Wissenswertes

Lyndon B. Johnson – der unterschätzte Präsident | Doku | ARTE

Lesezeit ca: 2 Minuten

In Europa ist Lyndon B. Johnson, der nach dem tödlichen Attentat auf John F. Kennedy noch am selben Tag in der Air-Force One vereidigt wurde, als der US-Präsident bekannt, der Vietnam den Krieg erklärte. Dabei war Johnson einer der erfolgreichsten amerikanischen Präsidenten überhaupt. Er hat entscheidende Reformen veranlasst.

Als John F. Kennedy am Mittag des 22. November 1963 erschossen wurde und Lyndon B. Johnson unerwartet die Präsidentschaft übernahm, befand sich das Land in einem Schockzustand. Doch Johnson wusste genau, wie mit der Situation umzugehen war, und nahm sofort die Dinge in die Hand. Noch in Dallas sorgte er dafür, dass er an Bord der "Air Force One", neben Jackie Kennedy stehend, von einer eilends herbeigerufenen texanischen Richterin zum Präsidenten vereidigt wurde.
Bereits während seiner Vizepräsidentschaft hatte Johnson die Oberaufsicht über das symbolisch wichtige Weltraumprogramm erhalten und wurde unmittelbar nach dem Mauerbau von Kennedy nach West-Berlin geschickt, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen. Doch in die Einbringung der Bürgerrechtsgesetze wurde er nicht einbezogen, obwohl er Kennedy hätte helfen können, die Gesetze zur Abschaffung der Rassentrennung auch bei den Südstaatlern durchzubringen. Erst nach Kennedys Tod setzte er sich gegen die Blockaden im Kongress durch und brachte durch kluge Schachzüge die Bürgerrechtsgesetze und Sozialprogramme auf den Weg, die Millionen von diskriminierten Schwarzen den Zugang zu Bildungs- und Berufswegen ermöglichten, der ihnen vorher verwehrt worden war.
Die Präsidentschaftswahl 1964 gewann Johnson mit 61 Prozent eindeutig gegen den republikanischen Kandidaten Barry Goldwater. Es ist bis heute der höchste Wahlsieg in der amerikanischen Geschichte. Johnson ist es zu verdanken, dass Amerika liberaler wurde und sich endlich daran machte, das Versprechen einzulösen, das von der Verfassung garantiert wird: gleiche Chancen für alle.
Lyndon B. Johnson gilt aus heutiger Sicht mehr denn je als politischer Pionier, der sozial und innenpolitisch den zweitwichtigsten Meilenstein des Jahrhunderts seit Franklin D. Roosevelts "New Deal" setzte: Er brachte mit seinem Great-Society-Programm, dem Civil Rights Act, dem Voting Rights Act und mit der Einführung des Medicare- und Medicaid-Programms erfolgreich Gesetze durch, die die amerikanische Gesellschaft bis heute nachhaltig verändert haben.

Dokumentation von Claire Walding (Deutschland 2013, 53 Min)

►Video auf Youtube verfügbar bis zum 29/11/2020
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40 Kommentare

    1. Ach die wissen schon sehr viel besser über ihre eigene Geschichte bescheid und lehren das auch, aber es verfängt halt nicht, bei Teilen der Bevölkerung, dafür brauchen sie uns nicht. Aber das ist bei uns doch auch nicht anders, leider….

  1. Ihr solltet vielleicht mal überlegen einen ARTEen Kanal aufzumachen. Auch wenn ARTE ein Symbol der Francoallemanischen Freundschaft ist würde ich mich sehr über originale englische Quellen in Dokus freuen und BBC stecht ihr mindestends 3 mal aus.

    1. Das hier ist schon schlimm genug. BBC „ausstechen“ würde erfordern, Nachrichten zu bringen, bevor sie sich ereignen. Von ARTE – durchaus auch solider Journalismus gelegentlich – wohl bisher noch nicht bekannt.

    2. Persönlich gefallen mir die Orginalaufnahmen mit Untertiteln am besten, aber nicht jeder ist so und ARTE wird von Deutschen und Franzosen bezahlt. Also sollte sich ARTE´s Angebot auch an diese wenden. Vielleicht noch an den Rest der EU … also wenn die Briten weg sind ^^

  2. „Kennedy war in den Südstaaten nicht beliebt“

    Na ja, Kennedy war der erste President nach Lincoln, der schwarze Amerikaner aufrichtig auf Augenhöhe sah. Wenn man das damit verknüpft, dass sich Südstaaten noch heute so geben als wären sie angefressen, dass es keine Sklaverei mehr gibt macht das Zitat schon Sinn. Wenn es nach mir ginge, kann man dort alle könföderierte Denkmäler niederreißen und ihre Flaggen verbrennen.

