Weisheit ist erlernbar – Plädoyer für eine neue Gelassenheit – Gert Scobel SWR 2 Aula

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Mission 100: Mehr Gelassenheit durch regelmäßige Meditation

Plädoyer für eine neue Gelassenheit. Gespräch mit Gert Scobel: Oft verbinden wir den Begriff Weisheit mit einem alten Menschen mit weißem Haar und gütigen Augen. Tatsächlich beinhaltet Weisheit viele Tugenden, zum Beispiel Mitgefühl und Toleranz. Insofern scheint sie für jeden erlernbar zu sein – unabhängig vom Alter.

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4 Kommentare

  1. Was Gert Scobel macht, schaue und höre ich mir immer gern an. Irgendwie ist nichts langweilig oder unwichtig, was er sagt.

  2. Sehr interessant, aber an einem Punkt möchte ich einmal nachhaken:
    Der Herr Scobel erwähnt, dass Meditation für Menschen mit einer Borderlinestörung sehr gefährlich sein kann und diese deswegen nicht meditieren sollten. Jetzt frage ich mich, was die Gefahren an der Stelle bedeuten sollen, bzw. welche negativen Konsequenzen schlimmstenfalls zu erwarten sind? Und welche Alternativen gäbe es? Eine solche Aussage habe ich jetzt tatsächlich zum ersten mal gehört.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Kai

    1. Hallo Kai. Diesen Satz „Borderline-Patienten dürfen nicht meditieren“ habe ich schon ein paar Mal gehört oder gelesen, allerdings in verschiedenen Formulierungen = mal heißt es, dass psychisch Kranke gar nicht meditieren könnten, mal, dass es nur „bestimmte Ziele“ ( „Anatta“ ) in der Meditation betrifft, die für einige Erkrankungen eher „verstörend wirken“ können, und dann wieder, dass Meditation für diese oder jene „sehr gefährlich“ seien…
      Es kommt wohl darauf an, wer was in welchem Zusammenhang sagt, und vor allem auch darauf, wie viel dieser Mensch von psychischen Erkrankungen UND den verschiedenen Meditations-Formen weiß !
      Mit solchen Aussagen ist es wohl ähnlich wie bei dem Spiel „Stille Post“: am Ende weiß keiner mehr, was ursprünglich gesagt und gemeint war 😉
      Mit anderen Worten: nicht jeder weiß alles – oder: manches, was gestern noch „wahr“ schien, wird heute noch erzählt, obwohl es längst ganz andere Erkenntnisse diesbezüglich gibt !
      Zumindest sollte man das Wort „Meditation“ nicht so *allgemein* verwenden. Dazu gibt es viel zu viele Formen und Methoden – von denen auch einige für bestimmte Menschen weniger „gut“ sind. Aber, das betrifft sicher nicht nur „Borderliner“ !
      Lies mal unten die Auszüge aus Fachartikeln zum Thema „Borderline und Meditation ( vor allem MBSR ) – unten habe ich dir den Link zu einem *Vortrag* von Marsha Linehan ( *Therapeutin UND Betroffene* ) angehängt !:

      …“Zentral ist Achtsamkeit auch in der Dialektisch-Behavioralen Therapie. Entwickelt wurde sie von der Psychologin Marsha Linehan. Sie arbeitete mit extrem suizidgefährdeten Patientinnen, die oft an einer Borderline-Störung litten und sich selbst verletzten. Borderline-Patienten haben Probleme mit anderen Menschen, weil sie sehr emotional und schnell gekränkt sind und häufig aggressiv reagieren. Linehan suchte nach einem Ansatz, der den Patienten helfen würde, sich selbst zu akzeptieren. Sie fand ihn in Meditationstechniken wie dem Zen. Das war vor zwei Jahrzehnten, als Meditation in der Psychotherapie noch als verschrobene Idee galt. Heute ist die Therapie Goldstandard bei Borderline…“

      „Marsha Linehan hat die Dialektisch Behaviorale Therapie der Borderline- Persönlichkeitsstörungen (DBT) entwickelt, um Menschen zu helfen, die mit den damals üblichen Therapien nur schwer erreichbar waren. Sie war eine der ersten, die Achtsamkeit zur Grundlage ihrer Therapie gemacht hat: nicht nur Klienten, sondern auch Therapeuten müssen Achtsamkeit erlernen und praktizieren. Die DBT konnte zeigen, dass Borderline-Klienten nicht „untherapierbar“ sind, sondern dass ihre Bedürfnisse in der Therapie meist nicht genügend verstanden und erfüllt wurden. Linehan fordert, dass der Therapeut den Klienten so akzeptiert, wie er jetzt im Augenblick ist, dass er sich also nicht zuerst ändern muss, um akzeptiert zu werden. Die Therapie müsse Hoffnung vermitteln, dass jeder Mensch die Ressourcen hat, ein zufriedenes Leben zu führen, und dass man die dazu notwendigen Fähigkeiten lernen kann. Diese Fähigkeiten stehen im Zentrum der Therapie – mit dem Ziel, dass der Patient neue und befriedigendere Erfahrungen machen kann.
      Neben ihrer Tätigkeit in Forschung und Lehre hat Marsha Linehan die therapeutische Arbeit mit Klienten nie aufgegeben. Sie ist eine warmherzige und empathische Therapeutin und verkörpert in hohem Maße die Eigenschaften, die sie als die beiden Säulen der Therapie bezeichnet:
      „Compassion“/tiefes Mitgefühl und „Wisdom“/intuitives Wissen, das sich aus dem Zusammenwirken von Gefühl und Verstand ergibt, um die richtigen Mittel zur richtigen Zeit einzusetzen.
      *Am 23.6.2011 hat sich Marsha Linehan in einem Interview der New York Times zu ihrer eigenen Geschichte als psychisch Erkrankte bekannt: Mit 17 sei sie als „schizophren“ diagnostiziert worden – das war vor 51 Jahren; doch
      aus heutiger Sicht sei die Borderline-Diagnose richtiger*. „I was in hell“. Die Basis ihrer Theorie – radikale Selbst-Akzeptanz – hat sie sich mühsam selbst erkämpft. Auf die Frage, warum sie sich jetzt outet, antwortet sie: „So many people have begged me to come forward, and I just thought – well, I have to do this. I owe it to them. I cannot die a coward“. (Sie möchte anderen Mutmachen; sie schulde es denen, die ähnliches durchgemacht haben; sie möchte nicht sterben, ohne sich erklärt zu haben.)
      Marsha Linehan erweist sich mit ihrem Outing als Pionierin der EXperienced-INvolvement-Bewegung….“

      Vortrag „Zen in der Verhaltenstherapie“ von Prof. Dr. Marsha Linehan:
      https://www.youtube.com/watch?v=M3AwzHkh_10&t=14s

      Ich hoffe, ich konnte dein „Nachhaken“ halbwegs gut beantworten ?!
      Liebe Grüße: Manu

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