzigen Schritt. Kein Überlegen. Nur Handeln.
- Die Ausreden-Übersetzung „Ich habe keine Zeit“ → „Das hat aktuell keine Priorität für mich.“ Plötzlich klingt es nicht mehr wie Schicksal, sondern wie Entscheidung.
- Die 5-Minuten-Methode Versprich dir: „Nur fünf Minuten.“ Dein Gehirn wehrt sich fast nie gegen fünf Minuten.
- Der Fremdperspektiv-Trick Frage dich: „Was würde ich meinem besten Freund sagen, der genau dasselbe Problem hat?“ Meistens bist du plötzlich sehr weise.
Der heimliche Preis, den du zahlst
Jede Ausrede kostet dich nicht nur Zeit. Sie kostet dich Selbstvertrauen. Nach dem 17. Mal „nächstes Jahr“ glaubst du dir selbst nicht mehr. Das ist der wahre Schaden: Du entwöhnst dich daran, dir zu vertrauen.
Wie du Ausreden in Treibstoff verwandelst
Die stärkste Technik: Bedanke dich bei der Ausrede. Ernsthaft. „Danke, dass du mich beschützen willst. Aber heute gehe ich trotzdem.“ Damit nimmst du ihr die Macht – und gibst sie dir zurück.
Ein aktueller Trend aus Übersee, der gerade Europa erreicht
„Micro-Commitment Stacking“ – winzige, öffentliche Verpflichtungen, die sich addieren. Menschen posten z. B. jeden Morgen um 7:03 Uhr ein Foto von ihrem aufgeschlagenen Notizbuch mit einem einzigen Satz: „Heute mache ich …“ Die soziale Verbindlichkeit wirkt stärker als jeder Motivationsfilm.
Tabelle: Deine persönliche Ausreden-Checkliste
| Ausrede die ich benutze | Welches Gefühl schütze ich? | Was würde ich tun, wenn das Gefühl nicht da wäre? | Nächster 5-Minuten-Schritt |
|---|---|---|---|
| Ich habe keine Zeit | Überforderung | Das Projekt endlich starten | Timer auf 5 Min stellen |
| Ich bin noch nicht bereit | Angst vor Blamage | Den ersten Entwurf schreiben | Eine halbe Seite tippen |
| Das klappt bei mir nicht | Schutz vor Enttäuschung | Es trotzdem versuchen | Einmal googeln |
| Später ist besser | Vermeidung von Unbehagen | Jetzt anfangen | Heute noch eine Kleinigkeit |
Frage-Antwort-Runde – Die häufigsten Stolpersteine
Warum fällt es so schwer, mit dem ersten Schritt anzufangen? Weil dein Gehirn den Anfang als größtes Risiko einstuft. Sobald du einmal drin bist, sinkt der Widerstand dramatisch.
Was mache ich, wenn die Ausrede jeden Tag wiederkommt? Notiere sie wortwörtlich in dein Handy. Nach 5–7 Tagen siehst du das Muster – und kannst nicht mehr so leicht so tun, als wäre es neu.
Hilft es wirklich, die Ausrede laut auszusprechen? Ja. Das Sprachzentrum und das limbische System müssen sich dann miteinander auseinandersetzen. Die Ausrede verliert automatisch an Magie.
Was, wenn ich mich nach dem Handeln noch schlechter fühle? Das ist normal – das nennt man „Re-entry-Span“. Der Widerstand kommt oft erst nach dem ersten Schritt. Atme durch und mache weiter.
Wie lange dauert es, bis Ausreden wirklich weniger werden? Nach 4–6 Wochen konsequenter Gegenwehr berichten die meisten von einem spürbaren Rückgang. Das Gehirn lernt neu.
Zitat „Der Mensch ist frei, in jedem Augenblick neu zu beginnen – aber er muss es auch wirklich tun.“ – Viktor E. Frankl
Hat dir der Beitrag einen kleinen, aber spürbaren Ruck gegeben? Dann schreib mir unten in die Kommentare: Welche ist deine hartnäckigste Ausrede – und was wirst du heute als Allererstes dagegen tun? Ich lese jedes Wort und freue mich riesig auf deine Ehrlichkeit.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
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-
Kapitel 4: Dein inneres Kind – Heile die Wunden deiner Vergangenheit
-
Kapitel 7: Neuroplastizität – Programmiere dein Gehirn neu für Erfolg
-
Kapitel 9: Resilienz – Steh stärker auf, als du gefallen bist
-
Kapitel 13: Die Kunst der Visualisierung – Erschaffe deine Zukunft
-
Kapitel 16: Mikrogewohnheiten – Kleine Routinen, gigantische Ergebnisse
-
Kapitel 22: Psychologie des Überzeugens – Meistere Kommunikation
-
Kapitel 27: Wissenschaft des Schlafes – Höchstleistung beginnt nachts
-
Kapitel 31: Kreativität entfesseln – Denke jenseits der Grenzen
-
Kapitel 36: Netzwerk der Größe – Menschen, die dich nach oben tragen
-
Kapitel 42: Künstliche Intelligenz für deinen Erfolg
-
Kapitel 46: Die Kunst des Gebens – Großzügigkeit als Erfolgsfaktor
-
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Kapitel 60: Die Frequenz des Erfolgs – Stimme dich auf Sieg ein
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