Auftriebskraft – spüre den Lift-off oder bleib am Boden
Der Moment, in dem du merkst, dass du eigentlich schon die ganze Zeit fliegen könntest – nur hattest du die Flügel noch nie richtig ausgebreitet.
Manche Menschen leben jahrelang mit leicht angezogenen Schultern, als müssten sie permanent gegen einen unsichtbaren Gegenwind ankämpfen. Andere betreten einen Raum und plötzlich scheint die Schwerkraft für ein paar Sekunden nachzulassen. Das ist keine Magie. Das ist Auftriebskraft – und sie lässt sich trainieren.
Inhaltsverzeichnis
- Was Auftriebskraft wirklich bedeutet
- Die vier unsichtbaren Gewichte, die dich unten halten
- Der Lift-off-Moment: Wie er sich anfühlt und wie man ihn provoziert
- Geschichten aus drei Ländern – reale Menschen in der Schwebe
- Die innere Aerodynamik: Haltung, Atmung, Fokus
- Der gefährliche Gleitflug – warum „es läuft ganz gut“ oft der Anfang vom Sinkflug ist
- Praktische Auftriebs-Übungen für den Alltag
- Die Tabelle: Dein persönlicher Auftrieb-Check
- Häufige Fragen & direkte Antworten
- Ein Trend aus Übersee, der gerade leise nach Mitteleuropa schwappt
Was Auftriebskraft wirklich bedeutet
Auftriebskraft ist keine esoterische Energie und auch kein nettes Mindset-Motto. Sie ist die Differenz zwischen dem, was dich nach unten zieht, und dem, was dich nach oben trägt – in jedem einzelnen Augenblick.
In der Physik entsteht Auftrieb, wenn ein Körper von einem Fluid (Luft, Wasser) umströmt wird und die Strömungsgeschwindigkeit oberhalb größer ist als unterhalb. Psychologisch ist es fast identisch: Wenn deine innere Strömung über deinem Selbstbild schneller fließt als darunter, steigst du. Wenn nicht, sinkst du – langsam, oft unbemerkt, bis du eines Tages feststellst, dass du schon lange nicht mehr auf Augenhöhe mit deinen eigenen Möglichkeiten bist.
Die vier unsichtbaren Gewichte, die dich unten halten
- Die alte Geschichte, die du dir immer noch erzählst Viele tragen eine Identität aus der Jugend mit sich herum wie einen 15 kg schweren Rucksack, den sie vergessen haben abzulegen. „Ich bin halt jemand, der sich schwer tut“, „Ich bin nicht der Typ für große Sprünge“, „Bei mir klappt sowas nie“. Solange diese Sätze im Hinterkopf auf Dauerschleife laufen, erzeugen sie permanent Abtrieb.
- Der Vergleich mit der Hochglanzversion anderer Du scrollst fünf Minuten und dein Nervensystem registriert: „Die haben es schon geschafft – ich bin zurück“. Das ist kein Neid, das ist ein physiologischer Bremsfallschirm.
- Die unbewusste Loyalität zum alten Schmerz Klingt hart, ist aber wahr: Ein Teil von dir will den alten Schmerz nicht loslassen, weil er dir Identität, Entschuldigung und Familiarität gibt. Loslassen fühlt sich zuerst wie Verrat an der eigenen Biografie an.
- Der Mangel an mikroskopisch kleinen Aufwärtsimpulsen Große Sprünge entstehen selten aus dem Nichts. Meist sind es 300 winzige „Ja, heute mache ich es trotzdem“-Entscheidungen, die irgendwann eine kritische Masse erreichen.
Der Lift-off-Moment: Wie er sich anfühlt und wie man ihn provoziert
Er fühlt sich nicht wie ein Hollywood-Feuerwerk an. Er fühlt sich an wie plötzliche Leichtigkeit in den Schultern, als hätte jemand die unsichtbaren Gurte gelöst. Die Atmung geht tiefer, ohne dass du es bewusst machst. Die Welt wird ein bisschen leiser und gleichzeitig farbiger. Gedanken, die vorher wie dicke Fliegen um dich kreisten, ziehen plötzlich in eine andere Richtung.
Man provoziert ihn fast immer durch Handlung vor Gefühl. Nicht warten, bis du dich mutig fühlst – sondern etwas tun, das ein mutiger Mensch tun würde. Der Körper zieht die Emotion dann nach. Das Prinzip heißt „act as if“ – und es ist neurophysiologisch belegt.
