Das Geheimnis der Astrologie – Die heilige Wissenschaft

Lesezeit ca: 23 Minuten

Astrologie – Die heilige Wissenschaft
In der Öffentlichkeit ist die wohl bekannteste esoterische Disziplin die Astrologie. Allein in der Bundesrepublik Deutschland befassen sich heute zwei Drittel der Bevölkerung mit ihrem Wochenhoroskop in Zeitungen und Zeitschriften.

Annähernd 50 Millionen Menschen wissen also um das Tierkreiszeichen, in dem sich die Sonne zur Zeit ihrer Geburt befand. Dies ist aber nicht nur in Deutschland so, auch in England und Amerika haben demoskopische Untersuchungen ähnliche Ergebnisse erbracht.

In diesem Zusammenhang ist ein besonderes Interesse an der sogenannten populären Astrologie vorhanden. Ist auch die Aussagekraft dieser “populären” Astrologie relativ gering, so zeigt doch das Interesse an ihr, dass viele Menschen an ihrem Charakter und ihrem zukünftigen Schicksal Anteil nehmen.

Zum Thema Astrologie existieren drei grundsätzliche Meinungen. Die Einschätzung der Menschen teilt sich in folgende Kategorien:

  1. Die erste Gruppe schwört auf astrologische Deutungen.
  2. Die zweite Gruppe lehnt grundsätzlich alles, was mit Astrologie zu tun hat, als Unsinn und Aberglauben ab.
  3. Die dritte Gruppe schließlich meint, es sei zwar große Skepsis angebracht, aber irgend etwas müsse an der Sache doch “dran” sein.

Bevor wir mit dieser Einheit fortfahren, eine Frage an Sie. Zu welcher Gruppe würden Sie sich zählen? Tatsache ist, dass die meisten Vorstellungen der Laien von Astrologie grundsätzlich falsch sind. Dies steht einem besseren Verständnis der astrologischen Lehre im Wege.

Die Astrologie, die “heilige Wissenschaft”, umschreibt ein Wissensgebiet, das weit über 10.000 Jahre alt ist und das sich mit dem möglichen Einfluss der Gestirne auf die Erde, auf Naturereignisse, politische Geschehnisse, Anlagen, Charaktere und Schicksale von Menschen befasst.

Astrologie ist eine “Wissenschaft”, die aus den Beobachtungen der Menschen hervorgeht. Von Anbeginn war der Mensch den Naturgesetzen voll und ganz ausgesetzt.

So lernte er automatisch, dass er nur während einer ganz bestimmten Zeit Früchte sammeln oder Tiere jagen konnte.
Er musste sich diesen Naturgesetzen beugen. So musste er z.B. für die Zeit Vorsorgen, in der er wenig oder gar keine Nahrung finden konnte.

Er musste sich also einem kosmischen Rhythmus, dem Wechsel der Jahreszeiten, anpassen, um überleben zu können. Das Erkennen des hohen Stellenwertes der Sonne war da noch ziemlich einfach. So wurde festgestellt, dass die Sonne nicht jeden Tag an der gleichen Stelle auf- und unterging.

In Schottland z.B. wurde ein primitiver Steinkreis gefunden, der uns heute noch erhalten ist. Dieser Steinkreis zeigt durch Steinpflöcke die vier Himmelsrichtungen an. Schon sehr früh also begann der Mensch, den Lauf der Sonne zu markieren.

Auch dem Mond und den anderen sichtbaren Planeten wurde schon sehr früh eine besondere Bedeutung beigemessen. So wurde z.B. der Planet Mars seit jeher zur Beurteilung der Gefahr von größeren Unruhen oder Kriegen herangezogen. Wenn der Mars erdnah ist, strahlt er besonders stark in einem rötlichen Licht.

Schon sehr früh gelang es den Menschen, die unzähligen Gestirne am Firmament zu Gruppen, den Sternbildern, zusammenzufassen und die Bewegungen der Sonne, des Mondes und der Planeten innerhalb dieser Sternbilder exakt zu messen.

Die älteste Tierkreisdarstellung, die wir heute kennen, ist ca. 4.000 Jahre alt und stellt den sogenannten Tierkreis von Dendera dar. Er befindet sich an der Decke eines Tempels in Ägypten, der ungefähr 2.000 Jahre vor Christus errichtet worden sein soll.

Bereits in der babylonischen und assyrischen Zeit wurden individuelle Horoskope für Menschen erstellt, damals jedoch nur für den König, da man aus dem Schicksal des Königs auch auf das Schicksal des ganzen Volkes und des ganzen Landes schloss.

Später, im Mittelalter, stellte man nicht mehr nur dem Landeskönig ein Horoskop, sondern auch anderen bedeutenden Persönlichkeiten, so den Bischöfen, Päpsten, Ministern und den reichen Kaufleuten. Allerdings war es von dort noch ein weiter Weg bis zur Form des heutigen Geburtsbildes (Horoskop, Kosmogramm).

Goethe urteilte über die Astrologie:
“Wie an dem Tag, der Dich der Welt verliehen, die Sonne stand zum Gruße der Planeten, bist also bald und fort und fort gediehen nach dem Gesetz, wonach Du angetreten. So mußt Du sein, Dir kannst Du nicht entfliehen, so sagten schon Sibyllen, so Propheten; und keine Zeit und keine Macht zerstückelt geprägte Form, die lebend sich entwickelt.”

Der bekannte Astronom Kepler verfasste ein Buch mit dem vielsagenden Titel: ‘Warnung an die Gegner der Astrologie”.

Schon Paracelsus bezeichnete einen Arzt, der nicht der Astrologie kundig ist, als einen Scharlatan und Kurpfuscher.
Die heutige Milliardenindustrie namens “Medizin” hört dies natürlich gar nicht gern. Sicher kann man auch die damaligen Ärzte nicht mit den unseren vergleichen.

Schon aufgrund der Spezialisierung der medizinischen Bereiche ist der Lernstoff so umfangreich geworden, dass die Aneignung astrologischer Kenntnisse als fast unmöglich erscheint.

Dennoch müssen wir bedenken: Die Heilung eines Patienten hängt mit von seinem Gesamtzustand ab. Sein Gesamtzustand lässt sich aber sehr leicht mit Hilfe eines Horoskops erkennen. Wahre Astrologie war und ist ein Einweihungsweg, der über die Selbsterkenntnis und Naturerkenntnis zur Erkenntnis des Göttlichen führt.

Das Geheimnis der Astrologie – Die Urprinzipien

Die Urprinzipien

Um zu verstehen, was Astrologie eigentlich ist, müssen wir uns den Urprinzipien zuwenden. Zur Beantwortung dieser Frage existiert bereits ein sehr schönes Beispiel, das in einfacher Weise erläutert, worauf diese Wissenschaft beruht.

Beginnen wir mit einem Beispiel: Versuchen Sie die jeweilige Gemeinsamkeit oder, besser gesagt, den Oberbegriff folgender Bezeichnungen zu finden:

  1. a) Hund, Star, Ameise, Krokodil, Bär, Elefant, Forelle. Lösung: . . .
    b) Blei, Steinbock, Zähne, Efeu, Klosterzelle, schwarz, Bergarbeiter. Lösung: . . .