    Edit: Rassismus gibt es überall und auch den „umgekehrten Rassismus“ gibt es, ich weiß. Dennoch hatte ich beim letzten und allerletzten Trip im Süden dort das Gefühl der Leibhaftige kommt mich jeden Augenblick holen. Das Irrste ist, dass zwei oder drei auf einmal nett wurden, wenn sie mitbekamen, dass als ich als Schwarzer Deutsch spreche. Diese haben anscheinend nie ein Buch von innen gesehen und sind so vertrottelt-rassistisch, dass sie glauben wir hätten hier immer noch Gauländer, Stechschritt usw. Am liebsten hätte ich erzählt Deutschland wäre als Staatsapparat schon zu liberal und hätte ihre Mexikaner gerne aufgenommen. Leider tragen’s Waffen

    1. Jenz Brettschneider Du hast absolut Recht aber ich weiß um Johnson’s Verdienste. Mir geht es darum, dass ein President aufrichtig zu den Schwarzen sprach und es angenommen wird und das war nach dem Unabhängigkeitskrieg als Erster JFK. Auch wenn verspätet, er hat es getan und es kam an. Nicht umsonst sah man Schwarze neben Weiße in der Öffentlichkeit weinen nach dem Mord in Dallas.
      Auch kenne ich die Entwicklung der beiden Parteien, Lincoln war Republikaner. Mir geht es eher um die Menschen in den USA und ihre Haltung gegenüber Anderen. Ich habe Norden und Süden erlebt, wie der Name der Partei ist kann man für einen Augenblick beiseite lassen.

    2. @Arsene Wenga Es ist wie bei Lincoln, der hatte zu Anfang auch nicht vor die Sklaverei abzuschaffen. Erst als es notwendig war hat es es gemacht.

      So ist es auch mit JFK. Erst mit den Protesten und der Weigerung der Bürgerrechtsbewegung die Proteste kam es auf seine Agenda.

      Es wurde viel Hoffnung in diesen jungen Mann gesetzt und kein Präsident ausser Washington stand so für die Veränderung. Viele trauerten um JFK und fürchteten das es keine Veränderungen mehr gibt.

      Der Elite in Washington wird nicht getraut. Das war schon bei Lincoln so. So war es bei Obama und bei Trump auch..

    3. @Arsene Wenga Wichtiger wie das Gesagte ist das was er getan hat und innenpolitisch war ihm klar was zu tun ist umd hat extrem viel durchgesetzt. Er stand sich als kalter Krieger aber auch selbst im Weg.
      Seine Rede zu grossen Gesellschaft war wegweisend. Wenn man heute in die USA schaut ist es erstaunlich wie weit die USA sich davon entfernt hat.

    4. @Jenz Brettschneider so ist es doch aber immer und überall gewesen. Die Keimzelle der Veränderung ist der Protest. Wenn es Gesetzte oder „Normen“ in einem Land gibt, ganz egal wie unmenschlich sie auch sein mögen. Wird keine Regierung etwas an ihnen ändern, solange die Bevölkerung es klaglos hinnimmt. Ganz gleich ob Demokratie oder Diktatur. Und aus Menschlichkeit oder Nächstenliebe handelt auch keine Regierung, es wird immer nur kalkuliert.
      Lincoln ist da ein gutes Beispiel, die meisten glauben es ginge beim amerikanischen Bürgerkrieg im Kern um die Sklavenbefreiung. War aber nicht wirklich so, die Nordstadtler waren zu der Zeit auch nicht weniger rassistisch als die im Süden. Wäre das so, hätte man die armen Schlucker nicht nur von der Kette befreit sondern ihnen auch sofort die selben Rechte gewährt und nicht erst ein Jahrhundert später. Der eigentliche Streit war damals ob die USA ein Industriestaat oder ein Aggrarstaat werden. Die Nordstaaten (mit Lincoln) waren für die Industrie und der Süden, da lebten alle von der Landwirtschaft. Um also die äußerst wohlhabenden und sehr einflussreichen Großplantagenbesitzer in die Knie zu zwingen, kam man auf die Idee der Sklavenbefreiung. Den der ganze Wohlstand im Süden wurde mit dem Blut und Schweiß der Sklaven erkauft. Was heißt die Wirtschaft im Süden war damals von der Sklaverei abhängig.
      Also ich hoffe ihr versteht mich nicht falsch, ich will hier nicht die Konförderierten verteidigen. Ich wollte nur verdeutlichen, dass in der Politik alles nur Kalkül ist.

    5. Was für Märchen. Kennedy was Rassist wie seine Vorgänger. Berühmt berüchtigt seine Ausladung von Sammie Davis jr weil dieser mit einer weißen verheiratet war. Stop making racists heros.

    1. Der Vietnamkrieg war nicht allein seine Schuld. Am Ende steckte ein größerer Apparat hinter den B/C-Waffen die eingesetzt wurden. Er hat Einschätzungen aus dritter Hand von Generälen mit mehr Erfahrunger im Kriegsgeschehen als er hatte bekommen und im Kalten Krieg konnte er schlecht nach JFK’s Tod aus der Containment Politik seines Vorgängers aussteigen.

  3. Soviel Lob für ein Mörder. Die Wahrheit über Lyndon B. Johnson liest man in den Pentagon Papers die eine Studie ist die Robert McNamara in Auftrag gegeben hat. Und von Daniel Ellsberg veröffentlicht wurde – und zum Sturz von Nixon führte – beziehungsweise Watergate Scandal führte. Der angebliche Angriff auf die US Marine im Golf von Tonkin war von L.B. Johnson fingiert um den US Congress zu den Kriegseintritt zubewegen (Pentagon Papers Washington Post). In dieser ARTe/ARD/ZDF Sendung wird ein Mörder heroisch gelobt der eigentlich vor den Internationaler Strafgerichtshof den Haag angeklagt hätte werden müssen. In Vietnam wurden grundlos eine halbe Million Menschen getötet. Diese Sendung ist nichts anderes als Propaganda für Völkerrechtswidriges Verhalten der US Präsidenten Lyndon B. Johnson und Nixon. Naja – in zehn Jahren wird wahrscheinlich auf ARTe/ARD und ZDF Präsident Trump als der größte und beste Präsident der USA gepriesen.

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