Glück zuerst, Geld später

Lesezeit ca: 3 Minuten



Wir leben in einer erfolgs- und geldorientierten Kultur. Wenn Sie an der Wahrhaftigkeit dieses Klischees zweifeln, verweise ich Sie auf das wettbewerbsorientierte Reality-TV, Ihr Büro, die Lotterie und so ziemlich jedes Marketing- oder geldbasierte Blog im Internet. Vom ersten Tag an, an dem wir seine Macht verstehen, werden wir in dem Glauben gelassen, dass Geld das Ende allen menschlichen Glücks und menschlicher Errungenschaften ist.

Leider führt das Mantra „mehr Geld bedeutet ein gutes Leben“ für junge Berufstätige mit großen Karriereambitionen zu mehr Kummer als zu Glück.

Kein Bedauern

Die traurige Wahrheit ist, dass junge Berufstätige, die nach monetärem Erfolg streben (und wer tut das nicht?), oft auch in allen anderen Bereichen ihres Lebens Geld verdienen, um das große Geld zu verdienen. Unsere Gesellschaft ermutigt geradezu dazu, das persönliche Glück zugunsten des materiellen Erfolgs zu opfern. Aber was ist Erfolg, wenn er nicht unter geliebten Menschen geteilt oder geschätzt werden kann? Was ist die Arbeit eines Lebens wert, wenn man sich nicht einen Moment Zeit nimmt, innezuhalten und sie zu genießen?

Der Guardian veröffentlichte  ein fesselndes Stück über die fünf größten Reuegefühle von Menschen, die kurz vor der Begegnung mit ihrem Schöpfer stehen. Der Autor erklärt, dass die meisten Menschen bedauern, dass sie nicht das Leben geführt haben, das sie führen wollten, oder dass sie bedauern, dass sie zu hart im Leben auf Kosten derer, die sie lieben, gearbeitet haben. Es ist eine aufschlussreiche Geschichte, die vielen Fachleuten die Notwendigkeit vor Augen führt, ihr Leben neu zu priorisieren. Es gibt keine Möglichkeit, dass jemand ein glückliches und gesundes Leben führen kann, bei dem Geld an erster Stelle steht.

Persönliches über Materielles

Mein Vorschlag für eine solche Neuordnung der Prioritäten ist einfach: Zuerst persönliches Glück, später Geld und materieller Gewinn.

Was genau ist persönliches Glück, fragen Sie? Ich würde persönliches Glück als einen Zustand der Zufriedenheit definieren, der durch den Aufbau gesunder und bereichernder Beziehungen zu den Ihnen nahestehenden Menschen erreicht wird. Persönliches Glück bedeutet, aufzuhören, die Menschen in Ihrem Leben zu schätzen. Es geht auch darum, ein gewisses Selbstwertgefühl zu erlangen, das nicht von beruflicher Leistung oder finanziellem Gewinn abhängt. Mit anderen Worten: Persönliches Glück ist etwas, das völlig außerhalb des Bereichs des konventionellen Erfolgs erreicht wird. Es entspringt einer lohnenden Freundschaft oder einem Hobby, das Ihre intellektuelle Neugier anregt. Es ist die Befriedigung, etwas Neues selbstständig zu lernen, einfach weil man es tun will. Es ist das Gefühl, dass man, wenn man nicht über Nacht zum Millionär wird, sein Leben trotzdem in Ordnung bringen kann.

Das Glück an die erste Stelle zu setzen, ist für junge Berufstätige, die sich nach dem Erfolg sehnen, von dem sie ihr ganzes Leben lang geträumt haben, schwieriger zu verkaufen. Für sie ist Zeit, die sie mit sentimentalen, nichtmateriellen Dingen verbringen, verschwendete Zeit. Aber diese schnelllebigen jungen Berufstätigen verstehen nicht, dass der Reichtum, nach dem sie so sehr streben – wenn sie ihn überhaupt erlangen -, erst später im Leben eintritt und ihnen nur wenig Zeit lässt, ihn zu „genießen“. Lassen Sie nicht zu, dass es Ihnen passiert.

Ich plädiere nicht dafür, dass jeder seinen stressigen Job aufgibt, damit er das wahre Glück erlangen kann. Das ist kein völliger Verzicht auf unsere weitgehend materialistische Welt. Nein, dies ist lediglich ein Plädoyer an die Überarbeiteten und Geldbesessenen unter uns, die den größten Teil ihrer Freizeit damit verbringen, mit Zahlen zu knirschen und von sechsstelligen Beträgen zu träumen. Sechsstellige Zahlen mögen schön sein, aber ein erfülltes und glückliches Leben zu führen, wäre viel schöner.

Wie setzen Sie Prioritäten für Ihr Glück? Quelle: pickthebrain.com

„Wenn das einzige Gebet, das du während deines ganzen Lebens sprichst „danke“ heißt, würde das genügen.“ Meister Eckhart

Wie gefällt Ihnen dieser Beitrag?
[Gsamt: 1 Durchschnittlich: 5]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.