Haben Sie die beiden Oberbegriffe gefunden?

Unschwer ist der Oberbegriff bei der Aufgabe a) zu erkennen: “Tier”. Dies ist einfach und leicht ersichtlich.

Sehr große Probleme bekommen wir aber bei der Lösung der Aufgabe b). Die Begriffe stehen scheinbar in keinerlei Zusammenhang.

Untersuchen wir dies nun aber genauer:
Seit jeher haben die Menschen versucht, in die Vielfalt der Erscheinungsformen eine Ordnung zu bringen.

Prinzipiell gibt es dafür zwei verschiedene Wege:

  1. Indem man Dinge mit charakteristischen Gemeinsamkeiten unter Oberbegriffen zusammenfasst, erreicht man eine Einteilung der Welt in Ebenen (Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich usw.).
  2. Aus der Suche nach den ursprünglichen Grundeinheiten, aus denen durch Vermischung in unterschiedlichen Verhältnissen die verschiedensten Dinge hervorgegangen sind, entstand die Lehre von den Elementen.

Diese erreichte in der Neuzeit einen eindrucksvollen Höhepunkt in der Ordnung des periodischen Systems der Elemente. Die Vielfalt der Erscheinungsformen wird dadurch auf nur wenigen Urqualitäten reduzierbar, und man kann sie in ihren Zusammensetzungen und Mischungsverhältnissen besser verstehen.

Führen wir uns in diesem Zusammenhang nochmals unsere Erkenntnisse in bezug auf die Astral- und Mentalebene vor Augen. Wir wissen inzwischen, dass die Materie sich nach dem Denken formt.

Mit anderen Worten: Eine Manifestation auf der physischen Ebene kann nur dann erfolgen, wenn eine vorhergehende “Idee” auf der Mentalebene geschaffen wurde, um sich dann über die verschiedenen anderen Ebenen auszubreiten. Ursprünglich existiert also immer zunächst die Idee. In unserer heutigen Zeit wird dies oft verwechselt. Meist geht man davon aus, dass zuerst ein Gegenstand vorhanden ist, worauf dann der Mensch bei der Betrachtung desselben das entsprechende Wort und die entsprechende Idee entwickelt. Dies ist der völlig falsche, der verkehrte Weg. Denn ursprünglich existiert, wie wir wissen, zunächst immer der Gedanke.

AM ANFANG WAR DAS WORT

Schon in der Bibel steht: “Am Anfang war das Wort…”

Bevor ein Maler ein Bild schaffen kann, muss zuerst eine entsprechende Idee vorhanden sein. Die Idee wird nicht durch das Bild geschaffen, sondern das Bild durch die Idee.

Für die Entwicklung eines “periodischen Systems der Ebenen (der Wirklichkeit)” müssen unsere hypothetischen Einheiten Urbilder, sogenannte archetypische Ideen, sein. Natürlich sind solche Urbausteine der Welten vorhanden, der Zugang hierzu ist aber sehr schwierig. Formulieren wir zunächst rein hypothetische Einheiten und kennzeichnen diese mit beliebigen Symbolen.

Zum besseren Verständnis nehmen wir die in unserer Zeit üblichen Symbole x, y, z usw. Wir setzen also für eine Uridee das Symbol x ein. Wiederholen wir an dieser Stelle, dass die Uridee sich auf allen Ebenen widerspiegelt, sowohl auf der Mental- und Astralebene wie auch auf der physischen Ebene.

Demzufolge müssen wir also auch Repräsentanten einer Uridee auf der physischen Ebene vorfinden. Jede Uridee aber muss auf jeder beliebigen Ebene vorhanden sein, sonst würde sie die Bezeichnung “Uridee” nicht verdienen.

Neben den waagrechten Ebenen (z.B. Pflanzenreich, Tierreich, Mineralreich usw.) können wir also auch senkrechte Ebenen bestimmen, die Urideen oder Urprinzipien ausdrücken. Aber eben senkrecht durch alle Ebenen hindurch.

Urprinzip, Idee    –>    x       –>    y

Urprinzip, Idee = Definition des Prinzips

x = Struktur, Hemmung,  Widerstand, Zeit

y = Energie, Impuls

Urprinzip, Idee = ?

x = ?

y = ?

Urprinzip, Idee = Mineral

x =  Blei, Kalk

y = Eisen

Urprinzip, Idee = Pflanze

x = Efeu, Distel, Stechpalme, Zinnkraut

y = Brennessel

Urprinzip, Idee = Tier

x = Rabe, Steinbock

y = Raubtiere,Nagetiere

Urprinzip, Idee = Körper

x = Skelett, Zähne

y = Muskeln,arterielles Blut

Urprinzip, Idee = Krankheiten

x = Degenerationskrankheiten,Verkalkung, Steinbildung

y = Entzündungen,Verletzungen

Urprinzip, Idee = Ort

x = Gefängnis, Kloster,Altersheim, Friedhof

y = Schmiede,Schlachtfeld

Urprinzip, Idee = Gegend

x = Gebirge, Wüste

y = vulkanische Gegend

Urprinzip, Idee = Sozial

x = Bergarbeiter, alte Menschen

y = Soldat

Urprinzip, Idee = Farbe

x = Schwarz

y = Rot

Aufgrund der Tatsache, dass ein Urprinzip alle Ebenen der Erscheinungsformen senkrecht durchzieht, ist die Zuordnung der Begriffe derzeit noch nicht nachvollziehbar. Je weiter wir uns jedoch in diesen Bereich einarbeiten, um so einfacher löst sich dieses Rätsel.

Unter dem Urprinzip x finden Sie auch die Begriffe der eingangs gestellten Aufgabe b) wieder.

Es zeigt sich sogleich, dass bei der Aufgabe b) nach dem bisher noch nicht definierten Urprinzip gesucht wurde, während bei der Aufgabe a) der gemeinsame waagrechte Oberbegriff zu suchen war. Unsere Suche gilt also der senkrechten Einteilung in Prinzipienketten.

Doch da wir nicht gewohnt sind, senkrecht zu denken, erscheint es zunächst fast unmöglich, Gemeinsamkeiten zu finden.  Aus der hermetischen Philosophie wissen wir jedoch bereits, dass – nach These 2 der Tabula smaragdina – “dasjenige, welches unten ist, gleich ist demjenigen, welches oben ist. Und dasjenige, welches oben ist, gleich ist demjenigen, welches unten ist, um zu vollbringen die Wunderwerke eines einzigen Dinges”.

Hier finden wir den vollständigen Hinweis zum “senkrechten” Denken: Oben ist gleich unten.

Wie auf jede andere Wirklichkeitsebene trifft dies auch auf den Himmel zu. Für alle Urprinzipien müssen auch hier Repräsentanten gefunden werden. Dies geschah schon sehr früh. Natürlich wurden im Altertum nicht die Zeichen x, y und z verwendet, sondern es wurden entsprechende Hieroglyphen als Symbole verwendet.

