3 Dinge, die Menschen über Durchsetzungsvermögen falsch verstehen

Lesedauer 3 Minuten

Ich biete diese Woche einige Work­shops an, und zwar zu den The­men „Ein­flussnahme“ und „Umgang mit schwieri­gen Men­schen“. In bei­den werde ich darüber sprechen, wie man durch­set­zungs­fähig sein kann.

Aber ich muss auch darauf acht­en, die Grup­pen vor 3 Din­gen zu war­nen, die Men­schen oft falsch machen, wenn es darum geht, durch­set­zungs­fähig zu sein.

Was ver­ste­he ich unter Durch­set­zungsver­mö­gen?

Eine gängige Def­i­n­i­tion lautet „für die eige­nen Rechte ein­treten und gle­ichzeit­ig die Rechte ander­er respek­tieren“. In der Prax­is bedeutet das, dass man klar und deut­lich sagt, was man von anderen möchte oder wie man sich über etwas fühlt, was sie getan haben, aber gle­ichzeit­ig anerken­nt, dass sie nicht immer tun müssen, was man möchte, und dass sie auch ihre eige­nen Bedürfnisse und Gefüh­le haben.

Man lässt sich also nicht ein­fach von anderen Leuten sagen, was man tun oder wie man sich ver­hal­ten soll, ohne etwas dazu zu sagen (das ist nicht durch­set­zungs­fähig). Aber man sagt anderen auch nicht ein­fach, was sie zu tun oder zu denken haben, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was sie wollen (das ist aggres­siv).

Die drei Dinge, die die Leute bei der Durch­set­zungs­fähigkeit falsch ver­ste­hen, sind:

1. Der Gedanke, dass Durch­set­zungsver­mö­gen ego­is­tisch ist.

Manche Men­schen fühlen sich sehr unwohl dabei, ihre Gefüh­le zu äußern oder klar zu sagen, was sie von anderen Men­schen wollen. Sie hal­ten es für ego­is­tisch, ihre Wün­sche über die der anderen zu stellen.

So sehe ich Durch­set­zungsver­mö­gen nicht. Wie ich bere­its erwäh­nt habe, geht es darum, zu akzep­tieren, dass man genau­so viel Recht wie jed­er andere hat, seine Mei­n­ung zu äußern und sich Gehör zu ver­schaf­fen. Nicht mehr Recht, nicht weniger. Damit sagen Sie nicht, dass Sie wichtiger sind als andere oder dass Ihre Wün­sche Vor­rang haben, son­dern nur, dass Sie das Recht haben, sie zu äußern.

 

Und in jedem Fall… siehe den näch­sten Punkt.

2. Sie denken, dass Sie durch­set­zungs­fähig sind und das bekom­men, was Sie wollen.

Die Wahrschein­lichkeit, dass Sie bekom­men, was Sie wollen, ist größer, wenn Sie durch­set­zungs­fähig sind. Und warum? Weil die Leute dann wis­sen, was Sie wollen. Sie müssen nicht rat­en oder Ihre Gedanken lesen.

Das heißt aber nicht, dass Sie immer Ihren Willen durch­set­zen kön­nen. Es kann immer noch vorkom­men, dass sich jemand nicht so ver­hält, wie Sie es wollen. Immer­hin kön­nen sie sich ihre eigene Mei­n­ung bilden. Und sie kön­nen sich auch durch­set­zen.

Denken Sie nicht, dass Durch­set­zungsver­mö­gen „nicht funk­tion­iert“ hat, nur weil sich jemand nicht so ver­hal­ten hat, wie Sie es woll­ten. Darum geht es bei der Durch­set­zungs­fähigkeit nicht, es geht auch darum, das eigene Selb­st­wert­ge­fühl und Selb­stver­trauen zu stärken. Außer­dem ist Durch­set­zungsver­mö­gen keine ein­ma­lige Sache, also schreiben Sie es nicht ab, nur weil Sie beim ersten Mal nicht das gewün­schte Ergeb­nis erzielt haben.

3. Der Gedanke, dass andere Men­schen gut reagieren wer­den, wenn man selb­st­be­wusst ist.

Ich gebe eini­gen Büch­ern über Durch­set­zungsver­mö­gen die Schuld dafür. Sie sug­gerieren oft, dass, wenn du dich jeman­dem gegenüber durch­set­zungs­fähig ver­hältst, dieser wahrschein­lich auch durch­set­zungs­fähig sein wird und alle ruhig und vernün­ftig sein wer­den. Das ist aber nicht der Fall.

Manch­mal reagieren die Leute schlecht, wenn man selb­st­be­wusst ist, vor allem, wenn sie es nicht gewohnt sind. Manche Men­schen kön­nen aggres­siv wer­den, weil sie sehen, dass du dich ihnen gegenüber „behauptest“. Sie sind es gewohnt, ihren eige­nen Willen zu bekom­men.

Andere kön­nen ver­wirrt sein, weil Sie so etwas noch nie gemacht haben und es nicht die Reak­tion ist, die sie erwartet haben. Sie kön­nten sich aufre­gen oder ver­suchen, dich emo­tion­al zu erpressen, indem sie dir sagen, wie ent­täuscht sie von dir sind oder dass du sie im Stich gelassen hast, weil du nicht tun willst, worum sie dich gebeten haben.

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Es kann also manch­mal den Anschein haben, dass Durch­set­zungsver­mö­gen die Dinge noch schlim­mer macht, zumin­d­est auf kurze Sicht. Darauf muss man vor­bere­it­et sein und sich auf die Reak­tio­nen der Leute ein­stellen.

Ich würde Sie also ermuti­gen, durch­set­zungs­fähig zu sein, aber seien Sie sich darüber im Klaren, warum Sie das tun, und haben Sie real­is­tis­che Erwartun­gen, was Sie damit erre­ichen kön­nen.

In 3 Monat­en von frus­tri­eren­der Stag­na­tion zur erfol­gre­ichen Selb­st­ständigkeit!

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