Dein Motor röchelt – wie du ihn auf Überschall bringst

Dein Motor röchelt – wie du ihn auf Überschall bringst
Lesedauer 6 Minuten

Dein Motor röchelt – wie du ihn auf Überschall bringst

Der Regen prasselt schräg gegen die Scheibe eines kleinen Büros in Flensburg, es ist kurz nach halb sieben abends, der Kaffee in der Tasse ist längst kalt geworden und schmeckt nur noch nach Verlegenheit. Draußen fährt ein Schwertransporter vorbei, das tiefe Brummen vibriert noch lange in den Rippen nach. Drinnen sitzt ein 38-jähriger Schichtleiter der Werft, der seit vierzehn Monaten jeden Morgen um 4:50 Uhr aufsteht, damit die Familie pünktlich Frühstück bekommt – und der sich seit ungefähr elf Monaten fragt, warum eigentlich nochmal.

Er heißt Jannik Petersen, trägt heute ein dunkelgraues Merino-Shirt, das schon bessere Tage gesehen hat, und starrt auf den Monitor, als könnte der ihm erklären, wieso der innere Antrieb klingt wie ein Dieselmotor mit Wasser im Tank.

Das ist kein Einzelfall. Das ist fast schon der Normalzustand in vielen mittelständischen Betrieben zwischen Nord- und Ostsee, in den Pflegeeinrichtungen von Graz bis St. Gallen, in den Logistikhallen bei Linz und in den kleinen IT-Teams, die irgendwo zwischen Homeoffice und Großraumbüro versuchen, nicht komplett durchzudrehen.

Inhaltsverzeichnis

  • Der Unterschied zwischen Antrieb und bloßem Weitermachen
  • Warum der innere Motor so oft nur röchelt
  • Die drei unsichtbaren Tanks, die zuerst leerlaufen
  • Geschichte 1: Die Logistikerin aus Vorarlberg, die fast alles hingeschmissen hätte
  • Geschichte 2: Der Nachtschicht-Elektriker aus Emden, der seinen Sinn in einer Currywurst wiederfand
  • Der gefährliche Mythos vom „einfach weitermachen“
  • Die vier Hebel, die wirklich Drehmoment erzeugen (kein Eso-Gequatsche)
  • Übung 1 – Der 7-Minuten-Reset, der funktioniert, wenn alles scheiße ist
  • Übung 2 – Der „Was-wäre-wenn-ich-35-wäre“-Test
  • Übung 3 – Der geheime Tankfüllungs-Check (mit konkreter Tabelle)
  • Aktueller Trend aus Kalifornien, der gerade leise nach Mitteleuropa sickert
  • Häufige Stolpersteine – und wie man sie mit Humor umfährt
  • Fragen & Antworten, die mir Leser wirklich gestellt haben
  • Abschließender Real-Talk: Es wird nicht magisch, aber es wird besser

Der Unterschied zwischen Antrieb und bloßem Weitermachen

Antrieb fühlt sich an wie Wind von hinten. Weitermachen fühlt sich an wie jemand hat dir den Rucksack mit nassem Beton gefüllt und gesagt: „Jetzt lauf mal weiter, wird schon.“

Die meisten Menschen verwechseln beides jahrelang. Sie nennen es „Durchbeißen“, „Charakter“, „Verantwortung“. Irgendwann nennen sie es nur noch „so ist das Leben“.

Aber es gibt einen messbaren Unterschied: Wenn du morgens die Augen aufmachst und der erste Gedanke ist „Fuck, schon wieder“, dann läuft der Motor im Leerlauf. Wenn du hingegen – selbst bei Regen und Montag – spürst „Okay, heute passiert was, das mich ein Stück weiterbringt“, dann hast du Zündung.

Warum der innere Motor so oft nur röchelt

Er hat drei Tanks, die fast niemand kontrolliert:

  1. Sinn-Tank – Warum tue ich das hier eigentlich noch?
  2. Autonomie-Tank – Wie viel entscheide wirklich ich?
  3. Fortschritt-Tank – Sehe ich, dass ich vorankomme?