Gemäß der uns bekannten Dreiteilung von Geist, Seele und Körper wurden die einzelnen Symbole vergeben.

Betrachten wir diese nun in der entsprechenden Reihenfolge:

In alten Zeiten setzte man für den Geist das Symbol des Kreises, der die Einheit und Vollkommenheit des geistigen Prinzips versinnbildlichen sollte.

Für die Seele nahm man den Halbkreis bzw. eine Schale, welche die Empfänglichkeit und Aufnahmefähigkeit des seelischen Prinzips darstellen sollte.

Für den Körper wählte man das Symbol des Kreuzes, das analog zur Zahl Vier das Wesen der Materie repräsentierte.

Aus diesen Grundsymbolen wurden nun die sieben Urprinzipien zusammengestellt. Sieben deshalb, weil man erstens ursprünglich nur sieben Planeten kannte und weil die Sieben zweitens eine ganz besondere Bedeutung hat (z. B. hat die Woche sieben Tage, das Vaterunser sieben Bitten, der Regenbogen sieben Farben usw.). Die heutige Astrologie rechnet mit drei weiteren Planeten (vereinzelt sogar mit 18 Planeten), doch wir betrachten zunächst die klassischen sieben Urprinzipien.

Die Sonne wurde der Repräsentant des geistigen Prinzips. Ihr Symbol ist ein Kreis mit einem Zentrum.

Der Mond repräsentiert das Seelische und Empfängliche.

Das Kreuz als Symbol der Materie kommt allein nicht vor, da die Materie ohne eines der beiden anderen Prinzipien nicht lebensfähig wäre. Das Symbol des Merkurs zeigt uns, daß alle drei Prinzipien im harmonischen Ausgleich vereinigt sind.

Das Marssymbol (an erster Stelle finden Sie die ursprüngliche Darstellung, wegen der Verwechslungsgefahr wird heute meist das Kreuz durch einen Pfeil ersetzt) zeigt uns, wie die Materie über den Geist dominiert, aber der Geist die Materie von unten in Bewegung setzt.

Der Gegenpol dazu ist die Venus, bei der eindeutig der Geist über die Materie dominiert.

Das Saturn-Prinzip zeigt deutlich, wie die Materie auf der Seele lastet.

Dies also sind die sieben Urprinzipien, mit Sonne, Mond, Merkur, Mars, Venus, Jupiter und Saturn bezeichnet. Diese sieben Urprinzipien wurden nun jeweils einem Himmelskörper zugeordnet, dem man den gleichen Namen gab. Zusätzlich wurden sie noch als Gottheiten bezeichnet.

Unsere bereits bekannte Übersicht der Urprinzipien müssen wir nun wie folgt ergänzen:

Urprinzip Idee = Definition des Prinzips  ( Himmel )

x = Struktur, Hemmung, Widerstand, Zeit ( Saturn )

y = Energie, Impuls ( Mars )

Damit erschliesst sich uns die Definition des Begriffes Astrologie: Die Lehre der Auswirkungen der sieben Urprinzipien auf die verschiedenen Ebenen, beobachtet an den Himmelskörpern, heisst Astrologie.

Halten wir also fest: Spricht die Astrologie von einem Planeten, z. B. vom Jupiter, so meint sie in Wirklichkeit das Urprinzip Jupiter.

Wir müssen uns immer vor Augen halten:

DIE ASTROLOGIE IST UND BLEIBT DIE LEHRE VON DEN URPRINZIPIEN, NICHT DIE LEHRE VON DEN STERNEN!

Der sicherlich häufigste Einwand der Gegner der Astrologie lautet, dass die Gestirne keinen konkreten Einfluss auf den Menschen haben können. Dieser Einwand ist jedoch schon von seinem Ansatz her falsch. Denn die Astrologie hat noch nie angenommen, dass Einflüsse der Gestirne auf den Menschen vorhanden sind. Vielmehr wird nur von einer Ebene analog auf die andere Ebene geschlossen, was mit einer wechselseitigen Beeinflussung überhaupt nichts zu tun hat.

Leider ist es oft so, dass selbst die heutigen “Hobby-Astrologen” von diesen Zusammenhängen keine Ahnung haben. Jene, die sich für besonders fortschrittlich und wissenschaftlich halten, berufen sich auf Forschungsergebnisse, die Korrelationen (Korrelation, lat. = Wechselbeziehung) zwischen den Veränderungen der Gestirne, den Sonnenfleckeneruptionen und den elektromagnetischen Feldern einer lebenden Zelle konstatieren.

Natürlich ist eine solche Korrelation vorhanden. Doch sagt sie gar nichts über eine Einwirkung der kosmischen Faktoren auf die irdischen Zellen aus. Bestätigt wird damit lediglich das beschriebene Phänomen der Analogie der verschiedenen Ebenen.

Wie ein Thermometer die Temperaturen misst, ohne sie deshalb zu erzeugen, so ist auch die Astrologie ein Messinstrument, das mit unterschiedlicher Genauigkeit auf verschiedenen Ebenen etwas anzeigt, ohne dass es jedoch das jeweilige Ergebnis geschaffen hätte.

Einige Beispiele mögen den natürlichen Instinkt des Menschen für die Analogien der Urprinzipien verdeutlichen.

So sagt man von jemandem, der Glück hatte, er habe “Schwein” gehabt. Diese Ausdrucksweise ist ohne die Kenntnis von der senkrechten Analogiekette schwer zu erklären.

Die Analogiekette aber erklärt die Zusammenhänge auf sehr einfache Weise: Auf der Tierebene repräsentiert das Schwein das Prinzip “Jupiter”. Es ist dies das Prinzip der Fülle und der Expansion und wird daher auch als das “große Glück” bezeichnet. Es wurde also lediglich der Begriff “Glück” durch den Begriff “Schwein” aus derselben senkrechten Kette ersetzt.

Oder man sagt, jemand “hat einen Vogel”. Der Vogel gehört in die Symbolkette des Prinzips “Uranus”. Dieses Prinzip umfasst jegliches Unterbrechen von Kontinuität, also jedes “Aus-der-Reihe-Tanzen”, “Von-der-Norm-Abweichen”, also auch das “Spinnen”.

Auch das Holz gehört zu dem bereits erwähnten Prinzip “Jupiter”, dem Glücksprinzip. So erklärt sich der Aberglaube, man könne durch dreimaliges Klopfen auf Holz Unheil von sich abwenden.

Moderne Innenarchitekten bevorzugen bei der Einrichtung häufig eine Kombination von Schwarz und Chrom. In so gestalteten Räumen kann man fast immer eine Stechpalme als Pflanzenschmuck vorfinden. Hier haben diese Innenarchitekten mit sicherem Instinkt unterbewusst der Symbolkette des Prinzips “Saturn” entsprochen.

