Unternehmerische Erfolgsfaktoren

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Es stimmt zwar meiner Meinung nach, dass es vielen akademischen Forschungen über Unternehmer und Unternehmertum an präskriptiver Wirkung fehlt, aber beschreibende Studien haben einen gewissen Wert. Nicht nur zu beschreiben, was Unternehmer tun, sondern auch wie sie es getan haben, kann nützlich sein – insbesondere für Menschen, die ihre eigenen unternehmerischen Unternehmungen anstreben, und für lokale Regionen, die unternehmerischer werden wollen.

In diesem Sinne beziehe ich mich auf die folgenden beschreibenden Daten, die in einer kürzlich von der Kauffman-Stiftung veröffentlichten Studie mit dem Titel „The Anatomy of an Entrepreneur“ enthalten sind: Die Entstehung eines erfolgreichen Unternehmers“. Die Studie wurde im November 2009 veröffentlicht. Die Forscher befragten 549 Unternehmer aus einer Vielzahl von Branchen, darunter Luft- und Raumfahrt und Verteidigung, Computer und Elektronik, Gesundheitswesen und Dienstleistungen. Einige der wichtigsten Ergebnisse sind:

– 96 Prozent stuften die vorherige Berufserfahrung als wichtigen Erfolgsfaktor ein; 58 Prozent bewerteten diesen Faktor als äußerst wichtig

– 88 Prozent sagten, es sei wichtig, aus früheren Erfolgen zu lernen

– 78 Prozent sagten, es sei wichtig, aus früheren Misserfolgen zu lernen; 40 Prozent sagten, es sei äußerst wichtig, aus früheren Misserfolgen zu lernen

– 82 Prozent sagten, dass das Managementteam, das sie ausgewählt haben, wichtig sei; 35 Prozent sagten, dies sei extrem wichtig

– 73 Prozent sagten, dass „Glück“ ein wichtiger Faktor für ihren Erfolg sei; 22 Prozent bezeichneten diesen Faktor als äußerst wichtig

– 70 Prozent sagten, ihre Universitätsausbildung sei wichtig

Bei den oben genannten Faktoren handelt es sich um solche, die, abgesehen vom „Glück„, vom Unternehmer kontrollierbar sind. Diese Erfolgsfaktoren können von Einzelpersonen, die ihre eigenen Unternehmen gründen wollen, erlernt und als Leitfaden für den Aufbau erfolgreicher Unternehmungen genutzt werden. Es ist zum Beispiel ziemlich klar, dass eine gewisse Berufserfahrung, ein gutes Managementteam und die Fähigkeit, Fehler zu machen und aus Fehlern zu lernen, wichtige Erfolgsfaktoren sind. Es ist auch klar, dass ein gewisses Maß an Hochschulbildung nützlich sein kann, obwohl anderswo gut dokumentiert ist, dass eine Hochschulausbildung nicht notwendig ist, um ein erfolgreicher Unternehmer zu sein.

Aus der Perspektive regionaler und staatlicher Interventionen, die darauf abzielen, Unternehmer und Unternehmertum zu fördern und/oder zu unterstützen, wurden mehrere interessante Erkenntnisse gewonnen:

– Die überwiegende Mehrheit der Befragten (86 Prozent) stufte die Unterstützung durch den Staat oder die Region als „gar nicht“ oder „leicht“ wichtig ein

– Nur 19 Prozent gaben an, dass Universitäts- oder Alumni-Netzwerke wichtig seien

– 68 Prozent hielten die Verfügbarkeit von Finanzierungen/Kapital für wichtig; 96 Prozent derjenigen, die tatsächlich externes Kapital beschafft hatten, stuften diesen Faktor als wichtig ein

– 73 Prozent sagten, berufliche Netzwerke seien wichtig für den Erfolg ihres aktuellen Geschäfts; 62 Prozent sagten, persönliche Netzwerke seien wichtig

Aus meiner Sicht sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Forschung, dass die primären Faktoren für den unternehmerischen Erfolg in erster Linie beim Einzelnen liegen. Nur der einzelne Unternehmer kann sich entscheiden, in den Wettbewerb einzutreten, wohl wissend, dass der unkontrollierbare Faktor „Glück“ eine gewisse Rolle für seinen Erfolg spielen wird. Natürlich ist das Glück, das mit unternehmerischem Erfolg verbunden ist, nicht dasselbe wie das Glück, das man braucht, um am Spieltisch zu gewinnen. Unternehmer verbessern ihre Chancen, indem sie sowohl aus ihren Erfolgen als auch aus ihren Misserfolgen lernen. Sie schützen sich auch vor Pech, indem sie sich mit beruflichen und persönlichen Bekannten umgeben, die über kritische Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

In der aktuellen Studie wurden auch Erkenntnisse aus anderen Studien über die Rolle regionaler und staatlicher Initiativen zur Förderung des Unternehmertums aufgegriffen. Solche Initiativen sind zwar gut gemeint und politisch populär, haben aber im Allgemeinen keine Auswirkungen auf die Erfolgsquoten von Unternehmern. Die staatlichen oder regionalen Verwalter solcher Programme messen ihren Erfolg oft an der Zahl der angehenden Unternehmer in ihren Programmen. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich die Investoren, die eine Rendite auf das investierte Kapital erwirtschaften müssen, mehr auf die Qualität der von ihnen unterstützten Unternehmer. Investoren müssen bei der Auswahl potenzieller Gewinner ebenso sorgfältig vorgehen wie bei der Due Diligence. Öffentliche Programme zur Unterstützung von Unternehmern sind normalerweise nicht so selektiv.

Wenn wir eine lebendige Unternehmerkultur schaffen wollen, müssen wir bei den Unternehmern, die wir unterstützen, und bei den Programmen, die wir schaffen, den disziplinierten Ansatz des Investors übernehmen. Mit ein wenig Kapital und etwas Glück schaffen wir vielleicht eine neue Dynamik in unserer Gemeinschaft. Dr. Thomas Duening

„Die Weisheit ist in Allem; der sie sucht, dem kommt sie aus allem entgegen.“ Friedrich Wilhelm Joseph Schelling

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