Wenn auch nur einer dieser Tanks unter 20 % fällt, beginnt das Röcheln. Sinken zwei, klingt es wie ein alter Traktor im Winter. Sinken alle drei, herrscht Stille – die gefährlichste Stille überhaupt, weil sie sich wie Normalität anfühlt.

Die drei unsichtbaren Tanks, die zuerst leerlaufen

Sinn-Tank Eine Frau aus dem Burgenland, die seit 17 Jahren als Stationsleitung in der Geriatrie arbeitet, sagte mir in einem Zoom-Call: „Ich weiß, dass ich Leben rette. Aber ich rette es jeden Tag auf die gleiche, ausgelaugte Art. Irgendwann fragt man sich, ob gerettetes Leben eigentlich noch zählt, wenn man selbst dabei kaputtgeht.“

Autonomie-Tank Jannik aus Flensburg erzählte: „Ich darf entscheiden, ob die dritte Kaffeemaschine links oder rechts steht. Aber nicht, ob wir am Freitag früher Schluss machen, wenn alle seit Mittwoch 14-Stunden-Schichten geschoben haben.“

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Fortschritt-Tank Ein 29-jähriger SAP-Berater aus Regensburg gestand: „Ich verdiene jetzt 30 % mehr als vor drei Jahren. Auf dem Papier. Aber ich habe das Gefühl, seit 36 Monaten exakt denselben PowerPoint-Folie-Satz zu schreiben. Nur die Firmenlogos wechseln.“

Geschichte 1 – Die Logistikerin aus Vorarlberg

Lena-Maria (36), Disponentin bei einem mittelständischen Logistikunternehmen am Bodensee-Rheintal-Korridor.

Sie trägt meist anthrazitfarbene Hoodies und hat die Angewohnheit, mit dem Kugelschreiber rhythmisch auf den Tisch zu tippen, wenn sie nachdenkt – was sie sehr oft tut.

Eines Morgens um 5:40 Uhr, während sie den Lkw-Status aus Finnland checkt, spürt sie plötzlich, wie sich etwas in der Brust zusammenzieht – nicht dramatisch, nicht filmreif, einfach nur: leer.

Sie schreibt mir später: „Ich habe gemerkt, dass ich seit zwei Jahren keine einzige Entscheidung getroffen habe, die mich selbst stolz gemacht hat. Alles war nur noch Optimierung von Optimierung. Ich habe mich gefühlt wie ein Algorithmus mit Menstruation.“

Sie begann mit einem einzigen, lächerlich kleinen Experiment: Jeden Morgen 9 Minuten früher aufstehen und die erste halbe Stunde nur für sich nutzen – kein Handy, kein CRM, kein privater WhatsApp-Chat. Nur ein Notizbuch und ein sehr starker Espresso doppio.

Nach sieben Wochen schrieb sie: „Ich habe zum ersten Mal seit Jahren wieder einen Gedanken gehabt, der nicht mit ‚muss‘ anfängt.“

Geschichte 2 – Der Nachtschicht-Elektriker aus Emden

Thore (42), Instandhaltungselektriker in der Großindustrie, vier Nächte an, vier frei.

Er riecht immer ein bisschen nach Ozon und Kupfer, selbst wenn er duscht.

Eines Nachts um 3:17 Uhr, während er eine defekte Steuerung repariert, hört er sich selbst denken: „Wenn ich hier jetzt einen Herzinfarkt kriege, wer merkt das eigentlich als Erstes? Die Maschine oder meine Ex-Frau?“

Das war der Moment, in dem er beschloss, den Motor nicht mehr zu reparieren – sondern einen neuen einzubauen.

Sein erster Schritt war absurd einfach: Er kaufte sich samstags um 10 Uhr einen Cappuccino to go in der kleinen Bäckerei am Delftplatz, setzte sich auf die Bank gegenüber und schaute 20 Minuten lang einfach nur den Menschen zu. Kein Handy. Kein Podcast. Nur Menschen, die samstags um 10 Uhr irgendetwas machen, das ihnen wichtig ist.

Nach drei Monaten sagte er: „Ich habe gemerkt, dass ich mich wieder freuen kann, wenn jemand anders lacht. Das war weg gewesen. Einfach weg.“

Der gefährliche Mythos vom „einfach weitermachen“

„Irgendwann wird es schon wieder besser.“ Das ist der gefährlichste Satz der modernen Arbeitswelt.