Nur eine Pflanze wie die Stechpalme, die dem Saturn zugeordnet ist, wird in einem ebenfalls dieser Symbolkette zugehörigen schwarzen Raum als passend empfunden.
Es bleibt jedem Leser selbst überlassen, weitere Beispiele für dieses instinktive “Senkrechtdenken” ausfindig zu machen, ihre Zahl ist unbegrenzt.

Die Zeitqualität

Bevor wir uns der praktischen Bedeutung der Astrologie zuwenden, müssen wir einen für unsere heutige Zeit ungewöhnlichen Begriff klären: Den Begriff der “Zeitqualität”.

Gerade in unserer Zeit, der Zeit des “gestressten” Menschen, also des gehetzten Menschen, ist eine Erläuterung dieses Begriffes besonders notwendig. Das Funktionieren unserer Gesellschaft hängt ab von der richtigen Einteilung der vorhandenen Zeit, also der richtigen Koordinierung der “quantitativen” Zeit. Spricht ein Mensch von Zeit, so meint er damit, wie lange etwas zurückliegt, wann etwas geschehen wird oder wieviel Zeit vergangen ist. Für diese Betrachtungsweise ist also die Quantität der Zeit entscheidend.

Aber schon aufgrund des Polaritätsgesetzes muss es zum quantitativen Aspekt der Zeit noch einen Gegenpol geben. Dieser Gegenpol wird als “qualitative” Zeit bezeichnet.

Daraus ergibt sich eine grundlegende Erkenntnis:

ZEIT BESITZT NICHT NUR QUANTITÄT, SONDERN AUCH QUALITÄT.

Den Begriff der Zeitquantität müssen wir nicht näher erläutern, er ist jedem bekannt. War eine technische Bewertung der quantitativen Zeit einstmals relativ schwierig (Sonnenuhr, Sanduhr usw.), so ist mit den heutigen modernen Anlagen eine genaueste Einteilung möglich. So sind wir bereits in der Lage, millionstel Sekunden zu messen.

Mit dem Begriff der Zeitqualität müssen wir uns nun jedoch etwas eingehender befassen. Wir stellen zunächst fest, dass die Menschen früherer Zeiten sich eher an der Zeitqualität als an der Zeitquantität orientierten. Aus welchem Grunde?

Zeitqualität bedeutet, dass jedem Zeitpunkt und jedem Zeitabschnitt eine bestirnte Qualität zuzuordnen ist. Nur Ereignisse, die der Qualität des jeweiligen Zeitpunktes oder Zeitabschnittes entsprechen, können daher zu einem bestimmten Termin eintreten.

Die Begründung für diese Behauptung ist verblüffend einfach: In der Astralebene gibt es, wie wir wissen, nur noch “Raum”. Die “Zeit” in unserem Sinne ist nicht mehr vorhanden. Damit fallen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen, sie werden “gleichzeitig”.

Das bedeutet, dass mit dem Beginn auch das Ende einer jeden Entwicklung festgelegt ist nach dem einleuchtenden Gesetz: “Jeder Anfang trägt das Ende in sich.” Da somit der Verlauf eines Unternehmens von der Zeitqualität seines Beginnes abhängt, muss man es “zur rechten Stunde” einleiten, will man es zu einem günstigen Ende führen. Diese “rechte Stunde” zu ermitteln, war früher die Aufgabe der Priester, die im Auftrag der Herrscher “in die Stunde blickten”, d.h. das Horoskop erstellten (griechisch: hora = die Stunde, skopein = blicken). Ein Horoskop ist also nichts anderes als die Feststellung der Zeitqualität zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt.

Hieraus folgt, dass der ursprüngliche Zweck der Horoskope darin bestand, für wichtige Unternehmungen wie Kriege, Vertragsabschlüsse, Hochzeiten usw. den richtigen Zeitpunkt zu finden.

Hingegen ist die nachträgliche Erstellung eines Horoskops, basierend auf dem Zeitpunkt der Geburt eines Menschen, eine recht junge Erscheinungsform. Der “Blick in die Stunde” sollte jedoch Unternehmungen bereits im voraus einer entsprechend günstigen Zeitqualität zuordnen. Dies konnte nach verschiedenen Ursachenprinzipien geschehen wie dem Stand der Gestirne am Himmel, der Betrachtung des Vogelfluges, der Eingeweideschau, dem Fressverhalten der heiligen Hühner und dergleichen mehr.

Bei all diesen Methoden wird mit Hilfe der Analogiekette von einer Betrachtungsebene auf eine andere geschlossen und das Ergebnis analog übertragen. In der Astrologie bezeichnet man diese Übertragung als “Deutung”, und von der Genauigkeit dieser Deutung hängt es ab, wie “wahr” oder “falsch” ein Horoskop ist.

Ein Horoskop ist die graphische Darstellung der Himmelssituation zu einem bestimmten Zeitpunkt bezogen auf einen bestimmten Ort. Die richtige Deutung des Horoskops jedoch ist abhängig von den Kenntnissen, die der Astrologe von den Übertragungsmöglichkeiten hat. Nur wenn die Übertragung exakt und genau erfolgt, enthüllt sich auch der wahre Sinn des Horoskops.

Das Horoskop als Wegweiser in die Freiheit

Was ist nun der eigentliche Sinn und Zweck eines Horoskops? Hat es nur positive oder eventuell auch negative Aspekte, wenn man sein “Schicksal” kennt? Diese und weitere Fragen werden wir klären müssen.

Ein Beispiel für den negativen Gebrauch eines Horoskops fand sich vor einiger Zeit in den Nachrichten: Ein Mann las morgens beim Frühstück in einer Zeitung sein ‘Tageshoroskop“. Es handelte sich hierbei um ein Tageshoroskop, welches, bezogen auf ein bestimmtes Sternzeichen, nur wenige Zeilen umfasste.

So konnte der Mann dem kurzen Text die Prognose entnehmen, dass er an diesem Tag möglichst nicht Auto fahren sollte, da sonst die Gefahr eines Unfalles sehr groß sei. Unglücklicherweise glaubte der Mann an diese Art von Horoskopen. Er war von Beruf Handelsvertreter, er musste also mit dem Auto fahren, da er an diesem Tag wichtige Termine hatte. Schon der Gedanke an das Autofahren rief bei dem Mann einen Schweißausbruch hervor.

Er hatte in der Tat höllische Angst vor dem tatsächlichen Eintreffen der “Prophezeiung“. Andererseits musste er aber zwangsläufig seiner täglichen Arbeit nachgehen.

Das Resultat: Allein an diesem einzigen Tag hatte er sieben Unfälle! Man könnte noch darüber lachen, wären bei einem dieser Unfälle nicht zwei Menschen schwerverletzt worden.

Wird also das Horoskop zur Ursache einer Wirkung, so ist sein eigentlicher Sinn völlig verfehlt. Einmal abgesehen davon, dass die bekannten zwei- bis dreizeiligen Horoskope so gut wie keine Aussagekraft haben.

Die mögliche Manipulierung durch Horoskope, welche von den Astrologie-Gegnern immer wieder zur Sprache gebracht wird, kann also durchaus gegeben sein. Sein Horoskop sollte einem Menschen nur dann mitgeteilt werden, wenn er die Gesamtzusammenhänge überblickt. Sonst kann dies, wie in unserem Beispiel, schlimme Folgen haben.

