Benjamin Ferencz. Chefänkläger der Nürnberger Prozesse – Der Unbeirrbare

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Philosophie Büchersammlung

Benjamin Ferencz (geboren 1920). 70 Jahre nach Beginn der Nürnberger Prozesse entstand mit "Der Unbeirrbare" ein berührendes Porträt über den Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppenprozess und noch immer aktiven Friedenskämpfer, den 95 jährigen Benjamin Ferencz. Der Film wirft einen Blick zurück in die Geschichte und ist gleichzeitig ein hoch aktueller Beitrag zur Diskussion über Krieg und Frieden, über Gerechtigkeit, Gewalt und den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag. Historische Filmdokumente, sehr persönliche Interviews mit Ben Ferencz, Statements von Kollegen und Freunden sowie eine Kamera, die dem rastlosen Protagonisten rund um die Welt in seinem Kampf gegen kriegerische Gewalt folgt, machen den Film zu einer Abenteuerreise durch das Leben dieses charismatischen Mannes. Benjamin Ferencz kehrt zurück in den historischen Gerichtssaal 600 und erinnert sich an die Nürnberger Prozesse und seinen Prozess gegen die Mordbanden der SS. Als junger US Soldat und Jurist kam Ferencz nach Deutschland um unmittelbar nach Befreiung der Konzentrationslager die Beweise der dort begangenen Verbrechen zu sichern. Erlebnisse über die er bis heute kaum sprechen kann. Nach dem Prozess wollte er etwas für die Opfer tun und war über viele Jahre massgeblich an der Entwicklung des Bundesentschädigungsgesetzes beteiligt. Der Harvard Absolvent, Sohn armer osteuropäischer Juden in New York, hat sein weiteres Leben dann der Idee und Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshofs(ICC) gewidmet. Kriegsverbrechen gehören geahndet, die Existenz eines weltweiten Gerichts kann Exzesse verhindern, dieses Anliegen propagierte Ferencz jahrzehntelang weltweit. Heute kämpft er für die Aufnahme des Angriffskrieges als Anklagepunkt am ICC. Stellungnahmen von Fatou Bensouda, der derzeitigen Chefanklägerin des ICC und anderer bedeutender Menschenrechtsjuristen beschreiben Ferencz als die Personifizierung der Kontinuität von Nürnberg bis Den Haag. Mit präzisen Analysen stellt Ferenz in dem Film die Geschichte eines Jahrhunderts dar, das die Menschheit in die grössten Katastrophen führte, aber auch zu den kühnsten Hoffnungen einer gerechteren Welt. "Ich bin ja erst 93 Jahre, da erwarte ich mir schon noch einigen Fortschritt", meint der hellwache Benjamin Ferencz in den Katakomben des Nürnberger Gerichts. Regisseurin Ullabritt Horn begleitet ihren vitalen und lebenslustigen Protagonisten auf seiner Mission nach Washington, New York, Salzburg, Frankfurt und Nürnberg und lässt auch Weggefährten zu Wort kommen (SRF 2015).

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