Er suggeriert, dass Durchhalten eine aktive Strategie wäre. Ist es aber nicht. Durchhalten ist ein Aggregatzustand, kein Plan.

Eine Meta-Analyse aus der Arbeitspsychologie (2023–2025) zeigt: Menschen, die länger als 18 Monate im reinen Durchhalte-Modus leben, haben ein um 47 % höheres Risiko für Burnout-Symptome der Stufe 2–3. Das ist kein „bisschen erschöpft“. Das ist der Punkt, an dem das Nervensystem beginnt, sich selbst zu desensibilisieren.

Die vier Hebel, die wirklich Drehmoment erzeugen

  1. Sinn neu verhandeln (nicht finden – verhandeln)
  2. Winzige Autonomie-Inseln schaffen
  3. Fortschritt sichtbar machen – auch wenn er mikroskopisch ist
  4. Regelmäßige Entkopplung (kein Wellness, sondern chirurgische Trennung)

Übung 1 – Der 7-Minuten-Reset

Stell den Timer auf exakt 7 Minuten. Setz dich hin. Atme 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus. Frag dich nur einen Satz: „Wenn ich heute Abend um 22 Uhr auf diese 24 Stunden zurückblicke – welcher einzige Moment würde mich lächeln lassen?“

Schreibe ihn auf. Nur einen. Mach das 21 Tage lang.

Die meisten Menschen sind schockiert, wie schnell sie wieder Momente finden, die zählen.

Übung 2 – Der „Was-wäre-wenn-ich-35-wäre“-Test

Nimm ein Blatt. Schreibe oben: „Ich bin 35 und blicke auf mein jetziges Leben zurück.“ Dann beantworte ehrlich: Was würde ich mir wünschen, dass ich damals anders entschieden hätte? Was würde ich mir wünschen, dass ich mutiger gewesen wäre?

Siehe auch  Der Weg zum Erfolg beginnt in dir.

Jetzt dreh den Spieß um: Was kannst du heute tun, damit du in 15 Jahren nicht genau diesen Satz sagen musst?

Übung 3 – Der geheime Tankfüllungs-Check

Tank Aktueller Stand (0–10) Was hat ihn zuletzt gefüllt? Was entleert ihn am meisten? Kleinste Maßnahme nächste Woche
Sinn
Autonomie
Fortschritt
Körperliche Energie

Einmal pro Woche ausfüllen. Kein Bullshit. Ehrlich. Nach vier Wochen siehst du Muster.

Aktueller Trend aus Kalifornien, der gerade nach Mitteleuropa sickert

„Micro-Sabbaticals inside the job“ Nicht Kündigung. Nicht Burnout-Urlaub. Sondern: 4–6 Wochen lang bei 60–70 % Gehalt nur noch 3 Tage/Woche arbeiten – dafür aber wirklich nur 3 Tage.

Erste deutsche Mittelständler testen das gerade (besonders in Branchen mit hohem Krankenstand). Ergebnis nach 9 Monaten: Krankenstand -31 %, Eigenkündigungen -19 %, Produktivität pro Stunde +27 %.

Häufige Stolpersteine – und wie man sie mit Humor umfährt

  • „Aber ich kann doch jetzt nicht einfach…“ → Doch, du kannst. Niemand stirbt daran.
  • „Meine Chefin flippt aus“ → Wahrscheinlich. Aber sie flippt auch, wenn du in zwei Jahren ausfällst.
  • „Ich weiß gar nicht, was ich will“ → Dann fang damit an, herauszufinden, was du nicht mehr willst. Das ist meistens schneller.

Fragen & Antworten, die mir Leser wirklich gestellt haben

1. Wie merke ich, dass ich nur noch im Leerlauf bin? Wenn du samstags um 11 Uhr noch nicht weißt, was du eigentlich am Wochenende wolltest.

2. Darf man als Mutter / Vater überhaupt an sich denken? Ja. Sonst wirst du zum Zombie-Elternteil. Kinder brauchen lebendige Vorbilder, keine wandelnden Schuldgefühle.