Aber auch ein nichtssagendes, positives Horoskop (mit dem unseriöse Astrologen nur das Geltungsbedürfnis der Menschen befriedigen wollen) ist absolut sinnlos.

DER WERT EINES HOROSKOPS HÄNGT ALSO VON DER RICHTIGEN ANWENDUNG AB.

Leben heisst lernen. Leben ist lernen. Kurz und bündig offenbart sich hier der eigentliche Lebenssinn: Der Mensch lebt, um zu lernen. Das Resultat eines jeden Lernprozesses ist eine Bewusstseinserweiterung. Aber wann lernt der Mensch? Ist Lernen angenehm oder unangenehm?

Die vereinfachte Antwort darauf ist uns allen wohlbekannt: Lernen ist zumeist unangenehm. Denn man lernt meist nur dann, wenn Probleme gelöst werden. Der Mensch stellt sich Problemen jedoch nicht freiwillig, im Gegenteil, er versucht, ihnen möglichst aus dem Wege zu gehen.

An dieser Stelle müssen wir uns nun näher mit dem Begriff des “Problems” beschäftigen. Bei näherer Betrachtung lässt sich erkennen, dass die Bewertung einer Sachlage als “Problem” sehr subjektiv ist. So stellt das Multiplizieren für ein sechsjähriges Kind ein großes Problem dar, für einen Erwachsenen kaum. Im Grunde genommen gibt es überhaupt kein Problem. Ein Problem ist nur so lange ein “Problem”, bis der entsprechende Lernschritt vollzogen wurde – dann wird das “Problem” zu einer Situation.

Durch den erfolgten Lernprozess werden zukünftig vergleichbare Situationen kaum mehr auf die Ebene des Problems absinken. Probleme sind also die eigentlichen Antriebskräfte der Evolution Nun ist es aber so, dass der Mensch seinen Problemen nicht bewusst begegnet, sondern im Gegenteil bestrebt ist, ihnen aus dem Wege zu gehen.

Dieses Verhalten ist zweifelsohne verständlich, da jede Lösung eines Problems immer mit Anstrengungen verbunden ist. Geht der Mensch den “Problemen” (die ja nur den Lehrplan seines Lebens darstellen) aus dem Weg, so sorgt eine bestimmte Instanz dafür, dass er nie aufhört zu lernen.

Diese Instanz konfrontiert den Menschen bewusst mit Problemen, sie wird von ihm Schicksal genannt.

DAS SCHICKSAL IST ALSO DER VOM LEBEN VORHERBESTIMMTE LEHRPLAN EINES MENSCHEN.

Ein Problem bezeichnet nur den individuellen Niveau-Unterschied zwischen einer Situation und einer Bewusstseinslage, der den Menschen herausfordern soll, durch einen Lernschritt die Situation gut zu bewältigen.

Denken wir dabei nochmals an das “Multiplikations-Problem” des sechsjährigen Kindes und im Vergleich dazu an die “Multiplikations-Situation” des Erwachsenen.

Aber auch das Lernen hat seine Polarität: Jedem Menschen steht es frei, sein “Schicksal” auf zwei verschiedene Arten zu erfüllen:

  1. Das bewusste Lernen
    Dieser Weg fordert vom Menschen die stetige Bereitschaft, sich den Anforderungen des Schicksals zu stellen und freiwillig jedes auftretende Problem durch eine entsprechende Aktivität zu lösen.
  2. Das unbewusste Lernen
    Es tritt automatisch in Kraft, wenn der Mensch versäumt, ein Problem bewusst zu lösen. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass das “Schicksal” immer auf eine harmonische oder eine disharmonische Art und Weise erfüllt werden kann.

Die Probleme sind den Menschen vorgegeben, die Lösung und der Weg der Lösung sind dem Menschen freigestellt. Nur selten jedoch wendet sich der Mensch Problemen freiwillig zu. Meist versucht er, diese zu verdrängen, wodurch die Institution “Schicksal” den Menschen zu dem nicht bewusst wahrgenommenen Lernprozess zwingt.

Schicksalsschläge und Krankheit sind fast immer nur der passive Aspekt eines nicht freiwillig wahrgenommenen Lernprozesses.

Um dies auf einen kurzen Nenner zu bringen, lässt sich folgende Formel festlegen:

WER NICHT LERNT, LEIDET.

Fast automatisch ruft eine solche Aussage im Menschen eine Disharmonie hervor. Leiden bedeutet, “schlecht” leben. Ist dies aber tatsächlich der Fall? Der Mensch befindet sich zumeist auf der Jagd nach dem Glück. Er geht davon aus, dass er mit seiner Geburt automatisch auch ein Anrecht auf Glück erhalten habe. Es stellt sich natürlich die Frage, was Glück denn eigentlich ist. Heißt Glück zu haben, untätig in der Sonne zu liegen? Oder besteht Glück nicht vielmehr darin, seiner Lebensaufgabe gerecht zu werden?

Meist werden vom modernen Menschen Besitz und Glück gleichgesetzt, mit der Folge, dass eine sinnlose, weil endlose Jagd nach dem vermeintlichen Glück aufgenommen wird.

Wann immer ein Ziel erreicht ist, stellt sich heraus, dass dies noch lange nicht das ersehnte Glück bedeutet. Denn hinter jedem erreichten Ziel taucht ein neues auf und erweckt neue Wünsche. So geht es endlos weiter. Je mehr Besitztümer ein Mensch anhäuft, desto größer werden seine Ansprüche.

Nur: Das erhoffte Glücklichsein bleibt aus.

So ist Glück nicht eine Frage des Besitzes. Der Besitz materieller Güter stellt nur solange einen Anreiz dar, solange man diese noch nicht hat. Deshalb kann die Jagd nach Glück durch den Erwerb und den Besitz bestimmter Güter nicht der eigentliche Sinn des Lebens sein.

Das wahre Glück ist nicht abhängig von Äußerlichkeiten. Es beschreibt vielmehr einen Bewusstseinszustand, eine Harmonie der Seele mit der Welt. Wer sich seinen Aufgaben im Leben bewusst wird und dementsprechend zu handeln versucht, nur der ist auf der Spur echter Glückseligkeit.

Dafür, dass der Mensch die Suche nicht aufgibt, sorgt das Leid, der Gegenpol des Glücks, als Triebfeder stetiger Entwicklung. Denn der Lebensweg eines Menschen ist von Geburt an festgelegt, da jeder Anfang bereits sein Ende einschließt. Und wie wir bereits aus einem früheren Abschnitt wissen, gibt es im Leben keinen Zufall.

Die Qualität des Menschen entspricht der Qualität der Zeit im Augenblick seiner Geburt. Und niemand wird zufällig in einer bestimmten Zeitqualität geboren. Daher kommt der Mensch auch nicht als “unbeschriebenes Blatt”, als reine, jungfräuliche Seele zur Welt. Vielmehr hat er aufgrund seiner vielfältigen Vorleben eine ganz bestimmte Aufgabe zu bewältigen und einen entsprechenden Lernprozess zu durchlaufen.