Geschichten aus drei Ländern – reale Menschen in der Schwebe
Lea, 34, Ergotherapeutin in Graz Lea hatte jahrelang das Gefühl, sie „müsse jetzt endlich mal was Richtiges machen“. Sie jobbte, sparte, plante – und kam doch nie vom Fleck. Eines Morgens, während sie mit einem türkischen Mokka in der Hand am Fenster stand und dem Murmeltier-Wecker-Sound der Nachbarschaft lauschte, sagte sie laut: „Wenn ich heute nichts ändere, ändert sich nie etwas.“ Sie kündigte nicht dramatisch. Sie reduzierte ihre Stunden auf 75 %, meldete sich für eine zweijährige Weiterbildung in systemischer Therapie an und begann, einmal pro Woche in einem kleinen Co-Working-Space zu arbeiten, statt zuhause. Sechs Monate später erzählte sie mir per Zoom: „Ich habe das Gefühl, ich atme zum ersten Mal seit zehn Jahren bis in die Rippenbögen.“
Jonas, 41, Schichtleiter in einer Brauerei in Flensburg Jonas hatte sich an den Rhythmus gewöhnt: Nachtschicht, Bierdunst, Rückenschmerzen, „das Leben ist halt so“. Bis er bei einem Spaziergang am Fördeufer einen alten Mann traf, der ihm sagte: „Weißt du, was das Schlimmste ist? Nicht das, was passiert – sondern dass man aufhört zu fragen, ob es auch anders gehen könnte.“ Zwei Wochen später meldete er sich für eine Fortbildung zum Industriemeister an – und begann parallel, samstags in einer kleinen Segelschule auszuhelfen. Heute sagt er: „Ich rieche immer noch nach Malz, aber ich fühle mich nicht mehr wie jemand, der nur Malz riecht.“
Aylin, 29, Grafikdesignerin in Vancouver (ursprünglich aus Basel) Aylin war nach Kanada ausgewandert, weil sie „endlich frei sein wollte“. Doch nach zwei Jahren fühlte sie sich freier – und gleichzeitig seltsam schwerelos im negativen Sinne. Keine Wurzeln, keine Reibung, kein Widerstand. In einem Café mit Blick auf die North Shore Mountains schrieb sie sich selbst einen Brief: „Du bist nicht frei, wenn du nirgendwo mehr aneckst. Du bist frei, wenn du weißt, wofür du aneckst.“ Sie flog zurück nach Europa, nicht um „nach Hause“ zu gehen, sondern um gezielt eine kleine Agentur mit zwei Freunden zu gründen, die nur Projekte annimmt, die sie wirklich begeistern. Heute sagt sie: „Ich hatte gedacht, Auftrieb bedeutet schwerelos sein. Jetzt weiß ich: Auftrieb bedeutet, dass du Gewicht hast – und trotzdem steigst.“
Die innere Aerodynamik: Haltung, Atmung, Fokus
- Haltung – nicht als gymnastische Perfektion, sondern als Statement an dein Nervensystem: „Ich bin bereit, den Raum einzunehmen.“
- Atmung – die meisten Menschen atmen im Alltag nur bis zur Brust. Tiefe Bauchatmung signalisiert dem Vagusnerv: Sicherheit → Entspannung → Kreativität → Mut.
- Fokus – wohin dein Blick geht, dorthin fließt deine Energie. Wer ständig auf das Hindernis starrt, fliegt hinein. Wer den Horizont fixiert, steigt automatisch höher.
Der gefährliche Gleitflug – warum „es läuft ganz gut“ oft der Anfang vom Sinkflug ist
„Es läuft ganz gut“ ist die gefährlichste aller Aussagen. Sie ist der Zustand maximaler Stagnation mit minimalem Leidensdruck. Der Körper lernt: „Keine Gefahr – kein Handlungsbedarf.“ Gleichzeitig sinkt die Grundspannung so weit, dass echte Veränderung immer unwahrscheinlicher wird. Es ist wie ein Flugzeug im Sinkflug mit ausgeschalteten Triebwerken – alles fühlt sich stabil an, bis der Boden plötzlich sehr nah ist.
Praktische Auftriebs-Übungen für den Alltag
- Die 90-Sekunden-Regel Wenn du merkst, dass du innerlich nach unten gehst: Stelle dir vor, du hast exakt 90 Sekunden, um etwas zu tun, das ein selbstbewussterer Mensch jetzt tun würde. Dann tu es. Die Frist verhindert Überdenken.
- Der „Future Authority“-Blick Frage dich dreimal täglich: „Was würde die Version von mir, die das Problem schon gelöst hat, in diesem Moment tun?“ Dann handle so.