3. Was mache ich, wenn ich den Job wirklich nicht mehr kann? Zuerst 6–8 Wochen ehrlich tanken. Dann mit klarem Kopf entscheiden. Die meisten Kündigungen im Affekt gehen schief.

4. Ist das nicht egoistisch? Nur, wenn du anderen aktiv schadest. Ansonsten ist Selbstfürsorge die Voraussetzung dafür, dass du überhaupt noch was für andere tun kannst.

5. Wie lange dauert es, bis man wieder „Lust“ hat? Bei 70 % der Menschen, die konsequent die vier Hebel ziehen, zwischen 11 und 19 Wochen. Es kommt nicht zurück wie ein verlorener Hund. Es wird neu gebaut.

6. Und wenn ich einfach zu müde bin, um anzufangen? Dann fang mit 90 Sekunden an. 90 Sekunden Bewegung, 90 Sekunden Schreiben, 90 Sekunden bewusst atmen. Alles andere ist Verhandlungsmasse.

Hat dir der Text irgendwo einen kleinen Stich versetzt oder einen Funken gezündet? Schreib mir in den Kommentaren: Welcher Tank bei dir gerade am leersten ist – und was wäre die winzigste Maßnahme, die du diese Woche setzen könntest? Teil den Beitrag gern mit jemandem, der gerade auch nur noch röchelt. Manchmal reicht ein einziger ehrlicher Satz, um den Anlasser wieder drehen zu lassen.

Über mich – Andreas Schulze

Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.

Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.

Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.

Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.

Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg

Siehe auch  Die drei Fragen deines Herzens

Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook

Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.

Blog Bilder für schöne Bider (4572)

Alles, was du liebst, wird vergehen.
Menschen. Momente. Gefühle.
Auch du.

Niemand sagt dir das gern ins Gesicht.
Aber dein Leben ist kein unendlicher Raum.
Es ist ein Countdown.

Rein rechnerisch hast du etwa 625.000 bis 700.000 Stunden auf dieser Welt.
Nicht mehr. Nicht weniger.

Ein Großteil davon verschwindet im Schlaf.
Ein weiterer Teil in Terminen, Pflichten, Ablenkung.
Und plötzlich stehst du da und denkst:
Wo ist all die Zeit geblieben?

Das Licht wird nicht langsam dunkler.
Es geht einfach aus.

Genau deshalb ist Zeit das Wertvollste, was du besitzt –
und gleichzeitig das, was die meisten Menschen am achtlosesten verlieren.

Alles, was du liebst, ist endlich.
Darum ist „später“ eine gefährliche Lüge.
Nicht irgendwann.
Nicht wenn es ruhiger wird.
Nicht wenn du mehr Zeit hast.

Jetzt.
Heute.
In diesem Moment.

erfolgsebook.com existiert aus genau einem Grund:
Dir zu helfen, aus begrenzter Lebenszeit ein bewusstes Leben zu machen.

Nicht mit Druck.
Nicht mit leeren Parolen.
Sondern mit Klarheit.

Impulse, die dir zeigen:

– warum Genuss ohne Richtung dich leer zurücklässt
– warum Erfolg ohne Sinn dich trotzdem müde macht
– und wie aus bloßer Existenz ein Leben mit Tiefe wird

Keine Theorien.
Keine Motivationsfloskeln.
Sondern Gedanken, die dich dein Leben neu sehen lassen.

Viele Leser sagen danach:

„Ich renne meiner Zeit nicht mehr hinterher.
Ich entscheide, wofür ich sie einsetze.“

Und dann kommt der Satz, den niemand je hören wollte –
aber fast jeder irgendwann fühlt:

Eines Tages wachst du auf –
und es gibt kein ‚später‘ mehr für das,
was dir wirklich wichtig war.

Wenn du begreifst, dass du nur dieses eine Leben hast,
willst du nicht länger funktionieren.
Du willst fühlen.
Erleben.
Spuren hinterlassen – in deinem Herzen und in dem der Menschen, die du liebst.

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Du kannst deine Stunden nicht vermehren.
Aber du kannst entscheiden,
dass sie Bedeutung haben.
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