Den Vorgang der Wiedergeburt werden wir in den nächsten Einheiten noch ausführlich besprechen. Das auf den Augenblick der Geburt oder, besser gesagt, des ersten Atemzugs bezogene sogenannte Geburtshoroskop misst nun die Zeitqualität, mit der ein Lebenslauf beginnt. Es weiß damit auch, wie dieser Lebensweg verläuft, und enthält Angaben über die Charakter- und Persönlichkeitsstruktur.

Fügt man dieser Charakterstruktur, die an sich ja etwas Statistisches ist, den Faktor Zeit hinzu, ergibt sich hieraus zwangsläufig der Schicksalsweg. Der Zeitfaktor gibt Auskunft darüber, wann welcher Problembereich erlebt und erfahren wird.

Grundsätzlich können wir sagen:

DIE ZEITQUALITÄT DER GEBURT SAGT ETWAS ÜBER DIE ART UND DIE NATUR DER VERKÖRPERTEN SEELE AUS.

Eine der größten Faszinationen aber übt auf die Menschen folgende Idee aus: Der Versuch, das eigene Schicksal zu hintergehen. Ob dies ein Mediziner bei einem Patienten versucht oder ein Astrologe bei einem bestimmten Horoskop, in beiden Fällen ist das Nichtverstehen der Situation die Ursache einer solchen Handlung. So ist die Astrologie deswegen verschrien, weil sehr viele Astrologen von “schlechten” oder “guten” Horoskopen sprechen.

Oft raten sie ihren Kunden, bei einem “schlechten” Horoskop möglichst wenig zu unternehmen und statt dessen auf ein “gutes” Horoskop zu warten. Dies hat mit wahrer Astrologie überhaupt nichts zu tun.

DENN DIE ASTROLOGIE IST KEIN MITTEL, DAS SCHICKSAL ZU HINTERGEHEN, SONDERN SIE SOLL HELFEN, DAS SCHICKSAL ZU ERFÜLLEN.

Im Altertum haben die Griechen und Römer die Urprinzipien in den Planeten als Götter personifiziert und diesen die Definition der Prinzipien als Eigenschaften zugeschrieben.

Denkbar einfach war der Umgang mit diesen Göttern: Man opferte ihnen bestimmte Dinge, um sich ihr Wohlgefallen zu sichern – versäumte man das Opfer, holte es sich die Gottheit mit Gewalt.

Dieser Götterhimmel war somit ein ähnliches Abbild der Wirklichkeit, wie es auch die Astrologie ist. Etwas zu opfern bedeutet, ein Urprinzip in das eigene Bewusstsein aufzunehmen. Die verschiedenen “Götter” oder Urprinzipien treten zu unterschiedlichen Zeiten in das Leben der Menschen und fordern, dass man sich mit ihnen befasst.

Wer dieser Aufforderung nachkommt und sich darum bemüht, das Wesen der Gottheit zu erkennen, bringt damit das verlangte Opfer dar und hat von ihr nichts zu befürchten.

Wer sich jedoch weigert, diese Aufforderung zur Kenntnis zu nehmen, von dem wird das verweigerte Opfer erzwungen werden. Leben heisst lernen.  Jedes Erkennen eines neuen Prinzips, jeder auch kleine Fortschritt des Menschen im Lernprozess des Lebens macht ihn vollkommener.

Wir müssen aber feststellen, dass sich die meisten Menschen der Erkenntnis verschließen, die Einsicht in die Notwendigkeit des Opfers verdrängen und sich dem Schicksal zu widersetzen versuchen. Doch in diesem Kampf ist der Mensch von vornherein der Verlierer, und wenn er sich dann über das “böse” Schicksal beklagt, das ihn scheitern lässt, so übersieht und vergisst er nur, dass er selbst es ist, der sich ihm verweigert hat.

Hierin liegt nun die Aufgabe und der eigentliche Sinn der Astrologie: Sie soll den Menschen mit dem Lehrplan seines Lebens vertraut machen, ihm die verschiedenen Prinzipien erklären, mit denen er sich im Laufe seines Daseins auseinanderzusetzen haben wird. Ihr wesentlicher Zweck besteht darin, den Menschen darauf hinzuweisen, wann welche Gottheit bzw. welches Urprinzip in sein Leben treten wird, damit er sich damit auseinandersetze.

Ihr entscheidendes Merkmal ist hingegen nicht eine ins einzelne gehende Voraussage der Zukunft, denn diese könnte den Menschen nur in seinem Fortschreiten und Lernen behindern und damit seiner Entwicklung schaden, statt sie zu unterstützen.

Der wahre Sinn der Astrologie oder der “Astro-Garantie”, wie man sie auch bezeichnet, besteht also darin, mit Hilfe der uns inzwischen bekannten “Wirklichkeitsmatrix” den Eintritt eines Ereignisses dadurch überflüssig zu machen, dass man die Verwirklichung des entsprechenden Prinzips auf eine andere Ebene verlagert. Statt ein Symptom zu bekämpfen, nimmt man eine Verschiebung in senkrechter Richtung vor, so dass die Auseinandersetzung mit dem zu erlernenden Prinzip auf einer anderen Ebene stattfindet.

Nehmen wir beispielsweise an, ein Mensch käme demnächst in eine “Saturnkonstellation”. Das Saturnprinzip gilt als besonders schlecht und wird daher stärker als andere gefürchtet.

Bei einer solchen Konstellation wird nun ein gewöhnlicher Astrologe seinen Klienten vor allen möglichen Gefahren wie Verlusten, Unfällen, Krankheiten und sonstigen Widrigkeiten warnen. Doch eine solche Warnung ist nicht nur völlig sinnlos, sie ruft überdies bei dem Betreffenden große Angst hervor. Er hat das Gefühl, diesem bösen Planeten schutzlos ausgeliefert zu sein.

Im Grunde besagt nämlich eine Saturnkonstellation lediglich, dass der Zeitpunkt gekommen ist, sich mit dem Saturnprinzip vertraut zu machen und sich damit auseinanderzusetzen. Da sich niemand absichtlich selbst einen Schaden zufügen will, wird sich ein Mensch in einer Saturnkonstellation daher mit den senkrechten Analogien befassen und sich freiwillig den Prinzipien der Einschränkung und des Verzichtes anpassen.

Er wird also z.B. größere Gesellschaften meiden, möglichst dunkle Kleidung tragen und sich in dunklen Räumen, vielleicht auch auf Friedhöfen aufhalten, er wird maßhalten beim Essen und Trinken und so oft wie möglich meditieren.

Dadurch lernt der Mensch neue Dimensionen der Wirklichkeit kennen, er nimmt den Inhalt des Lehrplanes seines Lebens aktiv wahr und schreitet fort in seiner Entwicklung und Reifung. Wird er sich dagegen anders verhalten, sich den Prinzipien also nicht bewusst unterordnen und sie freiwillig erlernen, so wird das Schicksal ihm den geforderten Lernprozess aufzwingen.