- Der physische Lift-off Jeden Morgen 60 Sekunden lang in eine Power-Pose stellen (Brust raus, Hände in die Hüften, Kinn leicht angehoben) und dabei laut sagen: „Ich hebe ab.“ Lächerlich? Ja. Wirksam? Sehr.
- Der Gegenstrom-Satz Wenn der innere Kritiker sagt „Das schaffst du eh nicht“, antworte sofort mit dem Gegenteil in der Gegenwartsform: „Ich schaffe das.“ Keine Diskussion – nur Konter.
Dein persönlicher Auftrieb-Check (Tabelle)
| Bereich | Aktueller Auftrieb (1–10) | Was zieht mich runter? | Kleinste Aufwärtsbewegung heute |
|---|---|---|---|
| Körper & Energie | |||
| Selbstgespräch | |||
| Beziehungen | |||
| Arbeit / Projekte | |||
| Sinn & Vision |
Fülle die Tabelle ehrlich aus. Ein Wert unter 5 in einem Bereich = sofortiger Interventionsbedarf.
Häufige Fragen & direkte Antworten
- Ich habe das Gefühl, ich komme einfach nicht hoch. Was mache ich falsch? Du wartest wahrscheinlich auf das „richtige Gefühl“. Fang stattdessen mit einer winzigen Handlung an – das Gefühl kommt hinterher.
- Wie merke ich, dass ich wirklich steige und nicht nur kurz hüpfe? Wenn du anfängst, kleine Dinge zu tun, die dir vorher unmöglich schienen – und es sich danach nicht mehr so groß anfühlt.
- Was, wenn ich Angst habe abzuheben? Das ist normal. Die Angst zeigt nur, dass dir die neue Höhe etwas bedeutet. Steig trotzdem – mit kleinen Schritten.
- Kann man das auch zu zweit trainieren? Ja. Vereinbart einen „Auftriebs-Buddy“: Einmal pro Woche 15 Minuten erzählen, was man diese Woche bewusst nach oben gebracht hat.
- Wie lange dauert es, bis man wirklich spürt, dass man fliegt? Zwischen 4 und 12 Wochen konsequenter Mikro-Auftriebe. Danach wird es zur neuen Normalität.
Ein Trend aus Übersee, der gerade leise nach Mitteleuropa schwappt
„Micro-Adventures with Stakes“ – winzige, aber mutige 24–48-Stunden-Herausforderungen mit echten Konsequenzen. Beispiel: Du gibst jemandem 100 € und sagst „Wenn ich bis Sonntagabend nicht diese eine Sache erledigt habe, behältst du das Geld.“ Die kleine Wette erzeugt Auftrieb durch externe Verbindlichkeit. Immer mehr Menschen in Berlin, Wien und Zürich experimentieren damit – und berichten von erstaunlich nachhaltigen Veränderungen.
Zitat
„Man muss das Leben rückwärts verstehen, aber vorwärts leben.“ – Søren Kierkegaard
Hat dir der Text heute irgendwo einen kleinen Schubs nach oben gegeben? Schreib mir in den Kommentaren: Welches der vier Gewichte ist bei dir gerade am schwersten – und was könntest du morgen schon loslassen oder zumindest lockern? Teil den Beitrag gerne mit jemandem, der gerade spürt, dass er sinkt.
Über mich – Andreas Schulze
Ich bin Andreas Schulze, Schriftsteller und Autor zu persönlicher Entwicklung, Motivation und Bewusstsein. Seit über vier Jahrzehnten untersuche ich, was Menschen antreibt und wie persönliches Wachstum entsteht.
Meine Arbeit basiert auf praktischer Erfahrung und dem Austausch mit Menschen aus verschiedensten Lebensbereichen. Seit mehr als 20 Jahren führe ich Interviews und Gespräche weltweit – heute meist digital über Plattformen wie Zoom oder Microsoft Teams.
Die Erkenntnisse daraus fließen in meine Bücher, Blogbeiträge und Coachings auf Erfolgsebook.com ein. Dabei geht es mir um klare, praktische Ansätze, die helfen, Denken und Entscheidungen bewusster zu gestalten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, Erfahrungen und Beobachtungen so aufzubereiten, dass sie anderen mehr Klarheit, Selbstbestimmung und innere Stärke ermöglichen.
Meine Bücher findest du hier: Ebooks für deinen Erfolg
Mein vollständiges Profil findest du hier: Über Mich & Erfolgsebook
Willkommen auf meiner Seite – und in deiner Erfolgsgeschichte.