Er wird also einen “Schaden”, z.B. eine Krankheit, erleiden, wodurch er die Verzichte und Einschränkungen gezwungenermaßen auf sich nehmen muss, die er auch hätte freiwillig beachten können. Er wird also auf jeden Fall zum Nachdenken über sich und sein Leben gebracht werden.

Wir sehen somit, dass das Lernziel des einzelnen festgelegt, dass es determiniert ist. Nur der Weg, auf dem es erreicht wird (ob man freiwillig lernt oder zwangsweise belehrt wird), kann von jedem Menschen frei gewählt werden.

Damit ist auch die Frage gestellt, die die Menschheit seit Jahrtausenden bewegt, die Frage nach der Vorbestimmung und der Willensfreiheit des Menschen.

Und doch ist die Antwort so einfach:
Determination und Freiheit sind zwei Pole, die sich gegenseitig bedingen und die zusammengehören, die sich also nicht gegenseitig ausschließen, wie man häufig meint.

Auch hier gilt wie überall das Gesetz der Polarität. Kein Pol kann ohne den anderen existieren. Es könnte keine Determination geben, wenn es keine Freiheit gäbe. Umgekehrt gäbe es aber ohne Determination auch keine Freiheit.

So paradox es klingen mag:
NUR WER UNTER DEM GESETZ STEHT, IST TATSÄCHLICH FREI, NUR WER SICH DEM GESETZ UNTERORDNET, ERLANGT WIRKLICHE FREIHEIT.

Die Sonnenzeichen

Die Sonnenzeichen erlauben Rückschlüsse auf die charakterliche Veranlagung des Menschen und auf die Aufgaben, die ihm durch den Lehrplan für sein Leben gestellt sind. Es kommt bei der Bestimmung des Wesensbildes eines Menschen jedoch nicht nur auf das Feld und das Tierkreiszeichen an, in dem ein Planet steht, vielmehr müssen auch die Aspekte und Beziehungen zu anderen Planeten gebührend berücksichtigt werden.

Einzelne Faktoren für sich betrachtet, würden daher zu falschen Schlüssen führen. Die folgenden Beschreibungen der einzelnen Sonnenzeichen sollten Sie daher zunächst als eher vage Verallgemeinerung ansehen.

Der Widder

Zwischen dem 20. März und dem 20. April steht die Sonne im Zeichen des Widders, der Mars ist der Beherrscher des Widders, das Feuer sein Element.

Sein Schlüsselsatz lautet: Ich bin.

Der Widder verfügt über schöpferische Begabung, er neigt jedoch dazu, begonnene Unternehmungen nicht zu Ende zu führen, sondern immer wieder etwas Neues anzufangen.

Er ist selbstbewusst bis egoistisch und ordnet sich nicht leicht unter. Nach außen gibt er sich als Held, er ist aber innerlich eher weich und nachgiebig. Organisatorisch begabt und mit robuster Gesundheit ausgestattet, wird er doch zuweilen Opfer seiner übersprudelnden Energie.

Er neigt zu Unfällen und leidet vielfach an Kopfschmerzen. Infolge seiner Polarität zur Waage ist er anfällig für Erbkrankheiten des Rückenmarks und für Nierenentzündungen.

Der Stier

Zwischen dem 21. April und dem 21. Mai steht die Sonne im Zeichen des Stiers. Sein Herrscher ist die Venus, sein Element die Erde.

Sein Schlüsselsatz lautet: Ich habe .

Stier-Menschen sind beständig und besitzstrebend. Im Denken und Handeln langsam, bewahren sie jedoch einmal erlerntes Wissen. Eigensinnig wehren sie sich gegen jede Veränderung ihrer Lebensumstände.

Zielbewusst verfolgen Sie einmal gefasste Entschlüsse. Mit Geld verstehen sie bestens umzugehen. Als gute Köche lieben sie auch gutes Essen, was bei ansonsten guter Gesundheit leicht zu Übergewicht führen kann. Bei oft allzugroßer Gemütsruhe, üben sie auf das andere Geschlecht eine starke körperliche Anziehungskraft aus.

Die Zwillinge

Zwischen dem 22. Mai und dem 21. Juni steht die Sonne im Zeichen der Zwillinge. Ihr Herrscher ist der Merkur, ihr Element die Kraft.

Ihr Schlüsselsatz lautet: Ich denke .

Zwillinge sind unstet und neugierig. Sie beschäftigen sich mit zu vielen Dingen gleichzeitig, trotz schnellen Denkvermögens können sie dadurch nicht alles gründlich erfassen. Mit häufig ausgeprägter rhetorischer Begabung gelingt es ihnen, andere über ihre Unzulänglichkeiten hinwegzutäuschen.

Sie sind sehr ruhebedürftig und brauchen viel frische Luft. Sie sind anfällig für Krankheiten des Gemüts und des Nervensystems.

Der Krebs

Zwischen dem 22. Juni und dem 22. Juli steht die Sonne im Zeichen des Krebses. Sein Herrscher ist der Mond, sein Element das Wasser.

Sein Schlüsselsatz lautet: Ich fühle.

Krebse sind in hohem Maße emotional, sie sind starker Gefühle fähig, aber auch launenhaft und empfindlich. Neben betonter Häuslichkeit zeigen sie großen Familiensinn und viel Fürsorglichkeit ihren Kindern gegenüber.

Werden sie angegriffen, so bringen sie sich in Sicherheit, doch gilt der Angriff ihren Kindern, können sie erbitterten Widerstand leisten. Sie haben ein hervorragendes Gedächtnis und sind leidenschaftliche Andenkensammler.

Aufgrund ihrer gefühlsbetonten Veranlagung schlägt ihnen jede Widrigkeit auf den Magen, so dass sie an schlechter Verdauung und an Magenbeschwerden leiden. Auch müssen sie sich viel bewegen, um einer Anfälligkeit zur Wassersucht vorzubeugen.

Der Löwe

Zwischen dem 23. Juli und dem 22. August steht die Sonne im Zeichen des Löwen. Sein Herrscher ist die Sonne, sein Element das Feuer.

Sein Schlüsselsatz lautet: Ich will.

Löwe-Menschen besitzen Selbstvertrauen, Willenskraft und Entschlossenheit, daneben aber auch Güte. Sie suchen keine leichten Erfolge, sondern möchten erobern und ihren Sieg erkämpfen, auch bei der Jagd nach dem anderen Geschlecht. Andererseits lassen sie sich leicht von Schmeicheleien beeindrucken, die ihrer Eitelkeit gefallen. Sie sind vortreffliche Organisatoren und können andere gut führen und für sich arbeiten lassen.

Wenn sie älter werden, leiden sie vielfach an Herzkrankheiten, auch haben sie häufig zu hohen Blutdruck, da sie bisweilen übersehen, dass auch ihr Körper dem Verschleiß unterworfen ist.

Die Jungfrau

Zwischen dem 23. August und dem 22. September steht die Sonne im Zeichen der Jungfrau. Ihr Herrscher ist der Merkur, ihr Element die Erde.

Ihr Schlüsselsatz lautet: Ich analysiere.

Jungfrauen zeichnen sich durch vorbildliche, zuweilen auch übertriebene Pflichterfüllung aus. Sie nehmen es mit allem außerordentlich genau – bis ins letzte Detail. Ihre große analytische Begabung artet leicht in übertriebene Kritik aus, was ihrem beruflichen Fortkommen hinderlich werden kann. Hohe Intelligenz ist oft mit literarischer Begabung gepaart.

Trotz eines gewissen Hochmuts sind sie doch angenehme Gesellschafter, ihr Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht ist einwandfrei, ja oft sogar puritanisch. Ihre Überempfindlichkeit kann zu Verdauungsschwierigkeiten führen. Sie haben eine Vorliebe für Reformkost und natürliche Ernährung.

Die Waage

Zwischen dem 23. September und dem 22. Oktober steht die Sonne im Zeichen der Waage. Ihr Herrscher ist die Venus, ihr Element die Luft.

Ihr Schlüsselsatz lautet: Ich wäge ab.

Die Waage ist stets um Vermittlung und Ausgleich bemüht. Mit praktischer Begabung verbindet sie diplomatisches Geschick, Taktgefühl und menschliche Ausstrahlung, was sie vorzüglich zur Verhandlungsführung befähigt.

Waage-Frauen lieben modische Eleganz und einen gehobenen Lebensstil. Sie sehen meist gut aus und bevorzugen den Umgang mit erfolgreichen und begüterten Partnern.

Von Krankheiten werden Waage-Menschen meist an Nieren und Harnleiter betroffen.

Der Skorpion

Zwischen dem 23. Oktober und dem 22. November steht die Sonne im Zeichen des Skorpions. Sein Herrscher ist der Mars, sein Element das Wasser.

Sein Schlüsselsatz lautet: Ich verlange.

Skorpione sind ernste, äußerlich anziehende Menschen, dabei aber aufbrausend, herrisch und besitzergreifend. Sie erkennen jede Schwäche bei anderen und nutzen diese sogleich aus. Wenn ihr Verhalten dann häufig als taktlos empfunden wird, so sind sie höchst überrascht. Ihre Gefühle können außerordentlich stark von einem Extrem zum anderen schwanken, sich von Liebe in Haß verwandeln, ihre Natur sich zu großen Höhen aufschwingen oder in tiefe Niederungen versinken. Sie haben ein Gespür für seelische Verfassungen und sind daher gute Psychoanalytiker.

Skorpione neigen zu Krankheiten der Harnwege, Störungen der Zeugungsorgane sowie zu Hämorrhoiden.

Der Schütze

Zwischen dem 23. November und dem 21. Dezember steht die Sonne im Zeichen des Schützen. Sein Herrscher ist der Jupiter, sein Element das Feuer.

Sein Schlüsselsatz lautet: Ich sehe.

Schützen sind geistig aktive, dabei frohe, glückliche und optimistische Menschen. Doch mangelt es ihnen manchmal an Disziplin und Zielstrebigkeit, so daß sie sich leicht verzetteln. Sie sind großzügig und anhänglich, hilfsbereit und einfallsreich. Doch ist ihr Leben oft voller Widersprüche, wodurch ihre Ehe leicht in Gefahr gerät. So heiraten sie oft mehrmals, falls sie es nicht vorziehen, eine Ehe erst gar nicht einzugehen.

Im allgemeinen sind Schützen sehr gesunde Menschen. Doch sind sie infolge ihrer Impulsivität anfällig für Verletzungen und Unfälle sowie für Arthritis und Erkrankungen der Leber und der Hüften. Im Alter neigen sie zur Korpulenz.

Der Steinbock

Zwischen dem 22. Dezember und dem 20. Januar steht die Sonne im Zeichen des Steinbocks. Sein Herrscher ist der Saturn, sein Element die Erde.

Sein Schlüsselsatz lautet: Ich mache mir zunutze.

Der Steinbock ist ehrgeizig und strebsam, verantwortungsbewußt und geduldig. Er liebt Besitz und Vermögen und versteht es mit diplomatischem Geschick, seine Beziehungen zur Erreichung seiner Ziele zu nutzen. Ist er in jungen Jahren noch zuweilen verschwenderisch, so legt er mit zunehmendem Alter wachsenden Wert auf materielle Absicherung. Großen Wert legt er auch auf Bildung und Erziehung als Grundlage beruflichen Aufstiegs, aber auch zur Bereicherung seiner Persönlichkeit. Häufig herrscht bei ihm eine zu pessimistische Lebenseinstellung vor.

Der Steinbock ist anfällig für Arthritis und Rheumatismus sowie für Erkrankungen des Skelettes. Doch nehmen im Alter Stärke und Widerstandskraft zu.

Der Wassermann

Zwischen dem 21. Januar und dem 19. Februar steht die Sonne im Zeichen des Wassermanns. Seine Herrscher sind der Saturn und der Uranus, sein Element ist die Luft.

Sein Schlüsselsatz lautet: Ich weiß.

Der Wassermann möchte am liebsten nicht nur das Los seiner Mitmenschen, sondern den Zustand der ganzen Welt verbessern. Er ist ein Gerechtigkeitsfanatiker und verliert sich leicht in illusionäre Träumereien, ohne deshalb den Sinn für logisches Denken und für Pflichtbewußtsein einzubüßen. Doch häufig ist er recht sprunghaft und läßt es an der Geradlinigkeit seiner Absichten und Gedanken fehlen. Als Einzelgänger will er keine engen Bindungen eingehen und fühlt sich am wohlsten in einem möglichst großen Freundeskreis, was ihn der Entscheidung für einen einzelnen enthebt.

Der Wassermann erfreut sich meist einer guten Gesundheit. Lediglich eine häufige Schwellung der Fußknöchel fällt auf, was auf eine unzureichende Herztätigkeit schließen lassen könnte.

Die Fische

Zwischen dem 20. Februar und dem 19. März steht die Sonne im Zeichen der Fische. Ihre Herrscher sind der Jupiter und der Neptun, ihr Element ist das Wasser.

Ihr Schlüsselsatz lautet: Ich glaube.

Fische sind ausgesprochen gefühlsbetont, sensibel und empfindsam. Sie sind leicht zu beeinflussen, und daher fällt es ihnen schwer, in der Lebensführung eine einmal eingeschlagene Richtung beizubehalten. Sie sind sehr verschlossen und nicht nur von anderen schwer zu durchschauen, sondern auch sich selbst oft ein Rätsel. Andererseits besitzen sie viel Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, wodurch sie ihren Mitmenschen oft sehr hilfreich sein können.

Anfällig für Krankheiten sind zumeist ihre Füße, in mittlerem Alter kann eine Gewichtszunahme zu einer gewissen Lethargie führen.

Ende

Wie gefällt Ihnen dieser Beitrag?
[Gsamt: 1 Durchschnittlich: 5]